Samstag, 29. September 2012

Love is Timeless

Gestern war nicht nur mein letzter Arbeitstag in meiner alten Firma. Nein, es war auch noch mein Geburtstag. Besonders viele Wünsche hatte ich nicht und mein größter wurde sogar erfüllt.

Ich habe ein Trollbeads-Armband und lasse mit seit zwei Jahren die Beads dazu schenken. Die einzigen, die ich mir selbst kaufe, sind meine Urlaubssouvenirs. Und während meines letzten Urlaubs in den USA habe ich den Anhänger gefunden. Diesen wollte ich unbedingt haben, es gab nur zwei Probleme: Der Anhänger war noch nicht im offiziellen Verkauf und war nur ein Aussteller. Also hatte sich das mit dem Souvenir schon mal erledigt. Und dann war er auch einfach viel zu teuer, um ihn einfach mal so zu kaufen. Was also macht Frau? Bei jeder sich bietenden Gelegenheit habe ich meinem Mann gegenüber erwähnt, dass dieser Anhänger mein absoluter Wunsch sei. Ich muss es wohl oft genug erwähnt haben, denn gestern durfte ich ein entsprechendes Schmuckkästchen öffnen.

Damit ihr auch wisst, wovon ich spreche, hier die Bilder dazu:


Jetzt versteht ihr auch, warum ich den unbedingt haben musste. Ich finde, er passt so dermaßen perfekt zu meinem Buch und den Protagonisten, dass einfach kein Weg an diesem Bead vorbeiführte. In meiner ersten Planung war die Zeitmaschine sogar tatsächlich eine Taschenuhr.


Freitag, 28. September 2012

Jedes Ende ist gleichzeitig der Anfang von etwas Neuem!

Damit ich jeden Monat meine Miete zahlen und den Kühlschrank füllen kann, gehe ich auch einem geregelten Beruf nach. Dabei bin ich im realen Leben so weit weg von der Kreativität, wie es nur irgendwie möglich ist. Aber ich mag meinen Job und ich mochte meine Firma. Mochte? Wieso Vergangenheit? Liegt da etwas im Argen, mobben die Kollegen?

Nein, heute war leider mein letzter Tag und nach dreizehn Jahren in der gleichen Firma musste ich heute "Auf Wiedersehen" sagen. Wer weiß, ob ich diese Entscheidung getroffen hätte, wenn die Firma in den nächsten Jahren nicht ihre Pforten schließen würde. So war ich gezwungen mich nach etwas Neuem umzuschauen.
Wenn ich zurückblicke, sehe ich mich, wie ich im Sommer 1999 als studentische Aushilfe dort angefangen habe.  Irgendwie kam ich nicht weg und bin geblieben, als man mir eine feste Anstellung anbot. Ich habe nebenbei meinen Betriebswirt gemacht und diverse Stationen im Unternehmen durchlaufen, bis ich an meinem letzten Posten angekommen war. In diesen dreizehn Jahren ist viel passiert und es war eine Zeit, die mir sehr viel bedeutet und, die ich um nichts in der Welt missen möchte. Aber es ist vorbei und ich muss nach vorne schauen. Und das was ich sehen kann, macht mich glücklich. Ich bleibe in der gleichen Branche und wechsle zu einer Firma, in der schon einige meiner ehemaligen Kollegen beschäftigt sind. Ich komme also nicht in ein komplett neues Unternehmen, was ich beruhigend finde. Schon am Montag werde ich meine neue Stelle antreten und ich bin schon gespannt darauf, was mich erwarten wird. Eines ist sicher: Es wird eine tolle, neue Herausforderung, die viel meiner Zeit in Anspruch nehmen wird. Wie sich das aufs Schreiben auswirken wird, werden wir in den nächsten Wochen sehen.

Obwohl mich viel mit meinem alten Unternehmen verbindet, immerhin habe ich dort meinen Mann und meine zwei besten Freundinnen kennengelernt, war ich heute beim Abschied nicht besonders traurig. Es war zwar etwas merkwürdig, als mir bewusst wurde, dass ich dies und jenes zum letzten Mal mache. Aber ich habe gemerkt, dass es einfach an der Zeit war, diese Periode meines Lebens enden zu lassen.

Und so öffne ich am Montag eine neue Tür und schaue, was sich dahinter verbirgt.


Dienstag, 25. September 2012

Jeder macht, was er will!

Ich dachte wirklich, dass ich den zweiten Teil von "Einsatzort Vergangenheit" komplett durchgeplottet hatte.
Und nun erkenne ich, dass ich das Denken doch lieber den Pferden überlassen sollte, wegen des größeren Kopfes und so.

Was ist passiert? Ungefähr zwei Drittel des Buches sind geschrieben und die Geschichte verlief so, wie ich es mir ausgedacht hatte. Bis ich bei diesem einen Punkt ankomme und feststelle, dass die Story nicht so weitergehen kann, wie ich angenommen habe. Irgendwie funktioniert sie nicht, hat zu viele Schwachstellen und gefiel mir gar nicht. Mir kam es schon vor, als würden sich die Figuren im Buch gegen das wehren, was ich vorhatte. Kein einziger Handlungsstrang führte in die von mir geplante Richtung, sondern immer weiter weg.

Fakt ist: Die Geschichte muss umgeschrieben werden! Während einer Autofahrt kamen mir heute einige Ideen in den Sinn und ich glaube, wenn ich diese einarbeite und den Plot noch einmal abändere, wird es eine runde Sache. Glücklicherweise muss ich innerhalb der bisher geschriebenen Geschichte fast nichts ändern, und werde nicht noch weiter in meinem Zeitplan nach hinten geworfen.

Ich hoffe nur, dass es meine Leser auch so sehen und sich nicht an den Kopf greifen und entsetzt rufen: "Was hat sie denn da gemacht?"

Und sollte es doch so kommen, kann ich antworten, dass daran nur meine zwei sturköpfigen Hauptfiguren dran schuld sind. Sie wollten, dass die Geschichte so wird!

Ich sage es doch: Jeder macht, was er will!



Sonntag, 23. September 2012

Zum Start in die Woche, ein kleiner Happen ...

Ich dachte mir, dass ich euch zum Wochenstart mal wieder einen kleinen Auszug aus dem zweiten Teil präsentiere. Es ist auch nur ein winzig kleiner Ausschnitt, aber ich fand ihn recht lustig und wollte ihn mit euch teilen.

Viel Spaß!


Wir waren gerade beim Nachtisch angelangt, da klingelte es an der Tür. Hatte meine Mutter vor eine Party für mich zu schmeißen und die ganze Nachbarschaft eingeladen? Doch auch Mama hatte keine Ahnung, wer da noch zu uns stoßen könnte, stand aber rasch auf, um nachzusehen. Vom Flur drang Stimmengemurmel zu uns, das aber keiner von uns verstand. Als Mama mit glänzenden Augen und den Worten: »Du hast Besuch, Laura«, zurück in die Küche kam, war ich für einen Moment völlig verblüfft und brauchte einen Moment, bis ich mich wieder gesammelt hatte. Phil Berger stand in der Küche meiner Eltern! Wie hatte er mich ausfindig gemacht und vor allen Dingen, was wollte er hier? Er war doch nur mein Kollege und weit davon entfernt mein Lieblingskollege zu sein. Wir waren in den letzten Wochen immer wieder heftig aneinander gerasselt und zwischen uns flogen bei fast jeder Gelegenheit die Fetzen. Und warum bitte hatte ich plötzlich solches Herzklopfen? Er war mein Kollege und ich hatte mir geschworen nichts mehr mit Kollegen anfangen! Außerdem wusste er um seine Attraktivität und setzte sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit und Frau ein. Er war ein Hallodri und weit davon entfernt gut für mich zu sein.
   »Was machst du hier?«, fragte ich dementsprechend unhöflich, da mich sein unerwartetes Auftauchen völlig aus dem Konzept brachte.
   »Möchtest du mich nicht erst einmal vorstellen?«, entgegnete er, ohne auf meine Frage einzugehen, ganz so, als sei er ein erwarteter Gast gewesen. Ich besann mich meiner guten Manieren und stellte ihn meiner Familie vor. Die Augen meiner Mutter bekamen einen feuchten Glanz, als sie ihn genauer betrachtete, wahrscheinlich malte sie sich aus, wie unsere Enkelkinder aussehen könnten. Träum weiter, Mama, dachte ich.
   »Nehmen Sie doch Platz, Herr Berger!«, forderte Mama ihn auf, rückte ihm einen Stuhl zurecht, auf dem er sich tatsächlich niederließ. Und als wäre das alles nicht genug, stellte sie ihm noch einen Teller mit Pannacotta vor die Nase und fragte ihn, ob er noch einen Espresso wollte! Wie wäre es denn, wenn sie ihn nicht auch noch fragte, ob er einziehen wollte? Platz genug hatten sie ja.
   »Ich möchte Ihnen aber keine Umstände machen, Frau Simon«, protestierte er zum Schein, schenkte meiner Mutter aber ein strahlendes Lächeln, sodass diese dahinschmolz wie Butter in der Sonne. Er wusste genau, welche Knöpfe er drücken musste, damit Frau das tat, was er wollte. Dieser Schleimbolzen!
   »Aber Herr Berger, das ist doch kein Umstand. Außerdem lerne ich so selten Lauras Freunde kennen, dass es mir eine richtige Freude ist, Sie hier zu haben!«
   »Mama, Herr Berger ist nur ein Kollege. Ein Kollege, der einen Krankenbesuch macht!«, mischte ich mich in die Unterhaltung ein, bevor sie noch auf die Idee kam, ihm das Du anzubieten. Sie war hin und weg von ihm. Papa und meine Brüder tauschten belustigte Blicke miteinander aus.



Mittwoch, 19. September 2012

Ein dickes Dankeschön

möchte ich heute an Fabella und ihren Buchblog "Buchzeiten" loswerden.

Fabella hatte erst Bedenken, bevor sie mein Buch angenommen hat, aber lest selbst:

http://buchzeiten.blogspot.de/2012/09/rezension-sandra-neumann-einsatzort.html

Vielen lieben Dank für diese tolle Rezension! Und versprochen: Teil Zwei ist in Arbeit.

Und auch an alle anderen Buchblogger möchte ich noch ein paar Worte richten: Ich kann immer wieder nur über euch staunen und euch bewundern. Nicht nur, dass ihr Unmengen von Büchern verschlingt, nein, ihr findet auch noch die Zeit darüber zu schreiben. Etwas, wofür ich euch sehr dankbar bin, denn so komme ich als Leseratte immer wieder an Tipps zu Büchern, die ich ansonsten vielleicht übersehen hätte. Bevor ich mit dem Schreiben anfing, hatte ich keine Ahnung davon, dass es so etwas wie Buchblogger gibt, geschweige denn, davon, dass es so viele sind. Eine Wissenslücke, die ich mit Freuden geschlossen habe.

Ich folge euren Blogs unheimlich gerne und freue mich, dass es doch immer noch so viele Menschen gibt, die Lesen zu ihren Lieblingsbeschäftigungen zählen. Macht weiter so!






Freitag, 14. September 2012

Geburtstag

Heute vor einem Jahr habe ich, völlig aus dem Blauen heraus, beschlossen wieder mit dem Schreiben anzufangen. Zu diesem Zeitpunkt war ich auf Grund einer wirklich blöden Geschichte für längere Zeit krank geschrieben. Ich konnte nur auf der Couch rumliegen und hatte nicht wirklich viel zu tun. Und jeder, der schon mal länger krank war, weiß, man langweilt sich schrecklich. Ich lese für mein Leben gern, aber irgendwann ist das auch mal genug. Fernsehen geht ja mal gar nicht, denn was da tagsüber geboten wird, ist jenseits von Gut und Böse. Zwar hatte ich noch einen nicht geringen Vorrat an ungesehenen DVDs da liegen, aber nach einer gewissen Zeit war mir das auch zu viel.

Was kann man also noch tun, wenn man sich beschäftigen möchte? Als Teenager habe ich immer mal wieder geschrieben. Allerdings waren es nur einzelne Szenen, die mir durch den Kopf schossen, aber keine abgeschlossene Geschichten. Da ich zu den Personen gehöre, die sich nur schwer von Dingen trennen können, habe ich meine Ergüsse aus der Jugendzeit selbstverständlich aufgehoben. Während eines besonderen Anfalls von Langweile habe ich die Sachen hervorgekramt und wieder durchgelesen. Man kann mit Sicherheit sagen, dass die Geschichten oder Szenen bei weitem nicht ausgefeilt waren. Oft musste ich lachen, als ich las, was ich damals fabriziert habe. Aber es hat mir eins gezeigt: So schlecht war das im Grunde genommen nicht mal gewesen und ich stellte mir die Frage, warum ich eigentlich mit dem Schreiben aufgehört habe. Vermutlich weil ich erwachsen wurde und keine Zeit mehr für diesen Kinderkram hatte.So oder so ähnlich werde ich wohl damals gedacht haben, richtig kann ich mich nicht mehr daran erinnern.

Mit einem Mal war mir klar, dass ich wieder schreiben will. Und zwar einen Zeitreiseroman! Einfach weil ich Zeitreisen liebe und sie mich total faszinieren. Hinzu kommt, dass ich ein absoluter Geschichtsfreak bin und mit Vorliebe historische Romane lese.

Also habe ich mich hingesetzt und angefangen zu schreiben. Und es lief und lief. Meine Finger flogen nur so über die Tastatur und die Ideen purzelten aus mir heraus. Vor allen Dingen die Recherche hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Vielleicht hat es etwas mit meinem früheren Job zu tun, da musste ich auch immer mal wieder etwas suchen und finden. Nicht anders war es bei der Recherche; wenn man weiß was man sucht, ist es ganz einfach. Irgendwann einmal habe ich begriffen, dass ich das nicht nur so zum Spaß für mich mache, sondern, dass ich diese Geschichte zu Ende erzählen und sie veröffentlichen will. Und das habe ich dann auch getan!

Vielleicht sollte ich nachher mit meinem Mann noch eine Flasche Sekt köpfen und auf den ersten Geburtstag von "Einsatzort Vergangenheit" anstoßen. Zumindest die Idee dazu ist heute vor einem Jahr geboren und ich finde das kann man schon mal feiern.



Freitag, 7. September 2012

Geht es nur mir so?

Wie in meinem letzten Post geschrieben, arbeite ich derzeit daran meinen Stapel der ungelesenen e-Books zu dezimieren. Und so habe ich mich todesmutig an "Pride und Prejudice" herangewagt.

Was soll ich sagen?

Während ich die BBC-Verfilmung großartig finde, finde ich das Buch sehr anstrengend. Fehlt mir, wie eine liebe ehemalige Kollegin sagen würde, der intellektuelle Zugang? Bin ich nicht gemacht für Klassiker? Ich glaube es nicht, immerhin ist es nicht der erste Klassiker, den ich lese. Was ich aber weiß, ist, dass mich das Buch fast zum Wahnsinn treibt. Es gibt fast keine Seite, auf der am Ende der wörtlichen Rede nicht "cried" oder "said" steht. Manchmal ist es so schlimm, dass es sogar mehrfach hintereinander verwendet wird. Die Krönung waren dreimal "cried" und viermal "said" hintereinander. Das sorgt nicht für viel Abwechslung beim Lesen. Bisher habe ich ein Drittel gelesen und habe mir fest vorgenommen nicht aufzugeben. Dieses Buch werde ich zu Ende lesen, egal wie lange es dauert. Denn mehr, als zwei oder drei Kapitel hintereinander schaffe ich einfach nicht. Die Geschichte an sich ist mir hinlänglich bekannt und ist durchaus vielversprechend, nur ist die geschriebene Version für mich eine absolute Herausforderung und nicht auf sprachlichem Niveau.


Da ich aber gerne lese und mir keine Zwangspause auferlegen möchte, habe ich mir ein anderes Buch herausgesucht, dass ich parallel lese. Ein Buch, das schon seit Ewigkeiten darauf wartet von mir gelesen zu werden. Wie es heißt? "An Assembly Such As This" Worum es geht? Es ist die Geschichte eines gewissen Fitzwilliam Darcys ... Wenigstens muss ich mir dann keine Gedanken machen, dass ich Handlungsstränge vermischen könnte.


Weil ich hier immer mal wieder über die Bücher schreibe, die ich gelesen habe, werde ich in den nächsten Tage auch eine neue Seite einrichten. Auf dieser werde ich meine gelesenen Bücher auflisten und meine kurze Meinung dazu abgeben. Ich möchte keine Rezensionen schreiben, das können andere viel besser als ich. Aber wenn etwas dabei ist, das mir besonders gut gefallen hat, möchte ich das auch kundtun. Genauso kann es aber auch sein, dass mir ein Buch nicht gefallen hat und auch das möchte ich sagen dürfen.

Feedback ist jederzeit willkommen!

Montag, 3. September 2012

Warum ich meinen Kindle hassen müsste

Ich gebe es zu: Ich bin süchtig! Büchersüchtig! Und was noch viel schlimmer ist, es ist nicht nur das Lesen der Bücher, sondern auch das Sammeln der Bücher.

Meinen ersten E-Reader habe ich mir nur gekauft, weil in unserem Arbeitszimmer kein Platz mehr war. Die Regale waren bis oben hin vollgestopft und nur mit Mühe und Not konnte ich noch weitere Bücher unterbringen. Die Überlegung damals war: Kaufen wir ein neues Regal und stellen das Arbeitszimmer komplett um, auch auf die Gefahr hin, dass wir innerhalb kürzester Zeit wieder vor dem gleichen Problem stehen? Oder kaufe ich mir einen E-Reader, der Platz für 4000 Bücher bietet. Lange habe ich damals überlegt, denn eigentlich war ich lange eine Verfechterin des gedruckten Buchs. Ich wollte das Gefühl des Buchs, das Umblättern und kein Stück Plastik/Metall in meiner Hand halten. Aber dann kam mein Geburtstag, ich hatte Geld geschenkt bekommen und Thalia verkaufte damals die Schulungsmodelle des Sony Readers. Nach kurzem Zögern habe ich mir dann doch einen gekauft. Aber erst, nachdem ich sichergestellt hatte, dass es genügend Bücher für mich gab, die ich kaufen konnte. Das Ganze ist schon einige Zeit her und zu dem Zeitpunkt steckte das E-Book in Deutschland noch in den Kinderschuhen, vom Kindlestore war noch lange keine Rede. Viel Auswahl hatte man leider nicht. Mir kam es aber zugute, dass ich sehr viel auf Englisch lese und somit auf vielen verschiedenen Seiten legal an meinen Stoff kam.

Mein Sony und ich waren glücklich; Er gut gefüllt mit vielen Büchern und mir ging der Lesestoff nie aus. Dann lief ich während eines USA Urlaubs dem Kindle Keyboard über den Weg. Wir haben uns kurz beschnuppert, fanden uns sympathisch und ehe ich mich versah, trug ich den Kindle in Richtung Kasse. Der Kindlestore in Deutschland war gerade eröffnet worden und das trug wesentlich zum meiner Entscheidung bei. Einer der Gründe für den Wechsel war es, dass ich es leid war, immer und überall zu googeln, welcher Anbieter das Buch,das ich kaufen wollte auch nach Deutschland verkaufte, das war nicht immer so leicht. Manchmal musste ich bei fünf bis sechs verschiedenen Anbietern suchen, bis ich als Deutsche das Buch kaufen durfte. Bei Amazon war es ganz einfach, alles verfügbar, jeder deutsche, jeder englische Titel, ich musste nur noch klick machen und auf wundersame, drahtlose Art und Weise wurden die Bücher auf meinen neuen Freund übertragen. Vorbei waren die Zeiten, in denen ich meinen Reader per USB an den PC schließen musste.

Und mein Untergang begann...

Kindle-Deal des Tages? Oh, klingt interessant, kauf ich, sind ja nur 99 Cent. Ach, die Geschenkaktion an Weihnachten? Super, da sind sogar Bücher dabei, die ich wirklich haben wollte. In meinem virtuellen Bücherregal stapeln sich die Lesesproben, sowohl die gelesenen, als auch die ungelesenen. Die gelesenen sind in den Ordner mit den "Muss-ich-haben-Büchern" gewandert. Klassiker, die ich schon immer mal lesen wollte, befinden sich natürlich auch in Hülle und Fülle auf meinem treuen Begleiter.

Ich glaube derzeit befinden sich mehr ungelesene Bücher auf dem Kindle als gelesene.


Ich hatte mir schon in Papierzeiten mal ein Bücherkaufverbot auferlegt, mein Stapel ungelesener Bücher drohte immer größer zu werden. Beim Kindle werde ich das wohl nicht durchhalten, zu groß ist die Versuchung, hier mal ein kostenloses Buch, dort mal einen Deal des Tages mitzunehmen. Und das neue Buch von XY, ja das muss auch noch her. Egal, ob es deutsche Buchpreisbindung gibt, oder nicht. Dann habe ich es schon mal auf meinem Kindle.

Und darum sollte ich meinen Kindle hassen, denn mit jedem gelesenen Buch stehe ich vor der Frage: Und welches nehme ich jetzt? Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Falls es jemanden interessiert, meine Wahl ist auf "Pride and Prejudice" gefallen, dass ich trotz meiner Liebe zu der Colin Firth Verfilmung bis heute noch nicht gelesen habe. Ein Zustand, der dringend behoben werden musste.

Sonntag, 2. September 2012

Zeitdiebstahl

So kam ich mir jedenfalls heute Abend vor. Als wären die grauen Herren von Momo in meinem Wohnzimmer aufgetaucht und hätten mir 90 Minuten meiner kostbaren Lebenszeit genommen. Wovon die Rede ist?
Vom Tatort natürlich! Was hatte ich mich gefreut, dass nach dem schrecklichen Tatort aus der Schweiz wieder einer aus Köln kam. Wobei Köln auch in den letzten Monaten nicht wirklich ein Garant für gute Unterhaltung war. Aber wie heißt es so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und so durfte ich heute Abend Zeuge davon werden, wie meine Hoffnung mit jeder Minute, die dieser Tatort lief, schwächer wurde und schließlich klinisch tot am Boden lag. 
Ich weiß, dass der Tatort nicht jede Woche aus Münster kommen kann, aber ich weiß, dass es auch noch andere Teams gibt. Und da gibt es auch immer wieder gute Drehbücher, die den Zuschauer fesseln und gut zu unterhalten wissen. Der Tatort heute war leider keiner der guten, ganz im Gegenteil. Versprach der Anfang noch, dass es gut und spannend werden würde, so zog sich der Film je länger er ging immer mehr wie Kaugummi.

Was hätte ich in diesen verlorenen Minuten machen können?
- Ganz klar, ich hätte an meinem Buch weiterschreiben können
- ich hätte das spannende Buch, das ich gerade lese, weiterlesen können
- meinen Kleiderschrank, der es dringend nötig hat, aufräumen
- Fenster putzen, was bei Dunkelheit schwierig, aber nicht unmöglich ist.

Die Liste der Dinge, die ich hätte tun können, um meine Zeit sinnvoll zu verbringen, ist unendlich, aber alles Jammern nutzt nichts. Es ist wie es ist und diese neunzig Minuten sind leider weg.
Die Hoffnung, dass es nächste Woche besser wird, ist groß, denn da kommt Borowski und den mag ich. Sehr sogar.