Sonntag, 29. Dezember 2013

Ich habe fertig

Es ist ein Klassiker und was passt in diesem Moment besser?

Ja, es ist geschafft! Teil Drei ist endlich fertig! Das Gefühl, das ich dabei habe, fühlt sich ein wenig an, als würde ich über den Wolken schweben.

In Zahlen und Fakten drückt sich Teil Drei so aus:

- 531 Normseiten
- 131.462 Wörter
- 818.000 Anschläge (mit Leerzeichen)
- geschätzte 300 neue graue Haare
- 60 Latte Macchiato
- unzählige Kannen Tee und Flaschen Wasser
- ebenso viele Tafeln Schokolade oder sonstige Süßigkeiten
- stundenlanges Grübeln über den Plot
- zwanzig neue Bücher und Zeitschriften über die diversen Epochen
- ein neues Abo bei Spotify


Die oben genannte Werte sind alles nur vorläufige Zahlen, das Buch geht noch ins Korrektorat und ich warte auf die Rückmeldungen der Testleser. Aber alles in allem ist der Band fertig.

Wie ihr erkennen könnt, gibt es noch keinen Titel. Den werde ich mir nun überlegen. Einige Vorstellungen habe ich schon und dann geht es an die Arbeit am Cover.

Sobald ich damit fertig bin, werde ich es hier vorstellen!

Jetzt gehe ich erst mal eine Runde feiern:-) Einen schönen Abend!

Dienstag, 24. Dezember 2013

Ja, ist denn schon Weihnachten?

Weihnachten war für mich schon immer etwas besonderes. Es fing damit an, dass in der Adventszeit unsere Wohnung immer wieder nach frisch gebackenen Plätzchen duftete und meine Schwester und ich gemeinsam mit meiner Mutter das Gebackene verziert und verschönert haben. Vanillekipferl, Bärentatzen, Spritzgebackenes und Buttergebäck wurden Jahr für Jahr gebacken und danach in großen Lebkuchendosen verpackt. Bis heute sind Vanillekipferl und Spritzgebackenes mein Lieblingsgebäck und sie gehören als absolutes Muss zu meiner Weihnachtsbäckerei dazu. 

Und dann erst die Ausflüge auf den Weihnachtsmarkt! Diese Gerüche und die Leckereien! Kandierte Äpfel, Lebkuchen und was es sonst noch so gab. Aber auch der Rest der Stadt verströmte einen gewissen Zauber für mich. Überall leuchteten die Lichter und die Schaufenster, die es damals noch gab, waren der wahr gewordene Traum eines jeden Kindes. Steiff-Tiere, Lego und Playmobil erzählten ganze Geschichten und man konnte sich nicht satt sehen, an dem bunten Schauspiel. In Mainz waren damals alles Schaufenster des Kaufhofs in einen Weihnachtswundertraum für Kinder umgestaltet worden. Leider hat man das vor langer Zeit schon abgeschafft und ich freue mich immer wie ein kleines Kind, wenn ich so etwas in anderen Städten entdecken kann. 

Mit jedem Türchen meines Adventskalenders stieg die Spannung und Vorfreude auf Weihnachten. Was würde sich heute in dem Türchen verbergen? Wobei es bei mir um selbst gebastelte Säckchen handelte, die meine Mutter jedes Jahr nur bestückte. Ein Stück Schokolade oder eine Haarspange? 

Und dann war es endlich so weit: Heilig Abend war da! Mein Mutter stand den ganzen Tag über in der Küche und bereitete das Festmahl für den Abend vor. Der Baum stand geschmückt im Wohnzimmer und unsere Katze schlich neugierig drum herum. Es gab auch Jahre, in dem sie im Baum saß ... 
Um mir die Zeit bis zum Abend zu vertreiben, durfte ich im Wohnzimmer sitzen und das Fernsehprogramm für uns Kinder ansehen. "Wir warten aufs Christkind", so hieß es damals und auch wenn die Sendungen spannend waren, nichts war aufregender als zu rätseln, was sich unter dem großen Tuch verbarg, das die Geschenke verdeckte, die unter dem Baum lagen.

Ich bin meinen Eltern noch heute dankbar, dass wir immer erst beschert und dann gegessen haben.  Ich glaube, ich hätte es vor Neugier nicht mehr ausgehalten und vermutlich nichts von unserem Fondue gegessen hätte. So konnte ich während des Essens immer wieder einen Blick auf meine Geschenke werfen und wusste, dass ich gleich damit spielen durfte. 

Und dann gab es da noch die Weihnachtsserien. Sie waren das Highlight des Jahres für uns und an den sechs Abenden beginnend mit dem 25. Dezember lief vermutlich in fast jedem Haushalt Deutschlands diese Serien. Nesthäkchen, Timm Thaler, Oliver Maas, Madita und Anna, waren nur einige der Serien, die Jahr für Jahr über unsere Bildschirme flackerten. Es war die Zeit, in der man drei, vier Sender hatte, die Auswahl war nicht so wie heute. Aber uns reichte es und wenn dann auch noch Sissi lief, war das Fernsehprogramm perfekt. Die Erwachsenen freuten sich auf die neuen Folgen des "Traumschiffs", das sie an ferne Orte entführte und Sehnsüchte in ihnen weckte. 

Vermutlich weil Weihnachten in meiner Kindheit und Jugend so schön waren, hänge ich noch heute an dieser Zeit. 

Heute ist Heilig Abend, der Baum ist geschmückt, die Geschenke sind eingepackt. Im Radio läuft Weihnachtsmusik und nach dem Stress der letzten Wochen, stellt sich bei mir auch endlich das Weihnachtsgefühl ein.  Gefeiert wird heute auswärts, also muss ich mir keine Gedanken um das Essen und die letzten Einkäufe machen. Schnee wird es, wie in den letzten Jahren, auch wieder keinen geben. Das ist etwas, was ich wirklich bedauere. Ich liebe Schnee (solange ich nicht Autofahren muss) und hätte gerne mal wieder weiße Weihnachten gehabt. Aber das ist in diesen Breitengraden wohl vorbei. Gefeiert wird heute bei meiner Schwester und obwohl meine Neffen schon erwachsen sind, werden wir vermutlich wie die letzten Jahre zuvor auch dieses Mal unsere Geschenke erwürfeln. Erst wer eine sechs gewürfelt hat, darf ein Geschenk auspacken. Man nimmt sich Zeit  und anstatt das mit Liebe eingepackte Geschenk eilig aufzureißen und sich auf das nächste zu stürzen, kann bei uns die Bescherung einige Stunden dauern. 

Wenn wir dann alle Geschenke ausgepackt haben, spielen wir manchmal noch etwas zusammen oder sitzen gemeinsam vor dem Fernseher und schauen einen der Klassiker. Ich freue mich jetzt schon auf Weihnachten mit Familie Becker :-) 


Ich wünsche Euch allen schöne, besinnliche Weihnachtstage und hoffe, dass Ihr den Stress des Alltags hinter Euch lassen könnt und gemeinsam im Kreis Eurer Lieben ein harmonisches Fest habt! 

Alles Liebe und Frohe Weihnachten, 
Eure Sandra 




Montag, 25. November 2013

Urlaub zu Hause ist eigentlich kein richtiger Urlaub

Kennt ihr das? Am Ende des Jahres ist überraschenderweise noch ziemlich viel Resturlaub da und den muss man nehmen, weil man keine Urlaubstage mit ins neue Jahr nehmen soll? Ich war doch recht überrascht, dass ich noch so viele Tage übrig habe. Immerhin waren wir im Frühsommer fast drei Wochen weg und dann hatte ich auch im August noch ein paar freie Tage. Wie dem auch sei, ich habe Urlaub. Zwei Wochen um genau zu sein. Die erste habe ich schon hinter mich gebracht und ich muss sagen, wegfahren wäre definitiv die bessere Wahl gewesen ... Aber leider haben mein Mann und ich uns dem gestellt, was wir uns schon seit einiger Zeit vorgenommen haben. Wir haben Wohnzimmer und Küche gestrichen, was nach acht Jahren dringend nötig war. Die ein oder andere Ecke war doch schon nicht mehr so schön anzusehen. Jetzt liegt noch eine weitere Woche Urlaub vor uns. Eigentlich hatten wir wegfahren wollen und ganz liebe Freunde besuchen wollen,  (An dieser Stelle eine dicke Umarmung an meine Nordlichter) doch dann habe ich mir unseren Keller angesehen und festgestellt, dass es so nicht weitergehen kann. Das ist nämlich das Problem, das man hat, wenn man Platz hat. Man stellt erst einmal alles in den Keller, weil es ist ja genug Platz da. Nur stellt man dann eines Tages fest, dass da kein Platz mehr ist und die Kisten sich bis unter die Decke stapeln. Alte Gartenmöbel, die nicht mehr gebraucht werden? Ach, die stehen doch gut da unten. Ihr versteht, was ich meine? Also wird das die Aufgabe für die nächsten Tage ... Am Freitag kommt der Sperrmüll und nimmt hoffentlich einen Großteil des Zeugs mit, dass sich so angesammelt hat.

Aber trotz allem genieße ich es ein paar Tage zu Hause zu sein. Nachdem ich meine fiese innere Uhr besiegt habe, werde ich jetzt morgens auch nicht mehr um sechs Uhr wach, sondern schlafe so richtig aus. Mein Mann und ich frühstücken in aller Ruhe und fangen den Tag in aller Ruhe an, bevor die Arbeit ruft. Zwischenzeitlich arbeite ich immer mal an Teil Drei, damit der auch in absehbarer Zeit fertig ist.

Und wenn ich ganz viel Glück habe, dann werden wir uns am Ende der Woche noch einen Wellnesstag gönnen und abends ins Kino gehen. Das ist dann wie richtiger Urlaub  :-)

Freitag, 8. November 2013

Warum tue ich mir das eigentlich an?

Warum bin ich eigentlich auf die Idee gekommen Zeitreiseromane zu schreiben? Konnte ich nicht ahnen, wie viel Arbeit die machen? Hätte ich nicht zum warm werden mit einem einfachen Liebesroman anfangen können, der in der Gegenwart spielt?

Es ist schon zeitaufwendig nur zu schreiben. Also versuche ich meinen Schreibstil zu verbessern, feile hier ein bisschen und dort wenig. Die Geschichte soll auch unterhaltsam sein, also überlege ich mir einen, hoffentlich, interessanten Plot. Aber musste ich dann wirklich auf etwas kommen, dass zum Teil in der Vergangenheit spielt?

Es gibt so viele Sachverhalte, Fakten etc. die ich prüfen muss, damit ich keine  reinen Fantasyromane schreibe. Meine Leser haben ein Anrecht auf korrekte Daten. Klar, dass ich dazu Geschichtsbücher wälze, Daten und Zusammenhänge herausschreibe. Der Sieg der Engländer gegen die Spanier 1588 kann man überall nachlesen, das ist nicht schwer herauszufinden. Aber wie war das noch mal mit dem elisabethanischen Theater und den Masken bzw. Schleier, die die Frauen der besseren Gesellschaft getragen haben? Bei meinen Recherchen über das Theater Shakespeares bin ich an einer Stelle darüber gestolpert und wusste sofort, dass ich das in mein Buch mit einbauen will. Doch nicht alles was man im Internet findet, ist immer richtig. Auch auf Wikipedia gibt es einige Artikel die falsche Informationen beinhalten. Also habe ich weitergesucht, bis ich endlich eine weitere Quelle gefunden hatte, die das mit den Schleiern und Masken bestätigte. Es sind diese Kleinigkeiten, die ich richtig bekommen möchte. Wenn ich mir mit etwas unsicher bin, prüfe ich es solange, bis ich weiß, dass ich keinen Blödsinn schreibe.

Die Idee dazu habe ich übrigens von "Wer wird Millionär" übernommen. Ich habe mal gelesen, dass diejenigen, die sich die Fragen ausdenken, die Antworten durch mindestens zwei Quellen, die nicht aufeinander verweisen, verifizieren.  Und genauso mache ich es auch.

Wenn ich bei meinen Recherchen nicht Bücher zu Rate ziehe, dann nutze ich sehr oft das Internet. Es ist unglaublich, was man dort alles finden kann. Gerade beim ersten Buch "Einsatzort Vergangenheit" waren die Quellen zum elisabethanischen Zeitalter immens. Die Zeit Shakespeares fasziniert noch heute viele Menschen und es gibt dutzende Seiten, die sich mit dieser Epoche befassen. Hier spielt es mir ein wenig in die Hände, dass ich sehr gut Englisch spreche, denn oftmals sind die Seiten auf Englisch. Aber wie sammele ich eigentlich all diese Informationen, die ich im Netz finde? Und wo schreibe ich meine Ideen auf, die ich so bekomme?

Die Antwort darauf lautet in OneNote. OneNote kommt aus dem Hause Microsoft und ist im Grunde genommen ein Notizbuch. Man kann dort verschiedene Abschnitte erstellen und diese haben einzelne Seiten, und selbst diese Seiten könnte man Unterseiten zuweisen. Aber man kann nicht nur ein Notizbuch erstellen, sondern unendlich viele. Ich habe für jedes Buch ein einzelnes Notizbuch und darin lege ich alles ab, was mit den Teilen zu tun hat. Der Plot wird dort festgehalten sowie alle Quellen, Links, Bücher, Bilder und was ich sonst noch so finde. Wenn ich etwas im Netz finde, dass ich nach OneNote übertragen möchte, kann ich das per copy & paste machen oder aber ich nutze die Funktion über das Druckmenü indem ich "Send to OneNote" auswähle. Wer ein Tablet-PC wie das Surface nutzt, kann sogar per Digitizer Stift handschriftliche Eingaben machen. Zeichnen, Kritzeln, Aufgaben erstellen, Termine, ich glaube, es gibt fast nichts, was dieses Programm nicht kann. 


Das Tolle an OneNote ist aber, dass man es unterwegs auch hervorragend nutzen kann. Ich habe auf meinem Handy und Tablet eine entsprechende App und wenn ich außer Haus bin und etwas sehe, von dem ich denke, dass ich es nutzen kann, mache ich ein Foto und lege es im entsprechenden Notizbuch ab. Die mobilen Varianten sind zwar ziemlich abgespeckte Versionen im Vergleich zum PC, aber für eine schnelle Notiz kann man sie durchaus nutzen. Ich arbeite täglich mit OneNote und nutze das Programm auch für viele andere Dinge. So habe ich mir zum Beispiel ein Kochbuch angelegt, in dem ich alle Rezepte sammele, die ich immer mal wieder gerne koche oder backe. Damit mein Mann auch darauf Zugriff darauf bekommt und seine Lieblingsrezepte eingeben kann, habe ich ihn für dieses Notizbuch freigeschaltet. Unsere gemeinsame Einkaufsliste haben wir auch dort untergebracht. Somit weiß jeder von uns, was noch fehlt und man kann es beim schnellen Sprung in den Supermarkt einfach mitnehmen. 

Es ist meiner Meinung nach das beste Programm im Officepaket und kaum einer kennt und nutzt es. Ich weiß, dass es auch noch Evernote gibt. Viele werden sagen, dass der Vorteil bei Evernote ist, dass es kostenlos ist. Ich will Evernote nicht schlecht reden, es ist bestimmt ein tolles Programm, aber ich bin nicht richtig warm damit geworden. Ich habe es versucht und festgestellt, dass ich mit OneNote besser zurecht komme. Wenn ich irgendwann einmal viel Zeit haben sollte, werde ich mich noch einmal mit Evernote auseinandersetzen, aber bis es soweit ist, ist OneNote meine Nummer 1. 


Wenn ich mir nun also viel Arbeit mit den Recherchearbeiten mache, dann sollte ich das auch mit einem Programm machen, dass mir vieles erleichtert.

Nur, damit wir uns nicht falsch verstehen, ich liebe es zu suchen und Fakten herauszufinden. Darum freue ich mich, dass ich bei jedem Band etwas Neues lernen kann und völlig in die mir fremden Zeiten eintauchen kann. Ich habe leider nicht Geschichte studiert und bereue es im Nachhinein etwas. Aber mit diesen Büchern habe ich die Möglichkeit eine Art Geschichtsstudium zu machen, mit dem Vorteil, dass ich mich auf die Zeiten konzentrieren kann, die mir liegen und über die ich noch mehr wissen möchte. Wenn es also nach den Epochen ginge über die ich noch mehr lernen möchte, müsste die Reihe noch viele Bände haben ...

Genau aus diesem Grund, weil ich Geschichte und nicht nur die Fakten, sondern alles drumherum so faszinierend finde, tue ich mir das Schreiben von Zeitreiseromanen an. Ich habe es nie anders gewollt und auch wenn ich manchmal verzweifle, weil es so viel zu recherchieren gibt, liebe ich es und würde es immer wieder tun. 

Sonntag, 3. November 2013

Suchtgefahr

Kennt ihr Pinterest? Sicherlich habt ihr das kleine geschwungene, weiße P auf rotem Hintergrund schon auf diversen Internetseiten entdeckt. Doch was hat es damit auf sich? Im Grunde genommen ist es eine übergroße Pinnwand, auf der man alle möglichen Bilder anheften kann, die man findet und die einem gefallen. Man kann verschiedene Pinnwände mit unterschiedlichen Themen erstellen. Ich habe mir unter anderem eine Pinnwand mit Büchern, die ich gelesen habe, erstellt sowie eine mit Bildern von Mainz.

Man kann aber auch, wie bei Twitter allen möglichen Pinnwänden folgen und das ist einfach gigantisch. Seiten denen man folgt, erscheinen auf der Startseite und man bekommt Bilder in Hülle und Fülle. Ich glaube, es gibt kein Thema dort, das es nicht gibt. Gerade für mich, die ich viel über historische Kostüme lernen möchte, gibt es unendlich viele Seiten. Die aller schönsten, originalgetreuen Kleider als auch echte Kostüme aus allen Epochen kann man dort bewundern. Aber auch Einrichtungen von Häusern zu den jeweiligen Epochen und und und. Ich kann mich gar nicht satt sehen an den vielen Bildern und bin begeistert, dass es so viele Menschen da draußen gibt, die sich für all diese Dinge interessieren und dies mit anderen teilen. 

Ich kann jedenfalls nicht aufhören mir die diversesten Pinnwände anzusehen und entdecke mit jedem neuen Suchwort neue faszinierende Seiten. Wer es noch nicht ausprobiert hat, sollte es sich unbedingt einmal anschauen, ich bin mir sicher, dass es für jeden etwas gibt, was es sich lohnt zu entdecken.

Samstag, 26. Oktober 2013

100.000 oder 400

Ich gebe es zu, ich habe ein schlechtes Gewissen. Die letzten Wochen habe ich nicht wirklich viel über das Schreiben berichtet und auch über die Fortschritte sehr bedeckt gehalten. Es ist jedoch nicht so, dass es nicht vorwärts ging. Ich habe vielleicht nicht ganz so viel Zeit zum Schreiben, wie ich es gerne hätte, aber wenn ich abends nicht allzu müde bin, dann nehme ich mir immer wieder den Laptop und schreibe. Außerdem gibt es ja auch noch Wochenenden. Da ich aber heute die 100.000 Wort Marke geknackt habe und der Roman somit über 400 Seiten stark ist, dachte ich mir, dass es mal wieder Zeit für einen kleinen, unkorrigierten, Ausschnitt aus dem dritten Teil ist. Ihr seht also, dass es langsam vorangeht, aber immerhin geht es vorwärts. Und wenn es euch tröstet, es fehlt nicht mehr viel.

Und jetzt viel Spaß beim Lesen:

   »Konntest du etwas entdecken?«, fragte Phil seinen Onkel, der von einem Rechner zum anderen lief und die einzelnen Computer aufmerksam prüfte. Phils Augenmerk wurde auf einen Bildschirm gezogen, dessen Monitor wilde Berechnungen aufzeigte. Diverse Daten und Namen tauchten abwechselnd auf. Dies alles waren Zeichen dafür, dass die Zeitlinie gestört war und er deutete darauf.
»Was ist hiermit? Könnte sie hier sein?« Richard drehte sich in Richtung des Rechners und überflog kurz die Daten, die er ausspuckte. Betrübt blickte er zu seinem Neffen hin und schüttelte bedauernd den Kopf.
   »Nein, dort haben wir Markus hingeschickt. Er ist in Rom, kurz nach Christi Geburt und versucht die Ermordung von Augustus zu verhindern. Ich glaube nicht, dass Laura sich dort befindet. Ich habe alles geprüft und es sind nur zwei Zeitlinien gestört. Die im alten Rom und eine in Frankreich, 17. Jahrhundert. Wie üblich haben wir Lars eingesetzt. 
   »Lars? Er war doch derjenige, der Laura vor dem Auto gerettet hat, hast du ihn etwa danach auf Reise geschickt?«, hakte Phil nach. 
   »Ja, nicht lange nach Lauras Zwischenfall mit dem Auto, tauchte eine Störung auf. Es sollte aber nur ein kurzer Einsatz sein. Er soll einen Anschlag auf Ludwig, den Dreizehnten verhindern. Im Grunde genommen ein ganz einfacher Auftrag. Anscheinend fühlt Klaus sich in dieser Zeit ziemlich wohl. So viele Einsätze, wie in diesem Jahrhundert haben wir kaum in anderen Epochen zu verzeichnen. Merkwürdig, wenn man bedenkt, dass Französisch nicht zu seinen Lieblingsfächern in der Schule gehörte, aber vielleicht haben es ihm die Annehmlichkeiten des Hofes angetan. Jedenfalls muss Lars sich nicht mehr allzu sehr auf seine Einsätze vorbereiten, wenn er andauernd vor Ort ist. Wenn das so weitergeht, müssen wir schauen, ob wir nicht einen zweiten Mann einstellen, es könnte für einen alleine zu viel werden.« Ungeduldig wartete Phil ab, bis Richard zu Ende gesprochen hatte. Er mochte Lars, der einen zuverlässigen Eindruck auf ihn machte, ohne überheblich zu wirken. Zu einem anderen Zeitpunkt wäre er sicherlich geneigter gewesen, sich den Problemen zu widmen, denen sein Kollege sich stellen musste, doch im Augenblick war ihm die Klärung der Frage nach dem Verbleib Lauras wesentlich wichtiger. 
   »Jetzt wo ich weiß, dass der arme Lars zu viel arbeitet, könnten wir uns vielleicht wieder den wichtigen Themen widmen? Wie zum Beispiel der Lösung des Rätsels, wo Laura ist?« Mit gequältem Gesichtsausdruck schaute Richard Lermin zu seinem Neffen auf. Das Gesicht, dass sein Onkel machte, gefiel Phil nicht und er wusste schon vorher, dass er das, was kommen würde, nicht leiden konnte. 
   »Ich befürchte, dass Laura uns die ganze Zeit an der Nase herumgeführt hat und für Klaus arbeitet«, hörte er Richard sodann mit Grabesstimme sagen. 


Wutentbrannt starrte Phil seinen Onkel an. Er musste sich verhört haben. Ein Blick in das sorgenvolle Gesicht Richards überzeugte ihn jedoch vom Gegenteil. 
   »Nein, niemals«, widersprach er lautstark. Alleine der Gedanke daran war so abwegig, dass er ihn nicht zu Ende denken wollte. Nicht Laura, nein, das durfte nicht sein. Sie war keine Verräterin.
   »Ich mag es selbst nicht glauben. Der Gedanke, dass ich mich so ihn ihr geirrt haben könnte, tut weh. Aber ist es nicht merkwürdig, dass Laura keinerlei Zeugen für ihre Unfälle hatte? Es hätten genauso gut Inszenierungen ihrerseits sein können, damit wir glauben, dass sie das Opfer ist.« 
   »Was ist mit Lars? Er hat sie angeblich vor dem Auto gerettet! Sobald er wieder zurück ist, fragst du ihn, ob es stimmt oder nicht. Du wirst sehen, dass du dich geirrt hast. Richard, es ist unmöglich, dass sie etwas mit Klaus zu schaffen hat!« Phils Stimme wurde immer lauter und sie hallte unnatürlich blechern in dem fensterlosen Raum. 
   »Gut, wir werden Lars fragen. Er wird sich sicherlich an den Vorgang erinnern können und sie entlasten.« Um Phil zu beruhigen, legte er ihm eine Hand auf den Arm, doch dieser stieß sie nur von sich und sah ihn kalt an. Er konnte nicht verstehen, wieso sein Onkel auf den Gedanken kam, dass Laura sie hintergangen haben könnte. Es war Richard gewesen, der dafür gesorgt hatte, dass Laura Zeitreisende geworden war. Sie war nicht plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht und hatte sich langsam ihr Vertrauen erschlichen. Richard hatte sie ausgesucht und als seine Partnerin bestimmt. Wieso sollte sie eine Verräterin sein?
   »Und wenn es sich herausstellt, dass sie unschuldig ist, solltest du dich bei ihr entschuldigen, dass du auch nur den Hauch eines Zweifels an ihr hattest! Es gibt bestimmt Gründe für ihr Verschwinden, die nichts mit dem zu tun haben, was du suggerierst. Ich werde jetzt erst einmal das machen, was wir von Anfang an hätten tun sollen: Ich werde der Reihe nach alle Krankenhäuser anrufen und auch bei der Polizei nachfragen. Vielleicht wurde ihr schlecht und sie wollte nach frischer Luft schnappen. Und dann wurde sie ohnmächtig, ein Passant hat den Krankenwagen gerufen. Die Ersthelfer haben ihr Handy entdeckt und es ausgemacht!« Richard fühlte sich nicht wohl in der Rolle des Pessimisten und er hasste es, dass er seinem Neffen seine Illusionen rauben musste. 
   »Theoretisch wäre es möglich. Nur habe ich bei meiner Ankunft keinen Krankenwagen gesehen und auch sonst niemanden, der sich um eine hilfsbedürftige Person gekümmert hat. Wie viel Minuten sind vergangen, die du auf Toilette warst und ich aufgetaucht bin? Fünf, höchstens zehn Minuten? Selbst wenn der Krankenwagen sofort da gewesen wäre, er wäre niemals bei meiner Ankunft schon abgefahren. Philemon, ich weiß, dass sie etwas Besonderes für dich ist. Aber du solltest es in Erwägung ziehen, dass sie eventuell eine Verräterin ist.« Richards Worte waren wie Dolchstiche, die tief in sein Herz drangen und es bluten ließen. Logisch betrachtet, ergab diese Theorie Sinn, aber das musste noch lange nicht bedeuten, dass er sie glaubte. 
   »Es ist mir egal. Ich werde mich jetzt auf die Suche machen und du«, er fuchtelte mit seinem Zeigefinger mahnend in Augenhöhe seines Onkels, »du solltest die Zeitlinie weiter im Auge behalten, ob sich nicht doch etwas getan hat!« Mit diesen Worten drehte er sich auf dem Absatz um und verließ den Kontrollraum mit einem heftigen Knallen der Tür.

Freitag, 11. Oktober 2013

Nie wieder!

Kennt ihr diese Werbung mit "Fernsehen, wann ich will?" Ich auch und nun bin ich eine Erfahrung reicher. Ich habe ein günstiges Angebot in Anspruch genommen und mir eine dreimonatige Flatrate bei besagtem Anbieter gebucht. Dort stand auch gleich, dass sich das Abo nach Ablauf der Zeit immer um einen Monat verlängert, wenn man das nicht vorher beendet. Nun, was werde ich wohl gleich mit Kenntnisnahme davon gemacht haben? Richtig, eingestellt, dass ich keine Verlängerung wünsche. 

Man kann sich meine Verwunderung vorstellen als ich nach Ablauf dieser Zeit plötzlich eine Rechnung für meine Nutzung des Programms erhalten habe. Immerhin war ich davon ausgegangen, dass ich mein Abo ordentlich gekündigt habe. Also habe ich mich wieder auf die Suche nach der Seite in den Kontoeinstellungen gemacht, bei der man das Abo beenden kann. Was sehen meine müden Augen? Nix, aber auch gar nix! Es gibt diesen Punkt nicht. Gut, wenn es das so nicht mehr gibt, dachte ich mir, schreibe ich eine Mail, dass ich dieses Programm nicht mehr nutzen möchte. 

Nach nur drei Tagen bekam ich dann eine Bestätigung, dass mein Konto zum Zeitpunkt X endet und man meinen Bankeinzug gelöscht hat. Super, dachte ich mir, alles in bester Ordnung. 

Ihr ahnt schon, dass es das nicht gewesen ist, oder? Richtig, denn eines Tages bekomme ich eine Mahnung, dass meine Rechnung nicht gezahlt sei. Rechnung? Welche Rechnung, wovon reden wir hier? Ich habe doch kein Konto mehr bei denen? Daraufhin habe ich eine Mail geschrieben, dass es sich hier wohl um ein Versehen handelt, immerhin ist mein Vertrag beendet. Die nächste Reaktion, die ich darauf bekommen habe, war die nächste Mahnung. Das wurde mir nun langsam wirklich zu bunt und ich habe dann bei diesem ach so tollen Unternehmen angerufen. Wenigstens muss man nicht lange in der Warteschleife bleiben, immerhin etwas! 

Dann wurde ich darüber aufgeklärt, dass die Rechnungen immer rückwirkend sein und mein Account somit noch offene Forderungen hat. Da ich wirklich keine Lust auf das Thema Inkasso und Co. habe, habe ich nun den fehlenden Betrag überwiesen. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Inkassounternehmen bei diesem Betrag wirklich aktiv wird, aber es herauszufinden, hatte ich auch nicht vor. 

Wir fassen zusammen:

  • Beendetes Abo wurde einfach verlängert. Ich ärgere mich jetzt noch, dass ich keinen Screenshot   davon gemacht habe, denn eine Mail zur Bestätigung gab es nicht. Jetzt bin ich wieder schlauer!
  • Das Paket wurde auch noch teurer gemacht als es ursprünglich gewesen war
  • Meine Kündigung wurde dann akzeptiert und der Bankeinzug gelöscht
  • Man hat mir keine Rechnung mehr für den verbleibenden Monat geschickt, sondern gleich eine Mahnung
  • Auf Mails reagiert man dort gar nicht oder nur sehr verzögert.
  • Es würde mich nicht wundern, wenn die angegebene Münchner Telefonnummer mich doch noch auf 01805 Nummer umgeleitet hat und dieser Anruf mich jetzt auch gleich noch eine gesamte Monatsrate gekostet hat. Ich werde die Telefonrechnung im Auge behalten! 

Was habe ich daraus gelernt? Ich werde meine Daten dort löschen, niemals wieder einen Vertrag mit diesem Verein eingehen. Zumal das Angebot teilweise mangelhaft war. Die meisten Serien konnte man sich nur ein paar Wochen ansehen und ältere Folgen waren nicht verfügbar. Um die anderen Flatrate Filme und Serien Anbieter werde ich zukünftig ebenfalls einen großen Bogen. Wer sagt mir, dass die nicht genauso dreist sind? Ich hatte schon mal ein ähnliches Drama mit dem damaligen Anbieter Premiere. 

Entweder kaufe ich mir zukünftig meine Filme und Serien oder ich lasse es sein. Es gibt genug im Fernsehen zu sehen und außerdem sollte ich mehr Lesen. Oder noch besser mehr an meinem dritten Band schreiben! 

Montag, 16. September 2013

Michael Douglas ist schuld

Und wo wir gerade dabei sind, Kathleen Turner auch.

Wer weiß, wohin sich mein Lesegeschmack hin entwickelt hätte, wenn ich nicht im Kino "Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil" gesehen hätte. So aber, saß ich eines Samstagmittags in einem dunklen Kinosaal und tauchte ein, in die Geschichte von Joan und Jack. Dabei fängt der Film gar nicht mit der eigentlichen Geschichte an, sondern startet mit einer Szene aus Joans Büchern. In diesem Fall war es eine Hochzeit auf dem Schiff. Jahre später würde ich sagen, dass das Ganze extrem kitschig war, mit dem roten Licht des Sonnenuntergangs und so. Aber damals war ich wie gebannt und fand es einfach wundervoll. Ich fand den Film großartig und bedauerte es zutiefst, dass ich den ersten Teil "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" nie gesehen hatte. Als er damals in den Kinos lief, war ich zu jung gewesen, um ihn anzusehen. Das habe ich erst einige Zeit später nachgeholt, als ich ihn auf Video gesehen habe.

Umso größer war meine Freude als ich feststellte, dass meine Schwester, die ein paar Jahre älter ist als ich, das Taschenbuch zu diesem Film besaß. Ich war schon von jeher eine absolute Leseratte und verschlang alles, was mir in die Finger kam. Warum also nicht auch dieses Buch? Und so las ich den ersten richtigen Liebesroman meines Lebens. Wie im Film begann auch das Buch mit einer Szene aus dem aktuellen Roman von Joan Wilder. Während es aber im Film nur eine kurze Sequenz war, so war die Szene immer etwas ausführlicher. Es gab auch noch einen Rückblick, wie die Personen sich kennengelernt hatten und sich ineinander verliebten. Ja, Sex gab es auf den ersten Seiten auch schon. Ich habe das Buch verschlungen. Das zweite Buch musste ich natürlich auch kaufen und diesem ging es wie dem ersten Band. Ich mochte die Mischung aus Romanze, Abenteuer und auch Witz.

Seit diesen Büchern und Filmen bin ich ein Fan von Liebesromanen. Ich mag es, wenn meine Bücher eine leichte Liebesgeschichte erzählen, in der sie ein paar Widrigkeiten überstehen müssen, um sich am Ende des Buches in die Arme zu fallen und sich ewige Liebe gestehen. Ja, es ist unglaublich kitschig und unrealistisch. Wenn jetzt jemand glaubt, dass ich den ganzen Tag in rosa gekleidet durch meine Welt schwebe und auch selbst so ein Märchen leben will, dann ist er schief gewickelt. Ich mag es, wenn es romantisch ist, aber zu viel des Guten und ich schalte ab, oder höre auf zu lesen. Aber ich weiß auch, dass es nicht echt ist und genau das ist doch auch das schöne daran. Man kann sich für ein paar Stunden wegträumen und den Alltag hinter sich lassen. Kein Mensch käme auf die Idee zu behaupten, dass der Thriller, den man gerade liest der Realität entsprungen ist und genauso verhält es sich mit Liebesromanen. Ich glaube, es gibt keine Frau auf der Welt, die tatsächlich daran glaubt, dass eines Tages der weiße Ritter auf seinem Pferd angeritten kommt und sie danach für immer und ewig mit ihm glücklich ist. Hallo? Wir leben in der richtigen Welt, da gibt es so etwas wie Alltag!

Leider muss ich gestehen, dass die Bücher immer austauschbarer werden. Ich weiß, dass ich einige Bücher in meinem Schrank stehen habe, an deren Story ich mich auch nach zwanzig Jahren noch erinnere, aber dann wiederum gibt es einen Haufen Bücher von denen ich weiß, dass ich sie gelesen habe, aber ich mich kein bisschen an die Hauptfiguren, geschweige denn die Story erinnern kann. Wenn es denn überhaupt eine Story gab. Ich glaube, das ist auch der Grund dafür, dass ich seit einiger Zeit nur noch vereinzelt ein paar historische Liebesromane gelesen habe und mich am Ende meistens nur geärgert habe. Wer also ein paar Tipps für mich hat, kann diese gerne in den Kommentaren posten. Ich bin immer auf der Suche nach guten Büchern und wer weiß, vielleicht ist ja auch ein Buch dabei, das mich so begeistert, wie es damals "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" vermochte.

Sollte jemand auch eine Empfehlung für einen richtig guten historischen Roman haben, nur her damit! Wenn ich mal nicht selbst mit Schreiben beschäftigt bin, dann lese ich immer noch für mein Leben gern.

Ach so und gerade gestern habe ich mir die besagten zwei Filme auf Bluray bestellt. Sie fehlten in meiner Sammlung, der Filme, die man im Schrank haben sollte noch.

Sonntag, 15. September 2013

Zustände wie im Mittelalter

Wie? Was? Zustände im Mittelalter? Ich könnte auch schreiben: "Zustände wie im Barock" oder "Zustände wie in der Steinzeit" und es hätte fast den gleichen Sinn.


Nein, ich habe nicht angefangen mich auf eine Rolle bei diesen Doku-Soaps à la "Gutshaus 1900" oder ähnlichem zu bewerben. Ich habe auch nicht vor für längere Zeit mit anderen Menschen von einem Mittelaltermarkt zum nächsten zu ziehen. Es geht gar nicht in die Richtung, sondern findet eher im häuslichen Teil meines Lebens statt.

Was passiert ist? Unser Boiler ist defekt und wir haben seit Dienstag kein warmes Wasser mehr. Es fing damit an, dass ich bemerkte, dass unser Wasser doch einen komischen Geruch angenommen hätte und ich dass mehr als bedenklich fand. Mein Mann war zunächst etwas skeptisch, ich meine, Wasser, das riecht? Passiert ja wohl eher selten. Doch dann fiel es ihm glücklicherweise auch auf und ich war froh, dass ich nicht anfing Wahnvorstellungen zu haben, sondern es offensichtlich tatsächlich ein Problem mit unserem warmen Wasser gab. Nun gut, da wir zuvor noch nie Probleme mit den Installationen hatten, mussten wir uns erst einmal einen Installateur aus der Gegend suchen. Der gute Mann kam auch, stellte fest, dass unser Boiler defekt ist und folglich ersetzt werden muss. Noch am gleichen Abend brachte er uns auch das Angebot vorbei. Tja, was soll ich sagen? Man hatte leider vergessen uns zu sagen, dass man aber ziemlich ausgebucht ist und man vor Oktober keine Termine mehr frei hatte. Da wir natürlich nicht so lange warten wollen, haben wir uns auf die Suche nach Alternativen begeben. Wenn wir Glück haben, kommt morgen jemand vorbei, der sich das Ganze noch einmal ansieht. Und wenn wir noch viel mehr Glück haben, wird das auch noch im Laufe der Woche repariert. Also bitte mal Daumen drücken!


Als ich das im Freundeskreis erzählt habe, waren die meisten ziemlich entsetzt und haben mir gleich angeboten, dass ich auch gerne bei ihnen vorbeikommen kann, wenn ich mal duschen möchte. Eine meiner Freundinnen meinte, dass ich mich nun gleich wie die Menschen in meinen Büchern fühlen könnte, die hätten auch kein warmes Wasser gehabt. Aber stimmt das? Ist es wirklich so, wie in der Vergangenheit?

Meine Antwort kann nur lauten: Nein! Denn im Gegensatz zu früheren Zeiten gibt es zu unserer Situation einen großen Unterschied: Während nur das warme Wasser nicht funktioniert, sprudelt das kalte weiterhin fröhlich aus dem Wasserhahn. Wenn wir nun wie in der Vergangenheit lebten, dann hätten wir auch kein fließend kaltes Wasser und das wäre dann für doch ein ziemlich unzumutbarer Zustand. Das wäre dann der Zeitpunkt, an dem ich sagen würde: "Schatz, lass uns in ein Hotel umziehen", oder aber: "Schatz, lass uns einen Installateur kidnappen und solange gefangen halten, bis er das wieder repariert hat".

So aber, finde ich, dass es wesentlich Schlimmeres gibt. Meine Haare werden mit kaltem Wasser gewaschen, zum Waschen mache ich mir das Wasser im Wasserkocher warm und vermische es dann mit kaltem Wasser. Klar, wäre es toll, sich morgens unter die Dusche zu stellen und einfach nur auf warmes Wasser zu drehen, aber ich kann nicht zaubern. Denn wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es wirklich kein so großer Deal. Ich erinnere mich, wie es vor ein paar Jahren am ersten Adventswochenende ziemlich heftig geschneit hatte und die Strommasten auf Grund der Schneemenge zusammengebrochen sind. Ziemlich viele Landstriche waren mit einem Schlag ohne Strom. Diese armen Menschen mussten bei bitterer Kälte ohne Strom auskommen. Wie wäre das? Da konnte man wirklich sagen, dass dort Zustände wie im Mittelalter herrschten, aber nur weil man kein warmes Wasser hat. Es ist ein Luxusgut, an das wir uns gewöhnt haben und das wir schwerlich vermissen, wenn es uns einmal weggenommen wird. Aber wir können ohne weiteres ohne warmes Wasser für einige Zeit auskommen und es ist kein Beinbruch, lediglich ein Einschnitt ins Wohlbefinden.

Bleibt mir nur zu hoffen, dass einer unserer Freunde seinen Scherz nicht wahr macht. Als ich nämlich sagte, dass wir ja immerhin noch Strom hätten, meinte er: "Das können wir ändern ..." Und er könnte es tatsächlich, denn er arbeitet bei dem Unternehmen von dem wir unseren Strom beziehen!

In diesem Sinne Euch einen schönen Sonntag und nehmt ein heißes Bad für mich mit :-) 

Montag, 26. August 2013

Auf den Spuren von Laura und Phil

Ich glaube schon das ein oder andere Mal erwähnt zu haben, dass ich London eine großartige Stadt finde und sie immer wieder einen Besuch wert ist. Viel zu lange war es in meinem Fall her, dass ich dort war und letzte Woche war es dann endlich mal wieder so weit. 

Ich war noch fast im Tiefschlaf, jedenfalls fühlte ich mich so, als uns das Taxi am Donnerstag Morgen in aller Frühe abgeholt hat, um uns zum Flughafen zu bringen. Wir hatten nur vier Tage Zeit, also wollte ich so wenig Zeit wie möglich verlieren und hatte einen der früheren Flüge gebucht. Leider wurden wir gleich bei der Landung ziemlich enttäuscht. Ich weiß ja nicht, woher die Jungs und Mädels bei einer gewissen Wettervorhersagenseite im Netz ihre Daten hatten, aber eines war sicher, sie waren falsch! Statt der angekündigten 27 Grad und Sonnenschein, herrschten ungefähr 20 Grad und Nieselregen. Nur gut, dass wir unsere Kleidung dem Zwiebelprinzip angepasst hatten und wir an entsprechenden Regenschutz gedacht hatten. Sorgen jedoch bereitete mir, der für den Abend vorgesehene Besuch des London Eye. 

Mein Plan für diesen Urlaub bestand darin, so viele Stationen  aus "Einsatzort Vergangenheit" und "Zwischenstation Gegenwart" wie möglich zu besichtigen. So hatte ich also für meinen Herzallerliebsten und mich Tickets für das London Eye zur Sonnenuntergangszeit inklusive eines Glases Champagner gebucht. Wer den zweiten Teil kennt, weiß, dass Laura und Phil eine einzelne Kabine für sich hatten, aber das war dann doch etwas zu viel des Guten. Was soll ich sagen? Pünktlich zum Abend hörte der Regen auf und der Himmel wurde immer klarer. Die Fahrt war sehr schön, auch wenn man sich mit seinen Mitreisenden arrangieren musste, damit man einen Platz am Fenster bekam, wenn man ein paar schöne Fotos machen wollte. 




Selbstverständlich war es viel einfacher, die Dinge zu besichtigen, die in "Zwischenstation Gegenwart" vorkamen als diejenigen, die in "Einsatzort Vergangenheit" eine Rolle spielen. Der erste Teil meiner Geschichte um Laura und Phil spielt im London des 16. Jahrhunderts und es gibt fast nichts mehr aus dieser Zeit, was bis heute überlebt hat. Lediglich die Namen der einzelnen Straßen lassen einen daran erinnern, dass die Stadt einmal ganz anders ausgesehen hat. So ist der Palast von Whitehall fast zur Gänze verschwunden, lediglich ein winziger Teil hat es bis in die Gegenwart geschafft und dieser wurde auch erst im 17. Jahrhundert gebaut.  Ich muss gestehen, dass es mir teilweise schwer fiel, mir die Stadt vorzustellen, die ich in meinem ersten Band beschrieben haben. Mögen die Straßenverläufe innerhalb der City noch so sein, wie im Mittelalter so ist es doch schwer inmitten der modernen Bürokomplexe, die Stadt aus meinem Buch wieder zu finden. 


Aber es gab doch einige Ecken an denen ich die Stadt wieder erkannt habe. Mag das Globe Theatre auch eine Nachbildung sein und "Romeo und Julia" in einem anderen Theater uraufgeführt worden sein, so hatte ich doch an diesem Ort kurzfristig die Szene, in der Laura und Phil den kleinen William Spencer retten, vor meinem inneren Auge. Auch wenn wir nur die Besichtigung gemacht haben und keine Tickets für ein Stück hatten. 

Auch das George Inn, in dem Laura und Phil in ihrer ersten Zeitreise unterkommen, ist einer der Orte an dem ich mich kurzfristig zurückversetzt fühlte. In seiner heutigen Form besteht das Pub erst seit 1676, da es zuvor bei einem Brand zerstört wurde. Das Gebäude wurde in den letzten Jahren verkleinert und es gibt nur noch eine der drei Gallerien, die früher den Hof umrahmten. Im Innern jedoch wird dem Besucher das Alter des Pubs bewusst. Es sind nicht nur die alten Möbel, die niedrigen Decken und die Bilder aus alten Zeiten, nein, es ist auch der Bierdunst der letzten Jahrhunderte, der dies verdeutlicht. Aber trotz des Geruches besitzt der Ort einen gewissen Charme, dem man sich nur schwerlich entziehen kann. Ich war fast ein wenig traurig, dass wir nicht länger dort bleiben konnten, aber leider war es der Tag unseres Abflugs und wir waren in unserer Zeitgestaltung nicht allzu flexibel. 


Leider habe ich kein Bild im Innern gemacht, aber ich finde der Hof ist auch sehr sehenswert. 


Mit zu meinen Lieblingsorten und -gebäuden der Stadt gehört für mich St. Paul's Cathedral. 



Ich kann noch nicht mal erklären, warum sie mir so gut gefällt. Für mich ist es jedoch immer der Teil, den ich hauptsächlich mit London verbinde. Ein absolutes Must ist es übrigens zu Fuß die Goldene Galerie zu erklimmen, die vielen Stufen mögen vielleicht abschreckend wirken, aber wenn man oben ist, wird man mit einer einzigartigen Sicht belohnt, die meiner Meinung nach, den Ausblick vom London Eye aus toppt.

Selbst wenn das London aus der Tudorzeit verschwunden ist, so ist es doch noch eine meiner liebsten Städte, die ich immer und immer wieder besuchen könnte. Was ich jedoch ganz bestimmt nicht wieder so schnell besuchen werde, ist das Harrod's an einem verregnetem Samstagnachmittag. Man stelle sich bitte eine beliebig deutsche Innenstadt an einem Adventssamstag vor und versetzt diese Menschenmenge in das Kaufhaus. Wenn man nun noch etwas in diesem Kaufhaus sucht, braucht man einen Lageplan, denn ansonsten ist man völlig aufgeschmissen. Ohne einen Plan der einzelnen Abteilungen ist es ein Ding der Unmöglichkeit, dort hinzukommen, wo man hin möchte. Mein Mann und ich sind sage und schreibe über eine Stunde in diesem Kaufhaus herumgelaufen, bis wir endlich den Tea Room erreicht haben, nur um dann zu erfahren, dass man mit einer Wartezeit von einer fast Stunde rechnen muss, damit man dort einen Sitzplatz bekommt! Noch einmal: Es ist nur ein Kaufhaus! Sicherlich mag man dort alles kaufen können, was das Herz begehrt und man sieht dort Dinge, die man in keinem anderen Kaufhaus zu sehen bekommt, aber irgendwie war es mir dort doch zu viel des Guten. Unnötig zu sagen, dass wir dort keinen Afternoon Tea zu uns genommen haben. Den haben wir am nächsten Tag im Garten des Kensington Palasts nachgeholt und es war äußerst lecker.  





 Abschließend kann ich nur sagen, dass es eine schöne Zeit war und ich bestimmt irgendwann wieder einmal dorthin fliegen werde, einfach, weil es noch so viel zu entdecken und sehen gibt. Auch wenn es bedeutet, dass man wieder etliche Kilometer zu Fuß hinlegt, und sei es nur, weil man innerhalb einer U-Bahn Station mehrere Minuten läuft um von Linie A nach Linie B zu wechseln. Jeder Kilometer ist es wert! 




Samstag, 17. August 2013

Das Wochenende kann beginnen

Mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass mein letzter Eintrag noch aus Juli ist! Ich schäme mich zutiefst, allerdings habe ich auch eine richtig gute Entschuldigung parat. Meine Arbeit hat mir kaum Zeit zu irgendetwas gelassen. Die letzten zwei Monate waren ziemlich stressig und ich muss sagen, dass ich abends nachdem ich zwölf bis dreizehn Stunden unterwegs war, einfach keine Muse mehr gefunden habe und einfach nicht mehr kreativ sein konnte. Jetzt ist es allerdings wieder viel besser geworden und ich habe langsam wieder etwas mehr Zeit fürs Schreiben des dritten Teils und meinen Blog.

Auch meine Freunde und Familie kamen in den letzten Wochen leider viel zu kurz und wenn dann blieb bei mir sowieso nur das Wochenende. Dabei haben mein Mann und ich ein wenig das Konzept einer meiner liebsten Freundinnen übernommen. Besagte Freundin lebt noch bis Ende des Jahres in den USA und kurz nach ihrem Umzug vor zwei Jahren hat sie mit ihrem Mann eingeführt, dass sie am Freitagabend essen gehen und zwar jede Woche in ein anderes Restaurant.

Die Idee gefiel mir und mein Mann und wir haben das nun auch schon einige Male gemacht. Wir gehen am Freitagabend in ein Restaurant oder Straußwirtschaft, essen etwas gemeinsam und unterhalten uns über Gott und die Welt. Das schöne daran ist, dass wenn man mal nicht zu Hause am Esstisch sitzt, man sich viel mehr Zeit für den anderen nimmt. Wir unterhalten uns in aller Ruhe und essen nicht nur gemeinsam und räumen danach den Tisch ab. Nein, wir können sitzen bleiben und quatschen. In den letzten Monaten haben wir also immer mal wieder am Freitagabend einen Ausflug nach Mainz und Umgebung gemacht. Das Wetter verlangte geradezu danach und immer nur auf der eigenen Terrasse sitzen, ist ja auch irgendwie langweilig. Des Öfteren haben wir uns auch mit Freunden getroffen, im Freien gesessen und über alles mögliche geredet. So hatte ich wenigstens ab und an mal ein wenig Abwechslung und nicht immer nur die Arbeit im Kopf und konnte etwas abschalten.

Ich stelle fest, dass ich mich immer mehr auf unsere Freitagabende freue und unser Freundeskreis hat beschlossen, dass wir uns ab Januar nächsten Jahres regelmäßig an Freitagen treffen wollen. Jeder darf sich ein Restaurant aussuchen und diese werden der Reihe nach probiert. Im Grunde genommen wird es eine Art Stammtisch sein, nur mit dem Unterschied, dass wir keinen festen Tisch haben. Uns geht es hauptsächlich darum, dass wir uns am Ende der Woche sehen und gemeinsam das Wochenende einläuten. Ich bin ja mal gespannt, welche kulinarischen Highlights oder Katastrophen uns da erwarten. Nicht immer bedeutet eine schöne Location auch, dass das Essen dort gut ist, wie wir in den letzten Wochen feststellen mussten. Was nutzt mir der schönste Blick auf Mainz und den Rhein, wenn man am Rheinstrand in Kastel wie ein Bittsteller behandelt wird und Freundlichkeit für das Personal dort ein Fremdwort ist? Der schönste Biergarten der Stadt ist dann leider auch nicht mehr schön, wenn man versetzt essen muss, weil das Essen des einen kam, als der andere fertig war und das laut Speisekarte versprochene Bratenfleisch mit einem Mal Leberkäse ist. Meine Ofenkartoffel war ein vertrockneter Witz und mit 6,80 € mehr als grenzwertig. Der Biergarten der Favorite hat uns gestern auch zum letzten Mal gesehen, es gibt noch genügend andere Restaurants, in denen wir noch nicht waren und bis wir alle ausprobiert haben, werden noch einige Jahre ins Land gehen.

Nach einem schönen Freitagabend liegt nun ein schönes Wochenende vor mir und es steht einiges auf dem Terminplan. Darum höre ich jetzt gleich mal auf und wünsche euch ein supertolles Wochenende und hoffe, dass ihr auch mit euren Liebsten Traditionen pflegt und diese nicht einschlafen lasst.




Mittwoch, 24. Juli 2013

Weil das Wetter so schön ist ...

... dachte ich mir, dass es an mal wieder an der Zeit für einen kleinen Teaser ist. Ich habe einige Zeit nichts mehr von mir in dieser Richtung hören lassen und nur damit ihr mir glaubt, dass es einen dritten Band gibt. Derzeit bin ich beruflich ziemlich eingespannt und die Zeit zum Schreiben ist leider knapper als ich es mir wünsche. Doch es geht vorwärts und die Geschichte ist in vollem Gange. Demnächst sollte ich wieder etwas mehr Freizeit haben und dann werde ich mich wieder voll in die Arbeit am Buch reinknien. Versprochen!

Und jetzt viel Spaß beim kurzen Ausschnitt:

Unterm Dach staute sich die Sommerhitze. Es war extrem stickig und heiß und ich fächelte mir mit der Hand Luft zu, was aber außer einem weiteren heißen Luftschwall nichts brachte. Die junge Wirtin öffnete eine der vier Türen und mit einer übertriebenen Geste ihres Arms, forderte sie mich auf einzutreten. Ich folgte der Aufforderung und schluckte kurz. Der Raum war fast dazu gedacht Klaustrophie zu bekommen und hatte eher die Größe einer Schuhschachtel als die eines Hotelzimmers. Einer eingedrückten Schachtel, um genauer zu sein. Die Dachschräge trug ihr Übriges dazu bei, den Raum noch kleiner wirken zu lassen, als er es ohnehin schon war. Ich inspizierte den Raum kurz. Die längliche Seite des Zimmers wurde von einem äußerst schmalen Bett mit klumpigem Bettzeug eingenommen. Das Kopfende des Betts grenzte an die Dachschräge an und ich war mir sicher, dass man sich den Kopf  heftig daran stieß, wenn man nicht aufpasste. Ans Fußende des Betts grenzte eine wackelige Kommode an, die sicherlich zu Zeiten Gutenbergs modern gewesen war, nun aber nur noch von Holzwürmern zusammengehalten wurde. Auf der Kommode stand ein angeschlagener Steingutkrug, daneben eine Schüssel, die auch schon mal bessere Zeiten gesehen hatte. Ein winziger Verschlag sollte wohl als Fenster dienen, der aber mit einer einfachen Plane zugedeckt war, sodass man nicht hinaussehen konnte. Eine Toilette würde ich in diesem Zimmer nicht finden, sie waren zu dieser Zeit noch nicht besonders weit verbreitet und sollte es sie bereits in Hotels gegeben haben, gehörte dieses Etablissement bestimmt nicht zu denjenigen, die einen solchen Luxus anboten. Wenn ich Glück hatte, würde ich unter dem Bett einen entsprechenden Topf finden, damit ich nachts nicht rausmusste. Aber es konnte genauso gut sein, dass ich auch des Nachts die Stufen nach unten steigen musste, um mein Geschäft am stillen Örtchen im Hof zu erledigen.

   »Was soll es kosten?«, fragte ich und hoffte, dass sie mir einen einigermaßen akzeptablen Preis nennen würde. Der Betrag ließ mich schlucken und ich protestierte aufs Heftigste, dass sie für dieses Kabuff dermaßen viel verlangte. Wir diskutierten eine Weile, bis wir uns auf  einen Zimmerpreis einigten , der für mich gerade noch annehmbar war und mich nicht gleich bis aufs Hemd beraubte. Ich beglich die Rechnung für die erste Nacht bei der Wirtin und sie verließ das Zimmer und ich war wieder alleine.

Selbst ohne mich zu bewegen, rann mir der Schweiß in Strömen vom Gesicht. Ich trat an den Verschlag und löste die Plane. Ich hatte die irrwitzige Idee, dass ich dadurch etwas Luft hineinlassen konnte. Kaum hatte ich das »Fenster« geöffnet, erkannte ich meinen Irrtum. Kein Windchen regte sich und die Luft schien zu stehen. Und statt eines grandiosen Ausblicks auf den nahen Dom starrte ich auf eine Hauswand, die nur eine Armlänge entfernt war. Soviel zum Panoramablick. Seufzend ließ ich mich auf dem Bett nieder und starrte niedergeschlagen durchs Fenster auf die gegenüberliegende Hauswand.

P.S. Das ist die uneditierte Version, Fehler etc. werden im Korrektorat beseitigt.

Samstag, 20. Juli 2013

Sommerferien Teil 2 oder Summer in the City

Das Hoch, das unser Wetter derzeit bestimmt ist ziemlich ausdauernd und willensstark. Ich kann mich nur an wenige Jahre erinnern, in denen das Wetter im Sommer so lange so gut und angenehm war. Nachts kann man gut schlafen und tagsüber ist die Temperatur derart angenehm, dass man immer noch Lust hat etwas zu unternehmen. Müsste ich nicht arbeiten gehen und hätte Urlaub wäre das ganze ein wahrer Traum. Aber ich will mich nicht beklagen, ich hatte schon Urlaub und es war ein richtig schöner. Außerdem habe ich ja noch ein paar Tage übrig :-)

Wie schon beim letzten Mal versprochen, wollte ich in meinem nächsten Blogeintrag über die Sommerferien berichten, in denen meine Eltern nicht in Urlaub gefahren sind. Ich war elf, fast zwölf als meine Mutter beschloss, dass es wieder an der Zeit sei arbeiten zu gehen und sie lange genug zu Hause geblieben war. Wie das mit neuen Arbeitsstellen so ist, gab es auch dort eine Probezeit und die fiel nun mal in die Sommerferien. Wir fuhren also nicht weg und es war tatsächlich der einzige Sommer, den ich komplett zu Hause verbracht habe. Was also macht man, wenn man die ganze Zeit zu Hause ist?

Ich weiß nicht, ob es das auch in anderen Städten gibt, aber bei uns gab und gibt es die Ferienkarte. Damals kostete sie 25 Mark und sie war die Eintrittskarte zu vielem. Man konnte damit die gesamte Ferienzeit über die Stadtbusse nutzen, hatte freien Eintritt in alle Schwimmbäder der Stadt und für eine Mark Eintritt konnte man ins Kino gehen. Es waren zwar immer etwas ältere Filme und die Vorstellungen fanden morgens um zehn und zwölf statt, aber bei diesen Preisen konnte man nicht meckern. Es gab auch noch diverse Kurse, wie Töpfern oder Ähnliches sowie Tagesausflüge in nahe gelegene Freizeitparksparks. Für diese Kurse musste man sich jedoch anmelden und die waren in der Regel ziemlich schnell ausgebucht. Aber das war sowieso nicht so schlimm, denn uns reichte es, dass wir schwimmen und ins Kino gehen konnten. So verbrachte ich also meine Sommerferien zusammen mit den Klassenkameradinnen, die auch nicht weg waren.

Das war 1986 und es gab noch keine PCs im Haus. Von Internet, Handy oder Spielkonsolen war noch lange keine Rede! Trotzdem war es eine schöne Zeit und langweilig war es auch nie. Ich sehne diese Zeit nicht wirklich zurück, erinnere mich aber gerne daran. Wenn ich daran zurück denke, bin ich immer wieder überrascht, wie schnell sich das alles in den letzten Jahren gewandelt hat. Damals hätte ich bestimmt nicht geglaubt, dass ich einmal mit meinem Computer auf meiner Terrasse sitze und dabei Musik aus einem tragbaren Telefon höre.

Damit ich jedoch nicht komplett alleine war, nahm mein Vater sich auch ein paar Wochen Urlaub und unternahm einiges mit mir zusammen. Jetzt kommt die Frage, was glaubt ihr, wünscht sich eine Elfjährige dann zu machen? Ausflüge auf einen Ponyhof? Einkaufen gehen? Weit gefehlt! Ich wünschte mir jedes Museum der Stadt zu besuchen. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Geschichte in der Schule als Unterrichtsfach hatte, war ich schon sehr an der Vergangenheit interessiert. Vielleicht kommt es dadurch, dass ich aus einer Stadt komme, in der man immer etwas aus alten Zeiten findet, sobald irgendwo gebaut wird. Ich glaube, ich war sechs oder sieben, da wurden beim Bau eines Hotels Schiffe aus der Römerzeit gefunden. Meine Großeltern lebten nur einen Katzensprung davon entfernt und so kam es häufiger vor, dass wir uns die Ausgrabungsstellen ansahen. Geschichte ist etwas, das in Mainz allgegenwärtig ist und ich wollte in diesem Sommer mehr über meine Heimatstadt erfahren.
So zogen mein Vater und ich also los: Ins Römisch-Germanische Zentralmuseum, das Landesmuseum, dem Dommuseum und natürlich auch ins Gutenberg-Museum. Das Museum zu Ehren des größten Sohnes, den die Stadt bisher hervorgebracht hat. Mein Vater war mitten in Mainz aufgewachsen und hatte als Kind noch in den Trümmern der völlig zerstörten Stadt gespielt. Er kannte die Stadt, wie seine Westentasche und zeigte mir die historischen Gebäude, die den Krieg unbeschadet überstanden haben und ihre Geschichte dazu. Es war der Sommer, in dem ich meine Stadt kennenlernte und noch heute denke ich gerne an diesen Sommer zurück. Für mich war es nicht langweilig, die ganzen Kirchen oder Museen zu besichtigen. Ich fand es aufregend und spannend, mit meinem Vater an der Seite hatte ich den besten Stadtführer an meiner Seite den man sich wünschen konnte.

Es war immer der Wunsch meines Vaters ein Buch zu schreiben. Er war Pressesprecher der Polizei und im Fastnachtsverein aktiv, das Schreiben und das Spielen mit Worten lag ihm also. Leider musste er viel zu früh von uns gehen, sodass er nicht mehr dazu kam seinen Traum in Angriff zu nehmen. Ich glaube, dass er auf seiner Wolke sitzt und stolz darauf ist, dass seine Tochter Bücher schreibt. Er war ein großer Fan von Science-Fiction Romanen und Zeitreisegeschichten hatten es ihm genauso angetan wie mir. Wir haben oft über das Großvaterparadoxon gesprochen und was bei Zeitreisen möglich ist und was nicht. Ich bin mir sicher, der dritte Teil von "Einsatzort Vergangenheit" hätte ihn besonders gut gefallen. Nicht nur, dass es wieder Zeitreisen gibt, nein dieser Teil spielt auch noch in seiner Stadt. Darum werde ich auch diesen Band meinem Vater und der Erinnerungen an den Sommer 1986 widmen.

Es war der einzige Sommer zu Hause und obwohl er so anders war, mitunter der schönste Urlaub meiner Kindheit.

Euch allen noch ein schönes Wochenende mit viel Sonnenschein!


Sonntag, 14. Juli 2013

Sommerferien Teil 1

Wir haben Sommerferien! Im Grunde genommen interessieren mich die Ferien nicht, da ich keine Kinder habe und somit herzlich wenig damit zu tun habe. Das einzige, was ich davon habe, ist die Tatsache, dass die Autobahn ein bisschen weniger voll ist als sonst. 

Doch man kommt nicht um die Ferien herum, im Radio, in der Zeitung und so weiter reden sie alle davon. Ich freue mich übrigens für diejenigen, die jetzt frei haben und dieses super tolle Wetter genießen können. Ich erinnere mich an Ferien, die total verregnet waren und somit überhaupt keinen Spaß machten. 

Aber darüber wollte ich gar nicht schreiben, irgendwie musste ich im Zuge des ganzen Geredes davon denken, wie meine Sommerferien in der Kindheit verlaufen sind. Ich bin im Weltmeisterjahr 74 geboren und die größte Befürchtung, die mein Vater hatte, war die, dass ich während des Finales zur Welt komme. Da meine Mutter bei solchen Sportereignissen mit Leib und Seele dabei ist, war das noch nicht mal so abwegig, auch wenn ich damit zwei Monate zu früh auf die Welt gekommen bin. Doch braves Kind, das ich nun einmal war, (hüstel) habe ich still gehalten und bin zum verabredeten Zeitpunkt auf die Welt gekommen. Somit kann ich leider nicht über meine ersten Sommerferien berichten, die sicherlich spannend waren, aber ich nun mal bis September ausgehalten. 

In meiner Kindheit und Jugend gab es eigentlich nur ein Jahr, an das ich mich erinnern kann, in dem wir nicht in die Sommerferien gefahren sind. Ansonsten wurde Jahr für Jahr das Auto gepackt und wir sind gen Süden gefahren. Meine Eltern hatten eine Vorliebe für Spanien und die zwei Jahre, die wir in die Dolomiten gefahren sind, sehe ich mal als Ausrutscher an. 

Sind wir früher immer in verschiedene Orte gefahren, so änderte sich das ab Sommer 82. Wir fuhren das erste Mal in ein kleines Örtchen in Spanien. An die Costa del Azahar, was Küste der Orangenblüte bedeutet und relativ genau bezeichnet, was es dort gibt. Nämlich Orangenhaine noch und nöcher. Wir fuhren aber nicht in die berühmten Touristenhochburgen Benicàssim oder Peñíscola. Nein, wir fuhren in den kleinen Ort Almazora. Ich glaube nicht, dass besonders viele Menschen diesen Ort kennen, denn er ist touristisch gesehen relativ uninteressant und nur wenige Deutsche verirrten sich damals in diese Gegend. Bis heute gibt es noch nicht mal einen Artikel in Wikipedia dazu! Wie gesagt, es handelte sich um einen kleinen Ort, in dem hauptsächlich Familien aus Valencia ihren Feriensitz hatten. Unsere Ferienwohnung lag in einer Straße, in der ein in Deutschland lebender Spanier ein paar Wohnungen besaß und diese an Deutsche vermietete. Alles andere war fest in spanischer Hand. Da es meinen Eltern und meiner Schwester und mir dort so gut gefallen hatte, fuhren wir im nächsten Jahr wieder hin, und im übernächsten Jahr auch und im überübernächsten Jahr ... 

Aber was waren das für Urlaube! Dreht mal ein wenig die Zeit zurück und versucht euch daran zu erinnern, wie es war als ihr in eurer Kinderzeit in Urlaub gefahren seid. Heute packen wir meist unsere Koffer, gehen zum Flughafen und fliegen an unseren Urlaubsort. Auch wenn wir in eine Ferienwohnung fahren, nehmen wir meistens nur Kleider mit. Vielleicht ein paar Messer, da die meisten Ferienwohnungen nicht über gescheite Küchenmesser verfügen, aber wir reisen nicht so, wie meine Eltern es damals getan hatten. 

Unser guter, alter Opel Rekord wurde bis unters Dach vollgepackt. Nicht nur mit Kleidern, Badesachen, Handtüchern, Sonnencreme und Büchern. Nein, in alle möglichen Ecken wurden Dosenmilch, deutscher Kaffee und sonstiger Vorrat für die nächsten Wochen  eingepackt. Meine Eltern waren nicht sehr experimentierfreudig und wollten keinen landestypischen Kaffee trinken. Und warum sie unbedingt Dosenmilch mitnehmen mussten, ist mir ein Rätsel. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es diese auch in Spanien gab. 
Nach unserem ersten Urlaub dort, stellten meine Eltern übrigens fest, dass der Tisch auf unserer Terrasse eine Katastrophe war und ab diesem Jahr nahmen wir übrigens auch noch unseren Campingtisch und eigenen Sonnenschirm mit! Von Luftmatratzen und Liegen ganz zu schweigen. Wenn dann das Auto vollgepackt war, ging es nachmittags gegen fünf Uhr los. Es war die Zeit, in der Autos noch keine Klimaanlage hatten und meine Eltern wollten nicht mit zwei quengelnden Kindern durch die Hitze fahren. Die erste Pause,  die wir stets kurz hinter der französischen Grenze machten, war schon das erste Highlight unserer Reise. Dann packte meine Mutter ein Picknick aus, das sich sehen lassen konnte. Es gab gebratene Hähnchenschenkel, gekochte Eier, saure Gurken, Tomaten und und und. Sicherlich gab es diese Dinge auch sonst bei uns, aber ich bilde mir ein, dass sie nie besser schmeckten als auf unseren Pausen an den Rastplätzen.  Ich liebte diese Fahrten alleine schon wegen des Abendessens. 

Ich habe viel Ähnlichkeit mit meinem Vater und in manchen Dingen, bin ich genauso wie er. Aber ob ich, wie er einen Plan mit unserer Route gemacht hätte, auf der die einzelnen Fahrzeiten vom Vorjahr und die Péagestationen (mit Angaben in Franc!) verzeichnet sind, wage ich zu bezweifeln. So saß meine Mutter also neben meinem Vater und musste immer die einzelnen Zeiten eintragen und hatte in ihrem Extra-Portemonnaie das abgezählte Geld für die Mautstationen. (Ein bisschen Reserve war drin, es konnte ja durchaus sein, dass die Gebühren erhöht worden waren.) Während wir also schliefen, fuhren meine Eltern durch die Nacht. Zwischendrin machten wir Pausen, in denen mein Vater auch mal ein oder zwei Stunden schlief, um dann erholt weiter zu düsen. Für unseren ersten Halt in Spanien suchten sich meine Eltern immer eine besonders schöne Stelle aus. Meistens konnte man von dort aus  in weiter Ferne das Meer sehen . Die Vorfreude wurde immer größer! Unterwegs spielten wir dann das Spiel, dass vermutlich jedes Kind, das zu dieser Zeit in Spanien Urlaub machte, mit seinen Eltern gespielt hat: Wir zählten die Osborne-Stiere. (Wer nicht weiß, was das ist, kann hier nachschauen: http://de.wikipedia.org/wiki/Osborne-Stier

Wenn dann die ersten Orangenbäume kamen, wussten wir, jetzt kann es nicht mehr lange dauern. Durch ein weit verzweigtes Labyrinth, ohne besonders gut kenntlich gemachte Straßennamen, fuhren wir durch die Haine und immer dann, wenn ich glaubte, dass wir uns doch verfahren hatten, öffnete sich die Straße und gab den Blick auf das in der Morgensonne glitzernde Mittelmeer frei. Diesen sensationellen Blick durfte ich dann für die nächsten Wochen Tag für Tag genießen, denn unsere Wohnung lag im ersten Stock und vor unserem Haus gab es nur den Pool, der zu den Ferienwohnungen gehörte, die Straße, die am Meer entlangführte und das Meer! Vermutlich ist es diese Zeit aus meiner Kindheit, die mich noch heute fast immer Urlaub am Wasser machen lässt. Berge reizen mich nicht besonders, aber Wasser und insbesondere das Meer lassen meine Augen aufleuchten. 

Sobald wir angekommen waren, mussten wir Kinder natürlich sofort in den Pool und von da ab, waren unsere Eltern abgemeldet. Denn in diesem Ort machten eigentlich immer nur Eltern mit Kindern in unserem Alter Urlaub und nach wenigen Stunden waren wir miteinander befreundet.  In einigen Jahren fuhren auch befreundete Familien mit, sodass wir wirklich nie alleine waren und uns langweilten. 

Ans Meer gingen wir in den ersten Jahren selten, denn der Strand war kein Sandstrand, sondern ein Kieselstrand und war daher etwas unbequem. Die Luftmatratzen machten es zwar etwas angenehmer, aber so richtig schön war der Strand nicht, zumal er wirklich winzig war. Das änderte sich in den späteren Jahren und wir haben mehr Zeit dort verbracht. So lagen wir also die meiste Zeit am Pool, wie die anderen Familien auch. Dort lernte ich schwimmen, denn das musste man unbedingt, um bei den Wasserballturnieren, die wir veranstalteten, mitmachen zu können. 

Ach, was könnte ich nicht alles aus dieser Zeit erzählen! Abends nach dem Essen spielten wir Kinder auf der fast unbefahrenen Straße Federball oder Verstecken oder saßen einfach nur zusammen. Manchmal traf man die Kinder im nächsten Jahr wieder und freute sich alte Freunde zu treffen, manchmal kamen neue Kinder dazu. Diese Wochen des Jahres waren die schönsten und Jahr für Jahr freute ich mich auf unseren Urlaub dort. Die Wohnung war übrigens wenig luxuriös, zwar hatte sie drei Schlafzimmer, aber das war es dann auch schon mit dem Luxus. Das Bad war winzig, noch kleiner als unseres in Deutschland. Das Wohnzimmer, welches wir nie nutzten, da wir immer draußen waren, hatte keinen Fernseher und die Küche keine Spülmaschine. Das mag merkwürdig klingen, dass ich das erwähne, aber wir hatten zu Hause schon eine Spülmaschine und das war übrigens das einzige, was ich vermisste. 

Als ich dann älter wurde, muss ich gestehen, dass ich die Schnauze voll davon hatte, immer wieder an den gleichen Urlaubsort zu fahren und das meistens für drei Wochen oder länger! In meiner Teenagerzeit hatte ich einfach keine Lust auf meine Freundinnen zu Hause, den Fernseher und Kino zu verzichten. Doch meinen Eltern gefiel es dort und so fuhren wir dorthin, bis ich 18 war. Danach fuhr ich nicht mehr mit meinen Eltern in Urlaub und sie suchten sich neue Reiseziele.

Wenn ich jedoch an die Jahre meiner Kindheit zurück denke, dann sind es diese Wochen im Jahr, die ich am Besten in Erinnerung habe. Wir brauchten keinen Fernseher oder sonstigen Geräte, die uns unterhielten und bespaßten. Wir spielten mit den anderen Kindern oder unseren Eltern, lagen faul rum und lasen Bücher, besichtigten ab und an mal ein paar Orte in der näheren Umgebung und ließen es uns einfach gut gehen. Es gab immer Melonen oder anderes frisches Obst, das es in Deutschland nicht so oft gab. Abends grillten wir im Garten oder gingen  mal zum Essen in eines der wenigen Restaurants am Ort. Es war einfach eine tolle Zeit und wenn ich noch einmal etwas in meinem Leben machen dürfte, würde ich gerne in die Mitte der 80er reisen und dort noch einmal hinfahren. Einfach noch einmal Kind sein und eine unbeschwerte Zeit verbringen, nicht an Morgen denken und es genießen! 

Mit diesem etwas melancholischem Gedanken verabschiede ich mich für heute und berichte beim nächsten Mal von den Sommerferien, in denen wir nicht weg waren. 



Samstag, 13. Juli 2013

Zurück aus der Schmollecke

Nachdem ich beim letzten Post doch wirklich etwas gefrustet war, bin ich dieses Mal definitiv besserer  Laune. Worüber ich beim letzten Mal geschrieben habe, ist nun einmal der Lauf der Welt und ich kann es nicht ändern. Ich darf mich zwar darüber ärgern, aber es sollte doch kein Grund sein, mir dauerhaft die Stimmung zu vermiesen.

Wenn ich so darüber nachdenke, kommt mir der alte Doris Day Song "Que Sera, Sera " in den Sinn. Im Grunde genommen bin ich ein recht rationaler Mensch, doch wenn es um solche Sachen geht, dann bin ich da eventuell sogar etwas esoterisch angehaucht. Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass nichts auf dieser Welt aus Zufall geschieht, bis auf die Existenz von Stechmücken. Bis heute kann ich nichts Sinnvolles an diesen biestigen Tieren entdecken. Sie sorgen dafür, dass sich juckende Quaddeln auf der Haut ausbreiten und man nachts nicht schlafen kann, weil man ständig dieses schreckliche Geräusch, das sie beim Fliegen machen. Aber gut, es gibt sie halt, wieder zurück zu den Zufällen.

Blicke ich zurück auf mein Leben, dann hat mich alles was bisher geschehen ist, dorthin geführt, wo ich heute bin. Ich habe es gewiss nicht geplant, denn wie sagt das Sprichwort? "Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, mach Pläne." Klar, kann ich eine Reise planen oder meinen nächsten Geburtstag, aber alles andere? Ich hatte andere Ziele für mein Leben, so viel ist klar. Irgendwann einmal vor langer Zeit hatte ich mich mal in einem Verlag gesehen. Dort wollte ich als Lektorin arbeiten und was ist aus mir geworden? Ich habe einen Abschluss in BWL und bin in der Automobil-/Bankenbranche gelandet. Ganz weit weg von meinem ursprünglichen Plan. Kennt ihr das auch, dass ihr euch manchmal fragt, was geschehen wäre, wenn dies oder jenes nicht geschehen wäre? Wäre alles anders gekommen oder doch so, wie es heute ist? Ich mag diese Gedankenspiele und überlege manchmal, was passiert wäre, wenn ich zum Beispiel nicht Französisch als erste Fremdsprache gehabt hätte. Diese Sprache und ich hatten es nicht einfach miteinander und sie hat mir einige Probleme in der Schulzeit bereitet. Wenn ich nun also Englisch gehabt hätte, hätte ich es einfacher gehabt? Hätte ich nicht eine Klasse wiederholen müssen? Hätte ich dann nicht meinen Studentenjob in meiner alten Firma angenommen? Vermutlich nicht, ich hätte nicht meinen Mann und meine zwei besten Freundinnen kennengelernt. Mein gesamter Freundeskreis wäre heute bestimmt ein anderer und eins ist sicher, glücklicher wäre ich nicht. Denn ich bin zufrieden mit meinem Leben und ich möchte es gegen kein anderes eintauschen.

So und mit diesen philosophischen Gedanken verabschiede ich mich für heute und schreibe mal weiter am dritten Teil von "Einsatzort Vergangenheit". Ein Buch zu schreiben, wäre trotz des Wunsches, es zu tun, übrigens auch etwas gewesen, was ich nie getan hätte. Doch dann war ich einige Zeit lang krank und konnte nur rumliegen und mich langweilen. Und weil ich mich so schrecklich langweilte, habe ich angefangen den ersten Teil zu schreiben.

Hier schließt sich also der Kreis wieder und ich kann mit Recht sagen, dass nichts ohne Grund geschieht.

Dienstag, 2. Juli 2013

Die Welt ist ungerecht ...

Eigentlich wollte ich ja nicht jammern, sondern immer alles ganz toll finden. Nur bin ich momentan leider an einem Punkt angekommen, an dem ich es einfach nicht mehr lustig finde.

Da habe ich also ein Buch geschrieben, dass anscheinend recht gut zu unterhalten weiß, wenn man sich die Rezensionen auf Amazon und Co. umschaut. Über viele Wochen und Monate habe ich an meinem Text gesessen, mir überlegt, was als nächstes kommen könnte. Immer wieder habe ich den Text überarbeitet, weil mir gewisse Formulierungen nicht gefielen, Passagen geändert, da sie nicht wirklich in die Geschichte passten. Was ich also sagen will, ist, dass ich alles alleine gemacht habe. Ich habe mir meine Inspirationen nicht aus anderen Büchern geholt und keine sogenannten Platzhalter verwendet an Stellen, an denen ich erst einmal nicht weiter wusste. Nein, ich habe nicht wie eine gewisse andere Indie-Autorin gearbeitet. 

Als die Sache mit den Plagiatsvorwürfen aufkam, war ich erst einmal skeptisch, doch nachdem ich die Beweisstellen, und es waren seeehr viele, gesehen hatte, konnte ich auch nicht mehr verleugnen, dass es Zufall war. Die dann folgende Erklärung es handelte sich um Platzhalter, wie sie bei jedem Autor im schöpferischen Prozess üblich seien, war das Lächerlichste, was ich je gehört habe. 

Die besagten Bücher wurden vom Markt genommen und waren nicht mehr erhältlich. Bis vor kurzem. Anscheinend haben sich die Anwälte der beiden Parteien geeinigt und was macht die Dame? Stellt ihre Bücher, ganz so als sei nichts gewesen, wieder bei Amazon ein. Die abgeschriebenen Stellen waren nun leicht abgeändert und doch dauerte es nur ein paar Tage, bis einige findige Leser erneut identische Stellen, dieses Mal aus anderen Büchern, fanden. Was war die Folge? Es gibt nun eine erneut überarbeitete Version zu finden und das war es. 

Was mich daran stört? Die Tatsache, dass das die Neuleser anscheinend nicht stört! Die neuesten Rezensionen schwärmen davon, wie lustig das Buch ist und wie unterhaltsam und so weiter. Hallo? Geht's noch? Der Verkauf dieses Buches ist für alle Indie-Autoren, die mit viel Mühe und Liebe an ihren Werken arbeiten ein Schlag ins Gesicht! Warum sollten wir uns eigentlich noch weiter anstrengen? Einfach copy+paste anwenden und schon hat man ein fertiges Buch. Selbst wenn es aufgefallen ist, dass das man abgeschrieben hat, scheint es noch genug Leser zu geben, die das nicht interessiert. Hauptsache, das Buch ist irgendwie unterhaltsam. 

Irgendwie verstehe ich die Welt nicht mehr und muss gestehen, dass solche Sachen, mir ehrlich gesagt, ein wenig die Lust am Schreiben vergällen. Warum sollte ich mich weiter anstrengen? Ich bekomme regelmäßig das Feedback, dass meinen Lesern die Bücher gefallen. (Gut, es gibt auch Ausnahmen, aber die gibt es immer) Aber bringt mich das weiter? Wird mein Buch dadurch bekannter? Wird es mehr verkauft? Die ehrliche Antwort ist nein und so muss ich zusehen, wie andere Bücher, die auf den Ideen von anderen basieren, sich wesentlich besser verkaufen als meine. 

Klar haben wir etwas andere Zielgruppen, doch mir geht es ums Prinzip und ich kann einfach nicht verstehen, wie sich die Dreistigkeit dieser Dame auszahlt, während andere in die Röhre schauen. 

Ich geh' dann mal eine Runde schmollen ... 


Mittwoch, 19. Juni 2013

Warum wundert es mich nicht?

Erinnert ihr euch daran, wie es war, als die ersten Folgen von "Einsatz in 4 Wänden" auf RTL ausgestrahlt wurden? Ich habe die Sendung nur durch Zufall gesehen, da sie im Vormittagsprogramm lief. Ein Zeitpunkt an dem ich normalerweise nicht zu Hause bin, ich hatte vermutlich Urlaub, denn ich erinnere mich daran, wie ich nur kurz darauf durch IKEA lief und meinem damaligen Freund, jetzt mein Mann, von der Sendung erzählte.

Das Konzept einen nicht so tollen Raum mit einfachen und nicht besonders aufwändigen Mitteln komplett umzugestalten, begeisterte mich.  Als die Sendung dann ins Vorabendprogramm umzog, hatte ich sogar eher die Gelegenheit mir die Folgen anzusehen. Einige der Tipps und Tricks, die in der Sendung gezeigt wurden, haben mir bei späteren Renovierungen wirklich geholfen.

Auch die ersten Sendungen, die im Abendprogramm liefen, habe ich mir noch regelmäßig angesehen. Damals wurden noch Häuser von relativ normalen Menschen umgestaltet, auch wenn ich mich persönlich gefragt habe, ob ich in einem Haus wohnen möchte, in dem alle Möbel aus dem schwedischen Möbelhaus sind. Manche Sachen von dort sind wirklich klasse, aber alles? Nicht wirklich, aber wenn man das alles geschenkt bekommt, würde ich mich nicht beschweren.

Aber dann ging es mit einem Mal rapide bergab. Ich weiß nicht, ob sich irgendwelche Programmmacher bei RTL überlegt haben, dass das alles nicht krass genug ist, um die Zuschauer vor die Glotze zu locken. Jedenfalls begann es damit, dass nur noch Häuser von Menschen umgebaut wurden, denen etwas Schreckliches widerfahren war. Im Grunde genommen nicht verkehrt, aber ich möchte mich einfach nicht am Leid anderer Menschen ergötzen und mir selbst immer wieder sagen, wie gut es mir geht. Ich möchte auch nicht dabei sein, wenn die Menschen, die bestimmt einiges durchgemacht haben vor laufender Kamera in Tränen ausbrechen. Es war mit einem Mal das gleiche wie bei DSDS, es gab nur noch Kandidaten, die eine "Geschichte" zu erzählen hatten. Normale Menschen, wie du und ich, kamen gar nicht erst weiter.

Doch das Ende der Fahnenstange war noch nicht erreicht, denn anscheinend gab es nicht mehr genug Menschen, die Schlimmes durchgemacht hatten, deren Häuser renovierungsbedürftig waren. Oh nein, jetzt mussten es Häuser von Messies sein. Ich habe einmal in einer dieser Sendungen reingeschaltet und musste vor Ekel wegschalten. Alleine der Anblick dieses Mülls brachte mich fast zum Würgen, wie müssen sich die Leute vor Ort gefühlt haben.

Ich hatte schon lange aufgehört die Sendung zu sehen, die Beschreibung im Fernsehprogramm war Grund genug nicht einzuschalten. So hatte ich nur am Rande mitbekommen, dass die Sendung wohl wieder lief.

Vermutlich war ich nicht die Einzige, die nicht mehr eingeschaltet hat und so musste ich am Samstag in der Zeitung lesen, dass die Sendung wegen zu geringer Quote vorzeitig eingestellt wurde. Klar war irgendwann einmal das Konzept aufgebraucht, aber hätte man nicht aufhören sollen als es am schönsten war? Musste man immer weiter machen und sensationsgieriger werden?  Darum überraschte mich diese kleine Nachricht nicht mehr und traurig war ich deswegen auch nicht. Ich muss zugeben, dass ich mit diesen ganzen Skripted Reality Shows nichts anfangen kann, dafür ich mir meine Zet zu schade.

Ob Tine Wittler das Ende weh tut? Wenn ich darüber nachdenke, was sie in den letzten Staffeln alles durchmachen musste, kann ich es mir nicht vorstellen. Ich habe einige ihrer Bücher gelesen und mochte ihren Schreibstil und auch in Interviews habe ich sie als kluge und interessante Frau erlebt. Ich wünsche mir für sie, dass sie eine neue Sendung bekommt, die die Leute wieder unterhält und das nicht auf Kosten anderer.


Sonntag, 9. Juni 2013

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen

Und darum herrschte hier in den letzten Wochen wieder einmal Funkstille. Ich war im Urlaub und habe meinen Laptop guten Gewissens zu Hause gelassen und hatte nur ein Tablet dabei. So praktisch diese Teile auch sein mögen, darauf schreiben, ist ein Krampf. Ich hatte mir extra eine Bluetooth-Tastatur gekauft, damit ich E-Mails oder ähnliches schnell beantworten kann. Als ich sie mir gekauft habe, war sie wirklich einwandfrei. Ich konnte gut drauf tippen und es gab nichts zu bemängeln.

Da ich jedoch zu Hause selten die Tastatur benötige, habe ich sie in den letzten Wochen auch nicht mehr benutzt. Hätte ich das vor Beginn des Urlaubs doch mal getan! Denn kaum kam die erste E-Mail aus der Heimat, musste ich feststellen, dass so unwichtige Buchstaben, wie a, s und d nicht mehr funktionierten! Grummelnd habe ich die Tastatur abgeschaltet und mit der Touchtastatur geschrieben. Um schnell mal ein oder zwei Sätze zu schreiben ist das auch durchaus kein Problem, aber längere Texte sind ein Ding der Unmöglichkeit. Ich schreibe blind, in Ermangelung der realen Tasten muss ich doch immer wieder auf das Tablet schauen und ich habe den Eindruck das Schreiben eines Textes dauert gleich dreimal so lange. Aber da ich im Urlaub war, gab es eigentlich gar nicht so viel Korrespondenz, die beantwortet werden musste und ich konnte die Zeit genießen.

Wir hatten definitv besseres Wetter als die armen Menschen hier, die jetzt auch leider noch in einigen Gebieten mit dem Hochwasser zu kämpfen haben. Es gab zwar auch Tage, an denen ich dachte, dass das nichts mehr mit Urlaub und Wohlfühlen zu tun hat, aber das ging auch vorbei. Oder wie sonst soll man 2° C  und Sturm bezeichnen? Nun weiß ich auch, warum Chicago "The Windy City" genannt wird. Selten habe ich eine Stadt erlebt, in der es so kalt und stürmisch war, wie dort. Ich kam mir während meines Aufenthalts dort vor, wie im Winter. Doch trotz der Kälte haben wir uns nicht einschüchtern lassen und haben die Stadt erkundet. Schon vor unserer Abreise haben uns immer wieder Menschen in unserem Bekanntenkreis erzählt, was für eine tolle Stadt Chicago sei. Ich finde, sie haben nicht übertrieben. In der Regel sind viele amerikanische Großstädte austauschbar, doch die Architektur und die Lage am See machen die Stadt doch zu etwas Besonderem. Ich bereue es auf keinen Fall dort gewesen zu sein und sollte sich die Gelegenheit bieten, würde ich bestimmt noch einmal hinreisen.

Wo waren wir noch? Unsere Reise begann in Toronto und somit mein erster Aufenthalt in Kanada, der Abstecher an die Niagarafälle im letzten Jahr zählt nicht als Kanadaaufenthalt. Ich würde sagen, es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich dort war. Mir gefiel es wirklich gut dort und es gibt einige gewisse Ecken, die ich gerne mal sehen würde. Während ich Chicago toll fand, hatte Toronto es ein wenig schwerer bei mir. Die Stadt an sich ist nicht verkehrt, was mir aber einfach nur auf die Nerven ging, waren die unzähligen Baustellen, die sich durch die ganze Innenstadt zogen und für ein Verkehrschaos nach dem anderen sorgten. Es dauerte einfach unglaublich lange, um von A nach B zu gelangen. Auf einer Besichtigungstour, die wir unternommen haben, sagte einer der Guides, dass es in Toronto nur zwei Jahreszeiten gäbe: Winter and Construction. Das unterschreibe ich sofort! Doch trotz allem hatten wir unseren Spaß in der Stadt und wir haben eine Menge gesehen und wenn es auch nur eine Stunde lang die gleiche Kreuzung war, weil wir auf unseren Hop-on, hop-off Bus gewartet haben ...

Ein besonderes Highlight auf unserer Tour waren Pointe Pelee und Pelee Island. Dort haben wir in dem fantastischsten Bed and Breakfast übernachtet, das man sich vorstellen kann. Unser Zimmer war mit Himmelbett und Kamin ausgestatt, fast habe ich es etwas bereut, dass es knapp 30° C waren. Aber es war kein Beinbruch und wir haben die Abende auf unserer eigenen Privatterrasse verbracht. Das B&B liegt in der Nähe des Vogelschutzgebiets und wir saßen voller Begeisterung draußen und beobachteten die uns zum Teil unbekannten Vögel.

Aber der absolute Knaller dort war das Frühstück! Der Inhaber ist gebürtiger Franzose und legt besonderen Wert auf das Frühstück. So erwartete uns jeden Morgen ein Drei-Gänge-Menü, das köstlicher nicht sein konnte. Er servierte uns frisch gepressen Orangensaft, dazu einen Obstsalat aus Blaubeeren, Himbeeren und Erdbeeren. Als Hauptgang gab es eine Art Eiersoufflee mit Zucchini, dazu Spinat und gekochtem Schinken. Ja, wir reden immer noch vom Frühstück. Zum Nachtisch bekamen wir einen Rharbarberkuchen serviert, der so lecker war, dass ich, die ich keinen Rharbarber mag, gerne noch ein Stück davon gehabt hätte. Sollte es mich noch einmal in diese Ecke verschlagen, würde ich jederzeit wieder meine Zelte in Mettawas End aufschlagen, alleine des Frühstücks wegen.

Was ist sonst noch so geschehen? Wir wurden hautnah Zeuge eines Heiratsantrags:-)
Es war so niedlich und der arme Junge war soooo aufgeregt. Wir waren an der südlichsten Landspitze Kanadas und waren gerade an der Spitze, die in den Lake Erie ragt, angekommen, als ein junger Mann zu meinem Mann kam und ihn bat ein Foto von ihm und seiner Freundin zu machen. Klar sagt man da nicht nein und kaum hatte mein Mann die Kamera in der Hand, griff der zukünftige Bräutigam in seine Hosentasche und fiel vor seiner Freundin auf die Knie. Sie war total gerührt, fing an zu weinen und sagte selbstverständlich ja. Ich hoffe nur für die beiden, dass die Fotos, die mein Mann gemacht hat, etwas geworden sind, denn es ging alles so schnell, dass er kaum Zeit zum reagieren hatte.


In Cleveland wollten wir eine ganze Menge machen, doch irgendwie mag uns die Stadt nicht. Eine Stadtführung fiel einmal wegen eines Feiertags aus und beim zweiten Mal war der Trolley kaputt. Ich war nun zum zweiten Mal in Cleveland und es gibt fast keine Stadt in den USA, von der ich so wenig gesehen habe, wie von dieser Stadt. Dabei waren wir über eine Woche dort und haben Freunde besucht. Selbst der Versuch ein Baseballspiel der Cleveland Indians zu sehen, fiel sprichwörtlich ins Wasser. Nachdem das Spiel nach weit über einer Stunde wegen Regens nicht anfangen konnte, sind wir wieder nach Hause gefahren, um dort zu erfahren, dass das Spiel doch noch gestartet wurde. Wir waren aber garantiert nicht traurig deswegen, denn das Spiel wurde immer wieder wegen Regens unterbrochen und endete erst in der Nacht um drei Uhr morgens!

Wie schon etwas weiter oben erwähnt, waren wir letztes Jahr an den Niagarafällen, damals haben wir uns die kanadische Seite angesehen, somit war dieses Jahr die amerikanische Seite an der Reihe. Ich muss sagen, dass mir die amerikanische Seite besser gefällt. Vielleicht ist es uns letztes Jahr nicht aufgefallen, aber ich hatte den Eindruck, dass man auf der amerikanischen Seite wesentlich länger an den Wasserfällen und dem Fluss entlanglaufen konnte, als auf der kanadischen Seite. Der absolute Oberknaller war jedoch unser Besuch im Cave of the Winds. In spezielle Sandalen und schicken gelben Plastikponchos eingekleidet, kann man mitten in die Bridal Veils Falls laufen und sich unter den Wasserfall stellen. Dieses Getose und die Kraft, die das Wasser hat, ist einfach unvorstellbar und es war sagenhaft. Wir waren danach zwar ziemlich nass und leider konnte man kaum Fotos machen, da die Geräte innerhalb kürzester Zeit einen Wasserschaden erlitten hätten, aber es war einfach grandios und ein absolutes Highlight dieser Reise.

Selbstversändllich war das nicht alles, was wir im Urlaub erlebt haben und ich könnte noch stundenlang über diesen schönen Urlaub berichten, aber ich glaube, dass es genug ist.

Abschließen kann ich sagen, dass es ein schöner Urlaub war, aber wir waren nun das dritte Jahr in Folge in den USA, ich glaube nächstes Mal muss die Reise woanders hingehen. Ich mag das Land wirklich, aber auf Dauer wird es mir zu langweilig. Es gibt immer und überall die gleichen Restaurants, das gleich Essen, egal in welchem Staat man sich aufhält. Sicherlich gibt es einige regionale Besonderheiten, aber ich glaube, es wird einige Zeit verstreichen, bis wir wieder dorthin fliegen. Es gibt so viele andere Orte auf der Welt, die es zu entdecken gilt, dass ich mich nicht nur auf diesen einen Kontinent beschränken will. Alleine in Europa gibt es so viel zu sehen, dass ich mich bestimmt so schnell nicht langweile.

 Nun sind wir wieder zu Hause und der Alltag hat uns wieder. Das heißt auch, dass ich mich wieder regelmäßiger hier zu Wort melde und fleißig am dritten Teil weiterarbeite, versprochen. Auch wenn mir eine Idee im Kopf schwebt, die vermutlich auch zu Papier gebracht wird, aber davon ein anderes Mal, für heute habe ich genug geschrieben.

Einen schönen Sonntag noch!


Samstag, 11. Mai 2013

The Time Travellers Guide To Elizabethan England Reloaded

Wie schon in meinem letzten Post geschrieben, ist die Leserunde in vielerlei Hinsicht interessant für mich. So kam auf die Rede auf meine Quellen und woher ich das ganze Material genommen habe. Einige merkten an, dass es wirklich schade ist, dass ich kein Verzeichnis am Ende des Buches hatte, welches weitere Verweise liefert.

Dabei habe ich bewusst darauf verzichtet, da ich davon ausgegangen war, dass es viele Leser gar nicht interessieren würde. Im Nachhinein betrachtet eine doofe Idee von mir, denn wer sich nicht dafür interessiert, wird einfach nicht weiterlesen.

Da nun aber wieder der Ruf danach laut wurde, habe ich beschlossen, dass ich mit dem heutigen Post meinen Blog dazu nutzen werde, um ein paar meiner Quellen zu nennen.
An dieser Stelle möchte ich übrigens erwähnen, welch tolles Arbeitsmittel "One Note" ist. Mit Hilfe dessen war es sehr leicht, die wichtigsten Fakten zusammenzufügen und auf verschiedenen "Notizzetteln" zu sammeln. Wenn ich etwas gesucht habe und wusste, dass ich es schon einmal gelesen hatte, reichte es einfach aus, den Begriff als Suchbegriff einzugeben und schon hatte ich die gewünschten Informationen.

Ich hatte schon einmal über mein liebstes Recherchebuch geschrieben und auch darüber, dass ich eine Menge gelernt habe, von dem ich zuerst nicht glauben konnte, dass es so zugegangen sei.

Hier noch einmal der Link zu diesem Blogeintrag:  Der erste Part

Nachfolgend ein paar Bücher, die mir bei der Recherche ebenfalls äußerst dienlich waren:
(alle Links führen zu Amazon):

The Time Traveller's Guide to Elizabethan England : Mein absoluter Favorit und wirklich eine unglaubliche Quelle an Wissen.

Elizabeth's London: Hierbei handelt es sich um eine anschauliche Zusammenstellung der unterschiedlichen Fakten des täglichen Lebens. Welche Mahlzeiten gegessen wurden, wie die Häuser teilweise eingerichtet waren, etc.

The Toudor Housewife : Ein interessantes Buch über die Rolle der Frau in jener Zeit

Pleasures and Pasttimes in Tudor England : Was macht man den lieben langen Tag, wenn man keinem Beruf nachgeht?

Shakespeares London für 5 Schilling am Tag : Ein kurzer knapper Überblick, der einem einen ersten Überblick über diese Zeit gibt.
 

Darüber hinaus habe ich noch einige Zeitschriften zu Rate gezogen, die sich mit dem Thema Geschichte befassen. Glücklicherweise war ich schon immer an dieser Zeit interessiert und hatte einiges in meinem Fundus. 

So aber damit nicht genug, es gibt unzählige Webseiten, die sich mit dem Thema befassen. Ich weiß, dass man nicht alles glauben soll, was man im Internet findet. Darum habe ich bei für mich wichtigen Fakten versucht mindestens zwei verschiedene Quellen zu finden, die das gleiche aussagten. Erst dann konnte ich relativ sicher sein, dass die Aussagen stimmen. Wenn nicht, bin ich leider doch auf die Tücken des Internets reingefallen;-)

Hier eine Auswahl der Links, die ich zu Rate gezogen haben:

http://www.elizabethan-era.org.uk/index.htm: Die umfassenste Seite überhaupt. Zu fast jedem Thema gibt es mehr oder weniger kurze Artikel, die einen kurzen Überblick geben. Somit wusste ich dann, in welche Richtung ich weiter schauen musste.

http://www.elizabethancostume.net/overview.html: Kostüme! Besser und anschaulicher konnte keine Seite das Thema Kleidung erklären.

http://www.british-history.ac.uk/ Umfassende Seite, die viel Informationen bietet

http://www.elizabethan.org/compendium/home.html: Sehr guter Überblick über das Alltagsleben, wie zum Beispiel Kosten von alltäglichen Dingen.

Und wer noch nicht genug hat, kann sich gerne noch hier austoben:

http://tudorhistory.org/ Eine Zusammenstellung von verschiedenen Seiten, die sich mit dem Thema Tudorzeit auseinandersetzen. Allerdings finde ich nicht jede Seite gelungen.

Dies ist nur ein Bruchteil der Links, die ich gesammelt habe und mit deren Hilfe ich gearbeitet habe. Wenn ich alles posten würde, wäre dieser Eintrag seeeehr lang. 


Darüber hinaus war auch Wikipedia eine überaus hilfreiche Quelle. Ich habe Stunden auf den diversen Seiten der Persönlichkeiten dieser Zeit verbracht.


Eine Recherche der anderen Art waren auch die Tänze und die Musik jener Zeit. Ganz genau weiß man heute nicht mehr, wie die Tänze genau aussahen. Und doch gibt es genügend Gruppen, die sich genau damit befassen. Wenn man mal bei youtube schaut, entdeckt man eine Fülle an Videos, die einem einen kurzen Einblick in die Tänze geben.


Und dann die Musik:-) Ich mochte schon immer klassische Musik und besitze einige CDs mit Werken Mozarts, Mendelsohn und so weiter. Doch dann kam die elisabethanische Musik und ich hatte ein neues Lieblingsgenre gefunden. Dank einer Musikflatrate bei einem großen Anbieter lag mir die gesamte verfügbare Auswahl sozusagen vor Füßen und ich habe mir eine umfassende Playlist mit diversen Liedern zusammengestellt. Was soll ich sagen? Seitdem habe ich die Playlist mehr als einmal rauf und runter gehört. Nur für den Fall, dass jemand auch mal etwas anderes hören mag, hier ein Link zu meinem favorisiertem Album:

Tilman Susato: Es ist eine Zusammenstellung diverser Tanzmusiken und irgendwie werde ich nicht müde, diese Musik zu hören.

Ich denke, dass dieser Überblick einen guten Überblick über meine Quellen gibt und ich muss sagen, dass ich schon vorm Schreiben des Buchs von dieser Zeit fasziniert war und je mehr ich darüber gelernt habe, umso begeisterter war ich. Ein wenig bedauere ich es schon, dass der dritte Band in anderen Zeiten spielen wird. Aber diese sind sicherlich genauso aufregend und spannend.