Samstag, 13. Juli 2013

Zurück aus der Schmollecke

Nachdem ich beim letzten Post doch wirklich etwas gefrustet war, bin ich dieses Mal definitiv besserer  Laune. Worüber ich beim letzten Mal geschrieben habe, ist nun einmal der Lauf der Welt und ich kann es nicht ändern. Ich darf mich zwar darüber ärgern, aber es sollte doch kein Grund sein, mir dauerhaft die Stimmung zu vermiesen.

Wenn ich so darüber nachdenke, kommt mir der alte Doris Day Song "Que Sera, Sera " in den Sinn. Im Grunde genommen bin ich ein recht rationaler Mensch, doch wenn es um solche Sachen geht, dann bin ich da eventuell sogar etwas esoterisch angehaucht. Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass nichts auf dieser Welt aus Zufall geschieht, bis auf die Existenz von Stechmücken. Bis heute kann ich nichts Sinnvolles an diesen biestigen Tieren entdecken. Sie sorgen dafür, dass sich juckende Quaddeln auf der Haut ausbreiten und man nachts nicht schlafen kann, weil man ständig dieses schreckliche Geräusch, das sie beim Fliegen machen. Aber gut, es gibt sie halt, wieder zurück zu den Zufällen.

Blicke ich zurück auf mein Leben, dann hat mich alles was bisher geschehen ist, dorthin geführt, wo ich heute bin. Ich habe es gewiss nicht geplant, denn wie sagt das Sprichwort? "Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, mach Pläne." Klar, kann ich eine Reise planen oder meinen nächsten Geburtstag, aber alles andere? Ich hatte andere Ziele für mein Leben, so viel ist klar. Irgendwann einmal vor langer Zeit hatte ich mich mal in einem Verlag gesehen. Dort wollte ich als Lektorin arbeiten und was ist aus mir geworden? Ich habe einen Abschluss in BWL und bin in der Automobil-/Bankenbranche gelandet. Ganz weit weg von meinem ursprünglichen Plan. Kennt ihr das auch, dass ihr euch manchmal fragt, was geschehen wäre, wenn dies oder jenes nicht geschehen wäre? Wäre alles anders gekommen oder doch so, wie es heute ist? Ich mag diese Gedankenspiele und überlege manchmal, was passiert wäre, wenn ich zum Beispiel nicht Französisch als erste Fremdsprache gehabt hätte. Diese Sprache und ich hatten es nicht einfach miteinander und sie hat mir einige Probleme in der Schulzeit bereitet. Wenn ich nun also Englisch gehabt hätte, hätte ich es einfacher gehabt? Hätte ich nicht eine Klasse wiederholen müssen? Hätte ich dann nicht meinen Studentenjob in meiner alten Firma angenommen? Vermutlich nicht, ich hätte nicht meinen Mann und meine zwei besten Freundinnen kennengelernt. Mein gesamter Freundeskreis wäre heute bestimmt ein anderer und eins ist sicher, glücklicher wäre ich nicht. Denn ich bin zufrieden mit meinem Leben und ich möchte es gegen kein anderes eintauschen.

So und mit diesen philosophischen Gedanken verabschiede ich mich für heute und schreibe mal weiter am dritten Teil von "Einsatzort Vergangenheit". Ein Buch zu schreiben, wäre trotz des Wunsches, es zu tun, übrigens auch etwas gewesen, was ich nie getan hätte. Doch dann war ich einige Zeit lang krank und konnte nur rumliegen und mich langweilen. Und weil ich mich so schrecklich langweilte, habe ich angefangen den ersten Teil zu schreiben.

Hier schließt sich also der Kreis wieder und ich kann mit Recht sagen, dass nichts ohne Grund geschieht.