Sonntag, 16. Dezember 2012

Der sterbende Schwan

Warum passieren manche Dinge immer dann, wenn man sie überhaupt nicht gebrauchen kann. Ich vermute, das hat etwas mit Murphy's Law zu tun, aber das ist ein Thema, das einen ganzen Blog für sich alleine beanspruchen könnte.

Zurück zu den Dingen, die zum unpassendsten Zeitpunkt geschehen. Mein Kindle liegt im Sterben. Völlig unerwartet trat der Zustand ein. Angefangen hat es am Mittwoch als ich den Reader in die Hand nahm und stutzig wurde. Was war das denn? An den unteren Ecken zierten je links und rechts ein winziger Riss das Gehäuse. Ist zwar nicht schön, aber man kann eigentlich damit leben, denn das Display war davon ja nicht beeinträchtigt.

Pustekuchen, sag ich nur! Nur wenige Tage danach, der nächste Schock. Beim Einschalten traten mit einem Mal weiße Streifen im Display auf, die sich von oben bis unten durch den Text zogen. Am Anfang waren es nur zwei, doch schon nach wenigen Stunden wurden es mehr. Derzeit sind es vier Streifen, wobei der eine immer dicker wird. Wie man sieht, konnte das Reset auch nichts ausrichten.



Zwar kann ich immer noch damit lesen, aber angenehm ist es nicht, das könnt ihr mir glauben. Ich kann zwar noch auf mein iPad ausweichen, aber es ist im Vergleich zum Kindle einfach zu schwer, um damit abends gemütlich im Bett zu lesen.

Ersatz muss her und zwar schnellstens! Ich habe Amazon kontaktiert und bin immer wieder begeistert von deren Kundenservice. Denn obwohl ich meinen Kindle in den USA gekauft habe und die Garantie abgelaufen ist, wollten sie mir einen neuen zum vergünstigten Preis anbieten. Doch das wäre der kleine Reader gewesen, ohne Touch und ohne Tastatur. Nicht unbedingt mein Fall, ich nutze die Tastatur doch häufiger und will nicht ewig mit der Cursortaste spielen, bis ich das eingegeben habe, was ich will. Also habe ich dankend abgelehnt.

Bleibt also nur noch der Paperwhite übrig, um den ich schon seit Erscheinen wie die Katze um den heißen Brei rumschleiche. Ich hatte das Konkurrenzprodukt, den Kobo Glo, die Tage schon mal in der Hand und war hellauf begeistert. Aber bekanntermaßen bin ich nicht die Einzige, die das Gerät möchte. Derzeit ist es in Deutschland auf Wochen ausverkauft und die voraussichtliche Lieferzeit beträgt derzeit 5-7 Wochen.

Aber glücklicherweise kenne ich liebe Menschen, die mir einen aus den USA mitbringen und ich in den nächsten Wochen stolze Besitzerin eines solchen Geräts sein werde. Dann will ich nur hoffen, dass der sterbende Schwan bis dahin noch einigermaßen durchhält und mich nicht ganz im Stich lässt. Ich habe mich so an meinen Kindle gewöhnt, dass ich nur schwer auf ihn verzichten kann. Zwar habe ich noch viele Papierbücher, die dringend gelesen werden möchten, aber ich bevorzuge einfach den elektronischen Weg!

Nachtrag 17.12.2012:
Inzwischen sind noch weitere Streifen hinzu gekommen, die es mir unmöglich machen auf diesem Wege weiterzulesen. Meine Bestellung des Paperwhite in den USA funktionierte ohne Probleme und wenn alles gut geht, kann ich das Teil noch vor Weihnachten in meinen Händen halten. Ich mochte den Keyboard wirklich und bin traurig, dass er so plötzlich kaputt ging, zumal ich ihn wirklich sehr pfleglich behandelt habe und er fast nur zu Hause lag. Ich hoffe, dass die anderen Keyboard Besitzer unter meinen Freunden nicht auch diese Erfahrungen machen müssen. Aber wenn ich sehe, dass Amazon dem Thema schon einiges an Platz auf deren Hilfeseiten eingeräumt hat, sehe ich fast schwarz.