Dienstag, 27. November 2012

Warum die Dinge so sind, wie sie sind

Ich bin schon einige Male darauf angesprochen worden, warum ich den Weg der Selbstveröffentlichung gewählt habe und wieso überhaupt eine Zeitreisengeschichte?

Fange ich doch einmal mit der Idee für meine Geschichte an. Eigentlich fing alles mit einem Buch an, dass ich mal in der städtischen Bücherei ausgeliehen habe. Es handelte von zwei Jungen, die zusammen mit einem älteren Mann durch die Zeit gereist sind und alle möglichen Epochen besucht haben. Kommt euch das bekannt vor? Wer "Einsatzort Vergangenheit" gelesen hat, weiß, dass es genau dieses Buch war, das man Laura untergeschoben hatte, um ihr Interesse für Zeitreisen zu wecken. 
Genau genommen, ist es meine Erfahrung gewesen und genau wie Laura, war ich ab sofort Feuer und Flamme für das Thema. So ist meine Geschichte auch die meiner Hauptfigur geworden, mit dem Unterschied, dass mich kein unglaublich gut aussehender Zeitreisender in die Vergangenheit mitgenommen hat. Aber ich will mich nicht beschweren, mein Leben ist schon ziemlich gut, so wie es ist. 

Aber wieder zurück zu den Zeitreisen: Ich mochte jedoch nur Geschichten, die von Reisen in die Vergangenheit handeln, Reisen in die Zukunft konnte und kann ich merkwürdigerweise gar nichts abgewinnen. In meinem Bücherschrank stapeln sich die Zeitreiseromane und ich werde noch heute hellhörig, wenn ich irgendetwas von einem neuen Buch in diese Richtung höre. Meistens dauert es nicht lange, bis sich das Buch in meinem Besitz befindet.
Ich weiß gar nicht so genau, was mich daran so sehr fasziniert und mich nicht mehr loslässt. Fakt ist, dass es schon immer mein bevorzugtes Genre war und meine ersten Schreibversuche in meiner Jugend mit Zeitreisen zu tun hatten. Die Geschichten, oder besser gesagt die Fragmente, existieren noch alle und waren im Grunde genommen der Auslöser für "Einsatzort Vergangenheit", denn einiges was heute in meinem Buch steht, wurde schon damals als Idee aufgegriffen. 

Beim Lesen meiner Geschichten musste ich teilweise schmunzeln, denn was ich da geschrieben habe, war im Grunde genommen gar nicht mal so schlecht, aber ich wusste einfach nicht, wie ich eine durchgehende Story schreibe. Und so gab es eigentlich immer nur einzelne Abschnitte, die es nie geschafft haben sich zu einem gesamten Werk zusammen zu fügen. 

Das war übrigens eine meiner Hauptbefürchtungen beim Schreiben von "Einsatzort Vergangenheit". Denn auch dort ist es mehrfach vorgekommen, dass ich Szenen geschrieben habe, die nicht in chronologischer Reihenfolge das Licht der Welt erblickten. Aber sie mussten geschrieben werden, da sie in meinem Kopf waren. Warum sollte ich eine gute Szene auf später verschieben, wenn ich weiß, dass sie genauso wie sie ist im Buch sein wird? Fast alle meine Lieblingsszenen sind so entstanden und ich möchte keine davon missen. Aber es war auch ein Risiko, denn wie sollte sich das alles zusammenfügen, wenn es aus einzelnen Komponenten besteht? Würde ich das überhaupt durchhalten? 
Je länger ich schrieb, desto mehr merkte ich, dass die Sache Formen annahm und die Geschichte nicht nur für mich und meine Schreibtischschublade gedacht war. 

Die nächste Frage, die sich stellte, war die, ob ich es an einen Verlag schicken sollte? Das war meine anfänglicher Plan und ich begann mich über Exposés, Anschreiben und speziell über Verlage zu informieren. Je mehr ich las, umso niedergeschlagener und mutloser wurde ich. Die Chance, dass ein Verlag ein Manuskript die Geschichte annimmt ist gering und selbst wenn, wer garantiert mir, dass mein Buch auch wirklich veröffentlicht wird? Und dann die Wartezeit, bis man überhaupt etwas von einem der Verlage hört. Von mehreren Monaten Wartezeit war die Rede und ich muss zugeben, Geduld ist keine meiner Tugenden. Zur gleichen Zeit las ich immer mehr Artikel über sogenannte Selfpublisher und wurde hellhörig. Der eigene Boss sein? Alles aus einer Hand und den Zeitpunkt der Veröffentlichung selbst bestimmen? Das reizte mich und statt mein Manuskript auch nur einem einzigen Verlag anzubieten, beschloss ich, dass ich lieber alles in Eigenregie machen wollte. 

Ich habe Fehler gemacht, das gebe ich zu. So zum Beispiel die Sache mit dem fehlenden Korrektorat zu Beginn. Aber woher sollte ich denn wissen, wer von den Lektoraten und Korrektoraten, die es draußen zu Dutzenden gibt, vertrauenswürdig und gut ist? Korrektorate sind nicht günstig und ich wollte nicht viel Geld für wenig Leistung zahlen. Eine liebe Indie-Kollegin hat mir dann ein gutes Lektorat empfohlen und die Zusammenarbeit war wirklich hervorragend. Ich hoffe, dass meine nächsten Bücher auch durch dieses Lektorat gehen werden. Dass wirklich merkwürdige ist, dass man selbst beim zehnten Lesen des eigenen Textes irgendwie betriebsblind wird und anfängt die Fehler zu übersehen. Während ich bei anderen immer sofort alle Fehler finde, blieben meine eigenen auf unheimliche Weise unsichtbar. Aber ich habe dadurch gelernt, dass ich nicht alles alleine machen kann und manchmal auch die Hilfe von anderen brauche.

Klar kommt manchmal die Frage: "Wie so ganz ohne Verlag? Geht das überhaupt?" Und ich muss sagen, ja es geht! Ich bin zwar nur ein kleiner Fisch im großen Teich, aber ich habe schon von sehr vielen Menschen Lob für meine Geschichte bekommen, dass es nicht ganz so schlecht sein kann, was ich da fabriziert habe. Und damit meine ich nicht Menschen aus meiner unmittelbaren Bekanntschaft, wie der nachfolgende Link zu einer neuen sehr schönen Rezension zeigt. 


Ganz lieben Dank an Steffi von "Leseglück" für diese Rezension. 

Und die vielen positiven Rückmeldungen, die ich bekomme sorgen dafür, dass ich gleich morgen wieder am zweiten Teil weiterschreibe. 

Aber für heute ist erst einmal Feierabend!