Samstag, 18. August 2012

PIRATEN

"Käpt'n, Käpt'n, Piraten voraus!"
"Wo, Johnny?"
"Da vorne, seht Ihr nicht die Flagge?"
"Mein Gott, du hast recht! Wir sind verloren!"

Nein das hier soll kein neues Drehbuch für den gefühlt hundertsten Teil von "Pirates of the Caribbean" werden, sondern geht eigentlich in eine ganze andere Richtung.

Dank "google-alerts" werde ich immer wieder auf Webseiten aufmerksam gemacht, in denen "Einsatzort Vergangenheit" erwähnt wird. So auch neulich. Doch was müssen meine müden Augen sehen? Der Link führte mich auf eine Seite die ich nicht näher benennen möchte.

Gegen eine monatliche Spende von fünf Euro kann man dort unendlich viele eBook runterladen. Fünf Euro Spende, klingt doch nicht schlecht, wird der ein oder andere Leser sich jetzt sagen. Das Problem an der Geschichte ist nur, dass ich keinen Cent sehe.
Da gibt es also da draußen Menschen, die nichts Besseres zu tun haben, als mein geistiges Eigentum illegal ins Netz zu stellen und sich daran zu bereichern. Denn wer bekommt wohl die "Spendengelder"? Richtig die Betreiber dieser Seiten. Wenn man sich das mal hochrechnet, dann ist das ein richtig lukratives Geschäftsmodell. Man kauft die Bücher legal, lädt sie illegal ins Netz und lässt sich dafür mit fünf Euro im Monat bezahlen. Ich bin mir sicher, dass es genügend gibt, die dieses Angebot gerne annehmen, sich aber noch nicht mal die Gedanken machen, wo das Geld ankommt.

So und hat irgendjemand dieser Menschen einmal daran gedacht, was das für mich bedeutet? Oder für die anderen Autoren deren Bücher es betrifft?
Ich bin eine Indie-Autorin und musste erst einige Bücher verkaufen, damit ich mir überhaupt ein Lektorat leisten konnte. Dafür habe ich bisher auch schon viel Lehrgeld einstecken müssen und würde es nicht mehr so angehen, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Wenn nun immer weniger Bücher verkauft werden, da sie anderweitig illegal kostenlos zu erhalten sind, wie sollen wir uns da noch ein Lektorat etc. leisten können?

Es geht hier nicht nur um mich, die mehreren hundert Downloads die mir damit verloren gehen, schmerzen schon. Aber es betrifft hier sowohl die Indie-Autoren, als auch die Verlagsautoren. Denn je weniger Menschen legal kaufen, umso teurer werden auch Bücher, da dies mit aufgefangen werden muss.

Ich gebe zu, dass auf dem Gebiet eBook noch viel getan werden muss, gerade hinsichtlich des DRM, aber muss das wirklich auf dem Rücken anderer ausgetragen werden?  Wie wäre es denn für euch, wenn euer Arbeitgeber euch plötzlich mitteilt, dass ihr kein Gehalt mehr bekommt, ihr aber weiterhin dafür arbeiten müsstet? Würdet ihr noch motiviert arbeiten?

Mit diesen Gedanken entlasse ich euch ins Wochenende! Genießt es und kauft ein paar Bücher!