Montag, 16. September 2013

Michael Douglas ist schuld

Und wo wir gerade dabei sind, Kathleen Turner auch.

Wer weiß, wohin sich mein Lesegeschmack hin entwickelt hätte, wenn ich nicht im Kino "Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil" gesehen hätte. So aber, saß ich eines Samstagmittags in einem dunklen Kinosaal und tauchte ein, in die Geschichte von Joan und Jack. Dabei fängt der Film gar nicht mit der eigentlichen Geschichte an, sondern startet mit einer Szene aus Joans Büchern. In diesem Fall war es eine Hochzeit auf dem Schiff. Jahre später würde ich sagen, dass das Ganze extrem kitschig war, mit dem roten Licht des Sonnenuntergangs und so. Aber damals war ich wie gebannt und fand es einfach wundervoll. Ich fand den Film großartig und bedauerte es zutiefst, dass ich den ersten Teil "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" nie gesehen hatte. Als er damals in den Kinos lief, war ich zu jung gewesen, um ihn anzusehen. Das habe ich erst einige Zeit später nachgeholt, als ich ihn auf Video gesehen habe.

Umso größer war meine Freude als ich feststellte, dass meine Schwester, die ein paar Jahre älter ist als ich, das Taschenbuch zu diesem Film besaß. Ich war schon von jeher eine absolute Leseratte und verschlang alles, was mir in die Finger kam. Warum also nicht auch dieses Buch? Und so las ich den ersten richtigen Liebesroman meines Lebens. Wie im Film begann auch das Buch mit einer Szene aus dem aktuellen Roman von Joan Wilder. Während es aber im Film nur eine kurze Sequenz war, so war die Szene immer etwas ausführlicher. Es gab auch noch einen Rückblick, wie die Personen sich kennengelernt hatten und sich ineinander verliebten. Ja, Sex gab es auf den ersten Seiten auch schon. Ich habe das Buch verschlungen. Das zweite Buch musste ich natürlich auch kaufen und diesem ging es wie dem ersten Band. Ich mochte die Mischung aus Romanze, Abenteuer und auch Witz.

Seit diesen Büchern und Filmen bin ich ein Fan von Liebesromanen. Ich mag es, wenn meine Bücher eine leichte Liebesgeschichte erzählen, in der sie ein paar Widrigkeiten überstehen müssen, um sich am Ende des Buches in die Arme zu fallen und sich ewige Liebe gestehen. Ja, es ist unglaublich kitschig und unrealistisch. Wenn jetzt jemand glaubt, dass ich den ganzen Tag in rosa gekleidet durch meine Welt schwebe und auch selbst so ein Märchen leben will, dann ist er schief gewickelt. Ich mag es, wenn es romantisch ist, aber zu viel des Guten und ich schalte ab, oder höre auf zu lesen. Aber ich weiß auch, dass es nicht echt ist und genau das ist doch auch das schöne daran. Man kann sich für ein paar Stunden wegträumen und den Alltag hinter sich lassen. Kein Mensch käme auf die Idee zu behaupten, dass der Thriller, den man gerade liest der Realität entsprungen ist und genauso verhält es sich mit Liebesromanen. Ich glaube, es gibt keine Frau auf der Welt, die tatsächlich daran glaubt, dass eines Tages der weiße Ritter auf seinem Pferd angeritten kommt und sie danach für immer und ewig mit ihm glücklich ist. Hallo? Wir leben in der richtigen Welt, da gibt es so etwas wie Alltag!

Leider muss ich gestehen, dass die Bücher immer austauschbarer werden. Ich weiß, dass ich einige Bücher in meinem Schrank stehen habe, an deren Story ich mich auch nach zwanzig Jahren noch erinnere, aber dann wiederum gibt es einen Haufen Bücher von denen ich weiß, dass ich sie gelesen habe, aber ich mich kein bisschen an die Hauptfiguren, geschweige denn die Story erinnern kann. Wenn es denn überhaupt eine Story gab. Ich glaube, das ist auch der Grund dafür, dass ich seit einiger Zeit nur noch vereinzelt ein paar historische Liebesromane gelesen habe und mich am Ende meistens nur geärgert habe. Wer also ein paar Tipps für mich hat, kann diese gerne in den Kommentaren posten. Ich bin immer auf der Suche nach guten Büchern und wer weiß, vielleicht ist ja auch ein Buch dabei, das mich so begeistert, wie es damals "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" vermochte.

Sollte jemand auch eine Empfehlung für einen richtig guten historischen Roman haben, nur her damit! Wenn ich mal nicht selbst mit Schreiben beschäftigt bin, dann lese ich immer noch für mein Leben gern.

Ach so und gerade gestern habe ich mir die besagten zwei Filme auf Bluray bestellt. Sie fehlten in meiner Sammlung, der Filme, die man im Schrank haben sollte noch.

Sonntag, 15. September 2013

Zustände wie im Mittelalter

Wie? Was? Zustände im Mittelalter? Ich könnte auch schreiben: "Zustände wie im Barock" oder "Zustände wie in der Steinzeit" und es hätte fast den gleichen Sinn.


Nein, ich habe nicht angefangen mich auf eine Rolle bei diesen Doku-Soaps à la "Gutshaus 1900" oder ähnlichem zu bewerben. Ich habe auch nicht vor für längere Zeit mit anderen Menschen von einem Mittelaltermarkt zum nächsten zu ziehen. Es geht gar nicht in die Richtung, sondern findet eher im häuslichen Teil meines Lebens statt.

Was passiert ist? Unser Boiler ist defekt und wir haben seit Dienstag kein warmes Wasser mehr. Es fing damit an, dass ich bemerkte, dass unser Wasser doch einen komischen Geruch angenommen hätte und ich dass mehr als bedenklich fand. Mein Mann war zunächst etwas skeptisch, ich meine, Wasser, das riecht? Passiert ja wohl eher selten. Doch dann fiel es ihm glücklicherweise auch auf und ich war froh, dass ich nicht anfing Wahnvorstellungen zu haben, sondern es offensichtlich tatsächlich ein Problem mit unserem warmen Wasser gab. Nun gut, da wir zuvor noch nie Probleme mit den Installationen hatten, mussten wir uns erst einmal einen Installateur aus der Gegend suchen. Der gute Mann kam auch, stellte fest, dass unser Boiler defekt ist und folglich ersetzt werden muss. Noch am gleichen Abend brachte er uns auch das Angebot vorbei. Tja, was soll ich sagen? Man hatte leider vergessen uns zu sagen, dass man aber ziemlich ausgebucht ist und man vor Oktober keine Termine mehr frei hatte. Da wir natürlich nicht so lange warten wollen, haben wir uns auf die Suche nach Alternativen begeben. Wenn wir Glück haben, kommt morgen jemand vorbei, der sich das Ganze noch einmal ansieht. Und wenn wir noch viel mehr Glück haben, wird das auch noch im Laufe der Woche repariert. Also bitte mal Daumen drücken!


Als ich das im Freundeskreis erzählt habe, waren die meisten ziemlich entsetzt und haben mir gleich angeboten, dass ich auch gerne bei ihnen vorbeikommen kann, wenn ich mal duschen möchte. Eine meiner Freundinnen meinte, dass ich mich nun gleich wie die Menschen in meinen Büchern fühlen könnte, die hätten auch kein warmes Wasser gehabt. Aber stimmt das? Ist es wirklich so, wie in der Vergangenheit?

Meine Antwort kann nur lauten: Nein! Denn im Gegensatz zu früheren Zeiten gibt es zu unserer Situation einen großen Unterschied: Während nur das warme Wasser nicht funktioniert, sprudelt das kalte weiterhin fröhlich aus dem Wasserhahn. Wenn wir nun wie in der Vergangenheit lebten, dann hätten wir auch kein fließend kaltes Wasser und das wäre dann für doch ein ziemlich unzumutbarer Zustand. Das wäre dann der Zeitpunkt, an dem ich sagen würde: "Schatz, lass uns in ein Hotel umziehen", oder aber: "Schatz, lass uns einen Installateur kidnappen und solange gefangen halten, bis er das wieder repariert hat".

So aber, finde ich, dass es wesentlich Schlimmeres gibt. Meine Haare werden mit kaltem Wasser gewaschen, zum Waschen mache ich mir das Wasser im Wasserkocher warm und vermische es dann mit kaltem Wasser. Klar, wäre es toll, sich morgens unter die Dusche zu stellen und einfach nur auf warmes Wasser zu drehen, aber ich kann nicht zaubern. Denn wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es wirklich kein so großer Deal. Ich erinnere mich, wie es vor ein paar Jahren am ersten Adventswochenende ziemlich heftig geschneit hatte und die Strommasten auf Grund der Schneemenge zusammengebrochen sind. Ziemlich viele Landstriche waren mit einem Schlag ohne Strom. Diese armen Menschen mussten bei bitterer Kälte ohne Strom auskommen. Wie wäre das? Da konnte man wirklich sagen, dass dort Zustände wie im Mittelalter herrschten, aber nur weil man kein warmes Wasser hat. Es ist ein Luxusgut, an das wir uns gewöhnt haben und das wir schwerlich vermissen, wenn es uns einmal weggenommen wird. Aber wir können ohne weiteres ohne warmes Wasser für einige Zeit auskommen und es ist kein Beinbruch, lediglich ein Einschnitt ins Wohlbefinden.

Bleibt mir nur zu hoffen, dass einer unserer Freunde seinen Scherz nicht wahr macht. Als ich nämlich sagte, dass wir ja immerhin noch Strom hätten, meinte er: "Das können wir ändern ..." Und er könnte es tatsächlich, denn er arbeitet bei dem Unternehmen von dem wir unseren Strom beziehen!

In diesem Sinne Euch einen schönen Sonntag und nehmt ein heißes Bad für mich mit :-)