Montag, 29. Oktober 2012

Fremdschämen groß geschrieben!

Durch einige Buchblogger bin ich auf den folgenden Eintrag aufmerksam geworden:

http://nieohnebuch.wordpress.com/2012/10/27/in-eigener-sache-situationen-in-denen-ich-es-hasse-blogger-zu-sein/

Und ich muss nach dem Lesen dieses Artikels sagen, ich bin sprachlos. Einfach nur sprachlos! Wie kann man nur dermaßen seine gute Kinderstube vergessen? Und was mich noch mehr schockiert, ist die Tatsache, dass es sich hier anscheinend nicht um einen Einzelfall handelt. Einen Schwachmaten könnte ich unter Umständen vielleicht noch verstehen, aber gleich mehrere? Sind denn alle bekloppt geworden?

Nicht nur, dass die arme Vanessa übelste Beschimpfungen über sich ergehen lassen musste, nein diese Aktionen helfen auch den anderen Indie-Autoren nicht viel weiter. Es ist schon schwer genug da draußen Fuß zu fassen und ich bin total happy darüber, dass es einige Blogger gab, die sich bereit erklärt haben mein Buch zu lesen und es zu rezensieren. Einige haben mein Buch auch nicht angenommen, doch das ist in Ordnung. Aber ich kann doch nicht davon ausgehen, dass jedem mein Buch gefällt und alles sich darum reißen es zu lesen. Und wenn es nicht gefallen hat, dann habe ich halt Pech gehabt.
In meiner Naivität bin ich davon ausgegangen, dass Menschen, die sich Autoren nennen, erwachsen sind und sich wie ebensolche verhalten. Wenn ich jedoch lese, was einige da draußen von sich geben, muss ich mich wirklich dafür schämen eine Indie-Autorin zu sein und hoffe nicht, dass diese Aktionen dazu führen werden, dass wir alle über einen Kamm geschert werden.

Wir dürfen nicht vergessen, dass Buchblogger das Lesen zum Hobby haben. Ich bin immer wieder baff darüber, wie viel sie lesen und sich dann auch noch hinsetzen und darüber berichten! Sie werden von niemanden bezahlt und sie haben ein Recht auf eigene Meinung und ihren eigenen Geschmack. Dazu gehört halt auch einmal Nein sagen und wenn das Buch nicht gefallen hat, darf man darüber seine Meinung kundtun, solange es fair ist. Keiner hört gerne Kritik, aber wenn sie konstruktiv ist, sollte man sie annehmen und sich darüber Gedanken machen, was man beim nächsten Mal besser machen kann. Denjenigen, der einem einen Hinweis auf Unzulänglichkeiten gibt zu beschimpfen ist garantiert nicht die Lösung und allerunterste Schublade!

Ich hoffe, dass diese Sache nicht dazu geführt hat, dass Vanessa oder andere Buchblogger sich deshalb überlegen aufzuhören. Es kann nicht sein, dass Menschen, die sich aus Feigheit hinter der Anonymität des Internets verstecken, anderen Leuten das Leben schwer machen und vermutlich auch noch stolz darauf sind!





Sonntag, 28. Oktober 2012

Eine Wissenschaft für sich

Mein Laptop ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, ich schreibe meine Bücher darauf, diese Posts, bearbeite Bilder und so weiter und so fort. Dass der Laptop viel genutzt wird, hat man ihm inzwischen auch angesehen. Die Tasten, die am Meisten benutzt wurden, sind im Laufe der Zeit glatt geworden, es fehlte eine Taste, die hatte beim Staubwischen einfach nachgegeben und auch die ein oder andere Taste wollte nur mit viel Nachdruck arbeiten. Bei jedem Hochfahren saß ich mit angehaltenem Atem davor, schickte noch ein oder zwei Stoßgebete los und hoffte, dass das Gerät mich nicht ausgerechnet jetzt im Stich lässt. Zwar gehöre ich zu den Menschen, die relativ regelmäßig Sicherungen auf einer externen Festplatte erstellen und trotzdem kann ich mir nichts Schlimmeres vorstellen als der Tag an dem der PC nicht mehr hochfährt und ich nicht weiterschreiben kann.

Schon seit Wochen war ich deshalb auf der Suche nach einem neuem Gerät und ich kann euch sagen, dass es wirklich eine Wissenschaft für sich war. Ich hatte einige Ansprüche an den Neuen und die Suche gestaltete sich äußerst schwierig.

Mein Hauptaugenmerkmal war selbstverständlich die Tastatur. Wer so viel schreibt, wie ich muss mit der Tastatur umgehen können und darauf schreiben können und sich nicht darüber ärgern, dass man schon wieder daneben getippt hat. Ich habe mein eigenes Schreibsystem entwickelt, das etwas von dem abweicht, wie man es in Schulen und Ausbildung beigebracht bekommt. Aber ich komme prima damit zurecht und schreibe damit fast ebenso schnell, wie mit der 10-Finger-Methode. Am Anfang hatte ich wirklich mit einem Laptop der Apfelmarke geliebäugelt und war ernsthaft am Überlegen mir ein solches Gerät zuzulegen. Jedenfalls bis zu dem Moment, in dem ich das erste Mal vor der Tastatur stand und diese ausprobierte. Ging gar nicht, ich habe bei fast jedem Buchstaben daneben gehauen, weil meiner Ansicht nach die Abstände zu groß sind. Da half das tolle Display auch nicht.

Und hier kommen wir schon zum nächsten Punkt: Das Display! Denn das sollte matt sein, also auch wieder ein k.o. Kriterium für den Apfel. Und wisst ihr eigentlich, wie schwer es ist ein mattes Display zu bekommen? Es gibt da draußen gerade mal eine Handvoll Hersteller, die so etwas überhaupt noch anbieten und wenn man dann mal einen Laptop gefunden hat, der so einen Bildschirm hat, dann passte der Rest nicht.

Denn außer einer guten Tastatur, einem matten Display, das aber auch eine gute Auflösung hat, wollte ich auch noch genug Arbeitsspeicher, einen schnelleren Prozessor, gute Boxen und eigentlich auch einen Bluray Brenner/Player. All diese Dinge unter einen Hut zu bekommen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, denn dass ich dafür nicht extra einen Kredit aufnehmen wollte, war auch Grundvoraussetzung.

Wenn es um solche Dinge geht, bin ich immer wieder froh, dass ich im Rhein-Main-Gebiet wohne und die Dichte der Elektronikgeschäfte immens hoch ist. Wenn ich mir vorstelle, dass ich irgendwo auf dem platten Land lebte und ich etliche Kilometer fahren müsste, bis ich bei EINEM Laden bin, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Ich bin einfach ein Stadtkind, mag es auf dem Land noch so idyllisch sein, die nächstgrößere Stadt darf einfach nicht allzu weit von mir entfernt sein. Doch das nur so am Rande.

Aber zurück zur Auswahl: So bin ich denn seit einiger Zeit mit meinem Wunschzettel von A nach B gefahren, habe mich in den Märkten von einem Rechner zum nächsten durchgearbeitet und alle möglichen Tastaturen ausprobiert. Die Verkäufer in den Läden müssen wirklich geglaubt haben, dass ich einen Schuss habe, denn für wen ist bitteschön die Tastatur ein Kaufargument? Interessant war auch zu beobachten, dass mein Mann immer zuerst angesprochen wurde und ich nur als Begleitung angesehen wurde. Es stimmt wohl immer noch, dass viele Männer glauben, dass Frauen keine Ahnung von Technik haben. Liebe Männer, lasst euch gesagt sein: Das trifft nicht auf alle zu, es gibt durchaus Frauen, die etwas von der Materie verstehen und sich nicht gerne für dumm verkaufen lassen. Einer der Verkäufer, den ich gebeten hatte mir einen Laptop zu entsperren, hat tatsächlich geglaubt, dass ich nicht wüsste, wie ich das Gerät unter normalen Umständen zum Laufen bringe. Erst nachdem er das Password für das Gerät eingegeben hatte, hat er wohl eingesehen, dass meine Bitte durchaus berechtigt war. Nein, ich stehe nicht einfach nur zum Spaß vor dem Gerät und schaue es mir an!

Wie dem auch sei, es waren nicht alle so, die meisten waren wirklich nett und zuvorkommend. Und dann kam der Punkt, an dem ich das Gerät gefunden habe, das die meisten meiner Wünsche in sich vereinte. Nur Bluray konnte er nicht liefern, aber das ist auch wirklich kein Beinbruch. Die anderen Punkte waren mir viel wichtiger und nicht nur das, es war auch schon ein Rechner mit Windows 8.

Und somit ist dieser Post der erste längere Text, den ich mit dem neuen Laptop geschrieben habe.
Ging ganz einfach und hat viel Spaß gemacht!

Bis zum nächsten Mal!

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Ab sofort zum Ausleihen

Vielleicht haben es einige schon in der Presse gelesen, dass Amazon Deutschland es Prime Kunden ermöglicht, Kindle eBooks kostenlos zu leihen. Zwar kann man nur ein Buch pro Monat leihen, es aber dafür so lange behalten wie man möchte. Ich finde es nicht schlecht, dass man das Buch solange behalten kann wie man will, soweit ich verstanden habe, gilt das bis man das nächste Buch ausleiht. Aber da ich bei eBooks bisher nur den Verleih seitens Büchereien kenne, finde ich das Amazon Produkt richtig gut. Denn bei den Büchern die man über Onleihe entleihen kann, hat man nur 14 Tage Zeit und außerdem gibt es Wartelisten.
Gut, vielleicht ist nicht jeder bereit die 29 Euro im Jahr für die Prime Mitgliedschaft zahlen, denn bisher stellte sie nur die Lieferung am nächsten Tag sicher. Wenn man jetzt allerdings dazu noch Bücher für den Kindle leihen kann, wird die Sache allerdings attraktiver. 
Allerdings ist es bisher ähnlich wie bei der Onleihe, es gibt nicht unbedingt viele Titel, die man leihen kann. Es scheint wohl einige Verlagsausgaben zu geben, aber hauptsächlich konzentriert es sich auf Bücher, die über kdp select vertrieben werden. 

Und da komme ich ins Spiel: "Einsatzort Vergangenheit" gehört zu den kdp select Büchern und kann ab sofort ausgeliehen werden! 

Ich bin mal gespannt, wie sich das entwickelt und wie viele das Angebot in Anspruch nehmen. Mit allzu viel Ausleihen rechne ich zwar nicht, aber ich werde das Ganze beobachten und bei Gelegenheit hier darüber berichten. 




Samstag, 20. Oktober 2012

Wehe, wenn sie losgelassen ...

Ich weiß nicht, was über mich gekommen ist, als ich diese Szene geschrieben habe, aber ich muss zugeben, dass ich unheimlich viel Spaß dabei hatte. Eine ganz liebe Freundin fragte mich mal, ob ich nicht manchmal vor Lachen vor dem Laptop säße. Ja, das tue ich und bei dem folgenden Ausschnitt habe ich mehr als schmunzelnd vor dem Bildschirm gesessen. 

Laura verbringt einen  lustigen Abend mit ihren Freundinnen, der mehr als feucht-fröhlich ist. Leicht angeheitert verlässt sie das Lokal und möchte nach Hause. Was nun folgt gehört mit zu meinen Lieblingsszenen des zweiten Bands, ich hoffe er gefällt euch auch. Natürlich gibt es nur einen kleinen Ausschnitt, ich will ja nicht alles vorweg nehmen:-) 

Wie immer gilt: Kommentare, Feedback etc. sind herzlich willkommen! 


Es dauerte nicht lange und ich stand alleine auf der Straße. Die Kälte schien sich in meinem ganzen Körper auszubreiten und durch meine dünnen Schuhsohlen spürte ich, wie meine Füße langsam zu Eis wurden. Und warum wankte alles um mich herum? Ich hatte wohl mehr getrunken, als gut für mich war und das rächte sich jetzt. Nur mit Mühe konnte ich mich noch auf den Beinen halten.
   »Hat dir denn niemand gesagt, wann Schluss ist?« Ich versuchte herumzuwirbeln, doch irgendwie schienen meine Füße schon am Boden festgefroren zu sein und nur im letzten Moment konnte ich mich davon abhalten hinzufallen.
   »Nein, meine Gouvernante war heute Abend nicht dabei!«, antwortete ich Phil, der neben mir auf dem Gehweg stand. Belustigt musterte er mich von oben bis unten.
   »Bist du sicher, dass du sicher nach Hause kommst? Du scheinst etwas viel getrunken zu haben.« Sein Gesichtsausdruck wechselte von belustigt zu besorgt.
   »Keine Angst, ich finde den Weg nach Hause und schau, mein Taxi ist auch schon da.« Ich hob meinen Arm, um dem Taxifahrer zu signalisieren, dass ich mit ihm fahren wollte, dabei verlor ich mein Gleichgewicht und rutschte zur Seite aus. Phil reagierte blitzschnell und fing mich auf, bevor ich den nasskalten Asphalt küsste. Mit starken Armen umfing er mich und hielt mich fest. Für einen kurzen Augenblick genoss ich seine Nähe und wollte nichts lieber tun, als den Rest des Abends in seinen Armen zu liegen. 
   »Und du glaubst alleine sicher nach Heim zu kommen? Nix da, ich fahre mit dir!«, flüsterte er mir in mein Ohr, sein warmer Atem prickelte auf meiner Haut. Ich wollte protestieren, doch er hatte mich schon wieder aufgerichtet und stützte mich auf dem Weg zur Autotür. Wir stiegen ein und Phil nannte dem Fahrer meine Adresse. Ich ergab mich in mein Schicksal und ließ mich in die Sitze plumpsen.
»Muss man dir eigentlich alles sagen? Wie wäre es, wenn du dich anschnallst?« Dabei schaute er mich so drollig an, dass ich kichern musste.
   »Was bist du heute aber fürsorglich«, spottete ich, beeilte mich aber nach dem Gurt zu suchen und versuchte mich anzuschnallen. Wann hatten die eigentlich die Verschlüsse kleiner gemacht? Ich konnte machen, was ich wollte, aber ich schaffte es nicht, den Gurt einrasten zu lassen.
   »Komm, lass mich machen!« Er beugte sich zu mir hinüber und in weniger als einer Sekunde hatte er das geschafft, woran ich zuvor gescheitert war.
   »Du bist echt gut darin!« Und grinste ihn dabei wie ein Honigkuchenpferd an. Er schüttelte den Kopf, doch ich konnte erkennen, dass er auch schmunzelte.
   »Dass ich den Tag erleben darf, an dem du mal betrunken bist. Ich dachte immer, dass du dich zurückhalten kannst. Und kaum gehst du mal an einem Abend mit deinen Freundinnen aus, lässt du die Sau raus. Aber du bist niedlich, wenn du etwas über den Durst getrunken hast.«
   »Ich bin nicht niedlich! Ich bin eine erwachsene Frau, die auch mal einen Drachen erschlägt, hast du gesagt und das ist nicht niedlich!«
  »Das ist verdammt niedlich. Warum wolltest du vorhin nicht, dass wir bei euch am Tisch sitzen?«, wurde er plötzlich wieder ernst. Musste er mir solche Fragen in diesem Zustand stellen. Ich konnte mit Mühe und Not noch meinen Namen sagen und er wollte tiefschürfende Gespräche mit mir führen.

Fortsetzung folgt:-)

Dienstag, 16. Oktober 2012

Tage, wie dieser...

sorgen dafür, dass ich mich total gut fühle.

Was der Grund dafür ist? 

Ich war die letzten Tage ziemlich viel unterwegs und hatte kaum Zeit meine Mails richtig zu checken. Das habe ich dann heute Abend nachgeholt und siehe da, es war eine Mail von einer der Buchbloggerinnen in meinem Postfach, denen ich vor einigen Wochen mein Buch als Rezensionsexemplar angeboten hatte. 

Beate von Buchplaudereien hat mein Buch gelesen und irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es ihr gefallen hat. 

Aber schaut selbst:


Vielen lieben Dank Beate für diese schöne Rezension. 

Und jetzt sitze ich mit einem breiten Grinsen auf der Couch und schreibe schnell diesen Post, bevor ich mich wieder an Teil zwei mache. Es geht momentan wirklich langsam vorwärts, in meinem Leben passieren zu viele Sachen, als dass ich sie in den 24 Stunden, die ein Tag zu bieten hat, unterbringen könnte. 

Aber ich verspreche, dass es einen zweiten Teil geben wird. EHRENWORT! 

Und je nachdem wie ich am Wochenende weiterkomme, werde ich vielleicht mal wieder einen kleinen Teaser einstellen. 


Samstag, 6. Oktober 2012

Wetten, dass ..?

Wisst ihr noch, wie es damals war? Ich bin ja nun auch nicht mehr die Allerjüngste und ein Kind der achtziger Jahre. Bei mir hieß Twix noch Raider und es gab noch  Treets, aber das nur am Rande. Man kann sich das heutzutage gar nicht mehr vorstellen, aber damals hatten wir nur fünf Programme.
ARD, mit SWF und HR Vorabendprogramm, bei gutem Wetter auch BR, ZDF, SWF und HR und das war es dann auch schon. Die große weite Fernsehwelt hielt erst 1989 mit dem Kabelfernsehen bei uns Einzug. Aber das ist eine andere Geschichte und die soll ein anderes Mal erzählt werden, versprochen! 

Wer das Buch "Generation Golf" von Florian Illies kennt und ebenfalls ein Kind dieser Zeit ist, wird beim Lesen einer gewissen Textpassage bestimmt geschmunzelt haben. Denn was Herr Illies dort zum Thema Samstagabend beschreibt, passte zu 100% zu meiner Kindheit. Ich hatte es fast vergessen, aber es stimmte, samstags wurde gebadet, man bekam statt Marmelade Nutella zum Abendessen und am Abend versammelte sich die Familie vorm Fernseher und schaute gemeinsam die große Samstagsabendshow. Allerdings sind mir aus dieser Zeit nicht viele Sendungen mehr in Erinnerung geblieben. Einzig die Sendungen"Verstehen Sie Spaß?",  "Auf los geht's los" mit dem großartigen Joachim Fuchsberger und "Wetten, dass ..?" sind mir heute noch in Erinnerung. Ein Gutes hatte die Sache mit den wenigen Fernsehsendern übrigens, es gab nie Streit darüber, was man sich anschauen würde, es gab einfach keine andere Wahl! Einen Videorekorder hatten meine Eltern damals noch nicht, es wurde geschaut, was sie wollten. 

Und "Wetten, dass ..?" ist bis heute geblieben. Ich glaube, es gibt keine Sendung im deutschen Fernsehen, die es fast mein ganzes Leben lang gab. Was gab es damals für ein Riesenhallo, als der, damals freche und rebellische, Thomas Gottschalk die Sendung übernehmen sollte. Man prophezeite fast den Untergang des Abendlands, wenn dieser Hallodri moderieren würde. Doch es kam ganz anders, es wurde ein riesiger Erfolg. Dann kam ich in die Pubertät und die Sendung verlor für mich immer mehr an Bedeutung. "Wetten, dass ..?", das war doch nur was für die alten Leute, sowas schaut man sich doch nicht an. Vielleicht lag es auch daran, dass die Sendung zwischenzeitlich von einem anderen Moderator gemacht wurde, als Gottschalk. Ich möchte nichts Schlechtes über Herrn Lippert sagen, aber mich hat er einfach nicht interessiert und anscheinend war ich nicht die Einzige, denn es dauerte nicht lange und Thomas Gottschalk kam wieder. Was aber auch noch nicht der Zeitpunkt für mich war, wieder als regelmäßiger Zuschauer dabei zu sein. Dass die Sendung die Menschen, und vor allen Dingen Kinder, in ihren Bann zog, durfte ich erfahren, als meine Neffen zu Besuch waren. Meine Schwester und ihr Mann waren damals aus beruflichen Gründen in die USA gegangen und meine Neffen haben ihre Kindheit somit nicht in Deutschland verbracht. Jeder Besuch in Deutschland war somit ein Highlight für alle. Und eine Erinnerung, die ich an einen der Besuche habe, ist die an einen meiner Neffen, der sagte, dass er sich darauf freue, wieder "Wetten, dass ..?" schauen zu können. So eine tolle Sendung gab es in den USA nicht. 

Das ist inzwischen viele Jahre her, besagter Neffe ist inzwischen volljährig und schaut bestimmt nicht mehr seine damalige Lieblingssendung, dafür ist sie nicht mehr cool genug. Aber dafür bin ich alt genug, um die Sendung wieder zu schauen. Wenn wir also an einem Samstag zu Hause waren, dann haben wir uns Thomas Gottschalk und seine illustren Gäste angesehen. Wobei mein Mann und ich immer gewettet haben, wie lange die Hollywoodstars auf der Couch bleiben würden, meistens lagen wir ziemlich gut mit unseren Vorhersagen. Lediglich Hugh Grant und Tom Hanks sind mir als gute ausländische Gäste in Erinnerung. Ich habe mir auch immer wieder die Frage gestellt, was einer der amerikanischen Gäste zu Hause erzählt, wenn er zuvor bei "Wetten, dass ..?" gewesen war. Denn eins ist sicher, einzigartig war und ist die Sendung auf Fälle. 

Dann kam der Tag, an dem die heile Fernsehwelt zerbrach und der Wettkandidat Sebastian Koch schwer verunglückte. Ich möchte ihm an dieser Stelle alles Gute wünschen und hoffe, dass er seinen Weg finden wird. Er hat alles Glück der Welt verdient. 

Thomas Gottschalk erklärte daraufhin, dass er nicht mehr weitermachen kann und die Stelle des Moderators für das Urgestein der deutschen Fernsehunterhaltung war damit frei. Was folgte, war eine Suche, die ihresgleichen suchte. Ich habe Tränen gelacht, als Oliver Welke beim Fernsehpreis erklärte, dass Markus Lanz den Posten beim jährlichen Weihnachtswichteln gewonnen hatte. 

Und nun ist es soweit: Markus Lanz moderiert "Wetten, dass ..?" Die Erwartungen sind hoch und jeder schaut mit Argusaugen auf ihn. Ich schreibe diesen Post während die Sendung läuft und ich muss sagen, dass er sich gar nicht mal so schlecht schlägt. Ihm fehlt vielleicht noch eine gewisse Bissigkeit und Schlagfertigkeit, aber das kann ja noch kommen. Eines kann er allerdings: Er stellt Fragen und er ist vorbereitet auf sein Gäste! 

Ob er es allerdings schaffen wird mehrere Generationen zu begeistern, wird sich weisen. Ich möchte hier nicht orakeln oder urteilen. Ich wollte meiner Leser auf eine Reise in ihre Jugend nehmen und wer weiß, vielleicht wird der eine oder andere daran denken, wie es damals war. 




Mittwoch, 3. Oktober 2012

Ausflug ins Mittelalter

Die ersten zwei Tage im neuen Job habe ich mehr oder weniger gut verkraftet. Es sind unheimlich viele neue Eindrücke auf mich eingestürmt und die Vielzahl der neuen Programme hat mich fast erschlagen. Schön war es jedoch, dass ich von den neuen Kollegen gleich sehr offen und herzlich empfangen wurde und ich mich gleich integriert gefühlt habe.

Und doch war ich froh, dass wir heute Feiertag haben und ich erst einmal verschnaufen konnte. Für den heutigen Tag hatten mein Mann und ich einen etwas weiteren Ausflug vorgenommen und sind nach Ronneburg gefahren, wo ein Mittelaltermarkt abgehalten wurde. Das Flair der Burg sorgte für eine besondere Stimmung und ich kann sagen, dass es sich um einen der schönsten Märkte handelt, die ich je besucht habe.

 






Zwar gab es hier keine Ritterturnier, wie ich es von anderen kenne, aber dafür genügend andere Unterhaltung. Gaukler, Theateraufführungen für Kinder, Schwertkämpfer und Bogenschießen wurden angeboten. Es war wirklich schön und durch die Lage auf der Burg fühlte man sich auch fast in die Zeit hinein versetzt. Richtig toll fand ich es, dass man auch in die Burg hinein und sich alles ansehen konnte, alleine der Blick vom Burgturm aus, war atemberaubend. 



Besonders beeindruckend fand ich die Vielzahl von Menschen, die in mittelalterlicher Kleidung dort auftauchten. Es waren Menschen jeden Alters dabei und ich habe die tollsten Kostüme gesehen. Wer jetzt glaubt, dass ich auch so etwas mein Eigen nennen kann, der irrt. Ja, ich bin bekennender Geschichtsfreak, gerade das Mittelalter und die Renaissance haben es mir angetan, und finde solche Märkte oder ähnliche Veranstaltungen unglaublich faszinierend, aber passende Kleidung habe ich nicht. Das hat damit zu tun, dass ich eine unglaubliche Perfektionistin bin, wenn es um solche Sachen geht. Ich möchte nicht einfach irgendein Kleid anhaben, dass nur ein bisschen authentisch aussieht. Ich hätte gerne ein authentisches Kleid und die sind teuer! Richtig teuer! Und ich weiß nicht, ob ich bereit dazu bin, so viel Geld auszugeben, für ein Kleidungsstück, dass ich nur ab und an trage. Also werde ich wohl auch zukünftig nur als Zuschauerin am Rande stehen und mir wünschen, dass ich ein richtig tolles Kleid hätte.