Montag, 31. Dezember 2012

Und noch einer ...

Die letzten Wochen waren ja von Jahresrückblicken auf allen möglichen Fernsehsendern geprägt. Beginnend mit dem Dezember konnte man den Fernseher kaum anschalten ohne, dass man mit irgendwelchen Momenten des Jahres 2012 konfrontiert wurde. Und jetzt komme ich auch noch daher und lasse das Jahr Revue passieren! Hat man denn nie Ruhe davor? Nein, denn hier handelt es sich um mein eigenen Jahresrückblick, der nichts mit den großen Ereignissen der Welt zu tun hat. 

Die Idee dazu stammt von einem sehr guten Freund, mit dem wir die letzten Jahre Silvester verbracht haben. Irgendwann im Laufe des Abends stellt er immer die Frage, was die Highlights des vergangenen Jahres waren und was wir uns für das kommende Jahr vorgenommen haben. Und darum fange ich nun mal mit meinem Rückblick an. 

Januar: 

Hm, ein recht unspektakulärer Monat. Das neue Jahr hat begonnen, wie das alte geendet hatte. Der Monat Januar ist immer geprägt von vielen Geburtstagen, da fast die Hälfte meiner Verwandschaft im Januar Geburtstag hat. Der Weihnachtsbaum ist gerade raus geworfen, da geht es schon weiter mit den nächsten Feiern. Und ein ganz besonderer Geburtstag war auch dabei: Mein Patenkind wurde eins und es war eine richtig schöne Feier, von der ich behaupte, dass die Hauptperson sich in späteren Jahren nicht mehr daran erinnern kann. 

Nicht so schön an diesem Monat ist die Tatsache, dass eine meiner besten Freundinnen ins Ausland gezogen ist. In Zeiten von Whatsapp und Skype ist es aber heute so viel einfacher Kontakt zu haben, als noch vor 20 Jahren und es vergeht kein Tag, an dem wir nicht voneinander hören. Und doch kann man nicht einfach sagen: Komm, lass uns was essen gehen oder da und da treffen. Aber es ist eine temporäre Sache und nicht für die Ewigkeit, das schaffen wir schon. 

Februar: 

Nichts, aber auch gar nichts berichtenswertes ist in diesem Monat geschehen. Und wenn man es genauer betrachtet gilt das gleiche auch für März.

April: 

Ja, jetzt wird es interessant. Im September 2011 hatte ich angefangen "Einsatzort Vergangenheit" zu schreiben. Erst nur zum Spaß für mich und dann wollte ich es plötzlich veröffentlichen. Im April ist es dann schließlich so weit und ich habe das Buch bei Amazon hochgeladen. Erst ab da habe ich es öffentlich gemacht, dass ich ein Buch geschrieben habe. Ich gehöre leider nicht zu den Menschen, die sich hinstellen und stundenlang über ihre Projekte berichten können. Ich rede fast immer erst über die Dinge, wenn sie in trockenen Tüchern und abgeschlossen sind. Daher waren ziemlich viele sehr überrascht, dass ich so plötzlich mit einem fertigen Buch um die Ecke kam. Dass es "nur" bei amazon als eBook erhältlich ist, ist in den Augen einiger immer noch kein richtiges Buch, was ich sehr schade finde. Und ja, es fanden auch einige Verkäufe statt, aber die waren wohl im Freundeskreis zu finden. 

Mai:

In diesem Monat startet das Buch nach einer Gratisaktion richtig durch. Nachdem ich ohne, dass ich es irgendwo gepostet oder mitgeteilt hatte, die Gratisaktion gestartet hatte, mit dem Gedanken: "Mal schauen, ob es überhaupt jemand merkt", konnte ich es fast nicht glauben, als ich am Abend auf Platz 1 der Gratis-Downloads stand. Ich sehe es nicht unbedingt als verschenktes Geld an, sondern es war für mich eine Möglichkeit auf mich aufmerksam zu machen. Ich gehöre nicht zu den Leuten mit riesigem Freundeskreis, meine Facebookfreunde sind überschaubar und wie soll ich da großartig einen größeren Kreis ansprechen, zumal die meisten noch nicht mal einen Kindle haben? Also habe ich das Buch gratis angeboten und das Wunder geschah. Denn nachdem die Aktion vorbei war, wurde das Buch gekauft und nicht ein oder zweimal. Oh nein, es reichte durchaus aus, um mich für einige Zeit in die Top 100 der Kindle-Charts zu bringen. 
Mit diesem Erfolgsgefühl bin ich zusammen mit meinem Mann zu einem wunderbaren Urlaub in die USA aufgebrochen. In diesen drei Wochen waren wir in fast allen Städten, die ich dort schon immer einmal besichtigen wollte. Und ich kam zu der Überzeugung, dass ich New York, doch nicht so schrecklich finde, wie noch bei meinem ersten Besuch im Jahr 1995. Mein persönliches Highlight allerdings war Washington D.C. und ich bin mir sicher, dass ich dieser Stadt noch einmal einen Besuch abstatten werde. In den zwei Tagen, die ich dort war, habe ich einfach zu wenig gesehen. 

Und noch etwas ist in diesem Monat geschehen: Ich habe die Zusage zu meiner neuen Arbeitsstelle bekommen. Das war total verrückt, denn freitags vor meinem Abflug hatte ich erst mein Telefoninterview mit der Personalabteilung gehabt und hatte mich darauf geeinigt, dass ich gerne Ab- oder Zusage per Mail hätte, damit ich Bescheid wüsste, woran ich war. Montagmorgen habe ich dann in Philadelphia meine Mails gecheckt und glaubte meinen Augen nicht zu trauen, ich hatte die Zusage schon bekommen. 

Kein Wunder, dass dieser Monat Wonnemonat heißt, für mich war es einer.

Juni: 

Noch immer ist "Einsatzort Vergangenheit" in den Charts. So langsam verstehe ich, dass meine Idee  doch einige Menschen anspricht. Die Geschichte um Laura und Phil war immer als Mehrteiler geplant und so fingen die Arbeiten am zweiten Teil im Juni an. 

Juli: 

Der Juli war ein Partymonat. Die Hochzeit des Jahres stand vor der Tür, ein jahrelang befreundetes Pärchen traute sich nach vielen Jahren und gaben sich das Jawort. Kein Wunder, dass das richtig gefeiert werden musste. Dazu kamen fast alle Freunde von fern und nah zusammen und es ist eine der schönsten Erinnerungen, die ich an das Jahr habe. 

Nachdem ich gemerkt habe, dass ich zwar bei anderen Fehler im Text immer schnell finde, meine eigenen aber irgendwie übersehe, gebe ich "Einsatzort Vergangenheit" ins Korrektorat, das ich mir nun nach den ersten Verkäufen auch leisten kann. Meine absolute Schwachstelle ist nämlich die Interpunktion und darum bin ich froh, dass ich jemanden gefunden habe, der diese Mängel ausmerzt. 

August und September: 

So langsam kehrt Ruhe ein und es passiert nicht wirklich viel. Die letzten Tage bei meinem alten Arbeitgeber brechen an und die Arbeiten an Teil zwei kamen irgendwie ins Stocken. Vielleicht war das Wetter zu schön, als dass ich mich abends noch vor den PC setzen wollte, ich weiß es nicht mehr so genau. Ich weiß nur, dass ich in der Zeit ziemlich faul war. 

Oktober:

Auf zu neuen Aufgaben, von Hattersheim nach Frankfurt. Die doppelt so lange Fahrtstrecke macht sich ziemlich bemerkbar. Ich muss wesentlich früher aufstehen als vorher, denn wenn ich nicht bis spätestens viertel nach sieben auf der Straße bin, stehe ich unwiderruflich im Stau. Ich habe in den vergangenen drei Monaten so viele schwere Unfälle gesehen, wie noch nie in meinem ganzen Leben zuvor. Und ich frage mich jeden Tag aufs Neue, wann die Menschen merken, dass sie nicht alleine auf der Straße sind und ein wenig mehr Miteinander statt Gegeneinander vieles vermeiden ließe. 

November:

Ich merke, dass das Buch nicht ganz in die Richtung läuft, die ich gerne hätte. Der Plan war da, alles geplottet und doch passte es nicht. Ein Besuch im stadthistorischen Museum von Mainz hat mir einen neuen Schub verpasst und ich war auf einer Zeitreise in meiner Heimatstadt unterwegs. Die Geschichte wurde rund und ich war sicher, dass ich bald fertig sei, aber dann kam der 

Dezember:

Der zweite Teil wird immer länger, länger als von mir gedacht. Bei genauerem Hinsehen stelle ich fest, dass ich zwei komplette Geschichten in eine verpacken wollte. Und das passte nicht ganz in die Idee und die Titelidee, die ich schon seit Beginn der Arbeiten am zweiten Teil habe. Was also tun? Auf keinen Fall das bisher geschriebene wieder löschen, dafür gefällt mir die Idee zu gut und ist viel zu weit fortgeschritten, als dass ich das einfach rückgängig machen könnte. Es ist schon erstaunlich, dass man das Offensichtliche manchmal gar nicht sieht, denn das was ich bisher geschrieben habe, reicht für einen zweiten Teil aus. Soll ich es also wirklich wagen? 

Ja, natürlich habe es gewagt, obwohl ich erst richtige Zweifel hatte, aber jetzt bin ich total happy mit der Entscheidung und die erste Überarbeitung ist auch schon abgeschlossen. Und da ich meinen Testleserinnen versprochen hatte, dass sie noch 2012 den zweiten Teil bekommen, wird der Text noch heute an die entsprechenden Damen gehen. 

Und wenn ich mich dann an Teil drei mache, habe ich schon ein ganz schönes Stück geschafft und knappe 100 Normseiten sind schon fertig. 


Rückblickend muss ich sagen, dass das Jahr 2012 ein sensationelles war. Nach vielen Jahren, die aus den verschiedensten Gründen nicht so toll verlaufen waren, kann ich endlich einmal sagen: So wie es ist, so soll es bleiben! Darum gibt es gar nicht so viel, was ich 2013 ändern möchte und ich wünsche mir, dass das kommende Jahr genauso toll wird, wie das vergangene. 

Meine Lieben, ich wünsche Euch für das Jahr 2013 das Allerbeste! Feiert mit Euren Freunden, Familien und Liebsten und begrüßt das neue Jahr 2013 mit offenen Armen. Ich werde es auf alle Fälle im Kreise meiner besten Freunde tun! 

                                                            

                                           HAPPY NEW YEAR!!! 







Freitag, 28. Dezember 2012

Neues aus der Vergangenheit oder doch Gegenwart?

Meine letzten Posts handelten ja nicht wirklich von den Dingen, die ich eigentlich in meiner Freizeit mache. Ich habe über alles mögliche berichtet, aber von meinem aktuellen Buchprojekt habe ich nichts berichtet. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich auch nicht wusste, was genau ich veröffentlichen sollte. Auszüge oder Teaser wollte ich nicht mehr, da ich ansonsten vielleicht zu viele Spoiler drin hätte. Also gestrichen. Was bleibt dann noch?

Es bleibt darüber zu berichten, dass sich meine Pläne mal wieder etwas geändert haben. Schon merkwürdig, ich dachte die ganze Zeit, dass ich noch eine ganze Menge an Seiten zu schreiben hätte und das Buch dann fertig wäre. Doch dann habe ich mir das ganze noch einmal genau angesehen und festgestellt, dass ich mich total geirrt habe! Ich muss diese Seiten jetzt nicht schreiben, weil im Grunde genommen, erzählen sie eine völlig neue Geschichte und die kann gut und gerne in einem dritten Band erzählt werden. Ein dritter Band war sowieso schon immer geplant und durch den Cut, den ich nun vorgenommen habe, passt der zweite Band viel besser in mein geplantes Schema. 

Was bedeutet das? Nun erstens, dass das Buch etwas kürzer wird, als ich es gedacht hatte. Wenn ich jedoch den zweiten Teil so geschrieben hätte, wie ich es eigentlich vorgesehen hatte, dann wäre er um einiges umfangreicher geworden. Vielleicht sogar zu umfangreich und wer weiß, ob es dann nicht zu viel geworden wäre. Ich hätte zwei komplette Geschichten in einem Band erzählt. 

Was heißt es noch? Nun, da ich einen großen Schnitt gemacht habe, bin ich im Grunde genommen fertig mit dem zweiten Band. Ich bin seit Tagen dabei, ihn zu überarbeiten. Das heißt an einigen Stellen noch ausarbeiten, eventuell umschreiben und feilen. Wenn das dann fertig ist, geht das Manuskript an meine lieben Testleserinnen. Sobald ich deren Feedback habe, entscheide ich dann, wie es weitergeht. 
Entweder ich nehme eine Schaufel und grabe ein Loch für den Text und lasse ihn auf Nimmerwiedersehen in unseren großzügigen Parkanlagen von 50 m² verschwinden.
Oder aber ich wende mich vertrauensvoll an meine Korrektorin und frage sie, wann sie denn Zeit für mich und mein Baby hat. 

Der Titel nimmt auch Gestalt an und wird bestimmt in den nächsten Tagen hier vorgestellt! 
So und jetzt muss ich zurück an den Text, immerhin habe ich einen Plan:-) 

Freitag, 21. Dezember 2012

Unser neuestes Familienmitglied

Nachdem am letzten Wochenende mein Kindle Keyboard anfing einen langsamen und qualvollen Tod zu sterben, musste ich zusehen, dass ich schleunigst Ersatz bekomme. Wie im letzten Post schon geschrieben, habe ich dann schnell den Paperwhite bestellt.

Wobei schnell nicht so wirklich zutrifft.

Ich habe das Gerät nicht bei Amazon direkt bestellt, sondern bei Best Buy. Best Buy ist eine Art amerikanischer Media Markt. Das Tolle bei diesem Laden ist nämlich, dass ich auch aus dem Ausland bestellen kann und dann mein bestelltes Gerät in dem von mir ausgesuchten Laden abholen kann. Oder wie in meinem Fall abholen lassen. Die erste Schwierigkeit war herauszufinden, welche Adresse man denn bitte eingeben soll. Denn mit meiner deutschen wollten und konnten sie gar nichts anfangen. Erst in der Hilfe fand ich dann die Adresse, die man angeben muss, wenn man außerhalb der USA bestellt.
Gut, diese Hürde war also gemeistert, da kam die nächste um die Ecke. Meine Kreditkarte wurde nicht akzeptiert? Völlig panisch habe ich geprüft, ob die Karte vielleicht abgelaufen sei oder sonstiges. Aber nichts dergleichen. Ich konnte jedoch machen, was ich wollte, meine Karte wurde einfach nicht genommen. Des Rätsels Lösung kommt gleich. Glücklicherweise habe ich noch eine zweite, die dann ohne Probleme genommen wurde und der Kauf konnte abgewickelt werden. Eine Stunde später bekam ich eine Mail, dass der Paperwhite nun abholbereit sei. Jetzt musste ich nur noch der Person, die den Kindle abholen sollte, Bescheid sagen, dass er dort parat liegt.

Zwei Tage nachdem ich versucht hatte, den Kindle mit meiner Kreditkarte zu kaufen, bekam ich ein
Schreiben der Kreditkartenfirma, in dem sie mich davon unterrichteten, dass auf meiner Karte Umsätze getätigt werden sollte, die nicht plausibel waren. Aus Sicherheitsgründen wurde die Karte gesperrt und ich sollte doch bitte anrufen, um meine Karte zu sperren. Nach einem supernetten Gespräch mit einem Mitarbeiter der Hotline war alles geklärt. Aus Gründen der Sicherheit finde ich gut, was geschehen ist, als ich bestellen wollte, fand ich das nicht so lustig. Denn mein versuchter Kauf bei einer amerikanischen Firma als Deutsche hat einen Alarm im Sicherheitssystem ausgelöst und man ging davon aus, dass jemand meine Karte missbrauchte.

Und heute Mittag war es dann soweit, ich konnte mein neues Familienmitglied in die Arme schließen. Ich war natürlich kaum zu halten und habe den Kleinen dann mal ausgepackt und aktiviert.

Was soll ich sagen? Display 1a, von den befürchteten Farbwolken ist nichts zu sehen, lediglich am unteren Bildrand sind die Lichter etwas unregelmäßig, aber nichts, was mich wirklich stört.

Aber seht selbst:

























Die Schatten auf der linken Seite kommen von der Lampe im Wohnzimmer, das Gehäuse an sich ist komplett schwarz. Und schief ist das Gerät auch nicht, das lag dann auch wieder an mir ... Die Bilder sind leider nicht so gut, zeigen aber schon, wie toll das Display ist. Und die aktuelle Einstellung ist noch nicht mal die der höchsten Lichtstufe, da ist noch ein bisschen Platz nach oben.

Ich bin jedenfalls begeistert davon und freue mich darauf heute Abend mein aktuelles Buch
weiterlesen zu können.

Übrigens: Für diejenigen, die es interessiert. Der Keyboard liegt noch im Sterben. Es sind keine neuen Linien mehr hinzugekommen, aber er scheint es sich jetzt bei jedem Anschalten zu überlegen, ob er auch wirklich noch will. Und bis er mal während der Benutzung reagiert, ist auch jenseits von Gut und Böse.


Sonntag, 16. Dezember 2012

Der sterbende Schwan

Warum passieren manche Dinge immer dann, wenn man sie überhaupt nicht gebrauchen kann. Ich vermute, das hat etwas mit Murphy's Law zu tun, aber das ist ein Thema, das einen ganzen Blog für sich alleine beanspruchen könnte.

Zurück zu den Dingen, die zum unpassendsten Zeitpunkt geschehen. Mein Kindle liegt im Sterben. Völlig unerwartet trat der Zustand ein. Angefangen hat es am Mittwoch als ich den Reader in die Hand nahm und stutzig wurde. Was war das denn? An den unteren Ecken zierten je links und rechts ein winziger Riss das Gehäuse. Ist zwar nicht schön, aber man kann eigentlich damit leben, denn das Display war davon ja nicht beeinträchtigt.

Pustekuchen, sag ich nur! Nur wenige Tage danach, der nächste Schock. Beim Einschalten traten mit einem Mal weiße Streifen im Display auf, die sich von oben bis unten durch den Text zogen. Am Anfang waren es nur zwei, doch schon nach wenigen Stunden wurden es mehr. Derzeit sind es vier Streifen, wobei der eine immer dicker wird. Wie man sieht, konnte das Reset auch nichts ausrichten.



Zwar kann ich immer noch damit lesen, aber angenehm ist es nicht, das könnt ihr mir glauben. Ich kann zwar noch auf mein iPad ausweichen, aber es ist im Vergleich zum Kindle einfach zu schwer, um damit abends gemütlich im Bett zu lesen.

Ersatz muss her und zwar schnellstens! Ich habe Amazon kontaktiert und bin immer wieder begeistert von deren Kundenservice. Denn obwohl ich meinen Kindle in den USA gekauft habe und die Garantie abgelaufen ist, wollten sie mir einen neuen zum vergünstigten Preis anbieten. Doch das wäre der kleine Reader gewesen, ohne Touch und ohne Tastatur. Nicht unbedingt mein Fall, ich nutze die Tastatur doch häufiger und will nicht ewig mit der Cursortaste spielen, bis ich das eingegeben habe, was ich will. Also habe ich dankend abgelehnt.

Bleibt also nur noch der Paperwhite übrig, um den ich schon seit Erscheinen wie die Katze um den heißen Brei rumschleiche. Ich hatte das Konkurrenzprodukt, den Kobo Glo, die Tage schon mal in der Hand und war hellauf begeistert. Aber bekanntermaßen bin ich nicht die Einzige, die das Gerät möchte. Derzeit ist es in Deutschland auf Wochen ausverkauft und die voraussichtliche Lieferzeit beträgt derzeit 5-7 Wochen.

Aber glücklicherweise kenne ich liebe Menschen, die mir einen aus den USA mitbringen und ich in den nächsten Wochen stolze Besitzerin eines solchen Geräts sein werde. Dann will ich nur hoffen, dass der sterbende Schwan bis dahin noch einigermaßen durchhält und mich nicht ganz im Stich lässt. Ich habe mich so an meinen Kindle gewöhnt, dass ich nur schwer auf ihn verzichten kann. Zwar habe ich noch viele Papierbücher, die dringend gelesen werden möchten, aber ich bevorzuge einfach den elektronischen Weg!

Nachtrag 17.12.2012:
Inzwischen sind noch weitere Streifen hinzu gekommen, die es mir unmöglich machen auf diesem Wege weiterzulesen. Meine Bestellung des Paperwhite in den USA funktionierte ohne Probleme und wenn alles gut geht, kann ich das Teil noch vor Weihnachten in meinen Händen halten. Ich mochte den Keyboard wirklich und bin traurig, dass er so plötzlich kaputt ging, zumal ich ihn wirklich sehr pfleglich behandelt habe und er fast nur zu Hause lag. Ich hoffe, dass die anderen Keyboard Besitzer unter meinen Freunden nicht auch diese Erfahrungen machen müssen. Aber wenn ich sehe, dass Amazon dem Thema schon einiges an Platz auf deren Hilfeseiten eingeräumt hat, sehe ich fast schwarz.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Bekenntnisse eines Weihnachtsjunkies


Der Titel des Blogs verrät es schon: Ich LIEBE die Weihnachtszeit! Und das meine ich durchaus ernst und mache mich nicht lustig darüber.

Kann es etwas Schöneres geben, als in der dunklen Jahreszeit durch die hell erleuchteten Straßen zu gehen? In meiner Wohngegend ist fast jedes Haus und fast jeder Vorgarten mit Lichtern erleuchtet und alles wirkt gleich viel freundlicher und nicht mehr so düster. Ein ganz spezielles Highlight wohnt direkt nebenan. Ich nenne es meinen Lichteradventskalender. Der gute Mann fängt in der letzten Novemberwoche damit an, seinen Eingangsbereich zu dekorieren. Es beginnt mit einer diskreten Lichterkette, gefolgt von speziellen Lichtern für seine Straßenlampe, diese bekommt einen zusätzlichen künstlichen Tannenkranz, der wie sollte es anders sein, auch mit Lichtern geschmückt ist. Und das geht dann immer weiter, bis an Weihnachten, der ganze Eingangsbereich in vielen bunten Lichtern blinkt und leuchtet. Jeden Tag, wenn ich nach Hause komme, bin ich gespannt darauf, was es Neues zu entdecken gibt.

Klar gibt es in dieser Zeit auch massig Stress, das will ich nicht abstreiten. Komischerweise kommt man immer im Dezember darauf, dass man sich noch mit Menschen treffen möchte, die man schon ewig nicht mehr gesehen hat. Also schaut man, wo man noch ein kleines Plätzchen in seinem Terminkalender hat.
Dieses Jahr ist vermutlich auch das erste Mal seit Jahren, in dem ich die Weihnachtsbäckerei geschlossen lasse. Was mich zwar etwas wehmütig stimmt, aber dann kann ich mich auch auf die anderen Leckereien freuen, die es sonst noch so gibt. Denn somit habe ich wieder etwas Zeit für mich gewonnen. Und Zeit habe ich in den letzten Monaten herzlich wenig gehabt.

Ein ganz besonderes Highlight sind für mich die verschiedenen Weihnachtsmärkte. Alleine der Duft von gebrannten Mandeln, Zuckerwatte, vermischt mit dem Aroma der vielen Glühweinstände ist ein Fest der Sinne für mich. Ich freue mich immer auf Weihnachtsmärkte zu gehen, ich muss noch nicht mal etwas kaufen, alleine zu schauen ist ausreichend. Wenn dann noch Schnee liegt und es richtig kalt ist, dann macht es gleich noch viel mehr Spaß sich ins Getümmel zu stürzen und mit rotgefrorener Nase einen Glühwein oder Eierpunsch zu sich zu nehmen.
Und so werde ich mir später meine Schneeschuhe anziehen, mich in warme Winterkleider einpacken und zusammen mit meinem Mann einen Schneespaziergang nach Mainz machen. Dort werden wir über den Weihnachtsmarkt gehen. Im Schatten des verschneiten Doms warme Getränke trinken, fettige Bratwurst essen und dann wieder mit dem Bus nach Hause fahren. Kann man an einem Sonntag im Dezember Schöneres machen? Vielleicht noch Schlittenfahren gehen, aber das wird bis nächste Woche warten müssen.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen und besinnlichen zweiten Adventssonntag!

Sonntag, 2. Dezember 2012

Bitte nicht gleich alle über einen Kamm scheren ...

Es war einmal vor langer Zeit eine Frau, die sich hinsetzte und ein Buch schrieb, dieses bei Amazon als eBook einstellte und dieses Buch zum Megaerfolg wurde. Bis dato gehörte es zu den absoluten Bestsellern und war ein Verkaufserfolg bei Amazon. Das Buch war sogar so erfolgreich, dass sich ein Verlag meldete und das Buch auch als Taschenbuch verlegte. Einige Monate später folgte der zweite Teil dieser Reihe und ab da ging es plötzlich bergab. Eine Rezensentin auf Amazon merkte an, dass ihr ziemlich viele Textpassagen mehr als bekannt vorkamen, aber aus einem anderen Buch einer anderen Autorin. Nachdem die Rezensentin auch die entsprechenden Ausschnitte belegen konnte, wurde eine Welle ins Rollen gebracht, die schlussendlich dazu führte, dass beide eBooks und das Taschenbuch sofort aus dem Verkauf genommen wurden. Denn nach einer weiteren Prüfung kam heraus, dass auch im ersten Band viele Stellen aus einem anderen Buch "zitiert" worden waren.

Plagiat oder doch Zufall?

Ich muss zugeben, dass ich den ersten Teil gelesen habe und ihn recht gut fand, allerdings kannte das Buch aus dem sie Passagen übernommen hatte, nur auf Englisch und konnte daher die Parallelen nicht erkennen.

Ich möchte auch an dieser Stelle nicht öffentlich über die Dame herfallen und sie für das, was sie getan oder vielleicht auch nicht getan hat, verurteilen. Eine Menge Anwälte sind bereits damit beschäftigt, da muss ich meine Zeit nicht auch noch damit verschwenden.

Nein, mir geht es eher darum, dass nun eine Diskussion losgelöst wird, die mir nicht gefällt. Sofort nach dem der Fall bekannt wurde, wurden Stimmen laut, die über Indie-Autoren schimpften und sie als Nachahmer etc. beschimpften und so etwas nie in der Verlagsbranche passiert wäre.

                                                                   STOPP!

Denn das stimmt nicht, es gab schon mal einen Fall, in dem ein Autor ganz offensichtlich bei einer anderen Autorin abgeschrieben hat und dies war bei einem Autor geschehen, der bei einem Verlag unter Vertrag gestanden hatte.

 Auch bei Verlagen kann so etwas vorkommen!

Was ich damit sagen möchte, ist dass man bitte nicht alle Indie-Autoren über einen Kamm scheren soll. Einigen unter ihnen möchte auch ich sagen, dass sie doch besser mit dem Schreiben aufhören sollten und sich den Dingen zuwenden sollen, die sie besser können. Aber es gibt so viele Autoren da draußen, die so tolle Geschichten geschaffen haben und vielleicht auch mit  Absicht nicht zu einem Verlag gegangen sind, weil sie ihre Unabhängigkeit zu schätzen wissen. Musikern nimmt man es auch nicht übel, wenn sie es alleine versuchen, warum stehen dann die Autoren dermaßen im Kreuzfeuer?

Wir müssen uns lösen von der Idee, dass gute Bücher nur aus Verlagen kommen, es gibt eine Menge wunderbarer Romane, die von Autoren kommen, die nichts mit Verlagen und deren Welt am Hut haben. Und nicht alle schreiben ab, nur weil es eine vielleicht getan hat! Die meisten von uns sitzen stundenlang da und überlegen sich ihre eigenen Geschichten, Charaktere und so weiter. Und selbst, wenn wir uns Anregungen von anderen Büchern holen, die wir gut fanden und unsere eigene Geschichte daraus erfinden, so ist das noch lange kein Plagiat. Denn dann müsste sich Helen Fielding warm anziehen, ist doch ihre Bridget Jones eine moderne Variante von "Pride and Prejudice". Oder was ist mit "Shades of ...", jeder weiß, dass die Charaktere aus Twilight die Vorbilder für Ana und Christian sind. Oder was ist mit den ganzen Regionalkrimis, die es derzeit in Massen auf dem Markt gibt? Nach dem Erfolg der ersten Bücher sind viele auf den Zug aufgesprungen und haben ihre Krimis in ihre Heimat verlegt? Da kann von Plagiat auch nicht die Rede sein. Solange man mit seinen Geschichten eigenes schafft und auch eigene Texte schreibt, sehe ich das nicht als allzu dramatisch an, wenn man einen Grundgedanken auffasst und ihn zu seinem eigenen Werk formt. Es wird immer irgendwo Bücher geben, bei denen man denkt: "Das kommt mir aber bekannt vor" und das kann bei Verlagsbüchern, wie auch bei Indie-Büchern geschehen, denn die vollkommen neue Idee gibt es im Grunde nicht.

Und nur weil ein Buch nicht bei einem Verlag erschienen ist, ist es nicht automatisch ein schlechtes!




Dienstag, 27. November 2012

Warum die Dinge so sind, wie sie sind

Ich bin schon einige Male darauf angesprochen worden, warum ich den Weg der Selbstveröffentlichung gewählt habe und wieso überhaupt eine Zeitreisengeschichte?

Fange ich doch einmal mit der Idee für meine Geschichte an. Eigentlich fing alles mit einem Buch an, dass ich mal in der städtischen Bücherei ausgeliehen habe. Es handelte von zwei Jungen, die zusammen mit einem älteren Mann durch die Zeit gereist sind und alle möglichen Epochen besucht haben. Kommt euch das bekannt vor? Wer "Einsatzort Vergangenheit" gelesen hat, weiß, dass es genau dieses Buch war, das man Laura untergeschoben hatte, um ihr Interesse für Zeitreisen zu wecken. 
Genau genommen, ist es meine Erfahrung gewesen und genau wie Laura, war ich ab sofort Feuer und Flamme für das Thema. So ist meine Geschichte auch die meiner Hauptfigur geworden, mit dem Unterschied, dass mich kein unglaublich gut aussehender Zeitreisender in die Vergangenheit mitgenommen hat. Aber ich will mich nicht beschweren, mein Leben ist schon ziemlich gut, so wie es ist. 

Aber wieder zurück zu den Zeitreisen: Ich mochte jedoch nur Geschichten, die von Reisen in die Vergangenheit handeln, Reisen in die Zukunft konnte und kann ich merkwürdigerweise gar nichts abgewinnen. In meinem Bücherschrank stapeln sich die Zeitreiseromane und ich werde noch heute hellhörig, wenn ich irgendetwas von einem neuen Buch in diese Richtung höre. Meistens dauert es nicht lange, bis sich das Buch in meinem Besitz befindet.
Ich weiß gar nicht so genau, was mich daran so sehr fasziniert und mich nicht mehr loslässt. Fakt ist, dass es schon immer mein bevorzugtes Genre war und meine ersten Schreibversuche in meiner Jugend mit Zeitreisen zu tun hatten. Die Geschichten, oder besser gesagt die Fragmente, existieren noch alle und waren im Grunde genommen der Auslöser für "Einsatzort Vergangenheit", denn einiges was heute in meinem Buch steht, wurde schon damals als Idee aufgegriffen. 

Beim Lesen meiner Geschichten musste ich teilweise schmunzeln, denn was ich da geschrieben habe, war im Grunde genommen gar nicht mal so schlecht, aber ich wusste einfach nicht, wie ich eine durchgehende Story schreibe. Und so gab es eigentlich immer nur einzelne Abschnitte, die es nie geschafft haben sich zu einem gesamten Werk zusammen zu fügen. 

Das war übrigens eine meiner Hauptbefürchtungen beim Schreiben von "Einsatzort Vergangenheit". Denn auch dort ist es mehrfach vorgekommen, dass ich Szenen geschrieben habe, die nicht in chronologischer Reihenfolge das Licht der Welt erblickten. Aber sie mussten geschrieben werden, da sie in meinem Kopf waren. Warum sollte ich eine gute Szene auf später verschieben, wenn ich weiß, dass sie genauso wie sie ist im Buch sein wird? Fast alle meine Lieblingsszenen sind so entstanden und ich möchte keine davon missen. Aber es war auch ein Risiko, denn wie sollte sich das alles zusammenfügen, wenn es aus einzelnen Komponenten besteht? Würde ich das überhaupt durchhalten? 
Je länger ich schrieb, desto mehr merkte ich, dass die Sache Formen annahm und die Geschichte nicht nur für mich und meine Schreibtischschublade gedacht war. 

Die nächste Frage, die sich stellte, war die, ob ich es an einen Verlag schicken sollte? Das war meine anfänglicher Plan und ich begann mich über Exposés, Anschreiben und speziell über Verlage zu informieren. Je mehr ich las, umso niedergeschlagener und mutloser wurde ich. Die Chance, dass ein Verlag ein Manuskript die Geschichte annimmt ist gering und selbst wenn, wer garantiert mir, dass mein Buch auch wirklich veröffentlicht wird? Und dann die Wartezeit, bis man überhaupt etwas von einem der Verlage hört. Von mehreren Monaten Wartezeit war die Rede und ich muss zugeben, Geduld ist keine meiner Tugenden. Zur gleichen Zeit las ich immer mehr Artikel über sogenannte Selfpublisher und wurde hellhörig. Der eigene Boss sein? Alles aus einer Hand und den Zeitpunkt der Veröffentlichung selbst bestimmen? Das reizte mich und statt mein Manuskript auch nur einem einzigen Verlag anzubieten, beschloss ich, dass ich lieber alles in Eigenregie machen wollte. 

Ich habe Fehler gemacht, das gebe ich zu. So zum Beispiel die Sache mit dem fehlenden Korrektorat zu Beginn. Aber woher sollte ich denn wissen, wer von den Lektoraten und Korrektoraten, die es draußen zu Dutzenden gibt, vertrauenswürdig und gut ist? Korrektorate sind nicht günstig und ich wollte nicht viel Geld für wenig Leistung zahlen. Eine liebe Indie-Kollegin hat mir dann ein gutes Lektorat empfohlen und die Zusammenarbeit war wirklich hervorragend. Ich hoffe, dass meine nächsten Bücher auch durch dieses Lektorat gehen werden. Dass wirklich merkwürdige ist, dass man selbst beim zehnten Lesen des eigenen Textes irgendwie betriebsblind wird und anfängt die Fehler zu übersehen. Während ich bei anderen immer sofort alle Fehler finde, blieben meine eigenen auf unheimliche Weise unsichtbar. Aber ich habe dadurch gelernt, dass ich nicht alles alleine machen kann und manchmal auch die Hilfe von anderen brauche.

Klar kommt manchmal die Frage: "Wie so ganz ohne Verlag? Geht das überhaupt?" Und ich muss sagen, ja es geht! Ich bin zwar nur ein kleiner Fisch im großen Teich, aber ich habe schon von sehr vielen Menschen Lob für meine Geschichte bekommen, dass es nicht ganz so schlecht sein kann, was ich da fabriziert habe. Und damit meine ich nicht Menschen aus meiner unmittelbaren Bekanntschaft, wie der nachfolgende Link zu einer neuen sehr schönen Rezension zeigt. 


Ganz lieben Dank an Steffi von "Leseglück" für diese Rezension. 

Und die vielen positiven Rückmeldungen, die ich bekomme sorgen dafür, dass ich gleich morgen wieder am zweiten Teil weiterschreibe. 

Aber für heute ist erst einmal Feierabend! 


Sonntag, 18. November 2012

Das Ziel ist fast in Sicht!

Wie schon in meinem letzten Post geschrieben, fängt nun die Arbeit erst richtig an. Todesmutig und bei Dauerregen habe ich mich also am Samstag vor einer Woche auf den Weg gemacht und vor Ort Recherche betrieben. Dabei stand auch ein Besuch des Stadthistorischen Museums der Stadt Mainz auf dem Programm. An dieser Stelle möchte ich den zwei Damen noch einmal ganz herzlich für ihre guten Ideen und ihre freundliche Aufnahme danken. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bis zum letzten Samstag noch nie in diesem Museum war und vermutlich wäre ich es bis heute nicht gewesen, wenn ich nicht im Zuge der Recherche des zweiten Teils darauf aufmerksam geworden wäre. Für mich war der Besuch auf alle Fälle ein lohnender. Nicht nur, dass ich dort meinen historischen Stadtplan bekommen habe, nein ich habe eine Idee bekommen, die ich so niemals im Leben gehabt hätte. Es war nur ein kleines Hinweisschild, aber das hat mir den endgültigen Fahrplan für das Buch vorgegeben.


Wenn ich also nach Feierabend nicht da sitze und wie eine Wilde schreibe, dann blättere ich in den Büchern, die ich mir zur Recherche herangezogen habe und begebe mich auf eine persönliche Zeitreise in meine Heimatstadt, die mir so vertraut ist und dann doch wieder so fremd.
Mein Recherchestapel


Denn das Mainz, das ich in meinem Buch beschreibe, hat leider mit dem heutigen nicht mehr viel gemein.Vieles ist im Krieg zerstört worden und es gibt nicht mehr allzu viele Ecken, die heute noch genauso existieren wie in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Aber, und das ist das Wichtigste, was ich euch mit diesem Post berichten wollte, das Ende des Buchs nähert sich mit ganz großen Schritten! Wenn alles gut geht, werde ich noch vor Weihnachten fertig. Wenn das Buch Lektorat und Testleserinnen unbeschadet überstanden hat, steht einer Veröffentlichung im ersten Quartal 2013 nichts mehr im Wege.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Sonntag; ich muss jetzt weiterschreiben!

Donnerstag, 8. November 2012

Zum Haare raufen!

Eigentlich wollte ich dieses Mal alles anders machen. Ich bin beim Schreiben von "Einsatzort Vergangenheit" nicht unbedingt nach Lehrbuch vorgegangen, so denn es eines gibt. Im Nachhinein habe ich erkannt, dass nicht alles unbedingt gut war und ich hatte Besserung gelobt. Einen Teil dessen, was ich mir vorgenommen habe, habe ich auch umgesetzt. Ich habe bisher konsequent am Stück geschrieben und nicht wie beim ersten Teil immer eine Szene hier und eine Szene da geschrieben und das dann später verbunden. Und trotzdem kam ich irgendwann, wie beim Schreiben von Teil eins an dem Punkt an, an dem ich nicht mehr richtig weiter wusste. Ich steckte fest, fast wie in einer Sackgasse. Was habe ich also getan? Ich habe am Anfang angefangen und alles noch einmal durchgelesen, wenn nötig etwas geändert und umgeschrieben, aber im Grunde genommen diente es dazu wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Die Pause und die Überarbeitungsphase waren definitiv nicht unnütz, denn plötzlich sprudelten die Ideen nur so und ich weiß gar nicht, wie ich das alles unterbringen soll oder das Buch wird doch noch umfangreicher als eigentlich geplant. Der Teil der Geschichte, der gerade geschrieben wird, war eigentlich nie so ausführlich geplant und doch weiß ich, dass ich nicht darum herum komme.

Und jetzt fangen die Probleme erst richtig an! 

Wer die Geschichte um Laura und Phil ein wenig kennt, weiß, dass es sich hierbei um Zeitreisende handelt. Und was machen die nun mal? Richtig in die Vergangenheit reisen! Während mir die Recherche im ersten Teil noch richtig leicht gefallen ist, wird das gerade zur absoluten Herausforderung. Mit den Geschehnissen des 16. Jahrhundert  durfte ich etwas großzügiger sein, denn nicht immer war alles genau dokumentiert. Wenn es aber darum geht über die Mitte des 19. Jahrhunderts zu schreiben, stellt sich das ganze schon wieder anders dar. Wir wissen einfach viel mehr über diese Zeiten als über die, die weiter in der Vergangenheit liegen.
Ich erinnere mich an ein Interview von Ken Follett, in dem er genau diese Schwierigkeit beschreibt. Es ist einfacher über ältere Zeiten zu schreiben als über Zeiten, die so viel näher an unserer sind. Zwar kann ich mir in meinem Kopf etwas vorstellen, aber wenn ich es dann schreibe, kann es gut passieren, dass ich feststelle, dass das so einfach nicht geschehen kann. Ich will also keine historische Person auftauchen lassen, die unter keinen Umständen zu diesem Zeitpunkt dort sein konnte, weil sie am anderen Ende der Welt weilte. Und ich will dem Ort der Handlung so gerecht werden, wie es nur geht.
Dementsprechend sieht es gerade in meinem Wohnzimmer aus, wie in einer Leihbibliothek. Alle möglichen Bücher, Magazine etc. liegen hier verstreut rum. Mehrere Bände über die Stadtgeschichte sind auch mit von der Partie, nur ein gescheiter Stadtplan fehlt mir noch, aber ich denke mir, dass ich das Problem recht schnell gelöst haben werde.

Und so sitze ich hier und raufe mir beim recherchieren die Haare und frage mich, warum ich eigentlich auf die Idee kam, einen Zeitreiseroman zu schreiben? Hätte es nicht eine einfache Liebesgeschichte auch getan? Wobei Teil zwei noch nicht mal wirklich eine Zeitreisegeschichte ist, oder etwa doch???


Montag, 29. Oktober 2012

Fremdschämen groß geschrieben!

Durch einige Buchblogger bin ich auf den folgenden Eintrag aufmerksam geworden:

http://nieohnebuch.wordpress.com/2012/10/27/in-eigener-sache-situationen-in-denen-ich-es-hasse-blogger-zu-sein/

Und ich muss nach dem Lesen dieses Artikels sagen, ich bin sprachlos. Einfach nur sprachlos! Wie kann man nur dermaßen seine gute Kinderstube vergessen? Und was mich noch mehr schockiert, ist die Tatsache, dass es sich hier anscheinend nicht um einen Einzelfall handelt. Einen Schwachmaten könnte ich unter Umständen vielleicht noch verstehen, aber gleich mehrere? Sind denn alle bekloppt geworden?

Nicht nur, dass die arme Vanessa übelste Beschimpfungen über sich ergehen lassen musste, nein diese Aktionen helfen auch den anderen Indie-Autoren nicht viel weiter. Es ist schon schwer genug da draußen Fuß zu fassen und ich bin total happy darüber, dass es einige Blogger gab, die sich bereit erklärt haben mein Buch zu lesen und es zu rezensieren. Einige haben mein Buch auch nicht angenommen, doch das ist in Ordnung. Aber ich kann doch nicht davon ausgehen, dass jedem mein Buch gefällt und alles sich darum reißen es zu lesen. Und wenn es nicht gefallen hat, dann habe ich halt Pech gehabt.
In meiner Naivität bin ich davon ausgegangen, dass Menschen, die sich Autoren nennen, erwachsen sind und sich wie ebensolche verhalten. Wenn ich jedoch lese, was einige da draußen von sich geben, muss ich mich wirklich dafür schämen eine Indie-Autorin zu sein und hoffe nicht, dass diese Aktionen dazu führen werden, dass wir alle über einen Kamm geschert werden.

Wir dürfen nicht vergessen, dass Buchblogger das Lesen zum Hobby haben. Ich bin immer wieder baff darüber, wie viel sie lesen und sich dann auch noch hinsetzen und darüber berichten! Sie werden von niemanden bezahlt und sie haben ein Recht auf eigene Meinung und ihren eigenen Geschmack. Dazu gehört halt auch einmal Nein sagen und wenn das Buch nicht gefallen hat, darf man darüber seine Meinung kundtun, solange es fair ist. Keiner hört gerne Kritik, aber wenn sie konstruktiv ist, sollte man sie annehmen und sich darüber Gedanken machen, was man beim nächsten Mal besser machen kann. Denjenigen, der einem einen Hinweis auf Unzulänglichkeiten gibt zu beschimpfen ist garantiert nicht die Lösung und allerunterste Schublade!

Ich hoffe, dass diese Sache nicht dazu geführt hat, dass Vanessa oder andere Buchblogger sich deshalb überlegen aufzuhören. Es kann nicht sein, dass Menschen, die sich aus Feigheit hinter der Anonymität des Internets verstecken, anderen Leuten das Leben schwer machen und vermutlich auch noch stolz darauf sind!





Sonntag, 28. Oktober 2012

Eine Wissenschaft für sich

Mein Laptop ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, ich schreibe meine Bücher darauf, diese Posts, bearbeite Bilder und so weiter und so fort. Dass der Laptop viel genutzt wird, hat man ihm inzwischen auch angesehen. Die Tasten, die am Meisten benutzt wurden, sind im Laufe der Zeit glatt geworden, es fehlte eine Taste, die hatte beim Staubwischen einfach nachgegeben und auch die ein oder andere Taste wollte nur mit viel Nachdruck arbeiten. Bei jedem Hochfahren saß ich mit angehaltenem Atem davor, schickte noch ein oder zwei Stoßgebete los und hoffte, dass das Gerät mich nicht ausgerechnet jetzt im Stich lässt. Zwar gehöre ich zu den Menschen, die relativ regelmäßig Sicherungen auf einer externen Festplatte erstellen und trotzdem kann ich mir nichts Schlimmeres vorstellen als der Tag an dem der PC nicht mehr hochfährt und ich nicht weiterschreiben kann.

Schon seit Wochen war ich deshalb auf der Suche nach einem neuem Gerät und ich kann euch sagen, dass es wirklich eine Wissenschaft für sich war. Ich hatte einige Ansprüche an den Neuen und die Suche gestaltete sich äußerst schwierig.

Mein Hauptaugenmerkmal war selbstverständlich die Tastatur. Wer so viel schreibt, wie ich muss mit der Tastatur umgehen können und darauf schreiben können und sich nicht darüber ärgern, dass man schon wieder daneben getippt hat. Ich habe mein eigenes Schreibsystem entwickelt, das etwas von dem abweicht, wie man es in Schulen und Ausbildung beigebracht bekommt. Aber ich komme prima damit zurecht und schreibe damit fast ebenso schnell, wie mit der 10-Finger-Methode. Am Anfang hatte ich wirklich mit einem Laptop der Apfelmarke geliebäugelt und war ernsthaft am Überlegen mir ein solches Gerät zuzulegen. Jedenfalls bis zu dem Moment, in dem ich das erste Mal vor der Tastatur stand und diese ausprobierte. Ging gar nicht, ich habe bei fast jedem Buchstaben daneben gehauen, weil meiner Ansicht nach die Abstände zu groß sind. Da half das tolle Display auch nicht.

Und hier kommen wir schon zum nächsten Punkt: Das Display! Denn das sollte matt sein, also auch wieder ein k.o. Kriterium für den Apfel. Und wisst ihr eigentlich, wie schwer es ist ein mattes Display zu bekommen? Es gibt da draußen gerade mal eine Handvoll Hersteller, die so etwas überhaupt noch anbieten und wenn man dann mal einen Laptop gefunden hat, der so einen Bildschirm hat, dann passte der Rest nicht.

Denn außer einer guten Tastatur, einem matten Display, das aber auch eine gute Auflösung hat, wollte ich auch noch genug Arbeitsspeicher, einen schnelleren Prozessor, gute Boxen und eigentlich auch einen Bluray Brenner/Player. All diese Dinge unter einen Hut zu bekommen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, denn dass ich dafür nicht extra einen Kredit aufnehmen wollte, war auch Grundvoraussetzung.

Wenn es um solche Dinge geht, bin ich immer wieder froh, dass ich im Rhein-Main-Gebiet wohne und die Dichte der Elektronikgeschäfte immens hoch ist. Wenn ich mir vorstelle, dass ich irgendwo auf dem platten Land lebte und ich etliche Kilometer fahren müsste, bis ich bei EINEM Laden bin, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Ich bin einfach ein Stadtkind, mag es auf dem Land noch so idyllisch sein, die nächstgrößere Stadt darf einfach nicht allzu weit von mir entfernt sein. Doch das nur so am Rande.

Aber zurück zur Auswahl: So bin ich denn seit einiger Zeit mit meinem Wunschzettel von A nach B gefahren, habe mich in den Märkten von einem Rechner zum nächsten durchgearbeitet und alle möglichen Tastaturen ausprobiert. Die Verkäufer in den Läden müssen wirklich geglaubt haben, dass ich einen Schuss habe, denn für wen ist bitteschön die Tastatur ein Kaufargument? Interessant war auch zu beobachten, dass mein Mann immer zuerst angesprochen wurde und ich nur als Begleitung angesehen wurde. Es stimmt wohl immer noch, dass viele Männer glauben, dass Frauen keine Ahnung von Technik haben. Liebe Männer, lasst euch gesagt sein: Das trifft nicht auf alle zu, es gibt durchaus Frauen, die etwas von der Materie verstehen und sich nicht gerne für dumm verkaufen lassen. Einer der Verkäufer, den ich gebeten hatte mir einen Laptop zu entsperren, hat tatsächlich geglaubt, dass ich nicht wüsste, wie ich das Gerät unter normalen Umständen zum Laufen bringe. Erst nachdem er das Password für das Gerät eingegeben hatte, hat er wohl eingesehen, dass meine Bitte durchaus berechtigt war. Nein, ich stehe nicht einfach nur zum Spaß vor dem Gerät und schaue es mir an!

Wie dem auch sei, es waren nicht alle so, die meisten waren wirklich nett und zuvorkommend. Und dann kam der Punkt, an dem ich das Gerät gefunden habe, das die meisten meiner Wünsche in sich vereinte. Nur Bluray konnte er nicht liefern, aber das ist auch wirklich kein Beinbruch. Die anderen Punkte waren mir viel wichtiger und nicht nur das, es war auch schon ein Rechner mit Windows 8.

Und somit ist dieser Post der erste längere Text, den ich mit dem neuen Laptop geschrieben habe.
Ging ganz einfach und hat viel Spaß gemacht!

Bis zum nächsten Mal!

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Ab sofort zum Ausleihen

Vielleicht haben es einige schon in der Presse gelesen, dass Amazon Deutschland es Prime Kunden ermöglicht, Kindle eBooks kostenlos zu leihen. Zwar kann man nur ein Buch pro Monat leihen, es aber dafür so lange behalten wie man möchte. Ich finde es nicht schlecht, dass man das Buch solange behalten kann wie man will, soweit ich verstanden habe, gilt das bis man das nächste Buch ausleiht. Aber da ich bei eBooks bisher nur den Verleih seitens Büchereien kenne, finde ich das Amazon Produkt richtig gut. Denn bei den Büchern die man über Onleihe entleihen kann, hat man nur 14 Tage Zeit und außerdem gibt es Wartelisten.
Gut, vielleicht ist nicht jeder bereit die 29 Euro im Jahr für die Prime Mitgliedschaft zahlen, denn bisher stellte sie nur die Lieferung am nächsten Tag sicher. Wenn man jetzt allerdings dazu noch Bücher für den Kindle leihen kann, wird die Sache allerdings attraktiver. 
Allerdings ist es bisher ähnlich wie bei der Onleihe, es gibt nicht unbedingt viele Titel, die man leihen kann. Es scheint wohl einige Verlagsausgaben zu geben, aber hauptsächlich konzentriert es sich auf Bücher, die über kdp select vertrieben werden. 

Und da komme ich ins Spiel: "Einsatzort Vergangenheit" gehört zu den kdp select Büchern und kann ab sofort ausgeliehen werden! 

Ich bin mal gespannt, wie sich das entwickelt und wie viele das Angebot in Anspruch nehmen. Mit allzu viel Ausleihen rechne ich zwar nicht, aber ich werde das Ganze beobachten und bei Gelegenheit hier darüber berichten. 




Samstag, 20. Oktober 2012

Wehe, wenn sie losgelassen ...

Ich weiß nicht, was über mich gekommen ist, als ich diese Szene geschrieben habe, aber ich muss zugeben, dass ich unheimlich viel Spaß dabei hatte. Eine ganz liebe Freundin fragte mich mal, ob ich nicht manchmal vor Lachen vor dem Laptop säße. Ja, das tue ich und bei dem folgenden Ausschnitt habe ich mehr als schmunzelnd vor dem Bildschirm gesessen. 

Laura verbringt einen  lustigen Abend mit ihren Freundinnen, der mehr als feucht-fröhlich ist. Leicht angeheitert verlässt sie das Lokal und möchte nach Hause. Was nun folgt gehört mit zu meinen Lieblingsszenen des zweiten Bands, ich hoffe er gefällt euch auch. Natürlich gibt es nur einen kleinen Ausschnitt, ich will ja nicht alles vorweg nehmen:-) 

Wie immer gilt: Kommentare, Feedback etc. sind herzlich willkommen! 


Es dauerte nicht lange und ich stand alleine auf der Straße. Die Kälte schien sich in meinem ganzen Körper auszubreiten und durch meine dünnen Schuhsohlen spürte ich, wie meine Füße langsam zu Eis wurden. Und warum wankte alles um mich herum? Ich hatte wohl mehr getrunken, als gut für mich war und das rächte sich jetzt. Nur mit Mühe konnte ich mich noch auf den Beinen halten.
   »Hat dir denn niemand gesagt, wann Schluss ist?« Ich versuchte herumzuwirbeln, doch irgendwie schienen meine Füße schon am Boden festgefroren zu sein und nur im letzten Moment konnte ich mich davon abhalten hinzufallen.
   »Nein, meine Gouvernante war heute Abend nicht dabei!«, antwortete ich Phil, der neben mir auf dem Gehweg stand. Belustigt musterte er mich von oben bis unten.
   »Bist du sicher, dass du sicher nach Hause kommst? Du scheinst etwas viel getrunken zu haben.« Sein Gesichtsausdruck wechselte von belustigt zu besorgt.
   »Keine Angst, ich finde den Weg nach Hause und schau, mein Taxi ist auch schon da.« Ich hob meinen Arm, um dem Taxifahrer zu signalisieren, dass ich mit ihm fahren wollte, dabei verlor ich mein Gleichgewicht und rutschte zur Seite aus. Phil reagierte blitzschnell und fing mich auf, bevor ich den nasskalten Asphalt küsste. Mit starken Armen umfing er mich und hielt mich fest. Für einen kurzen Augenblick genoss ich seine Nähe und wollte nichts lieber tun, als den Rest des Abends in seinen Armen zu liegen. 
   »Und du glaubst alleine sicher nach Heim zu kommen? Nix da, ich fahre mit dir!«, flüsterte er mir in mein Ohr, sein warmer Atem prickelte auf meiner Haut. Ich wollte protestieren, doch er hatte mich schon wieder aufgerichtet und stützte mich auf dem Weg zur Autotür. Wir stiegen ein und Phil nannte dem Fahrer meine Adresse. Ich ergab mich in mein Schicksal und ließ mich in die Sitze plumpsen.
»Muss man dir eigentlich alles sagen? Wie wäre es, wenn du dich anschnallst?« Dabei schaute er mich so drollig an, dass ich kichern musste.
   »Was bist du heute aber fürsorglich«, spottete ich, beeilte mich aber nach dem Gurt zu suchen und versuchte mich anzuschnallen. Wann hatten die eigentlich die Verschlüsse kleiner gemacht? Ich konnte machen, was ich wollte, aber ich schaffte es nicht, den Gurt einrasten zu lassen.
   »Komm, lass mich machen!« Er beugte sich zu mir hinüber und in weniger als einer Sekunde hatte er das geschafft, woran ich zuvor gescheitert war.
   »Du bist echt gut darin!« Und grinste ihn dabei wie ein Honigkuchenpferd an. Er schüttelte den Kopf, doch ich konnte erkennen, dass er auch schmunzelte.
   »Dass ich den Tag erleben darf, an dem du mal betrunken bist. Ich dachte immer, dass du dich zurückhalten kannst. Und kaum gehst du mal an einem Abend mit deinen Freundinnen aus, lässt du die Sau raus. Aber du bist niedlich, wenn du etwas über den Durst getrunken hast.«
   »Ich bin nicht niedlich! Ich bin eine erwachsene Frau, die auch mal einen Drachen erschlägt, hast du gesagt und das ist nicht niedlich!«
  »Das ist verdammt niedlich. Warum wolltest du vorhin nicht, dass wir bei euch am Tisch sitzen?«, wurde er plötzlich wieder ernst. Musste er mir solche Fragen in diesem Zustand stellen. Ich konnte mit Mühe und Not noch meinen Namen sagen und er wollte tiefschürfende Gespräche mit mir führen.

Fortsetzung folgt:-)

Dienstag, 16. Oktober 2012

Tage, wie dieser...

sorgen dafür, dass ich mich total gut fühle.

Was der Grund dafür ist? 

Ich war die letzten Tage ziemlich viel unterwegs und hatte kaum Zeit meine Mails richtig zu checken. Das habe ich dann heute Abend nachgeholt und siehe da, es war eine Mail von einer der Buchbloggerinnen in meinem Postfach, denen ich vor einigen Wochen mein Buch als Rezensionsexemplar angeboten hatte. 

Beate von Buchplaudereien hat mein Buch gelesen und irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es ihr gefallen hat. 

Aber schaut selbst:


Vielen lieben Dank Beate für diese schöne Rezension. 

Und jetzt sitze ich mit einem breiten Grinsen auf der Couch und schreibe schnell diesen Post, bevor ich mich wieder an Teil zwei mache. Es geht momentan wirklich langsam vorwärts, in meinem Leben passieren zu viele Sachen, als dass ich sie in den 24 Stunden, die ein Tag zu bieten hat, unterbringen könnte. 

Aber ich verspreche, dass es einen zweiten Teil geben wird. EHRENWORT! 

Und je nachdem wie ich am Wochenende weiterkomme, werde ich vielleicht mal wieder einen kleinen Teaser einstellen. 


Samstag, 6. Oktober 2012

Wetten, dass ..?

Wisst ihr noch, wie es damals war? Ich bin ja nun auch nicht mehr die Allerjüngste und ein Kind der achtziger Jahre. Bei mir hieß Twix noch Raider und es gab noch  Treets, aber das nur am Rande. Man kann sich das heutzutage gar nicht mehr vorstellen, aber damals hatten wir nur fünf Programme.
ARD, mit SWF und HR Vorabendprogramm, bei gutem Wetter auch BR, ZDF, SWF und HR und das war es dann auch schon. Die große weite Fernsehwelt hielt erst 1989 mit dem Kabelfernsehen bei uns Einzug. Aber das ist eine andere Geschichte und die soll ein anderes Mal erzählt werden, versprochen! 

Wer das Buch "Generation Golf" von Florian Illies kennt und ebenfalls ein Kind dieser Zeit ist, wird beim Lesen einer gewissen Textpassage bestimmt geschmunzelt haben. Denn was Herr Illies dort zum Thema Samstagabend beschreibt, passte zu 100% zu meiner Kindheit. Ich hatte es fast vergessen, aber es stimmte, samstags wurde gebadet, man bekam statt Marmelade Nutella zum Abendessen und am Abend versammelte sich die Familie vorm Fernseher und schaute gemeinsam die große Samstagsabendshow. Allerdings sind mir aus dieser Zeit nicht viele Sendungen mehr in Erinnerung geblieben. Einzig die Sendungen"Verstehen Sie Spaß?",  "Auf los geht's los" mit dem großartigen Joachim Fuchsberger und "Wetten, dass ..?" sind mir heute noch in Erinnerung. Ein Gutes hatte die Sache mit den wenigen Fernsehsendern übrigens, es gab nie Streit darüber, was man sich anschauen würde, es gab einfach keine andere Wahl! Einen Videorekorder hatten meine Eltern damals noch nicht, es wurde geschaut, was sie wollten. 

Und "Wetten, dass ..?" ist bis heute geblieben. Ich glaube, es gibt keine Sendung im deutschen Fernsehen, die es fast mein ganzes Leben lang gab. Was gab es damals für ein Riesenhallo, als der, damals freche und rebellische, Thomas Gottschalk die Sendung übernehmen sollte. Man prophezeite fast den Untergang des Abendlands, wenn dieser Hallodri moderieren würde. Doch es kam ganz anders, es wurde ein riesiger Erfolg. Dann kam ich in die Pubertät und die Sendung verlor für mich immer mehr an Bedeutung. "Wetten, dass ..?", das war doch nur was für die alten Leute, sowas schaut man sich doch nicht an. Vielleicht lag es auch daran, dass die Sendung zwischenzeitlich von einem anderen Moderator gemacht wurde, als Gottschalk. Ich möchte nichts Schlechtes über Herrn Lippert sagen, aber mich hat er einfach nicht interessiert und anscheinend war ich nicht die Einzige, denn es dauerte nicht lange und Thomas Gottschalk kam wieder. Was aber auch noch nicht der Zeitpunkt für mich war, wieder als regelmäßiger Zuschauer dabei zu sein. Dass die Sendung die Menschen, und vor allen Dingen Kinder, in ihren Bann zog, durfte ich erfahren, als meine Neffen zu Besuch waren. Meine Schwester und ihr Mann waren damals aus beruflichen Gründen in die USA gegangen und meine Neffen haben ihre Kindheit somit nicht in Deutschland verbracht. Jeder Besuch in Deutschland war somit ein Highlight für alle. Und eine Erinnerung, die ich an einen der Besuche habe, ist die an einen meiner Neffen, der sagte, dass er sich darauf freue, wieder "Wetten, dass ..?" schauen zu können. So eine tolle Sendung gab es in den USA nicht. 

Das ist inzwischen viele Jahre her, besagter Neffe ist inzwischen volljährig und schaut bestimmt nicht mehr seine damalige Lieblingssendung, dafür ist sie nicht mehr cool genug. Aber dafür bin ich alt genug, um die Sendung wieder zu schauen. Wenn wir also an einem Samstag zu Hause waren, dann haben wir uns Thomas Gottschalk und seine illustren Gäste angesehen. Wobei mein Mann und ich immer gewettet haben, wie lange die Hollywoodstars auf der Couch bleiben würden, meistens lagen wir ziemlich gut mit unseren Vorhersagen. Lediglich Hugh Grant und Tom Hanks sind mir als gute ausländische Gäste in Erinnerung. Ich habe mir auch immer wieder die Frage gestellt, was einer der amerikanischen Gäste zu Hause erzählt, wenn er zuvor bei "Wetten, dass ..?" gewesen war. Denn eins ist sicher, einzigartig war und ist die Sendung auf Fälle. 

Dann kam der Tag, an dem die heile Fernsehwelt zerbrach und der Wettkandidat Sebastian Koch schwer verunglückte. Ich möchte ihm an dieser Stelle alles Gute wünschen und hoffe, dass er seinen Weg finden wird. Er hat alles Glück der Welt verdient. 

Thomas Gottschalk erklärte daraufhin, dass er nicht mehr weitermachen kann und die Stelle des Moderators für das Urgestein der deutschen Fernsehunterhaltung war damit frei. Was folgte, war eine Suche, die ihresgleichen suchte. Ich habe Tränen gelacht, als Oliver Welke beim Fernsehpreis erklärte, dass Markus Lanz den Posten beim jährlichen Weihnachtswichteln gewonnen hatte. 

Und nun ist es soweit: Markus Lanz moderiert "Wetten, dass ..?" Die Erwartungen sind hoch und jeder schaut mit Argusaugen auf ihn. Ich schreibe diesen Post während die Sendung läuft und ich muss sagen, dass er sich gar nicht mal so schlecht schlägt. Ihm fehlt vielleicht noch eine gewisse Bissigkeit und Schlagfertigkeit, aber das kann ja noch kommen. Eines kann er allerdings: Er stellt Fragen und er ist vorbereitet auf sein Gäste! 

Ob er es allerdings schaffen wird mehrere Generationen zu begeistern, wird sich weisen. Ich möchte hier nicht orakeln oder urteilen. Ich wollte meiner Leser auf eine Reise in ihre Jugend nehmen und wer weiß, vielleicht wird der eine oder andere daran denken, wie es damals war. 




Mittwoch, 3. Oktober 2012

Ausflug ins Mittelalter

Die ersten zwei Tage im neuen Job habe ich mehr oder weniger gut verkraftet. Es sind unheimlich viele neue Eindrücke auf mich eingestürmt und die Vielzahl der neuen Programme hat mich fast erschlagen. Schön war es jedoch, dass ich von den neuen Kollegen gleich sehr offen und herzlich empfangen wurde und ich mich gleich integriert gefühlt habe.

Und doch war ich froh, dass wir heute Feiertag haben und ich erst einmal verschnaufen konnte. Für den heutigen Tag hatten mein Mann und ich einen etwas weiteren Ausflug vorgenommen und sind nach Ronneburg gefahren, wo ein Mittelaltermarkt abgehalten wurde. Das Flair der Burg sorgte für eine besondere Stimmung und ich kann sagen, dass es sich um einen der schönsten Märkte handelt, die ich je besucht habe.

 






Zwar gab es hier keine Ritterturnier, wie ich es von anderen kenne, aber dafür genügend andere Unterhaltung. Gaukler, Theateraufführungen für Kinder, Schwertkämpfer und Bogenschießen wurden angeboten. Es war wirklich schön und durch die Lage auf der Burg fühlte man sich auch fast in die Zeit hinein versetzt. Richtig toll fand ich es, dass man auch in die Burg hinein und sich alles ansehen konnte, alleine der Blick vom Burgturm aus, war atemberaubend. 



Besonders beeindruckend fand ich die Vielzahl von Menschen, die in mittelalterlicher Kleidung dort auftauchten. Es waren Menschen jeden Alters dabei und ich habe die tollsten Kostüme gesehen. Wer jetzt glaubt, dass ich auch so etwas mein Eigen nennen kann, der irrt. Ja, ich bin bekennender Geschichtsfreak, gerade das Mittelalter und die Renaissance haben es mir angetan, und finde solche Märkte oder ähnliche Veranstaltungen unglaublich faszinierend, aber passende Kleidung habe ich nicht. Das hat damit zu tun, dass ich eine unglaubliche Perfektionistin bin, wenn es um solche Sachen geht. Ich möchte nicht einfach irgendein Kleid anhaben, dass nur ein bisschen authentisch aussieht. Ich hätte gerne ein authentisches Kleid und die sind teuer! Richtig teuer! Und ich weiß nicht, ob ich bereit dazu bin, so viel Geld auszugeben, für ein Kleidungsstück, dass ich nur ab und an trage. Also werde ich wohl auch zukünftig nur als Zuschauerin am Rande stehen und mir wünschen, dass ich ein richtig tolles Kleid hätte.

Samstag, 29. September 2012

Love is Timeless

Gestern war nicht nur mein letzter Arbeitstag in meiner alten Firma. Nein, es war auch noch mein Geburtstag. Besonders viele Wünsche hatte ich nicht und mein größter wurde sogar erfüllt.

Ich habe ein Trollbeads-Armband und lasse mit seit zwei Jahren die Beads dazu schenken. Die einzigen, die ich mir selbst kaufe, sind meine Urlaubssouvenirs. Und während meines letzten Urlaubs in den USA habe ich den Anhänger gefunden. Diesen wollte ich unbedingt haben, es gab nur zwei Probleme: Der Anhänger war noch nicht im offiziellen Verkauf und war nur ein Aussteller. Also hatte sich das mit dem Souvenir schon mal erledigt. Und dann war er auch einfach viel zu teuer, um ihn einfach mal so zu kaufen. Was also macht Frau? Bei jeder sich bietenden Gelegenheit habe ich meinem Mann gegenüber erwähnt, dass dieser Anhänger mein absoluter Wunsch sei. Ich muss es wohl oft genug erwähnt haben, denn gestern durfte ich ein entsprechendes Schmuckkästchen öffnen.

Damit ihr auch wisst, wovon ich spreche, hier die Bilder dazu:


Jetzt versteht ihr auch, warum ich den unbedingt haben musste. Ich finde, er passt so dermaßen perfekt zu meinem Buch und den Protagonisten, dass einfach kein Weg an diesem Bead vorbeiführte. In meiner ersten Planung war die Zeitmaschine sogar tatsächlich eine Taschenuhr.


Freitag, 28. September 2012

Jedes Ende ist gleichzeitig der Anfang von etwas Neuem!

Damit ich jeden Monat meine Miete zahlen und den Kühlschrank füllen kann, gehe ich auch einem geregelten Beruf nach. Dabei bin ich im realen Leben so weit weg von der Kreativität, wie es nur irgendwie möglich ist. Aber ich mag meinen Job und ich mochte meine Firma. Mochte? Wieso Vergangenheit? Liegt da etwas im Argen, mobben die Kollegen?

Nein, heute war leider mein letzter Tag und nach dreizehn Jahren in der gleichen Firma musste ich heute "Auf Wiedersehen" sagen. Wer weiß, ob ich diese Entscheidung getroffen hätte, wenn die Firma in den nächsten Jahren nicht ihre Pforten schließen würde. So war ich gezwungen mich nach etwas Neuem umzuschauen.
Wenn ich zurückblicke, sehe ich mich, wie ich im Sommer 1999 als studentische Aushilfe dort angefangen habe.  Irgendwie kam ich nicht weg und bin geblieben, als man mir eine feste Anstellung anbot. Ich habe nebenbei meinen Betriebswirt gemacht und diverse Stationen im Unternehmen durchlaufen, bis ich an meinem letzten Posten angekommen war. In diesen dreizehn Jahren ist viel passiert und es war eine Zeit, die mir sehr viel bedeutet und, die ich um nichts in der Welt missen möchte. Aber es ist vorbei und ich muss nach vorne schauen. Und das was ich sehen kann, macht mich glücklich. Ich bleibe in der gleichen Branche und wechsle zu einer Firma, in der schon einige meiner ehemaligen Kollegen beschäftigt sind. Ich komme also nicht in ein komplett neues Unternehmen, was ich beruhigend finde. Schon am Montag werde ich meine neue Stelle antreten und ich bin schon gespannt darauf, was mich erwarten wird. Eines ist sicher: Es wird eine tolle, neue Herausforderung, die viel meiner Zeit in Anspruch nehmen wird. Wie sich das aufs Schreiben auswirken wird, werden wir in den nächsten Wochen sehen.

Obwohl mich viel mit meinem alten Unternehmen verbindet, immerhin habe ich dort meinen Mann und meine zwei besten Freundinnen kennengelernt, war ich heute beim Abschied nicht besonders traurig. Es war zwar etwas merkwürdig, als mir bewusst wurde, dass ich dies und jenes zum letzten Mal mache. Aber ich habe gemerkt, dass es einfach an der Zeit war, diese Periode meines Lebens enden zu lassen.

Und so öffne ich am Montag eine neue Tür und schaue, was sich dahinter verbirgt.


Dienstag, 25. September 2012

Jeder macht, was er will!

Ich dachte wirklich, dass ich den zweiten Teil von "Einsatzort Vergangenheit" komplett durchgeplottet hatte.
Und nun erkenne ich, dass ich das Denken doch lieber den Pferden überlassen sollte, wegen des größeren Kopfes und so.

Was ist passiert? Ungefähr zwei Drittel des Buches sind geschrieben und die Geschichte verlief so, wie ich es mir ausgedacht hatte. Bis ich bei diesem einen Punkt ankomme und feststelle, dass die Story nicht so weitergehen kann, wie ich angenommen habe. Irgendwie funktioniert sie nicht, hat zu viele Schwachstellen und gefiel mir gar nicht. Mir kam es schon vor, als würden sich die Figuren im Buch gegen das wehren, was ich vorhatte. Kein einziger Handlungsstrang führte in die von mir geplante Richtung, sondern immer weiter weg.

Fakt ist: Die Geschichte muss umgeschrieben werden! Während einer Autofahrt kamen mir heute einige Ideen in den Sinn und ich glaube, wenn ich diese einarbeite und den Plot noch einmal abändere, wird es eine runde Sache. Glücklicherweise muss ich innerhalb der bisher geschriebenen Geschichte fast nichts ändern, und werde nicht noch weiter in meinem Zeitplan nach hinten geworfen.

Ich hoffe nur, dass es meine Leser auch so sehen und sich nicht an den Kopf greifen und entsetzt rufen: "Was hat sie denn da gemacht?"

Und sollte es doch so kommen, kann ich antworten, dass daran nur meine zwei sturköpfigen Hauptfiguren dran schuld sind. Sie wollten, dass die Geschichte so wird!

Ich sage es doch: Jeder macht, was er will!



Sonntag, 23. September 2012

Zum Start in die Woche, ein kleiner Happen ...

Ich dachte mir, dass ich euch zum Wochenstart mal wieder einen kleinen Auszug aus dem zweiten Teil präsentiere. Es ist auch nur ein winzig kleiner Ausschnitt, aber ich fand ihn recht lustig und wollte ihn mit euch teilen.

Viel Spaß!


Wir waren gerade beim Nachtisch angelangt, da klingelte es an der Tür. Hatte meine Mutter vor eine Party für mich zu schmeißen und die ganze Nachbarschaft eingeladen? Doch auch Mama hatte keine Ahnung, wer da noch zu uns stoßen könnte, stand aber rasch auf, um nachzusehen. Vom Flur drang Stimmengemurmel zu uns, das aber keiner von uns verstand. Als Mama mit glänzenden Augen und den Worten: »Du hast Besuch, Laura«, zurück in die Küche kam, war ich für einen Moment völlig verblüfft und brauchte einen Moment, bis ich mich wieder gesammelt hatte. Phil Berger stand in der Küche meiner Eltern! Wie hatte er mich ausfindig gemacht und vor allen Dingen, was wollte er hier? Er war doch nur mein Kollege und weit davon entfernt mein Lieblingskollege zu sein. Wir waren in den letzten Wochen immer wieder heftig aneinander gerasselt und zwischen uns flogen bei fast jeder Gelegenheit die Fetzen. Und warum bitte hatte ich plötzlich solches Herzklopfen? Er war mein Kollege und ich hatte mir geschworen nichts mehr mit Kollegen anfangen! Außerdem wusste er um seine Attraktivität und setzte sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit und Frau ein. Er war ein Hallodri und weit davon entfernt gut für mich zu sein.
   »Was machst du hier?«, fragte ich dementsprechend unhöflich, da mich sein unerwartetes Auftauchen völlig aus dem Konzept brachte.
   »Möchtest du mich nicht erst einmal vorstellen?«, entgegnete er, ohne auf meine Frage einzugehen, ganz so, als sei er ein erwarteter Gast gewesen. Ich besann mich meiner guten Manieren und stellte ihn meiner Familie vor. Die Augen meiner Mutter bekamen einen feuchten Glanz, als sie ihn genauer betrachtete, wahrscheinlich malte sie sich aus, wie unsere Enkelkinder aussehen könnten. Träum weiter, Mama, dachte ich.
   »Nehmen Sie doch Platz, Herr Berger!«, forderte Mama ihn auf, rückte ihm einen Stuhl zurecht, auf dem er sich tatsächlich niederließ. Und als wäre das alles nicht genug, stellte sie ihm noch einen Teller mit Pannacotta vor die Nase und fragte ihn, ob er noch einen Espresso wollte! Wie wäre es denn, wenn sie ihn nicht auch noch fragte, ob er einziehen wollte? Platz genug hatten sie ja.
   »Ich möchte Ihnen aber keine Umstände machen, Frau Simon«, protestierte er zum Schein, schenkte meiner Mutter aber ein strahlendes Lächeln, sodass diese dahinschmolz wie Butter in der Sonne. Er wusste genau, welche Knöpfe er drücken musste, damit Frau das tat, was er wollte. Dieser Schleimbolzen!
   »Aber Herr Berger, das ist doch kein Umstand. Außerdem lerne ich so selten Lauras Freunde kennen, dass es mir eine richtige Freude ist, Sie hier zu haben!«
   »Mama, Herr Berger ist nur ein Kollege. Ein Kollege, der einen Krankenbesuch macht!«, mischte ich mich in die Unterhaltung ein, bevor sie noch auf die Idee kam, ihm das Du anzubieten. Sie war hin und weg von ihm. Papa und meine Brüder tauschten belustigte Blicke miteinander aus.



Mittwoch, 19. September 2012

Ein dickes Dankeschön

möchte ich heute an Fabella und ihren Buchblog "Buchzeiten" loswerden.

Fabella hatte erst Bedenken, bevor sie mein Buch angenommen hat, aber lest selbst:

http://buchzeiten.blogspot.de/2012/09/rezension-sandra-neumann-einsatzort.html

Vielen lieben Dank für diese tolle Rezension! Und versprochen: Teil Zwei ist in Arbeit.

Und auch an alle anderen Buchblogger möchte ich noch ein paar Worte richten: Ich kann immer wieder nur über euch staunen und euch bewundern. Nicht nur, dass ihr Unmengen von Büchern verschlingt, nein, ihr findet auch noch die Zeit darüber zu schreiben. Etwas, wofür ich euch sehr dankbar bin, denn so komme ich als Leseratte immer wieder an Tipps zu Büchern, die ich ansonsten vielleicht übersehen hätte. Bevor ich mit dem Schreiben anfing, hatte ich keine Ahnung davon, dass es so etwas wie Buchblogger gibt, geschweige denn, davon, dass es so viele sind. Eine Wissenslücke, die ich mit Freuden geschlossen habe.

Ich folge euren Blogs unheimlich gerne und freue mich, dass es doch immer noch so viele Menschen gibt, die Lesen zu ihren Lieblingsbeschäftigungen zählen. Macht weiter so!






Freitag, 14. September 2012

Geburtstag

Heute vor einem Jahr habe ich, völlig aus dem Blauen heraus, beschlossen wieder mit dem Schreiben anzufangen. Zu diesem Zeitpunkt war ich auf Grund einer wirklich blöden Geschichte für längere Zeit krank geschrieben. Ich konnte nur auf der Couch rumliegen und hatte nicht wirklich viel zu tun. Und jeder, der schon mal länger krank war, weiß, man langweilt sich schrecklich. Ich lese für mein Leben gern, aber irgendwann ist das auch mal genug. Fernsehen geht ja mal gar nicht, denn was da tagsüber geboten wird, ist jenseits von Gut und Böse. Zwar hatte ich noch einen nicht geringen Vorrat an ungesehenen DVDs da liegen, aber nach einer gewissen Zeit war mir das auch zu viel.

Was kann man also noch tun, wenn man sich beschäftigen möchte? Als Teenager habe ich immer mal wieder geschrieben. Allerdings waren es nur einzelne Szenen, die mir durch den Kopf schossen, aber keine abgeschlossene Geschichten. Da ich zu den Personen gehöre, die sich nur schwer von Dingen trennen können, habe ich meine Ergüsse aus der Jugendzeit selbstverständlich aufgehoben. Während eines besonderen Anfalls von Langweile habe ich die Sachen hervorgekramt und wieder durchgelesen. Man kann mit Sicherheit sagen, dass die Geschichten oder Szenen bei weitem nicht ausgefeilt waren. Oft musste ich lachen, als ich las, was ich damals fabriziert habe. Aber es hat mir eins gezeigt: So schlecht war das im Grunde genommen nicht mal gewesen und ich stellte mir die Frage, warum ich eigentlich mit dem Schreiben aufgehört habe. Vermutlich weil ich erwachsen wurde und keine Zeit mehr für diesen Kinderkram hatte.So oder so ähnlich werde ich wohl damals gedacht haben, richtig kann ich mich nicht mehr daran erinnern.

Mit einem Mal war mir klar, dass ich wieder schreiben will. Und zwar einen Zeitreiseroman! Einfach weil ich Zeitreisen liebe und sie mich total faszinieren. Hinzu kommt, dass ich ein absoluter Geschichtsfreak bin und mit Vorliebe historische Romane lese.

Also habe ich mich hingesetzt und angefangen zu schreiben. Und es lief und lief. Meine Finger flogen nur so über die Tastatur und die Ideen purzelten aus mir heraus. Vor allen Dingen die Recherche hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Vielleicht hat es etwas mit meinem früheren Job zu tun, da musste ich auch immer mal wieder etwas suchen und finden. Nicht anders war es bei der Recherche; wenn man weiß was man sucht, ist es ganz einfach. Irgendwann einmal habe ich begriffen, dass ich das nicht nur so zum Spaß für mich mache, sondern, dass ich diese Geschichte zu Ende erzählen und sie veröffentlichen will. Und das habe ich dann auch getan!

Vielleicht sollte ich nachher mit meinem Mann noch eine Flasche Sekt köpfen und auf den ersten Geburtstag von "Einsatzort Vergangenheit" anstoßen. Zumindest die Idee dazu ist heute vor einem Jahr geboren und ich finde das kann man schon mal feiern.



Freitag, 7. September 2012

Geht es nur mir so?

Wie in meinem letzten Post geschrieben, arbeite ich derzeit daran meinen Stapel der ungelesenen e-Books zu dezimieren. Und so habe ich mich todesmutig an "Pride und Prejudice" herangewagt.

Was soll ich sagen?

Während ich die BBC-Verfilmung großartig finde, finde ich das Buch sehr anstrengend. Fehlt mir, wie eine liebe ehemalige Kollegin sagen würde, der intellektuelle Zugang? Bin ich nicht gemacht für Klassiker? Ich glaube es nicht, immerhin ist es nicht der erste Klassiker, den ich lese. Was ich aber weiß, ist, dass mich das Buch fast zum Wahnsinn treibt. Es gibt fast keine Seite, auf der am Ende der wörtlichen Rede nicht "cried" oder "said" steht. Manchmal ist es so schlimm, dass es sogar mehrfach hintereinander verwendet wird. Die Krönung waren dreimal "cried" und viermal "said" hintereinander. Das sorgt nicht für viel Abwechslung beim Lesen. Bisher habe ich ein Drittel gelesen und habe mir fest vorgenommen nicht aufzugeben. Dieses Buch werde ich zu Ende lesen, egal wie lange es dauert. Denn mehr, als zwei oder drei Kapitel hintereinander schaffe ich einfach nicht. Die Geschichte an sich ist mir hinlänglich bekannt und ist durchaus vielversprechend, nur ist die geschriebene Version für mich eine absolute Herausforderung und nicht auf sprachlichem Niveau.


Da ich aber gerne lese und mir keine Zwangspause auferlegen möchte, habe ich mir ein anderes Buch herausgesucht, dass ich parallel lese. Ein Buch, das schon seit Ewigkeiten darauf wartet von mir gelesen zu werden. Wie es heißt? "An Assembly Such As This" Worum es geht? Es ist die Geschichte eines gewissen Fitzwilliam Darcys ... Wenigstens muss ich mir dann keine Gedanken machen, dass ich Handlungsstränge vermischen könnte.


Weil ich hier immer mal wieder über die Bücher schreibe, die ich gelesen habe, werde ich in den nächsten Tage auch eine neue Seite einrichten. Auf dieser werde ich meine gelesenen Bücher auflisten und meine kurze Meinung dazu abgeben. Ich möchte keine Rezensionen schreiben, das können andere viel besser als ich. Aber wenn etwas dabei ist, das mir besonders gut gefallen hat, möchte ich das auch kundtun. Genauso kann es aber auch sein, dass mir ein Buch nicht gefallen hat und auch das möchte ich sagen dürfen.

Feedback ist jederzeit willkommen!

Montag, 3. September 2012

Warum ich meinen Kindle hassen müsste

Ich gebe es zu: Ich bin süchtig! Büchersüchtig! Und was noch viel schlimmer ist, es ist nicht nur das Lesen der Bücher, sondern auch das Sammeln der Bücher.

Meinen ersten E-Reader habe ich mir nur gekauft, weil in unserem Arbeitszimmer kein Platz mehr war. Die Regale waren bis oben hin vollgestopft und nur mit Mühe und Not konnte ich noch weitere Bücher unterbringen. Die Überlegung damals war: Kaufen wir ein neues Regal und stellen das Arbeitszimmer komplett um, auch auf die Gefahr hin, dass wir innerhalb kürzester Zeit wieder vor dem gleichen Problem stehen? Oder kaufe ich mir einen E-Reader, der Platz für 4000 Bücher bietet. Lange habe ich damals überlegt, denn eigentlich war ich lange eine Verfechterin des gedruckten Buchs. Ich wollte das Gefühl des Buchs, das Umblättern und kein Stück Plastik/Metall in meiner Hand halten. Aber dann kam mein Geburtstag, ich hatte Geld geschenkt bekommen und Thalia verkaufte damals die Schulungsmodelle des Sony Readers. Nach kurzem Zögern habe ich mir dann doch einen gekauft. Aber erst, nachdem ich sichergestellt hatte, dass es genügend Bücher für mich gab, die ich kaufen konnte. Das Ganze ist schon einige Zeit her und zu dem Zeitpunkt steckte das E-Book in Deutschland noch in den Kinderschuhen, vom Kindlestore war noch lange keine Rede. Viel Auswahl hatte man leider nicht. Mir kam es aber zugute, dass ich sehr viel auf Englisch lese und somit auf vielen verschiedenen Seiten legal an meinen Stoff kam.

Mein Sony und ich waren glücklich; Er gut gefüllt mit vielen Büchern und mir ging der Lesestoff nie aus. Dann lief ich während eines USA Urlaubs dem Kindle Keyboard über den Weg. Wir haben uns kurz beschnuppert, fanden uns sympathisch und ehe ich mich versah, trug ich den Kindle in Richtung Kasse. Der Kindlestore in Deutschland war gerade eröffnet worden und das trug wesentlich zum meiner Entscheidung bei. Einer der Gründe für den Wechsel war es, dass ich es leid war, immer und überall zu googeln, welcher Anbieter das Buch,das ich kaufen wollte auch nach Deutschland verkaufte, das war nicht immer so leicht. Manchmal musste ich bei fünf bis sechs verschiedenen Anbietern suchen, bis ich als Deutsche das Buch kaufen durfte. Bei Amazon war es ganz einfach, alles verfügbar, jeder deutsche, jeder englische Titel, ich musste nur noch klick machen und auf wundersame, drahtlose Art und Weise wurden die Bücher auf meinen neuen Freund übertragen. Vorbei waren die Zeiten, in denen ich meinen Reader per USB an den PC schließen musste.

Und mein Untergang begann...

Kindle-Deal des Tages? Oh, klingt interessant, kauf ich, sind ja nur 99 Cent. Ach, die Geschenkaktion an Weihnachten? Super, da sind sogar Bücher dabei, die ich wirklich haben wollte. In meinem virtuellen Bücherregal stapeln sich die Lesesproben, sowohl die gelesenen, als auch die ungelesenen. Die gelesenen sind in den Ordner mit den "Muss-ich-haben-Büchern" gewandert. Klassiker, die ich schon immer mal lesen wollte, befinden sich natürlich auch in Hülle und Fülle auf meinem treuen Begleiter.

Ich glaube derzeit befinden sich mehr ungelesene Bücher auf dem Kindle als gelesene.


Ich hatte mir schon in Papierzeiten mal ein Bücherkaufverbot auferlegt, mein Stapel ungelesener Bücher drohte immer größer zu werden. Beim Kindle werde ich das wohl nicht durchhalten, zu groß ist die Versuchung, hier mal ein kostenloses Buch, dort mal einen Deal des Tages mitzunehmen. Und das neue Buch von XY, ja das muss auch noch her. Egal, ob es deutsche Buchpreisbindung gibt, oder nicht. Dann habe ich es schon mal auf meinem Kindle.

Und darum sollte ich meinen Kindle hassen, denn mit jedem gelesenen Buch stehe ich vor der Frage: Und welches nehme ich jetzt? Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Falls es jemanden interessiert, meine Wahl ist auf "Pride and Prejudice" gefallen, dass ich trotz meiner Liebe zu der Colin Firth Verfilmung bis heute noch nicht gelesen habe. Ein Zustand, der dringend behoben werden musste.

Sonntag, 2. September 2012

Zeitdiebstahl

So kam ich mir jedenfalls heute Abend vor. Als wären die grauen Herren von Momo in meinem Wohnzimmer aufgetaucht und hätten mir 90 Minuten meiner kostbaren Lebenszeit genommen. Wovon die Rede ist?
Vom Tatort natürlich! Was hatte ich mich gefreut, dass nach dem schrecklichen Tatort aus der Schweiz wieder einer aus Köln kam. Wobei Köln auch in den letzten Monaten nicht wirklich ein Garant für gute Unterhaltung war. Aber wie heißt es so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und so durfte ich heute Abend Zeuge davon werden, wie meine Hoffnung mit jeder Minute, die dieser Tatort lief, schwächer wurde und schließlich klinisch tot am Boden lag. 
Ich weiß, dass der Tatort nicht jede Woche aus Münster kommen kann, aber ich weiß, dass es auch noch andere Teams gibt. Und da gibt es auch immer wieder gute Drehbücher, die den Zuschauer fesseln und gut zu unterhalten wissen. Der Tatort heute war leider keiner der guten, ganz im Gegenteil. Versprach der Anfang noch, dass es gut und spannend werden würde, so zog sich der Film je länger er ging immer mehr wie Kaugummi.

Was hätte ich in diesen verlorenen Minuten machen können?
- Ganz klar, ich hätte an meinem Buch weiterschreiben können
- ich hätte das spannende Buch, das ich gerade lese, weiterlesen können
- meinen Kleiderschrank, der es dringend nötig hat, aufräumen
- Fenster putzen, was bei Dunkelheit schwierig, aber nicht unmöglich ist.

Die Liste der Dinge, die ich hätte tun können, um meine Zeit sinnvoll zu verbringen, ist unendlich, aber alles Jammern nutzt nichts. Es ist wie es ist und diese neunzig Minuten sind leider weg.
Die Hoffnung, dass es nächste Woche besser wird, ist groß, denn da kommt Borowski und den mag ich. Sehr sogar.

Dienstag, 28. August 2012

1000 Worte am Tag


Nein, das ist nicht die Anzahl der Worte, die mein Mann am Tag mit mir wechselt. Auch wenn Statistiken besagen, dass Frauen wesentlich mehr reden als Männer. So läuft das bei uns zu Hause nicht ab. Es gibt doch das eine oder andere, was wir miteinander zu bereden haben.
Aber darüber wollte ich heute auch nicht schreiben, so spannend sind unsere Gespräche dann auch nicht für die Öffentlichkeit.

Worüber ich eigentlich berichten möchte, ist meine persönliche Challenge. In einem meiner letzten Posts habe ich euch schon von »Papyrus Autor« vorgeschwärmt. Jeden Tag entdecke ich neue Sachen und bin von Mal zu Mal begeisterter. So kann man sich zum Beispiel Zielvorgaben geben. Wäre ich termingebunden, so wäre ich in der Lage den Abgabetermin mit Warnfunktion einzustellen. Und ich kann wählen zwischen täglichen Vorgaben, die darin bestehen, dass ich pro Tag unter anderem eine gewisse Anzahl an Seiten, Worten oder Anschlägen zu schreiben habe.
Erst war ich kurz versucht, mir eine gewisse Seitenzahl am Tag vorzuschreiben, doch das habe ich schnell wieder verworfen. Wenn ich Szenen schreibe, die dialoglastig sind, ist die Seitenanzahl schneller erreicht, als bei einer beschreibenden. Darum habe ich beschlossen, dass ich am Tag 1000 Worte schreiben möchte.
Im Grunde genommen war das auch in Word möglich, aber nur an den Stellen, die nahtlos ineinander übergingen. Wenn ich jedoch zwischendrin noch etwas ausbessern muss, dann ist meine ganze schöne Statistik im Eimer.
Die Zeiten sind nun vorbei! Egal an welcher Stelle ich ansetze, jedes Wort wird gezählt. Allerdings auch, wenn ich etwas lösche, dann geht der Zähler wieder nach oben ...
So sitze ich nun jeden Tag am Laptop und schreibe fleißig. Und ich muss sagen, ich finde es toll. Somit habe ich eine Kontrolle darüber, wie viel ich wirklich geschrieben habe. Dadurch, dass ich sozusagen gezwungen bin die 1000 Worte zu schreiben, fällt es mir merkwürdigerweise viel leichter als vorher. Nicht selten habe ich mich in den letzten Tagen dabei erwischt, dass ich die Zielvorgabe bei weitem überschritten habe.

Wenn das so weiter geht, wird Teil zwei vielleicht doch noch vor Weihnachten fertig! Derzeit sieht es sehr gut aus.

Samstag, 25. August 2012

Teaser zum Wochenende

Ich dachte, dass es mal wieder Zeit für einen kleinen Ausschnitt wäre. Immerhin war es hier in den letzten Tagen verdächtig still, wenn es um den zweiten Teil ging. Und damit ihr mir glaubt, gibt es mal wieder einen kleinen Ausschnitt.

Viel Spaß beim Lesen! 


In meinem Zimmer angekommen setzte ich mich auf das Krankenbett und begann die erste Zeitung zu lesen. Ich war gerade dabei mich durch die Tageszeitung durchzukämpfen, da wurde ohne Vorwarnung die Tür zu meinem Zimmer aufgerissen und mein Kollege Phil stürmte regelrecht in den Raum. 
   »Laura, Gott sei Dank, ich habe mir solche Sorgen gemacht!« Mit diesen Worten kam er auf mein Bett zu und wollte mich in seine Arme nehmen. Hallo? Was sollte das werden? 
   »Stopp!«, rief ich, bevor er sich mir noch weiter näherte. Wollte er mich etwa küssen? Überrascht hielt er inne und sah mich prüfend an. 
   »Was ist los mit dir?«, fragte er mit verblüfftem Gesichtsausdruck, machte aber keinerlei Anstalten sich von mir zurückzuziehen. Dabei fiel mir auf, dass er richtig gut roch, nicht nur nach Aftershave oder was auch immer Männer benutzten, sondern auch nach etwas anderem, irgendwie ursprünglich und männlich. Auf alle Fälle sorgte es dafür, dass mein Magen einen kleinen Hüpfer machte. 
   »Das könnte ich dich fragen! Was machst du hier?« Er rückte ein wenig von mir ab und musterte mich von oben bis unten. 
   »Was ist geschehen?« 
   »Ich weiß es nicht! All meine Erinnerungen sind weg, ich stand gestern Abend in meiner Wohnung und konnte mich auf einen Schlag an nichts mehr erinnern! Alles der letzten Wochen ist wie ausradiert!«, erklärte ich ihm. 
   »Du erinnerst dich an nichts mehr?«, wiederholte er ungläubig. 
   »Wie soll es dir erklären? Eine meiner letzten Erinnerungen, die ich habe, ist dieser Autounfall, den wir vor ein paar Wochen beobachtet haben. Du erinnerst dich, der nach dem Schulfest!« Warum erzählte ich ihm das alles? Er war mein Kollege, eigentlich ging ihn das gar nichts an, aber er sah so besorgt aus, als würde es ihn wirklich interessieren. 
   »Und danach ist Schluss?« Ich nickte. 
   »Das ist nicht wahr! Sag mir, dass du dir einen Spaß mit mir erlaubst und mich nur auf den Arm nimmst«, rief er mit etwas wie Verzweiflung in der Stimme aus.
»So wahr, wie das Amen in der Kirche! Gibt es vielleicht etwas, das ich wissen müsste?« Sein Benehmen kam mir sehr merkwürdig vor. 
   »Ich weiß noch nicht mal, wo ich anfangen soll! Ich …«, weiter kam er nicht, denn erneut wurde die Tür zu meinem Zimmer geöffnet und die Stationsschwester trat ein.
   »Frau Simon, wir wären dann so weit für das CT. Kommen Sie bitte mit?« Ich nickte und erhob mich vom Bett, um ihr zu folgen. An der Tür blieb ich stehen und drehte mich noch einmal zu Phil herum. 
   »Danke für deinen Besuch, aber müsstest du nicht in der Schule sein? Grüß die anderen Kollegen von mir. Wir sehen uns dann wohl wieder, wenn ich in die Schule komme. Mach es gut!«, verabschiedete ich mich von ihm und folgte der Schwester. Sein versteinertes und völlig entsetztes Gesicht bekam ich nicht mehr mit. 

Na, neugierig geworden? Wer Fragen hat, kann sie mir gerne stellen. Ob ich sie beantworte, steht selbstverständlich auch einem anderen Blatt ...