Mittwoch, 25. Juli 2012

Kleiner Ausschnitt


Das Thermometer meldet etwas mehr als 32°C und ich muss zugeben, dass es mir heute mehr als schwerfällt, mich hinzusetzen und weiterzuschreiben. Die letzten Tage war es noch angenehm und ich habe es mir abends auf der Terrasse bequem gemacht, aber heute streike ich. Stattdessen habe ich meinen stark vernachlässigten Kindle hervorgeholt und lese selbst mal wieder etwas. Etwas, was in den letzten Monaten leider viel zu kurz gekommen ist. Vielleicht schreibe ich ja später weiter, wenn es etwas kühler geworden ist. 
Vielleicht findet ihr heute auch den Weg an euren PC und seht, dass es mal wieder etwas Neues von mir gibt. Und dafür habt ihr auch einen neuen Ausschnitt verdient!
Absolut ohne Spoiler und gibt euch schon mal einen Ausblick, auf das, was euch im zweiten Teil erwartet.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich auf Feedback, Fragen etc....


Im Krankenhaus bekam ich von einer sehr resoluten Krankenschwester erst einmal ein Klemmbrett mit einem Zettel in die Hand gedrückt, den ich ausfüllen sollte, bevor man überhaupt in Erwägung zog mich näher zu untersuchen.
   „Tragen Sie all Ihre Krankheiten, Allergien und was sonst noch so gefragt wird, dort ein", befahl sie mir.
  „Und wenn ich mich nicht mehr erinnern kann, ob ich eine Allergie habe?", fragte ich vorsichtig. Mir war nicht bekannt, dass ich irgendwelche hatte, aber ich hatte ja auch das Gedächtnis eines Schweizer Lochkäses, da konnte man so ein Detail doch mal vergessen, oder?
   „Wenn Sie mich auf den Arm nehmen wollen, dann sind Sie bei mir an der falschen Adresse! Ich habe keine Zeit für solche Späßchen", fauchte sie mich unfreundlich an.
   „Hören Sie, ich mache keine Witze, ich bin hier, weil ich mich an die letzten zehn Wochen meines Lebens nicht mehr erinnern kann!", versuchte ich ihr in höflichem Ton zu erklären. Meine Mutter hatte mir beigebracht, dass der Ton die Musik machte, und vielleicht würde sie dann auch einen Gang runterschalten.
   „Das sind nun mal die Folgen von Drogenkonsum, hätten Sie sich vorher überlegen sollen, ob es gut ist, das Zeug zu nehmen!", keifte sie mich nun noch eine Spur unfreundlicher an. Ich und Drogen! Dass ich nicht lachte, das einzige Mal, dass ich in meiner Studienzeit an einem Joint gezogen hatte, hatte damit geendet, dass ich den Rest des Abends die Kloschüssel umarmt hatte und im Glauben gewesen war, dass ich nun sterben müsste, so schlecht ging es mir damals. Na super, daran konnte ich mich erinnern, warum bitte nicht an den Rest?
   „Ich nehme keine Drogen, ich bin Lehrerin!", gab ich ihr zur Antwort.
  „Und schließt das eine das andere aus?", folgte sogleich die Gegenfrage. Bevor ich ihr jedoch das Klemmbrett um die Ohren schlug und ihr sagte, wo sie sich das Teil hinschieben konnte, hatte Marie mich bei der Hand genommen und führte mich von der Anmeldung weg.
  „Sie ist ein bisschen verwirrt, aber ich helfe ihr beim Ausfüllen!", sagte sie zu der Matrone hinter dem Empfang. Diese nickte nur gleichgültig, anscheinend kamen solche Szenen häufiger vor. Marie und ich gingen in den Wartebereich und nahmen dort Platz. Marie nahm mir den Fragebogen aus der Hand und ging mit mir zusammen die Fragen durch. Ich konnte alle Fragen beantworten, bis auf die, die wissen wollte,ob ich derzeit Medikamente nahm. Fragend schaute ich meine beste Freundin an.
  „War ich in letzter Zeit krank?"
  „Nicht mehr als sonst auch!", gab sie trocken zur Antwort.
  „Haha, selten so gelacht! Also war ich oder nicht?" 

Sonntag, 22. Juli 2012

Überarbeitete Version

Seit gestern steht eine neue Version von "Einsatzort Vergangenheit" zum Download bei Amazon bereit. Was ist neu? Das Manuskript hat ein professionelles Korrektorat/Lektorat durchlaufen und somit sollten alle Fehler, die es noch gab beseitigt worden sein. 
Wer schon eine Version besitzt, aber eine korrigierte möchte, geht folgendermaßen vor: Den unten stehenden Link anklicken und ihr werdet zu den Kindle Hilfeseiten geleitet:


Auf der rechten Seite findet ihr einen gelben Button mit "Kontaktieren Sie uns" und es öffnet sich eine weitere Seite. Dort das Lesegerät auswählen und aus dem Dropdown-Menü ein entsprechendes Thema, ich empfehle Kindle-Inhalte kaufen, auswählen. 
Dann unter dem Punkt E-Mail unter Angabe der ASIN: B007S139AM an den Support schreiben, dass es eine aktualisierte Version gibt. In der Regel dauert es nur einige Stunden, bis man Antwort erhält und man kann danach die neue Version kostenlos herunterladen. 
Sollten doch noch jemand Fehler finden, kann er mich gerne unter sandra.neumann@email.de kontaktieren... 


Montag, 16. Juli 2012

Wenn ich mal nicht schreibe...


Dass ich ja noch einen "normalen" Job neben meiner Schreiberei habe, habe ich schon an anderer Stelle einmal erwähnt. Aber in meiner Freizeit bin ich nicht nur mit dem Schreiben beschäftigt. Wenn ich das täte, wäre ich irgendwann einmal total genervt und hätte keine Lust mehr zu schreiben. Und mein Mann würde sich sicherlich auch beschweren, dass ich ihn vernachlässige. 
So haben wir gestern das überraschend schöne Wetter genutzt und einen Spaziergang durch die Stadt unternommen. Immer dabei war meine Kamera und ich habe einige Motive festgehalten, die mich besonders ansprachen. Dieses Mal waren es hauptsächlich Gebäude der Altstadt, die ich ausnahmsweise mal überarbeitet habe und sie durch eine Art Zeitmaschine habe gehen lassen.Warum ich das gemacht habe? Weil es dann doch wieder etwas mit dem Schreiben zu tun hat, denn in diese Stadt wird die Zeitreise gehen und so könnt ihr euch schon selbst ein wenig in die Vergangenheit zurückversetzt fühlen .... 
Eine Zeit, in der es bereits Fotos gab und die auch ungefähr so aussahen, wie ich sie verändert habe. 









Schon eine Idee, wo es hingeht? Viel Spaß beim Raten! 













Dienstag, 10. Juli 2012

Warum eigentlich das elisabethanische Zeitalter?

Mir war relativ schnell klar, dass ich einen Zeitreiseroman schreiben möchte, nur wohin sollte ich meine Protagonisten schicken? Und zu welcher Zeit? Egal, was mir einfiel, die Geschichte fand immer in London oder England statt. Was wohl darauf zurückzuführen ist, dass ich ein großer England- und ein noch viel größerer Londonfan bin. Sollten sie zu Charles Dickens oder Arthur Conan Doyle reisen? Oder doch lieber nach Bath zu Jane Austen? Aber irgendwie klang das alles nicht richtig.

Wie meine Hauptfigur, Laura, habe ich eine besondere Vorliebe für "Shakespeare in Love" und auch ich kann nicht aufzählen, wie oft ich diesen Film schon gesehen habe. Und mit einem Schlag war es ganz klar, wo die Reise hingehen sollte.Ich legte die DVD zum wiederholten Male in meinen Player und schon während der Eröffnungsszene war ich von meiner Idee überzeugt.

Schon zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass es eine Tanzszene zwischen Laura und Phil geben musste, die ordentlich knisterte. Die Tanzszene in "Shakespeare in Love" war sicherlich ausschlaggebend, aber letztendlich doch nicht diejenige, die ich vor Augen hatte.

Denn es gibt noch einen weiteren Film mit dem grandiosen Joseph Fiennes, der zur gleichen Zeit, wie mein Lieblingsfilm spielt. Die Rede ist von "Elizabeth" und die Tanzszene während des Krönungsbanketts wurde unter anderem zum Vorbild für die Tanzszene, in der Phil und Laura die Volta üben.


Und noch eine weitere Tanzszene habe ich gefunden, ebenfalls aus einem Film, der die jungfräuliche Königin zum Thema hat. Leider habe ich es bis heute noch nicht geschafft, mir diesen Film anzusehen, aber er steht ganz oben auf der Liste, der Filme, die ich noch sehen muss, alleine wegen dieser Tanzszene.





Vielleicht kann sich nun der ein oder andere etwas mehr unter einer Volta vorstellen, immerhin spielt der Tanz doch eine relativ wichtige Rolle.

Donnerstag, 5. Juli 2012

The Time Traveller's Guide to Elizabethan England

lautet der Titel des Buchs, das mir beim Schreiben mehr als hilfreich war. Als ich anfing den Roman zu schreiben, war relativ schnell klar, wo die Zeitreise hingehen soll. Für mich gehört die Zeit der Tudors zu den Interessantesten der Geschichte. So viel ist in diesen Jahren geschehen, und nicht nur in England, nein weltweit gab es Änderungen, die unser Leben noch bis heute beeinflussen.
Bei der Suche nach geeigneten Materialien zu Recherchezwecken wurde mir rasch klar, dass ich hier wohl den Jackpot gewonnen hatte: Zum Thema Elizabeth I. und ihre Zeit gibt es Bücher in Hülle und Fülle.
Mir stand eine schier unerschöpfliche Quelle zur Verfügung und ich habe viel über das Leben und den Alltag dieser Zeit gelernt.

Eines meiner Lieblingsbücher ist der oben genannte Time Traveller's Guide, der leider nur auf Englisch erhältlich ist, dieses Buch bietet aber einen wahren Schatz an Informationen. Zuerst glaubte ich an einen Witz, als ich den Titel entdeckte, aber war dann doch freudig überrascht, dass es dieses Buch gibt.Wollte ich wissen, was man bei Tisch zu sich nahm, habe ich schnell im Register nach dem entsprechenden Stichwort gesucht und schon erhielt ich Auskunft darüber. So habe ich zum Beispiel erfahren, dass es zwar schon Gabeln gab, diese aber nur ganz selten eingesetzt wurden, beziehungsweise, die meisten gar nicht wussten, wie sie einzusetzen waren. Was macht man mit einer solchen Information? Gibt man sie irgendwie an seine Leser weiter und riskiert damit, dass man die Leser mit Informationsüberfluss langweilt? Ich habe beschlossen, dass ich das unter den Tisch fallen lasse, und habe die Menschen weiterhin nur mit Finger und Messer essen lassen.

Wie schon mal in einem vorherigen Post erwähnt, war ich auch über die Art und Weise der Begrüßung mehr als überrascht. Eigentlich wäre es richtig gewesen das zu beschreiben, aber entspricht das dann noch dem Bild, das wir von dieser Zeit haben?

Wer sich also nicht davor scheut ein Buch auf Englisch zu lesen und mehr über das Alltagsleben dieser Zeit wissen möchte, dem sei das Buch wärmstens empfohlen. Es ist äußerst unterhaltsam und immer wieder wurde ich beim Lesen aufs Neue überrascht, da diese Zeit doch so viel anders war, als ich es bisher geglaubt habe.

Time Traveller's Guide to Elizabethan England

Mittwoch, 4. Juli 2012

Leise rieselt der Schnee...

Hä? Draußen sind es 30 Grad, der Schweiß läuft in Strömen und die Verfasserin dieses Blogs fängt an von Schnee zu faseln? Selbst in den Ländern auf der Südhalbkugel dieser Erde, in denen gerade Winter herrscht, sollte es mit aller Wahrscheinlichkeit auch nicht schneien. Was ist also hier los?

Ganz einfach, ich schreibe am zweiten Teil von "Einsatzort Vergangenheit". Dieser geht in der Gegenwart fast genau da weiter, wo er aufgehört hat. Und somit ist es dort gerade Mitte/Ende November.
Ein Weihnachtsmarkt wird vermutlich auch noch eine Rolle spielen. Wie bitteschön schafft man es bei hochsommerlichen Temperaturen sich in Winterstimmung zu bringen? Ein Blick nach draußen? Nein, hilft auch nicht, heute scheint die Sonne und der Himmel ist blau, die Terrassentür ist geöffnet und warme Luft strömt herein. Also das scheidet schon einmal aus. Ventilator oder Klimaanlage anschalten? Fehlanzeige, gibt es in unserem Haushalt nicht.

Kalte Getränke mit viel Eiswürfeln helfen schon mal. Was gar nicht geht sind Weihnachtslieder. Normalerweise hilft es mir, wenn ich Musik höre. Wenn die Musik leise im Hintergrund läuft, dann finde ich das sehr beruhigend und inspirierend. Nicht so, wenn man in kurzen Hosen auf der Couch sitzt und Weihnachtsmusik hört. Fühlt es sich für Australier an Weihnachten eigentlich ähnlich merkwürdig an?

Hier ist Vorstellungskraft gefragt! Immer wieder ertappe ich mich beim Schreiben, dass ich Laura die falschen Kleider anziehen will, oder sie ohne Mantel in die Kälte entlassen möchte. Bis ich mich wieder selbst ermahne, dass wir Winter haben.

Aber egal wie schwer es mir teilweise fällt; es macht trotzdem viel Spaß!

So, ich muss jetzt weiter machen... Der Winter ruft:-)

Sonntag, 1. Juli 2012

Vorschau

Nachdem ich beim letzten Mal einen richtigen Spoiler in meinem Sneak Peek hatte, möchte ich das nun wieder gut machen und einen neuen Auszug aus dem zweiten Teil veröffentlichen. Der zwar einen kleinen Spoiler enthält, aber nichts, was man sich nicht denken kann...

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.


Ich parkte meinen Wagen in der Tiefgarage des Gebäudes und fuhr mit dem Aufzug direkt in die Etage, in der Richard sein Büro hatte. Im Vorzimmer saß Silvia, seine Assistentin, und als sie meiner ansichtig wurde, verzog sie ihren Mund zu einem spöttischen Grinsen.
"Und ich dachte schon, du hättest uns verlassen!", begrüßte sie mich herablassend.
"Träum' weiter! Ist Richard da?" Aus unerfindlichen Gründen hatte sie seit unserer ersten Begegnung eine tiefe Abneigung gegen mich und ließ mich das bei jeder sich bietenden Gelegenheit spüren. Verkniffen nickte sie.
"Aber du kannst da jetzt nicht rein, Phil ist drinnen!" Sie kam sich ganz besonders wichtig vor, wie sie so die Türwächterin spielte.
"Ich weiß, er hat mir eine Nachricht geschrieben, dass ich herkommen soll. Wärst du also bitte so nett und würdest Richard fragen, ob ich reinkommen soll?", bat ich sie in meinem höflichsten Tonfall, wobei ich nichts lieber getan hätte, als ihr ihr arrogantes Grinsen aus dem Gesicht zu wischen.
"Als ob sie für dich eine Ausnahme machen würden!", griff aber dann doch zum Telefonhörer und wählte Richards Nummer. Er ging sofort an den Apparat und sie ließ ihn wissen, dass ich da war. Seine Antwort war eindeutig, wie man es ihrem Gesicht ansehen konnte. Ihr noch eben herablassendes Lächeln fiel wie ein Soufflé in einem zu früh geöffneten Backofen in sich zusammen und sie sagte noch:
"Ist gut, mach ich", bevor sie auflegte und mich mit sauertöpfischer Miene ins Büro schickte.
"Vielen Dank!", flötete ich und ging geradewegs zu der Tür, die ins Nebenzimmer führte. Im Innern wurde ich schon sehnsüchtig von Phil erwartet, denn kaum war ich eingetreten, sprang er von seinem Sitz auf und kam mir eilig entgegen. In einer flinken Bewegung hatte er mich in seine Arme gezogen und küsste mich zur Begrüßung, was die Schmetterlinge in meinem Bauch wieder zu einer munteren Tanzeinlage aufforderte und mir kurzzeitig die Luft wegblieb, bis mir einfiel, wo wir uns befanden und dass wir nicht alleine waren.