Freitag, 8. November 2013

Warum tue ich mir das eigentlich an?

Warum bin ich eigentlich auf die Idee gekommen Zeitreiseromane zu schreiben? Konnte ich nicht ahnen, wie viel Arbeit die machen? Hätte ich nicht zum warm werden mit einem einfachen Liebesroman anfangen können, der in der Gegenwart spielt?

Es ist schon zeitaufwendig nur zu schreiben. Also versuche ich meinen Schreibstil zu verbessern, feile hier ein bisschen und dort wenig. Die Geschichte soll auch unterhaltsam sein, also überlege ich mir einen, hoffentlich, interessanten Plot. Aber musste ich dann wirklich auf etwas kommen, dass zum Teil in der Vergangenheit spielt?

Es gibt so viele Sachverhalte, Fakten etc. die ich prüfen muss, damit ich keine  reinen Fantasyromane schreibe. Meine Leser haben ein Anrecht auf korrekte Daten. Klar, dass ich dazu Geschichtsbücher wälze, Daten und Zusammenhänge herausschreibe. Der Sieg der Engländer gegen die Spanier 1588 kann man überall nachlesen, das ist nicht schwer herauszufinden. Aber wie war das noch mal mit dem elisabethanischen Theater und den Masken bzw. Schleier, die die Frauen der besseren Gesellschaft getragen haben? Bei meinen Recherchen über das Theater Shakespeares bin ich an einer Stelle darüber gestolpert und wusste sofort, dass ich das in mein Buch mit einbauen will. Doch nicht alles was man im Internet findet, ist immer richtig. Auch auf Wikipedia gibt es einige Artikel die falsche Informationen beinhalten. Also habe ich weitergesucht, bis ich endlich eine weitere Quelle gefunden hatte, die das mit den Schleiern und Masken bestätigte. Es sind diese Kleinigkeiten, die ich richtig bekommen möchte. Wenn ich mir mit etwas unsicher bin, prüfe ich es solange, bis ich weiß, dass ich keinen Blödsinn schreibe.

Die Idee dazu habe ich übrigens von "Wer wird Millionär" übernommen. Ich habe mal gelesen, dass diejenigen, die sich die Fragen ausdenken, die Antworten durch mindestens zwei Quellen, die nicht aufeinander verweisen, verifizieren.  Und genauso mache ich es auch.

Wenn ich bei meinen Recherchen nicht Bücher zu Rate ziehe, dann nutze ich sehr oft das Internet. Es ist unglaublich, was man dort alles finden kann. Gerade beim ersten Buch "Einsatzort Vergangenheit" waren die Quellen zum elisabethanischen Zeitalter immens. Die Zeit Shakespeares fasziniert noch heute viele Menschen und es gibt dutzende Seiten, die sich mit dieser Epoche befassen. Hier spielt es mir ein wenig in die Hände, dass ich sehr gut Englisch spreche, denn oftmals sind die Seiten auf Englisch. Aber wie sammele ich eigentlich all diese Informationen, die ich im Netz finde? Und wo schreibe ich meine Ideen auf, die ich so bekomme?

Die Antwort darauf lautet in OneNote. OneNote kommt aus dem Hause Microsoft und ist im Grunde genommen ein Notizbuch. Man kann dort verschiedene Abschnitte erstellen und diese haben einzelne Seiten, und selbst diese Seiten könnte man Unterseiten zuweisen. Aber man kann nicht nur ein Notizbuch erstellen, sondern unendlich viele. Ich habe für jedes Buch ein einzelnes Notizbuch und darin lege ich alles ab, was mit den Teilen zu tun hat. Der Plot wird dort festgehalten sowie alle Quellen, Links, Bücher, Bilder und was ich sonst noch so finde. Wenn ich etwas im Netz finde, dass ich nach OneNote übertragen möchte, kann ich das per copy & paste machen oder aber ich nutze die Funktion über das Druckmenü indem ich "Send to OneNote" auswähle. Wer ein Tablet-PC wie das Surface nutzt, kann sogar per Digitizer Stift handschriftliche Eingaben machen. Zeichnen, Kritzeln, Aufgaben erstellen, Termine, ich glaube, es gibt fast nichts, was dieses Programm nicht kann. 


Das Tolle an OneNote ist aber, dass man es unterwegs auch hervorragend nutzen kann. Ich habe auf meinem Handy und Tablet eine entsprechende App und wenn ich außer Haus bin und etwas sehe, von dem ich denke, dass ich es nutzen kann, mache ich ein Foto und lege es im entsprechenden Notizbuch ab. Die mobilen Varianten sind zwar ziemlich abgespeckte Versionen im Vergleich zum PC, aber für eine schnelle Notiz kann man sie durchaus nutzen. Ich arbeite täglich mit OneNote und nutze das Programm auch für viele andere Dinge. So habe ich mir zum Beispiel ein Kochbuch angelegt, in dem ich alle Rezepte sammele, die ich immer mal wieder gerne koche oder backe. Damit mein Mann auch darauf Zugriff darauf bekommt und seine Lieblingsrezepte eingeben kann, habe ich ihn für dieses Notizbuch freigeschaltet. Unsere gemeinsame Einkaufsliste haben wir auch dort untergebracht. Somit weiß jeder von uns, was noch fehlt und man kann es beim schnellen Sprung in den Supermarkt einfach mitnehmen. 

Es ist meiner Meinung nach das beste Programm im Officepaket und kaum einer kennt und nutzt es. Ich weiß, dass es auch noch Evernote gibt. Viele werden sagen, dass der Vorteil bei Evernote ist, dass es kostenlos ist. Ich will Evernote nicht schlecht reden, es ist bestimmt ein tolles Programm, aber ich bin nicht richtig warm damit geworden. Ich habe es versucht und festgestellt, dass ich mit OneNote besser zurecht komme. Wenn ich irgendwann einmal viel Zeit haben sollte, werde ich mich noch einmal mit Evernote auseinandersetzen, aber bis es soweit ist, ist OneNote meine Nummer 1. 


Wenn ich mir nun also viel Arbeit mit den Recherchearbeiten mache, dann sollte ich das auch mit einem Programm machen, dass mir vieles erleichtert.

Nur, damit wir uns nicht falsch verstehen, ich liebe es zu suchen und Fakten herauszufinden. Darum freue ich mich, dass ich bei jedem Band etwas Neues lernen kann und völlig in die mir fremden Zeiten eintauchen kann. Ich habe leider nicht Geschichte studiert und bereue es im Nachhinein etwas. Aber mit diesen Büchern habe ich die Möglichkeit eine Art Geschichtsstudium zu machen, mit dem Vorteil, dass ich mich auf die Zeiten konzentrieren kann, die mir liegen und über die ich noch mehr wissen möchte. Wenn es also nach den Epochen ginge über die ich noch mehr lernen möchte, müsste die Reihe noch viele Bände haben ...

Genau aus diesem Grund, weil ich Geschichte und nicht nur die Fakten, sondern alles drumherum so faszinierend finde, tue ich mir das Schreiben von Zeitreiseromanen an. Ich habe es nie anders gewollt und auch wenn ich manchmal verzweifle, weil es so viel zu recherchieren gibt, liebe ich es und würde es immer wieder tun.