Sonntag, 23. November 2014

Einsatzort Vergangenheit: Für immer und immer - Teaser

Die erste Überarbeitung ist abgeschlossen und deshalb gibt es einen kleinen Teaser für euch. Viel Spaß beim Lesen!

»Weißt du eigentlich, wie froh ich bin, dass deine Eltern deinen Brüdern nichts von ihrem Verdacht erzählt haben? Die beiden sind sowieso schon der Meinung, dass ich nicht der richtige für dich bin, aber damit komme ich klar. Aber ich hätte keine Lust, mich mit deinen Brüdern zu prügeln, nur weil sie glauben, dass ich dich ständig in Lebensgefahr bringe.« Stefan und Patrick waren die sprichwörtlichen großen Brüder und in ihren Augen war kein Mann gut genug für mich. Sie hatten mitbekommen, wie sehr ich darunter gelitten hatte, dass mein Exfreund mich betrogen hatte. Danach hatte es kein Mann mehr geschafft, Gnade in ihren Augen zu finden. Da war es ihnen auch egal, dass ich einen Mann gefunden hatte, der mich auf Händen trug und für mich durchs Feuer gehen würde, wenn man es von ihm verlangte. Seit sie von unserer Verlobung erfahren hatten, hatte ich den Eindruck, dass sie ihn noch misstrauischer als zuvor beobachteten. Es verging kein Treffen, bei dem sie nicht versuchten ihm genauer auf den Zahn zu fühlen, in der Hoffnung seine schlechten Seiten zutage zu bringen. Patrick, der schon seit Jahren mit seiner Freundin Anne zusammenlebte und von dem Wort »Heirat« nicht mal wusste, wie man es buchstabierte, verstand nicht, warum Phil mir nach so kurzer Zeit einen Antrag gemacht hatte. In seinen Augen musste etwas faul an der Geschichte sein, wenn ein gut aussehender, offensichtlich wohl betuchter Mann seiner kleinen Schwester nach nur wenigen Monaten den Bund fürs Leben antrug. Es war in der Tat mehr als gut, dass Stefan und Patrick keinen blassen Schimmer davon hatten, in welchen Gefahren ich mich befunden hatte, seitdem ich Phil kannte. 

»Tust du das nicht? Du hast gestern eindrucksvoll bewiesen, dass du es mit zwei gleichzeitig aufnehmen kannst. Da sollten Patrick und Stefan, die Prügeleien nur aus dem Kino kennen, ein gefundenes Fressen für dich sein«, zog ich ihn liebevoll auf. Er bedachte mich mit einem merkwürdigen Blick und schaute zurück auf das sich langsam nähernde Ufer.

»Es tut mir leid, dass ich dich in all das mit hineingezogen habe. Wenn es dir zu viel wird und du um dein Leben fürchtest, dann steht es dir frei, nach unserer Rückkehr wieder in dein altes Leben zurückzukehren«, sagte er mit gepresster Stimme. Nach außen hin, wirkte er völlig gelassen und ruhig, die Hand, die seinen Schwertknauf umklammerte, zitterte allerdings leicht.

»Philemon Berger, zum letzten Mal: Ich liebe dich und werde mit dir bis ans Ende der Welt gehen, egal was passiert! Glaube ja nicht, dass du mich mit so einem billigen Trick loswerden wirst«, flüsterte ich. Die Gefahr, dass jemand genau verstand, worum es in unserer Unterhaltung ging, war relativ gering, doch das Wort Liebe klang auch im Mittelhochdeutschen ähnlich und ich wollte vermeiden, dass jemand die falschen Schlüsse zog. Immerhin trug ich noch die Kleidung eines Knappen und meine Haare saßen fest verknotet unter einer Kappe. Phil drehte sich erneut in meine Richtung und sah mich mit diesem Blick an, der mir die Knie weich werden ließ.

»Ich wollte nur noch mal sicherstellen, dass du das alles aus freiem Willen tust und nicht, weil du dich verpflichtet fühlst«, erwiderte er. Verstohlen blickte ich mich um und vergewisserte mich, dass wir unbeobachtet waren. Dann nahm ich seine Hand in meine, und hielt sie fest. Ernst erwiderte ich seinen Blick.

»Freiwilliger geht es gar nicht und das weißt du! Und jetzt lass uns nach Klaus suchen. Wenn er wirklich so schwer verletzt war, wie er behauptete, dann kann er nicht weit gekommen sein.« Die kleine Fähre hatte inzwischen auf der anderen Seite des Rheins angelegt und wir gingen an Land.

Dienstag, 18. November 2014

Im Überarbeitungswahn oder Wochenrückblick #4

Der vierte Band von "Einsatzort Vergangenheit" ist fertig. Na ja, jedenfalls die Rohfassung. Seit etwas mehr als einer Woche sitze ich Tag für Tag nach der Arbeit noch am Manuskript und überarbeite es. Szenen werden umgeschrieben, Stellen gestrichen, an anderen Stellen kam noch was dazu. Ich habe jetzt knapp 75% geschafft und hoffe, bis zum Wochenende damit fertig zu werden.
Ich blende momentan wirklich alles andere aus und bin ganz auf das Buch fokussiert.
Wenn mich also jemand fragt, was ich in der letzten Woche gemacht habe, dann kann ich guten Gewissens davon berichten, dass ich fleißig gearbeitet habe.

Und weil der vierte Band nicht nur der vierte Band heißen kann, habe ich mich auch schon mal daran gemacht, ein Cover zu basteln und es mit einem Titel zu versehen :-)

Wie es aussieht? Schaut selbst?


Ich bin dieses Mal ein wenig vom Muster der anderen Titel abgewichen. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, wieder etwas zu nehmen, was an einen Lebenslauf beziehungsweise an Reisen erinnert. Jeder Titel, den ich im Kopf durchgegangen bin, war entweder untauglich oder leider schon mehrfach vergeben. So fielen "Einmal Vergangenheit und zurück" aus, "Zurück in die Zukunft" erst recht. Tja und dann habe ich mir überlegt, ob ich es nicht wieder "Einsatzort Vergangenheit" nennen soll und dem Buch dann einen Untertitel verpassen könnte. Das hat mich letztendlich überzeugt und ich glaube, mit "Für immer und immer", genau den richtigen Titel gewählt zu haben.

Wann wird "Für immer und immer" erhältlich sein? Ehrlich gesagt, kann ich keinen Termin nennen. Sobald ich mit der Überarbeitung durch bin, kommt ein zweiter Durchgang. Danach geht es ins Korrektorat und dann ab zu den Testlesern.

Derzeit hoffe ich, dass es im Januar so weit ist. Ich lasse euch den genauen Termin wissen, sobald ich näheres weiß :-)

Samstag, 1. November 2014

Asche auf mein Haupt

Ich gebe es zu, ich war faul in den letzten Wochen. Kein Wochenrückblick, noch nicht mal ein Monatsrückblick. Gar nichts. Es ist nicht so, dass nichts passiert wäre, aber irgendwie war nie der richtige Moment zum Schreiben eines Blogeintrags da. Da inzwischen einige Zeit zwischen meinem letzten Post und diesem lag, verzichte ich auf eine Nacherzählung der letzten Wochen. So spannend war es auch nicht.
Heute ist Allerheiligen. In dem Bundesland, in dem ich wohne, ist heute kein Feiertag und es ist für mich alles wie immer, mit der einzigen Ausnahme, dass ich heute nicht arbeiten muss, da wir Samstag haben. Aber ich wohne im Grenzgebiet ... Was das heißt? Auf der anderen Seite des Rheins ist Mainz und das gehört bekanntermaßen zu Rheinland-Pfalz und dort ist heute Feiertag. Wer glaubt, dass es, weil heute Samstag, weniger voll in den hessischen Läden ist, hat sich aber geschnitten. Gerade eben hörte ich im Radio, dass auf der Ab- und Auffahrt einer Autobahn in der Nähe eines großen Einkaufszentrums und Möbelhauses in Weiterstadt Stau sei. Unglaublich! Leute, die Läden machen am Montag wieder auf! Und wenn man keine Zeit hat, weil man wieder arbeiten muss, man kann nächstes Wochenende auch noch einkaufen gehen. Ich bin mir ganz sicher, dass die Regale dann noch nicht leer sind und sich immer noch Waren dort befinden. Selbst im Supermarkt bei mir um die Ecke muss heute die Schlacht um die Lebensmittel ausgebrochen sein. Irgendwie kann ich darüber nur den Kopf schütteln? Warum machen Leute das? Noch schlimmer ist es vor Weihnachten, Sylvester und Ostern. Da könnte man tatsächlich glauben, dass eine schlimme Hungersnot ausbricht und die Leute Lebensmitteln hamstern müssen. Aber nein, halt! Selbst wenn Heiligabend auf einen Sonntag fällt, sind das nur drei Tage, an denen die Geschäfte geschlossen sind. Durchaus eine Phase, in der man in den heutigen Zeiten des Überflusses auch mal ohne einkaufen überleben kann.
Da ich heute definitiv keine Lust hatte mich in die Menschenmassen zu stürzen, habe ich diesen trüben Herbsttag genutzt, und habe an Band Vier weiter geschrieben.
Denn in den letzten Wochen, in denen hier Funkstille herrschte, war ich nur faul, was die Social Media Sachen anging. Wenn es ums Schreiben ging, war ich eigentlich recht fleißig. Und darum kann ich sagen, dass ich mich in den letzten Szenen des Buches befinde. Na gut, den letzten Szenen der Rohfassung. Ich werde mindestens noch zwei Mal über das Buch gehen, bevor ich sagen kann, dass ich zufrieden bin. Aber ich bin in der Tat nur noch wenige Seiten vom Ende entfernt.
Es ist ein merkwürdiges Gefühl. Auf der einen Seite bin ich froh, dass ich bald damit fertig bin, aber auf der anderen Seite bin ich traurig. Traurig, weil es das Ende von "Einsatzort Vergangenheit" bedeutet. Laura und Phils Geschichte ist dann erzählt und es ist an der Zeit, sie weiterziehen zu lassen. Aber noch ist es ja nicht ganz so weit. Ein wenig wird es noch dauern und solange freue ich mich über die Zeit, die ich mit den beiden verbringen darf.

Ich lasse es euch wissen, wenn der Band fertig ist :-)

Samstag, 20. September 2014

Wochenrückblick #2 und #3

Seit meinem letzten Wochenrückblick sind schon wieder zwei Wochen vergangen. Es ist unglaublich, wie die Zeit momentan rast und wenn ich nicht aufpasse, haben wir bald Weihnachten. 

Was ist in den letzten zwei Wochen passiert? 

Ich habe die 100.000 Wortgrenze des vierten Teils von "Einsatzort Vergangenheit" geknackt und befinde mich derzeit mitten im Finale. Auf der einen Seite bin ich wirklich froh darüber, dass es nach meiner Schreibblockade im Frühjahr nun so zügig vorangeht und das Ende in Reichweite ist, aber auf der anderen Seite bin ich auch traurig darüber. Denn wenn dieser Band zu Ende ist, ist auch die Geschichte von Laura und Phil zu Ende. Ich werde die beiden gehen lassen müssen und mich anderen Projekten widmen. Die beiden waren drei Jahre ein fester Bestandteil meines Lebens und haben mich ständig begleitet. Ich bin gespannt darauf, wie die Zeit danach wird. Verständlich, dass ich mich ein wenig vor dem Ende fürchte, oder?

Ein besonderes und auch unerwartetes Erlebnis hatte ich am Freitag vor einer Woche. Wie schon einmal berichtet, treffe ich mich freitags immer mit meinen Freunden zum Essen. Wir gehen jede Woche in ein anderes Restaurant und es geht einfach jeder mit, der Zeit und Lust hat. An diesem Freitag waren wir bei meinem Lieblingsthailänder in Mainz und wer Mainz kennt, weiß, dass die Parkgebühren in der Innenstadt nahezu jenseits von Gut und Böse sind. Außerdem möchte ich mich nicht den ganzen Abend an einem Wasserglas festhalten, sondern auch mal etwas trinken, das Alkohol enthält und daher fahren mein Mann und ich in der Regel mit dem Bus in die Stadt. So auch an diesem Freitagabend. Wir waren ungewöhnlich früh an diesem Abend mit dem Essen fertig und machten uns schon gegen neun wieder auf zur Bushaltestelle. Der Weg führt an einer der vielen Kirchen der Stadt vorbei und ich war überrascht zu sehen, dass durch die Fenster ein grüner Lichtschein nach draußen drang. Unsere Neugier war geweckt und wir gingen zur Kirche hin, um das genauer zu untersuchen. Des Rätsels Lösung war schnell gefunden: Es handelte sich um die Nacht der offenen Kirchen. Alle Kirchen hatten für die Nacht ihre Pforten geöffnet und die Menschen strömten aus allen Richtungen herbei, um ein Teil davon zu werden. Ich gebe zu, dass ich nicht religiös bin und mit der Institution Kirche, gerade der katholischen, nicht besonders viel anzufangen weiß. Die Möglichkeit die Kirchen mal aus einer anderen Sicht zu betrachten, wollte ich mir jedoch nicht entgehen lassen. Wir beschlossen also ein oder zwei Busse später zu fahren und uns die Kirchen in der näheren Umgebung anzusehen. Zwei Besuche fand ich besonders beeindruckend: Der Besuch im Mainzer Dom. Schon tagsüber sind die Lichtbedingungen im Dom eher dunkel, doch an diesem Abend waren alle Lichter aus und nur in einigen Ecken wiesen bunte Strahler auf einige Statuen hin. Der Rest des Doms lag in völliger Dunkelheit. Eine stille Prozession von Kirchenbesuchern ging mit hell erleuchteten Kerzen durch den Dom und der sanfte Schein der Kerzen war die einzige Lichtquelle abgesehen von den wenigen Strahlern. Die Stimmung, die dadurch produziert wurde, war einzigartig und hatte mich total fasziniert. So hatte ich den Dom noch nie gesehen. 
Das nächste Highlight lag genau auf der anderen Straßenseite des Doms. Gegenüber liegt die kleine Johanniskirche. Heute eine evangelische, früher jedoch eine katholische. Und was für eine! Bei Renovierungsarbeiten musste der Fußboden der Kirche entfernt werden und wie immer, wenn man in Mainz gräbt, findet man Zeugnisse alter Zeiten. Dieses Mal waren es  neben der römischen Überbleibsel, auch die Reste der ursprünglichen Kirchenmauern. Das ist insofern etwas Besonderes, da diese aus der Zeit der Merowinger stammen und die Johanniskirche somit zu einer der ältesten Kirchen Deutschlands gehört. Da die Baustelle ansonsten für die Öffentlichkeit gesperrt ist, konnte ich es mir diese einmalige Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen, immerhin werden die Reste in naher Zukunft wieder zugepflastert und man wird sie nie wieder zu Gesicht bekommen. 
Für mich war die Nacht der offenen Kirchen mein Highlight der letzten zwei Wochen und ein ganz besonderes Erlebnis. 

Ansonsten ist nicht besonders viel passiert. Keine Aufregungen, Katastrophen oder sonstiges. Nur der übliche Wahnsinn des Alltags. Kaputte Kühlschränke, defekte Wasserhähne, nicht funktionierende Computerprogramme auf der Arbeit. Wer kennt das nicht? 

Und jetzt wieder zu meinen Büchern der Woche. 
Ich lese! Zum einen habe ich den zweiten Teil von Melanie Metzenthins Sündenheilerin-Reihe gelesen. Es heißt "Die Reise der Sündenheilerin" und knüpft kurze Zeit nach dem Ende des ersten Bands an. Dieses Mal entführt uns die Autorin ins mittelalterliche Ägypten. Wie schon der erste Band, gefiel mir auch der zweite gut, auch wenn es dieses Mal doch etwas sehr mythisch wurde. Gut unterhalten wurde ich dennoch und ich bin mir sicher, dass ich auch den dritten Teil der Reihe noch lesen werde. 
Mein zweites Buch heißt "Opal Fire". Es ist der Auftakt einer Krimireihe, in der eine junge Reporterin im Mittelpunkt steht. Allerdings ist sie nicht nur Reporterin, sondern auch eine Hexe.  Ich bin kein Fan von Vampiren, aber Storys um Hexen finde ich gut. Darum habe ich bei diesem Buch zugeschlagen ... Nun, was soll ich sagen? Ich bin bei 50% des Buches und mehr verwirrt als begeistert. Zum einen fängt die Geschichte so an, als sei man im fünften Band der Reihe angekommen. Es tauchen der Reihe nach Charaktere auf, die man nicht kennt und die Autorin nimmt sich kaum die Mühe, sie vorzustellen. So habe ich es nun mit einer riesigen Anzahl an Personen zu tun und brauche ewig sie zu sortieren. Zum anderen ist bisher nicht viel magisches passiert. Mal eine Erwähnung hier, mal eine kleine Sache dort, aber das war es schon. Zumal die Protagonistin Stacy angeblich auch eine Hexe sein soll und es auch weiß.  Nun bisher lässt sie sich viel Zeit ihre Kräfte ans Licht zu bringen.Es ist also nicht wie bei Harry Potter, der zu Beginn des ersten Bandes feststellt, dass er ein Zauberer ist. Dennoch, langsam fängt es an interessant zu werden, was mit einem einfachen Brand anfing, entwickelt sich gerade zu einem Mordfall. Jetzt will ich natürlich wissen, ob der Täter gefunden wird (die Chancen stehen in einem Krimi eigentlich recht gut dafür) und ob Stacy ihre Kräfte doch noch einsetzt. 

So und das waren die letzten zwei Wochen im Schweinsgalopp :-) 

Euch allen eine schöne neue Woche! 

Sonntag, 14. September 2014

Appetithäppchen

Heute habe ich die magische Grenze von 100.000 Worten des vierten Teils überschritten. Als ich vor drei Jahren anfing, den ersten Band von "Einsatzort Vergangenheit" zu schreiben, war die Vorstellung, dass ich überhaupt jemals mehr als 50.000 Worte schreiben könnte, unvorstellbar für mich. Inzwischen sind drei Jahre vergangen und ich habe in dieser Zeit über 400.000 Worte geschrieben. Darum gibt es heute zur Feier des Tages einen kleinen Ausschnitt aus Teil Vier. Natürlich wie immer in der Rohfassung und völlig unkorrigiert :-) 

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen! 



»Du bist selbstverständlich noch nie von deinem Chef nach Feierabend angerufen worden, oder?«, fragte ich, wohl wissend, dass das schon häufiger als ihr lieb war, vorgekommen war. Sie verdrehte die Augen und sah mich finster an.
»Du weißt genauso gut wie ich, dass der alte Lehmann andauernd anruft. Aber ich arbeite bei einer Werbeagentur, wo so etwas häufiger vorkommt, als in einer Kostümwerkstatt.« Damit Tom Marie nicht wegen sämtlicher Belange seiner Arbeit anlügen musste, hatte er ihr erklärt, er sei in einem Unternehmen beschäftigt, das sich auf Produktionen historischer Filme und Dokumentationen spezialisiert hatte und er der Leiter der Requisitenabteilung war.
»Warum? Seit wann steht geschrieben, dass Filme nur tagsüber gedreht werden dürfen? Stell dir vor, sie sind gerade dabei eine Nachtszene zu drehen und sie stellen fest, dass die Figur, die den alten Fritz darstellen sollte, sich die Hose zerrissen hat. Wen sollen sie sonst anrufen, wenn nicht Tom?«, versuchte ich sie zu beruhigen. Der Kellner näherte sich mit einer Vielzahl kleiner Tapasschälchen und bereitete sich auf dem Tisch aus. Beim Anblick der vielen Teller wurde mir klar, dass meine Augen wohl wieder einmal größer als mein Magen gewesen waren. Aber die Auswahl der Tapas war riesig und sich auf nur auf ein oder zwei zu beschränken, war nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.Ich nahm den ersten Bissen meines Hähnchens in Orangensoße und verdrehte glückselig die Augen. Auf solche Köstlichkeiten hatte ich in den letzten Monaten viel zu oft verzichten müssen. Marie nahm ebenfalls etwas von einem der Teller und kostete, bevor sie weitersprach.
»Ich weiß, aber diese merkwürdigen Anrufe häufen sich und was mich noch viel mehr aufregt, ist die Tatsache, dass er jedes Mal den Raum verlässt, sobald sein Telefon klingelt. Das finde ich einfach nicht normal.« Sie hatte sich richtig in Rage geredet und biss mit Wut auf die arme Garnele, die sie auf ihre Gabel aufgespießt  hatte. Sie musste mir nicht erzählen, dass sich die Anrufe in letzter Zeit gehäuft hatten. Die Anzahl der Zeitreisen, die ich in den letzten Tagen gemacht hatte, verrieten es mir auch so  Wir mussten hier etwas verhindern, dort eine Blockade lösen. Phil und ich hatten den Eindruck, dass Klaus uns nicht mehr zum Verschnaufen kommen lassen wollte. Er plante etwas und das alles war nur sein harmloses Vorspiel.    
»Vertraust du Tom?«, fragte ich vorsichtig. Marie schaute mich verständnislos an.
»Ich habe dir gerade erzählt, dass ich sein Verhalten mehr als seltsam finde und du fragst mich, ob ich ihm vertraue?«
»Gehen wir mal davon aus, dass er einfach diese dämliche Angewohnheit hat, bei Telefonaten aus dem Raum zu gehen. Gibt es sonst Hinweise darauf, dass er etwas zu verbergen hat?« Ich wusste, dass ich mich auf gefährliches Terrain begab, aber manchmal war Angriff die beste Verteidigung. Marie runzelte nachdenklich die Stirn und kaute gedankenverloren auf einem Stück Entenbrust herum.
»Ich durfte ihn noch nie von der Arbeit abholen. Im Grunde genommen könnte er sonst wo arbeiten, ich kann es nicht überprüfen«, sagte sie schließlich.
»Wenn ich das also richtig sehe, hast du nur ein Problem mit seiner Arbeit? Warum machst du dann so ein Theater drum? Wäre er Chemiker und würde in einer Chemiefabrik arbeiten, könntest du ihn vermutlich ebenso wenig von der Arbeit abholen, wie jetzt. Ansonsten scheint alles in Ordnung zu sein. Ich habe gesehen, wie Tom dich anbetet. Marie, er ist in dich verliebt. Mach es nicht kaputt, nur weil er die Arbeit von seiner Freizeit trennt. Du hast es verdient, glücklich zu werden und ich bin überzeugt davon, dass Tom gut für dich ist.« Ich nahm einen Schluck Wasser und wartete ihre Reaktion ab. Nachdenklich tippte sie mit den Fingerkuppen auf die Tischplatte. Das Klingeln meines Handys schreckte mich auf und ich suchte in meiner Tasche nach meinem Mobiltelefon. Beim Blick auf das Display konnte ich ein leises Stöhnen nicht unterdrücken. Der Anruf konnte nur eines bedeuten. Fragend sah Marie mich an, doch für eine Antwort war es zu spät, ich hatte bereits das Gespräch angenommen.
»Laura, hier. Was gibt es?«, fragte ich leise.
»Laura, es tut mir leid, dass ich dich stören muss, aber wir haben hier eine Situation, die ihr noch heute Abend klären müsst«, drang Richards Stimme zu mir. Unwillig verzog ich das Gesicht.
»Das kommt ziemlich unpassend.«
»Wenn es dir ungelegen kommt, kann ich Philemon auch ohne dich losschicken.« Dieser gerissene, alte Fuchs! Er wusste genau, dass Phil nicht mehr alleine reisen würde.
»Ausgeschlossen. Wir haben eine Abmachung! Ich bin in einer halben Stunde bei euch«, blaffte ich ihn durchs Telefon an. Marie sah mich mit großen Augen an. Ich winkte dem Kellner und bat ihn mir meine Rechnung zu bringen.
»Es tut mir leid, Marie. Ich muss leider gehen, der Anruf ... Das war ziemlich dringend ...« ich stotterte und suchte nach Worten. Wie konnte ich ihr erklären, dass ich ihr nichts erklären konnte. Wieder klingelte mein Handy. Dieses Mal war es Phil.
»Ich weiß Bescheid«, sagte ich anstelle einer Begrüßung. Ich hörte Phil durchs Telefon seufzen.
»Ich weiß, wie sehr du dich auf dein Treffen mit Marie gefreut hast. Ich hätte auch kein Problem ausnahmsweise ohne dich zu reisen«, antwortete er. Ich sah zu Marie, die meinem Gespräch interessiert lauschte. Kein Wunder, dass Tom immer den Raum verließ. Ihre Ohren schienen zu Rhabarberblättern geworden zu sein, so sehr bemühte sie sich, unser Gespräch mitzubekommen. Ich stand auf und verließ das Lokal.
»Phil, wir haben uns darauf geeinigt, dass du nicht mehr alleine reist. Die Gefahr ist zu groß! Ich bin in einer halben Stunde im Büro und wir machen das zusammen.« Im Lokal war ich davon ausgegangen, dass die schlechte Verbindung dem Restaurant geschuldet war, doch das Rauschen in der Leitung ließ mich darauf rückschließen, dass Phil im Auto saß und bereits auf dem Weg in die Zentrale war.
»Wenn du mit mir fährst, bist du in 20 Minuten da.« Lächelnd verdrehte ich die Augen. Es wunderte mich, dass er bei seinem Fahrstil noch nie ein Knöllchen oder Punkte bekommen hatte. Er musste mir unbedingt verraten, wie er  das machte.
»Gut, ich warte im Restaurant auf dich. Bis gleich«, verabschiedete ich mich und ging zurück zu Marie. Sie musterte mich stumm und wartete darauf, dass ich ihr erklärte, was das Ganze sollte.
»Das war Phil. Wir müssen zu einer Veranstaltung seines Onkels. Irgendwie hatten die beiden vergessen mir zu sagen, dass ebenfalls auftauchen soll«, plapperte ich drauf los und hoffte, dass Phil bald käme. Marie zog einen Flunsch.
»Toll, da habe ich nicht nur einen Freund, der von jetzt auf gleich verschwindet, sondern auch noch eine Freundin, die es ihm gleich tut. Ich könnte beinahe auf den Gedanken kommen, dass ihr unter einer Decke steckt.« Wenn sie wüsste, wie sehr sie mit ihrem Satz ins Schwarze getroffen hatte! Ich lachte künstlich auf und machte eine wegwerfende Handbewegung.

»Marie!«, rief ich empört aus und warf einen sehnsüchtigen Blick in Richtung Tür. Wie auf Kommando öffnete sie sich und Phil trat ein.

Sonntag, 7. September 2014

Wochenrückblick #1

Ja, ja ich weiß, dass wir uns schon in großen Schritten dem Ende des Jahres nähern. Ich habe gerüchtweise gehört, dass die ersten Supermärkte bereits angefangen haben auf Weihnachten umzurüsten. Dieses Jahr spielt das Wetter ja fast mit, sodass man ohne Weiteres Gelüste auf Spekulatius und Co. bekommen könnte.
Eigentlich ist also das Jahr schon rum und ich komme mit einem Wochenrückblick #1 um die Ecke? Es ist ganz einfach der erste, den ich schreibe und hoffentlich einer in einer Reihe von vielen, die noch folgen werden.
In letzter Zeit war es hier wieder sehr ruhig geworden. Das lag zum einen daran, dass ich ziemlich beschäftigt war und die wenigen Stunden, die ich Zeit hatte, mit Schreiben von Band vier beschäftigt war. Dabei passieren immer wieder Kleinigkeiten von denen ich berichten möchte und damit fange ich nun an.

Was ist also passiert?

Ich schreibe weiterhin fleißig an Band vier und derzeit läuft es wie geschmiert. Per heute sind ca. 95.000 Worte geschrieben, das Ende ist also nicht mehr weit. Ich bin mitten im Finale und so viel kann ich verraten: Es wird dramatisch, aber der Humor kommt trotzdem nicht zu kurz.


Ein Highlight der Woche war unser unfreiwilliger Hausgast. Durch die geöffnete Terrassentür kam ein Wellensittich zu uns herein geflogen. Todesmutig hat mein Mann den Vogel eingefangen und ihn, mangels Alternative in die Transportbox gesperrt, mit der wir unsere Kaninchen hin- und herkutschieren, wenn sie zum Tierarzt müssen. Da saß er nun der arme kleine Piepmatz und starrte hinter den Gittern auf die ihm unbekannte Umgebung. Eine Umfrage bei den Nachbarn brachte leider keinen Erfolg, niemand vermisste einen Wellensittich. Dafür waren ein paar Nachbarn so nett und haben uns mit Futter für den Flattermann versorgt. Was macht man also mit einem Vogel, der einem zugeflogen ist? Meine Kollegen waren alle außer dem Häuschen als sie gehört haben, dass uns ein Sittich zugeflogen ist und wollten mich überzeugen, ihn zu behalten. Nur gehören Vögel so gar nicht zu den Tieren, die ich als Haustier haben möchte. Also haben wir ihn ins Tierheim gebracht, in der Hoffnung, dass er wieder nach Hause gebracht wird.

In Mainz ist Weinmarkt. Jedes Jahr am letzten August- und am ersten Septemberwochenende findet der Weinmarkt im Stadtpark statt. Für mich eine Gelegenheit sich abends mit netten Menschen zu treffen und gemütlich durch den mit Lichterketten beleuchteten Park zu schlendern. Man kann die unterschiedlichsten Weine der Winzer aus der Region testen und lernt so auch ein paar neue Weine kennen, die man so vielleicht nie probiert hat. Wenn man keine Lust hat zu laufen, kann man sich auch den im ganzen Park verteilten Bierbänken niederlassen und wer es besonders rustikal mag, kann sich auf die zu Sitzgelegenheiten umfunktionierten Weinkisten setzen. Gerade letzteres gehört zu den begehrtesten Sitzplätzen, denn sie stehen meistens ein wenig abseits vom Weg auf den Wiesen und werden nur durch vereinzelte Kerzen beleuchtet. Die große Bühne auf der Bands Coverversionen von bekannten Hits zum Besten geben, ist auch weit genug weg, sodass man sich in Ruhe mit seinen Freunden unterhalten kann. Der Weinmarkt gehört definitiv zu den schönsten Festen, die wir hier in der Gegend zu bieten haben und solange es nicht aus Eimern gießt, ist ein Besuch dort ein Pflichttermin in meinem Kalender.

Um uns ein wenig zu bewegen, sind mein Mann und ich die sechs Kilometer zum Park gelaufen. Dabei müssen wir die Eisenbahnbrücke überqueren und auch wenn es dort eng ist, und man Angst haben muss, dass Radfahrer einen über den Haufen fahren, so bietet die Brücke einen der schönsten Ausblicke auf die Stadt und ich konnte nicht umhin, mal wieder ein Foto mit der Handykamera zu schießen.




Was ist sonst noch so passiert? Ich glaube, es ist nicht besonders spannend, wenn ich über den Geburtstag meiner Schwiegermutter oder anderen Familienfesten berichte. Aber das gehört auch zu meinem Leben und sind die Gründe, warum es mit dem Schreiben manchmal nicht so schnell vorwärts geht.  Davon zu erzählen, werde ich aber nur, wenn wirklich etwas Außergewöhnliches geschieht.


Zum Wochenrückblick gehört ab sofort auch die Rubrik: Ich lese! Hier werde ich immer berichten, welches Buch ich gerade lese. Wundert euch aber nicht, wenn ich ein Buch über mehrere Wochen hinweg lese. Denn leider schaffe ich es nur abends ein paar Seiten zu lesen und lege dann völlig übermüdet den Kindle aus der Hand.

Also was lese ich derzeit? What Angels Fear: A Sebastian St. Cyr Mystery Es ist der erste Band einer historischen Krimireihe, der in der Regencyzeit spielt. Bisher habe ich über 65% gelesen und bin recht eingenommen von dem Buch. Der Held der Reihe, Sebastian St. Cyr, wird des Mordes an einer Schauspielerin beschuldigt und um seine Unschuld zu beweisen, flieht er vor den Obrigkeiten und versteckt sich in einem Slumviertel Londons. Die Beschreibungen der Orte und Geschichte sind lebendig und lassen mich in die Zeit von 1811 zurückreisen. Wenn der Rest des Buches so weitergeht, bin ich mir sicher, dass ich mir noch die anderen Bände der Reihe zulegen werde. Dabei wollte ich gar keine neuen Buchreihen mehr anfangen ...

Mittwoch, 13. August 2014

Fragestunde

Ich dachte, dass es mal an der Zeit sei einen kleinen Fragebogen an mich selbst auszufüllen, damit meine Leser sich vielleicht auch mal ein Bild von mir machen können.

Ich wünsche Euch viel Spaß bei meinem Interview an mich selbst:-) 

Wo bist du geboren? 
In Mainz. Ich bin dort geboren und aufgewachsen. Ich habe eigentlich mein ganzes Leben dort verbracht und finde es immer noch schön in dieser Ecke Deutschlands. 

Deine Haarfarbe? 
Meine Haare würde ich als Straßenköterblond bezeichnen, während meine Friseurin es wohl eher dunkelblond nennt. Auf alle Fälle ist es langweilig und ich experimentiere immer mal wieder mit diversen Farbtönen. Derzeit sind meine Haare etwas blonder als sonst. 

Deine Augenfarbe?
Blau 

Hast du Geschwister?
Ja, eine ältere Schwester. 

Was liest du derzeit? Und wie findest du es?
Ich habe gestern Abend bei 60% "A Woman of Substance" von Barbara Taylor Bradford abgebrochen und suche mit jetzt was Neues aus. Aber das Buch war einfach nur unglaubwürdig und es ist so gut wie nichts passiert. Andauernd musste ich lesen, dass die Heldin wunderschön, klug und keiner anderen Frau das Wasser reichen konnte. Was immer sie neu lernen sollte, beherrschte sie in Rekordzeit. Ihr Bruder wurde nie mit einer Frau richtig glücklich, weil keine an sie heranreichte. Alle Männer verlieben sich in sie. Und sie? Mir kam es vor, als sei sie nicht zu Gefühlen fähig und hat die meisten Menschen in ihrer Umgebung mit Füßen getreten, weil sie nur das eine Ziel vor Augen hatte reich zu werden. Ich glaube jetzt ist es mal wieder Zeit für einen Krimi. 

Hast du einen Lieblingsfilm? Wenn ja, wie heißt er?
Das ist einfach. Ganz klar "Shakespeare in Love". Ich weiß bis heute nicht genau warum, aber ich kann ihn mir immer wieder ansehen. Es gibt noch viele andere Filme, die ich gerne sehe, aber dieser ist mein Favorit. 

Was ist dein Lieblingslied?
Ui, Musik ist schwierig. Ich bin da auf einer ganz anderen Wellenlänge als die meisten. Aber von den aktuellen Sachen mag ich derzeit das Lied "Can't Say No" von Rea Garvey sehr gerne. Es ist ein Lied, von dem ich automatisch gute Laune bekomme.

Wann hast du zum letzten Mal Urlaub gemacht? Wo?
Anfang März war ich für ein paar Tage mit meinem Mann in Paris. Danach hatte ich zwar einige Tage frei, in denen wir aber nicht weggefahren sind. Mein letzter größerer Urlaub war letztes Jahr, als wir eine USA/ Kanadarundreise gemacht haben. 

Was braucht man für einen perfekten Urlaub?
Meer :-) Ich liebe Urlaube am Meer. Und Spontaneität. Wenn man zu sehr plant und etwas daneben geht, ist man hinterher enttäuscht.  

Welche Sprachen sprichst du?
Neben Deutsch und Meenzerisch? Englisch und ein wenig Französisch. 

Hast du Haustiere?
Ja, zwei Zwergkaninchen. Die wahlweise auf den Namen "Nein" oder "Lass das" hören :-)

Was ist  dein Lieblingsessen?
Gerne und viel :-) Ich weiß es gar nicht so genau. Es gibt viele Sachen, die ich gerne mag. Aber Nudeln gehen eigentlich immer. 

Dein Lieblingsland?
Eindeutig England beziehungsweise Großbritannien. Ich war zwar erst einige Male in London und einmal in Kent im Urlaub, aber es ist mein Lieblingsland. Ich würde gerne noch öfter hinfahren, aber es gibt auch noch so viel andere Länder, die es zu entdecken gibt. 

Was ist deine Lieblingsfarbe?
Blau. Es erinnert mich immer an das Meer. In unserem Wohnzimmer hängen unglaublich viele Meeresbilder.

Setze fort wie du willst: "Lost in….."
Austen :-) Ich finde diese ITV Miniserie einfach nur klasse. Erstens ist es eine Zeitreisegeschichte und dann spielt es auch noch im Universum von "Stolz und Vorurteil". Unbedingt sehenswert.

Dein letzter Kinofilm?
Leider komme ich nicht mehr so oft ins Kino wie früher. Ich glaube, es war "Vaterfreuden". Immerhin war das schon 2014.

Film oder Buch?
Ganz klar Buch. Beim Lesen entwickelt man eine eigene Vorstellung davon, wie die Figuren aussehen und malt sich sein eigenes Bild. Sieht man dann den Film, ist man meistens enttäuscht. Als gelungene Verfilmung fällt mir derzeit nur die BBC Verfilmung von "Stolz und Vorurteil" aus dem Jahr 1995 ein.

Hast du noch andere Hobbys außer Schreiben?
Selbstverständlich Lesen. Was sonst noch? Geocachen gehört mit zu meinen Hobbys. Klar sucht man eigentlich nur Plastikdosen, aber ich habe bei verschiedenen Caches eine Menge gelernt, beziehungsweise Orte kennengelernt, die ich so nicht gefunden hätte. Außerdem ist man dabei viel im Freien, etwas, dass ich dank Bürojob und Schreiben viel zu wenig bin.

Was würdest du niemals schreiben?
Horrorgeschichten. Mir fehlt zum Abschlachten von Menschen einfach die Fantasie. Genauso wenig könnte ich eine Fantasiewelt erschaffen, die ihren eigenen Gesetzen folgt. Man muss da konkrete Vorstellungen haben und es muss alles ineinander passen. Ich habe einen Heidenrespekt vor Autoren, die in der Lage sind, solche komplexen Welten aufzubauen.

Hast du ein Vorbild?
Nein. Es gibt viele Menschen, die ich, für das was sie getan haben, bewundere Wenn ich sie mir aber zum Vorbild nehmen würde, dann würde ich versuchen sie zu kopieren und würde vermutlich ein Stück von mir selbst verlieren. Ich kann mich an ihnen orientieren, aber nicht so versuchen wie sie zu sein.

Lebst du lieber in der Stadt oder auf dem Land?
Stadtnahe. Das platte Land ist nichts für mich, aber nur die Stadt um mich herum, wäre auch nichts. So wie ich derzeit wohne, ist es perfekt. Ich wohne in einer kleinen Stadt in der Nähe von Mainz und bin in einer Viertelstunde mit dem Auto oder Bus im Zentrum. Trotzdem habe ich fast vor der Haustür ein wunderschönes Naturschutzgebiet, in dem man lange Spaziergänge oder Fahrradtouren unternehmen kann.

Was sagst du zum aktuellen Fernsehprogramm?
Ich schaue ungerne Sachen, die aus dem Englischen ins Deutsche synchronisiert wurden, daher kaufe ich Filme oder Serien und schaue sie im Original. Wenn ich fernsehe, dann denn sonntäglichen Tatort oder Dokumentationen. 

Welche 3 Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?  
Meinen Mann, genug Lesestoff und Schokolade. Das ist echt fies, wenn man sich einschränken muss. 

Deine Wünsche für die Zukunft?!
Ich glaube, das Wichtigste ist, gesund zu bleiben. Was nutzen einem viel Geld oder Erfolg, wenn man krank ist?  Dann möchte ich noch viele Reisen unternehmen und die Welt erkunden. Mein Wunsch fürs Alter ist es, ein Haus am Meer zu haben. Ich möchte morgens aufstehen und mit meinem Mann zusammen beim Frühstück die Aussicht aufs Meer genießen.















     


Sonntag, 3. August 2014

Inspiration, Inspiration ...

Es gibt Tage, da brauche ich Ruhe beim Schreiben. Absolute Ruhe. Da darf mich nichts stören. Kein Radio, kein Fernsehen im Hintergrund. Andere Menschen im Raum müssen um ihr Leben fürchten, wenn sie es wagen, mich aus meiner Konzentration zu reißen.

Aber diese Tage sind eher selten. Ich habe festgestellt, dass ich gut schreiben kann, wenn ich Musik im Hintergrund laufen lasse, beziehungsweise über Kopfhörer höre. Es gibt einige Lieder, die mich anscheinend besonders inspirieren, wenn ich sie höre. Dabei entstehen Bilder vor meinen Augen und ich merke, wie es mir leichter fällt zu tippen. Sie üben eine gewisse Magie auf mich aus und ich kann mich ihr nicht entziehen. 

Seit ich angefangen habe meine Zeitreiseromane zu schreiben, habe ich mich oft auch mit der Musik vergangener Epochen beschäftigt. Dabei bin ich auf eine Menge interessanter Stücke gestoßen, die ich in mein Herz geschlossen habe. Spotify ist was das angeht wirklich eine wahre Fundgrube. 
Ich glaube, ich kann sowieso behaupten, dass mein Musikgeschmack etwas anders ist als der des Mainstreams. Mit aktuellen Hits kann ich nur selten etwas anfangen, die Radiosender haben es leider geschafft, dass sie die meisten Songs bis zum Abwinken spielen und das, was man mal möchte, einfach nicht mehr hören kann. Das witzige an der Sache ist, dass ich bei meinen eigenen Liedern, die ich höre, eigentlich auch immer die gleichen Lieder höre. Nur in der Regel nicht fünfmal am Tag. 

In letzter Zeit habe ich wahllos irgendwelche Songs zu meinen Playlists auf Spotify hinzugefügt, nur um dann beim Hören festzustellen, dass ich die Hälfte der Lieder gar nicht besonders mag. Das habe ich nun geändert. Ich habe angefangen eine Playlist zu erstellen mit Liedern, die ich wirklich gerne höre. Sie sind vermutlich die wildeste Mischung, die je in einer Playlist veröffentlicht wurde, aber für mich haben viele eine besondere Bedeutung. 

Tilman Susatos Lieder zum Beispiel waren eine besondere Unterstützung beim Schreiben von "Einsatzort Vergangenheit". We are young von Fun. werde ich immer mit dem Wolkenbruch in Washington D.C., der meinen Mann und mich zwang ins dortige Hardrock Café zu flüchten, in Verbindung bringen. 

Wer also neugierig ist und wissen möchte, was für einen durchgeknallten Geschmack hat, kann gerne mal hier reinschauen: Sandras Inspirationsmusik

Ich werde weitere Titel hinzufügen, damit ich nicht nach kurzer Zeit feststelle, dass ich die Musik auch nicht mehr hören kann:-) 

Samstag, 26. Juli 2014

Glaubenskriege

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich gehöre zu den Menschen, die sich, bevor sie eine größere Anschaffung tätigen, stundenlang im Netz informieren. Mit ein paar Schlagwörtern, die man in die große allgegenwärtige Suchmaschine eingibt, gelangt man auch recht schnell zu Suchergebnissen.

Nur hilft mir das bei meinen Entscheidungen weiter? Ich habe festgestellt, dass man recht schnell in eine Art Glaubenskrieg kommt, wenn man sich umsieht. So gibt es nicht wenige Menschen, die in einem Forum, das speziell für dieses Gerät gedacht ist, danach fragen, wie denn die Erfahrungen der anderen Nutzer sind, und welche Vor- und Nachteile es denn gibt. 
Gerade bei Geräten, deren Anschaffungskosten etwas höher liegen als bei anderen, passiert etwas besonderes. In den Foren tummeln sich nämlich nicht nur Besitzer dieser Geräte, die sich mit anderen austauschen und ihre Erfahrungen teilen wollen. Oh nein, ich habe den Eindruck, dass es eine nicht kleine Zahl von Menschen gibt, die aus welchen Gründen auch immer, etwas gegen dieses Produkt haben. Dabei fällt oft auf, dass diese Personen, die ihren Senf dazugeben, das Gerät, um das es geht, gar nicht besitzen. Sie haben nur davon gehört, es mal irgendwo gesehen und befunden, dass es nichts für sie ist. Das ist auch jedermanns gutes Recht. Es soll keiner gezwungen werden, etwas zu erwerben was er nicht will. 

ABER BITTE! Müsst ihr euch dann in Foren rum treiben und dagegen stänkern? Was bringt es euch? Warum opfert ihr einen Teil eurer wertvollen Zeit und schreibt über etwas, dass ihr gar nicht euer Eigen nennt? Meint ihr, dass so dem Suchenden geholfen wird? NEIN, ganz gewiss nicht. Es wäre etwas anderes, wenn ihr darüber berichten würdet, dass ihr jenes Gerät besessen habt und nach kurzer Zeit davon enttäuscht wurdet, weil dies oder das nicht funktionierte. Das wären Argumente, die ich noch nachvollziehen könnte, aber einfach zu schreiben, dass einem das Gerät aus nicht näher benannten Gründen niemals ins Haus käme, kann ich nicht nachvollziehen. Es ist wichtig zu erfahren, was bei einem Produkt nicht okay ist, solange man aus eigener Erfahrung darüber zu berichten weiß, aber doch nicht, weil die Mutter von der Schwiegertochter eines Kollegen meiner Kusine, was dazu gesagt hat! 

Nur was soll man als potenzieller Käufer machen? Bestenlisten, Stiftung Warentest etc. sind leider nicht immer hilfreich. Es kommt oft vor, dass das Produkt, dass man im Auge hat, nicht immer mit der Bestnote getestet wurde, weil die Tester möglicherweise besonderen Wert auf etwas legen, worauf man als Nutzer gar nicht achtet. Man ist in diesen Fällen auf die Meinung der virtuellen Gemeinde angewiesen. Die aber leider nicht immer so hilfreich ist und ehe man sich versieht ist man in einer regelrechten Schlammschlacht gelandet. Denn es werden in diesen Foren wahre Glaubenskriege ausgefochten. Es gibt diejenigen, die ihr Produkt bis aufs Letzte verteidigen, nicht immer mit den besten Argumenten und diejenigen, die sich als Gegner darüber lustig machen. Wenn es um solche Fragen geht, ist auch der Ton oft recht scharf und nicht selten habe ich gelesen, wie es zu Bemerkungen kam, die meines Erachtens unter die Gürtellinie gingen.

Warum können die Menschen in den Foren nicht nur zu den Produkten etwas schreiben, die sie tatsächlich besitzen? Warum müssen sie ihre Abneigung überall in die Welt hinaus posaunen? Ich frage mich, ob das ganze solche Ausmaße ergreifen würde, wenn man nicht mit Nickname, sondern Klarnamen schreiben würde? Datenschutz ist gut und wichtig, aber sich unter einem Deckmantel der Anonymität zu verstecken und dann gegen alles mögliche zu gehen, kann auch nicht der Sinn dessen sein.

Ich werde ab jetzt lieber meine eigenen Erfahrungen machen und Foren nur noch ab und an nach Informationen durchforsten. Alles andere raubt mir zu viel Zeit und Nerven!






Sonntag, 20. Juli 2014

Das Experiment - Teil 3

Anfang des Jahres habe ich bekanntermaßen beschlossen, dass ich es doch einmal versuchen könnte, mit öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit fahren könnte. Was ist eigentlich daraus geworden? 

Nun, was soll ich sagen? Ich fahre wieder mit dem Auto und muss das Experiment Bus und Bahn für gescheitert erklären. 

Woran lag es? Laut Fahrplanauskunft hätte die gesamte Fahrt nur eine Stunde gedauert. Das ist schon grenzwertig, aber wenn man bedenkt, dass ich ab und an auch gut und gerne mal bis zu einer Stunde mit dem Auto brauche, eine Überlegung wert. Aber diese Stunde Fahrzeit gab es leider nur auf dem Papier, in Wahrheit war ich knapp 90 Minuten unterwegs. Aus mir bis heute unerklärlichen Gründen fuhr die Bahn von meiner ersten Haltestelle bis zur nächsten immer im Schneckentempo, was natürlich Zeit kostete. Hinzu kamen Stopps am Frankfurter Flughafen und Hauptbahnhof, was selbstverständlich weitere Verspätungen mit sich brachte. Im Grunde genommen wäre das auch alles nicht so schlimm gewesen. Allerdings hat sich irgendein schlauer Fahrplanbastler gedacht, dass es doch toll sei, morgens um halb acht die Straßenbahn, in die ich umsteigen musste, nicht wie sonst im vier bis fünf Minuten Takt, sondern nur noch alle zehn bis zwölf Minuten fahren zu lassen. Kam meine S-Bahn entgegen aller Erwartungen pünktlich an, hatte ich sensationelle zwei Minuten Zeit, um vom zweiten Untergeschoss der S-Bahn-Station nach oben zu laufen und eine recht viel befahrene Straße zu überqueren um noch die Straßenbahn zu erreichen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich fast jedes Mal die Bahn nur noch von hinten zu sehen bekam. Was bedeutete, dass ich zwölf weitere Minuten an der frischen Luft verbringen durfte. Im Winter kein Vergnügen, denn der Wind blies permanent an dieser Ecke. Wobei wir nicht vergessen dürfen, dass der letzte Winter kein wirklicher war, sondern eher ein zu kalt geratener Frühling. Ich mag gar nicht daran denken, wie es dort wäre, wenn wir tatsächlich mal Winter hätten. 

Jetzt könnte ja jemand auf die Idee kommen und sagen, dass ich doch dann einfach früher oder später losfahren könnte, wenn da die Straßenbahnen besser fahren. Könnte ich ... Rein theoretisch. Aber da spielte dann der Busfahrplan, der mich zum Bahnhof bringen sollte, nicht mit.  Egal, wie man es drehte und wendete, ich war fast immer 90 Minuten unterwegs. Außerdem hätte ich, um früher zu fahren, das Haus um zehn nach sechs verlassen müssen ... 
Die Heimfahrten waren eigentlich besser, da passte es besser zusammen, solange ich das mit meiner Busverbindung nach Hause abgestimmt hatte. 

Irgendwie nervte es mich, dass ich morgens noch viel länger unterwegs war als vorher, auch wenn ich selbst weniger Stress dabei hatte. Wer weiß, ob ich das nicht vielleicht doch auf Dauer gemacht hätte, wenn nicht mit einem Mal meine morgendliche Stauecke von heute auf morgen nicht mehr existierte. Ich stand jeden Morgen zehn bis fünfzehn Minuten an der gleichen Ecke, bis irgendwelche netten Menschen auf die Idee kamen, dass man die Strecke an der Stelle zweispurig lassen kann und es gar nicht nötig ist, das ganze auf eine Spur zu verengen. Mit einem Schlag hatte sich meine Fahrtzeit verkürzt und ich brauche seitdem eigentlich nur noch 30 Minuten ins Büro. Wenn man das mit den 90 Minuten der Bahn vergleicht, ist das schon ein enormer Unterschied. Abends stehe ich ab und an mal im dichten Verkehr, doch trotzdem ist der Zeitaufwand geringer als mit der Bahn. 

Klar kann ich jetzt nicht mehr unterwegs lesen oder an meinem Buch schreiben, was vielleicht ein Nachteil ist, aber ich bin auch flexibler. Ich bin nicht auf die Minute genau getaktet und muss nicht aufpassen, dass ich nicht zu spät aus dem Büro gehe, da ich ansonsten die Bahn verpasse. Außerdem höre ich jetzt mehr Hörbücher als vorher, was im entferntesten Sinne auch lesen ist, nur mit den Ohren. 

In den ganzen Wochen meines Experiments hatte ich allerdings nur einmal eine ausgefallene Bahn, keinen Personenschaden und die Verspätungen waren unter zehn Minuten! Würde ich direkt in Frankfurt wohnen oder mein Büro im Zentrum Frankfurts liegen, würde ich mir das mit den Öffentlichen noch mal überlegen, aber so muss ich das Experiment Bahn bis auf wenige Ausnahmen für beendet erklären. 

Es gibt nämlich doch noch Tage, an denen ich die Bahn nutze und zwar an Tagen vor langen Wochenenden. Irgendwie scheint dann ganz Deutschland auf der A3 zu sein und es muss nur ein Unfall dazwischen kommen und ich bin noch länger mit dem Auto unterwegs als mit der Bahn. Das sind die Tage, an denen ich mir meinen Kindle schnappe und es genieße, dass ich nicht mit den anderen Autos auf der Autobahn spielen muss. 



Montag, 2. Juni 2014

Warum ich gerne Zeitreisende wäre und warum die Gegenwart doch ganz nett ist

Wer er es noch nicht mitbekommen hat, dem sei gesagt, Zeitreisen haben mich schon immer fasziniert. Sie sind ein Traum, der fast so alt wie die Menschheit ist. Allerdings sind es die Reisen in die weitere Vergangenheit, die mich am meisten interessieren. Reisen in die Zukunft oder einfach nur ein paar Jahre im eigenen Leben zurückzureisen und Ereignisse, die damals nicht so gelaufen sind, wie man es wollte, zu ändern, sind  merkwürdigerweise nicht ganz mein Ding.

Stellen wir uns aber mal vor, dass ich  durch Zufall in den Besitz einer Zeitmaschine käme, die ähnlich wie die meiner Protagonisten Laura und Phil funktioniert? Da liegt sie nun also vor mir, ich könnte in jede Epoche reisen, die ich jemals besuchen wollte. Mein Traum wird wahr, aber was nun? Wage ich den Schritt? Oder bleibe ich doch lieber in der sicheren Gegenwart. Ich bin ein großer Freund von Pro und Kontra Listen, also habe ich mir auch für diesen Fall eine solche erstellt. Fangen wir mit den Gründen FÜR Zeitreisen an:


Eine Zeitmaschine würde mir die Möglichkeit geben, bei allen möglichen Ereignissen dabei zu sein. Schon bei der Vorstellung, dass man die Möglichkeit hätte, bei der Krönung von Karl dem Großem im Jahr 800 dabei zu sein, läuft einem ein Schauer über den Rücken. Das ist nur ein Beispiel von vielen, die mir einfallen. Selbstverständlich wäre ich auch gerne bei einer Theateraufführung in einem Stück Shakespeares dabei gewesen.

Was mich zum nächsten Punkt bringt und zwar der, dass man sich als Besucher Orte ansehen kann, wie sie vor ihrer Zerstörung aussahen. Ich liebe Städtereisen und wenn ich die Gelegenheit hätte, London oder Paris in  früheren Jahren zu sehen, so würde ich die Gelegenheit sofort beim Schopfe ergreifen. Alleine um alles zu sehen, was ich mich interessiert, wäre ich ein halbes Leben unterwegs.

Da ich ja auch entsprechend gekleidet sein müsste, bringt mich das zum nächsten Punkt: Ich könnte schöne Kleider tragen :-) Ja, hier kommt das Mädchen in mir durch. Seit ich klein bin, bin ich vom Sissifieber befallen. Damals lief an Weihnachten, wie eigentlich in jedem Jahr um diese Jahreszeit, alle Sissi-Filme. (Ich schreibe es mit Absicht nicht Sisi, weil ich mich eindeutig auf die Filme beziehe) Seitdem war es mein innigster Wunsch auch einmal ein solches Kleid zu tragen. Die weit schwingenden Röcke und die aufwendige Verarbeitung hatten es mir schon damals angetan. Unnötig zu erwähnen, dass es mir bei "Vom Winde verweht" ähnlich erging, oder? Vor vielen Jahren habe ich mir ein solches Kleid mal für eine Fastnachtsveranstaltung geliehen. Das Tragen machte unheimlich viel Spaß, aber der Gedanke, dass es nur eine Verkleidung war, war immer dabei. Was also, wenn ich nun von Menschen umgeben wäre, für die diese Kleidung Alltag bedeutet? Wäre das nicht fantastisch, wenn man die Kleider der verschiedenen Epochen anziehen dürfte und nicht aus der Menge herausstechen würde?

Was ist aber mit den anderen Aspekten? Was ist mit dem negativen? Es kann nicht immer alles eitel Sonnenschein. Die Geschichte der Menschheit ist geprägt von schrecklichen Ereignissen, Unglücken und Kriegen. Sie sind es, die den Weg in unsere Geschichtsbücher gefunden haben. Wir lesen dort auch von Dichtern, Denkern und Erfindern, aber hauptsächlich doch von Staatsoberhäuptern und ihren Kriegen. Auf der einen Seite würde es mich brennend interessieren, wie das Alltagsleben im Mittelalter tatsächlich war, aber dann setzt mein gesunder Menschenverstand wieder ein und ich frage mich, ob das wirklich eine gute Idee ist. 

Sind wir mal ehrlich, das Leben in der Vergangenheit kann nur für jemanden, der der Oberschicht angehört, einigermaßen angenehm sein. Und selbst wenn man über Geld und Einfluss im Übermaß verfügt, heißt das nicht, dass einen eine simple Blinddarmentzündung nicht doch von jetzt auf gleich umbringen kann. Ganz zu Schweigen von Pest, Cholera und Typhus ...
Die hygienischen und medizinischen Bedingen sind bis ins beginnende 20. Jahrhundert katastrophal, will ich mir das wirklich antun?  

Dann ist da die nicht unbedeutende Sache mit dem Essen. Essen? Was soll damit sein? Angesichts der Lebensmittelskandale mag man es kaum glauben, aber zu keiner Zeit war unser Essen sicherer und gesünder als heute. War in früheren Zeit Fleisch etwa nicht mehr im besten Zustand, würzte man es einfach noch etwas stärker, damit man nicht schmeckte, dass das Fleisch verdorben war. Essen in der Vergangenheit war genau aus diesen Gründen oft überwürzt. Aber was war in den Zeiten, in denen Hungernöte herrschten? Warum sind damals so viele Iren nach Amerika ausgewandert? Richtig, weil die Kartoffelernten über Jahre hinweg ausfielen. 
Einen positiven Aspekt hat das Essen der Vergangenheit aber, Obst und Gemüse waren immer saisonal! In meiner Kindheit gab es Feldsalat nur im Winter und Erdbeeren nur im Sommer. Beim Gang in den Supermarkt schaudert es mich oft genug, wenn ich die ersten Erdbeeren im Januar entdecke. Kann man nicht warten, bis die Zeit der Früchte gekommen ist? Was will ich denn mit leuchtend roten Früchten, die gigantisch groß sind, aber nur nach Wasser schmecken oder bitter sind? 

Nicht zu vergessen, die Annehmlichkeiten, die das Leben in unserer Zeit bietet! Fernsehen, Kino, Internet, Bücher lesen, Essen gehen, in Urlaub fahren oder einfach mal nichts tun, sind Dinge, die fast jeder von uns tun kann. Das Wort Freizeit war für viele unserer Vorfahren ein Fremdwort, da sie die meiste Zeit ihres Lebens damit beschäftigt waren für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten und zu überleben. 

Kriege, Zerstörungen, Epidemien, Vergewaltigungen, Gestank, mangelnde Hygiene sowie schlechte medizinische Versorgung sollten einem doch zu denken geben, ob eine Reise in die Vergangenheit wirklich wünschenswert ist. 

Und doch bin ich der Überzeugung, dass ich es wagen würde, einfach weil der Reiz es auszuprobieren da ist und es so unglaublich ist, dass man blöd wäre, wenn man es nicht täte. Außerdem hätte ich ja eine Zeitmaschine, die mich sofort wieder nach Hause brächte, wenn etwas schief ginge. 

Aber, da die Wissenschaft herausgefunden hat, dass Zeitreisen nicht möglich sind, können wir wohl nur weiter träumen und uns fragen, was wäre wenn? 

Ich wünsche einen schönen Wochenanfang! 




Donnerstag, 29. Mai 2014

Planlos?

Manchmal gibt es im Englischen Ausdrücke, die man einfach nicht ins Deutsche übersetzen kann. Oder kennt jemand von Euch den Ausdruck "Pantser"? Nein? Ist auch keine Schande, sondern vermutlich nur denjenigen bekannt, die sich ein wenig näher mit englischen Schreibratgebern auseinander gesetzt haben. Doch was bedeutet es? Es leitet sich ab von "Fly by the seats of your pants" und bedeutet ungefähr: "Schreiben, was einem in den Sinn kommt". Es beschreibt also jemanden, der im Gegensatz zu jemandem, der seinen Roman bis ins kleinste Detail plottet, nur eine ungefähre Ahnung von dem hat, was in seiner Geschichte vorkommen soll.

Welcher Kategorie bin ich eigentlich zuzuordnen? Bisher war ich ganz klar ein Pantser. Ich meine, ich habe "Einsatzort Vergangenheit" angefangen zu schreiben, da war die Geschichte nur zu meiner Unterhaltung gedacht. Erst nachdem sich eins nach dem anderen ineinander fügte und die Story weit über das hinausging, was ich mir vorgestellt habe, wusste ich, dass ich das Buch veröffentlichen möchte. Ich hatte nur einen ungefähren Plan, was alles passieren sollte und die wichtigsten Szenen im Kopf, so zum Beispiel die Szene, in der Laura Phil erschießen soll. Schon früh während des Schreibens war mir klar geworden, dass es diese Stelle geben musste. Wie ich dorthin kommen würde, musste sich erst im Laufe zeigen.
Bei "Zwischenstation Gegenwart" und "Endstation Vergangenheit?" war es im Grunde genommen nicht anders. Ich hatte einige Ideen, die ich unbedingt unterbringen musste und hatte eine ungefähre Marschroute, aber genau geplottet hatte ich nichts. Bisher lief es eigentlich ziemlich gut und ich dachte, dass das weiter so laufen wird. Wirklich? Ganz wirklich?

PUSTEKUCHEN! Ich bin so was von auf die Schnauze gefallen ... Was war passiert? Auch für den vierten Teil meiner Zeitreisegeschichte hatte ich den ungefähren Plan, was geschehen sollte und wie bei den anderen Bänden fing ich an zu schreiben. Wie heißt es in Zeugnissen immer so schön? Sie war stets bemüht und stets bemüht war ich in der Tat. Und das merkte man dem Ganzen ziemlich an. Mit jedem Mal, dass ich mich hingesehen habe, fiel es mir schwerer in die Tasten zu hauen. Es gab genug Tage, an denen ich auch keine Lust mehr hatte, weiterzuschreiben. Ich habe immer mehr im Netz gesurft, mich abgelenkt, bloß nicht weiterschreiben. Ach, ich muss noch hier was nachschauen und dort was überprüfen, nur um dann wieder zwei nur Sätze zu schreiben  .... Irgendwann war ich an einem Punkt angelangt, an dem selbst die Wasserstandsmeldungen bei Hochwasser im Radio mehr Spannung in sich bargen als das, was ich bisher geschrieben hatte.

Ich hatte bisher ungefähr 100 Seiten geschrieben und musste zugeben, dass ein Großteil dessen einfach dämlich war. Also habe ich die Notbremse gezogen und das einzig richtige getan, was man in einem solchen Fall tun kann. Ich habe mich hingesetzt und angefangen das erste Mal seit ich an dieser Reihe schreibe, einen Plot zu entwickeln und zwar von A bis Z. Und siehe da mit einem Mal werden einem ganz andere Dinge klar und man entdeckt die Löcher in seiner Handlung, die ich vorher nur in der Überarbeitung gefunden habe. Das einzige, was ich jetzt noch machen muss, ist die Geschichte zu schreiben. Denn ich habe einfach noch einmal von vorne begonnen. Es tut verdammt weh, wenn man sieht, dass die bisherige Arbeit umsonst war, aber es ging kein Weg dran vorbei. Ich will meinen Lesern eine stimmige, unterhaltsame Geschichte bieten und ich glaube, dass ich jetzt den richtigen Weg gefunden habe.

Das faszinierende an der Sache ist, dass mir das Schreiben seit dem ich den Plot vorgegeben habe, viel leichter fällt. Ich weiß, was ich schreiben will und wann es passieren soll. Ich setze mich also hin und lege los. Und siehe da, es läuft. Ich muss mich teilweise zwingen aufzuhören, so gut läuft es.

Wer jetzt glaubt, dass ich von alleine auf diese Idee gekommen bin, meine Schreiberei etwas besser zu organisieren, der irrt. In einem Anfall von Schreibblockade, dank der Planlosigkeit, habe ich mir einige Schreibratgeber zugelegt. Wer hätte gedacht, dass ein Büchlein für 0,89 € solch einen Eindruck auf mich machen könnte? Wer der englischen Sprache mächtig ist und sich für dieses Thema interessiert, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen: Von 2.000 Worten am Tag zu 10.000. Die 10.000 am Tag schaffe ich selbstverständlich nicht, denn das zielt auf die Autoren ab, die Vollzeit schreiben und nicht wie ich, nur zwei oder drei Stunden Zeit am Tag haben. Doch trotz allem war das Buch ein wichtiger Ratgeber für mich und ich glaube, sollte ich mal wieder feststecken, was rein theoretisch nicht passieren dürfte, werde ich meinen Kindle hervorziehen und das Buch noch einmal lesen :-)

Donnerstag, 8. Mai 2014

Den gebe ich nicht mehr her!

Und damit meine ich ausnahmsweise mal nicht meinen Mann, wobei für ihn selbstverständlich das Gleiche gilt. Nein, heute mache ich mit mal einen Ausflug in die Welt der Küchenwundergeräte.
Nachdem sich in den letzten vier Jahren drei Pürierstäbe bei der geringsten Anstrengung ins Nirwana verabschiedet haben, musste Ersatz her. Da die letzten Geräte bereits Markengeräte waren, stellte sich die Frage, welches Gerät es schafft so etwas Unzerstörbares wie einen Kürbis zu pürieren? Ja, ihr seht, wir stellen hohe Ansprüche an unsere Küchenutensilien. Auf meinen Recherchen welches Gerät wir uns als nächstes aussuchen, bin ich immer wieder über den Zauberstab von ESGE gestolpert. Der Preis für dieses Teil ist jedoch alles andere als zauberhaft, das kann ich euch sagen. Und doch hat es mich nicht losgelassen, darum bin ich vor ein paar Wochen beim Besuch der Rheinland-Pfalz-Ausstellung über meinen Schatten gesprungen und habe das Luxusset mit allem drum und dran gekauft. Man kann den Stab auch übers Netz bei allen möglichen Anbietern kaufen, doch angeblich sind die Modelle, die man auch Messen kauft leistungsstärker. Wie dem auch sei, so ein Gerät muss natürlich ausprobiert werden, ob es denn alles hält, was es verspricht.

Wenn man den Verkäufern auf der Messe Glauben schenken darf, gibt es eigentlich nichts, was dieser Zauberstab nicht kann. Noch bin ich in der Findungsphase und suche nach dem, was man nicht machen  kann.

Bisher habe ich tolle Frischkäsecremes, Waffelteige und einiges anderes ausprobiert. Was soll ich sagen? Es gelingt wirklich alles. Vielleicht ist der Milchschaum nicht so fest, wie ich es gewohnt bin, und für den täglichen Gebrauch werde ich weiterhin meinen elektrischen Milchaufschäumer nutzen. Aber es ist gut zu wissen, dass man das als Alternative nutzen kann, wenn man mehr als drei Gäste hat. Was mich aber absolut begeistert hat, war die Tatsache, mit welcher Leichtigkeit dieses Wunderding der Technik Sahne schlägt. Zum Thema Sahne muss ich sagen, dass die Zubereitung der selbigen zu den dunklen Kapiteln meiner bisherigen Küchengeschichte gehört. Ich weiß nicht warum, aber ich habe es mehr als einmal geschafft Butter statt Sahne zu schlagen. Und wenn es mal keine Butter war, dann eine suppige Sauce, nichts, was dem Wort Schlagsahne nur irgendwie nahe kam. Aber das ist vorbei. Geschichte! Schluss. Punkt. In weniger als einer Minute kann ich auf halber (!) Geschwindigkeit die perfekte Schlagsahne herstellen.

Ebenso fantastisch handhabt der Stab die Herstellung von Puderzucker. Wir hatten kürzlich sonntags zum Kaffee eingeladen und es sollte Waffeln geben. Blöd nur, dass ich nicht nachgeschaut hatte, ob wir noch Puderzucker haben. Dem war natürlich nicht so. Was also tun? Richtig! Mithilfe der Universalmühle und deren ultrascharfen Messern habe ich aus normalen Haushaltszucker innerhalb von kürzester Zeit Puderzucker hergestellt.

Das Gerät mag zwar unverschämt teuer sein, aber ich entdecke jeden Tag Neues, was ich damit machen kann und es mich auf neue Ideen bringt. Heute Abend gab es zum Beispiel eine Art Eis. Es richtiges Eis zu nennen, so weit würde ich nicht gehen. Einfach ein paar tiefgefrorene Früchte (bei mir waren es Heidelbeeren) zusammen mit Joghurt (griechischer Joghurt) mit etwas Zucker und geriebener Vanille in einen Topf gegeben, ein paar Minuten püriert und schon hatte ich einen leckeren Nachtisch gemacht.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass der Stab die Lebensdauer hat, von der viele Nutzer im Internet schwärmen. Zauberstäbe, die über 30 Jahre alt sind, scheinen keine Seltenheit zu sein. Wenn nicht, muss ich diesen Post wohl korrigieren und ihn in "Weg ist er" ändern.

Montag, 14. April 2014

Könnte mein Tag bitte 48 Stunden haben?

Kennt ihr das auch? Morgens klingelt der Wecker zu einer extrem unchristlichen Zeit ( in meinem Fall kurz vor halb sechs) und abends schleppt man sich wie immer viel zu spät ins Bett. Wenn man dann überlegt, was man den Tag über geschafft hat, stellt man fest, dass man eigentlich kaum etwas bewegt hat.
So geht es mir momentan jedenfalls und dabei gibt es so vieles, was ich tun möchte:


  • weiterschreiben am vierten Band von "Einsatzort Vergangenheit"
  • die notwendigen Recherchen dazu machen
  • überhaupt mal wieder ein Buch zum Spaß lesen
  • einen meiner vielen Filme/Serien anschauen, die ich mir gekauft habe und die nur auf mich warten. Die dicke Staubschicht auf dem Regal zeugt davon, dass ich nicht wirklich dazu komme. 
  • Was mich dazu bringt, dass ich auch noch meinen Frühjahrsputz machen müsste, aber ich glaube wirklich, dass man Prioritäten setzen muss und ich diesen Punkt erst einmal hinten anstelle
  • ein paar Blogger anschreiben und sie fragen, ob sie meine Bücher lesen und rezensieren möchten
  • aktiver auf Facebook und Twitter sein
  • mehr Blogeinträge verfassen
  • eine Leserunde zu "Zwischenstation Gegenwart" und "Endstation Vergangenheit?" zu veranstalten
Ich will nicht jammern, ich mache durchaus auch noch Sachen, die mir Spaß machen, aber es ist tatsächlich so, dass mir nach der Arbeit abends einfach kaum noch Zeit bleibt, alles unter einen Hut zu bringen. Irgendetwas kommt immer zu kurz, Seien es meine Freunde und Familie oder die Schreiberei nebst allem was dazu gehört.

Darum hätte ich gerne, dass mein Tag mehr Stunden hat als sie mir derzeit zur Verfügung stehen. Da dies leider unmöglich ist und ich derzeit nicht von meinen Einnahmen aus den Buchverkäufen leben kann, wird sich auf absehbare Zeit nicht viel ändern. 

Was das Lesen von Büchern angeht, werde ich wohl bis zum nächsten Urlaub warten müssen und darauf hoffen, dass der Speicher meines Kindles noch so lange durchhält und ich beim Kindle Deal des Tages oder Deal der Woche auch einmal Nein sagen kann. 

Was das Schreiben und die Recherche angeht, bin ich recht diszipliniert und versuche zumindest an zwei Tagen in der Woche und am Wochenende zu schreiben. Alles andere darüber ist toll, geht aber doch an die Substanz, wie ich am Ende einer Woche dann feststelle. 


Sollte einer von euch Bloggern diesen Eintrag lesen und sich fragen, warum ich ihn oder sie nicht angeschrieben habe, und ihn gefragt habe, ob er oder sie mein Buch lesen mag, ist herzlich dazu aufgerufen sich bei Interesse bei mir zu melden. Ich weiß, dass es eigentlich anders herum läuft und ihr euch in der Regel nicht vor Anfragen retten könnt, aber vielleicht sagt ihr euch: "Och Mensch, ein Zeitreiseroman oder die Fortsetzung von "Einsatzort Vergangenheit" würde ich tatsächlich gerne lesen. Zögert nicht :-) Ich freue mich über jeden der sich bei mir meldet. 

Für alle anderen Sachen findet sich bestimmt auch noch eine Lösung. Nur was den Frühjahrsputz angeht, bin ich mir noch nicht ganz so sicher ... 

Montag, 17. März 2014

Endlich geschafft!

Nach nur 20 Jahren und ungefähr vier Anläufen habe ich es endlich geschafft Pride und Prejudice zu lesen. Ich hatte über meine Schwierigkeiten mit dem Buch schon ein Mal in diesem Blog berichtet:
Geht es nur mir so? 

Irgendwann in den letzten Tagen hatte ich dann beschlossen, dass ich es nun doch endlich mal durchziehen müsste. Es konnte doch nicht mit rechten Dingen zugehen, dass ich die Miniserie von 1995 einfach fantastisch finde und das Buch extrem langweilig ist. Also habe ich meinen inneren Schweinehund besiegt und mir das Buch wieder vorgenommen.

Nun, was soll ich sagen? Es wird nicht mein Lieblingsbuch, so viel steht fest. Die Geschichte hat immer noch ihren Reiz und einige Abschnitte waren auch amüsant. Zwischenzeitlich jedoch war ich mir nicht sicher, ob ich Elizabeth Bennett überhaupt leiden kann. Außer ihrer Schwester und möglicherweise dem Vater gab es fast keine handelnde Person, die vor Elizabeths Augen Gnaden fand. Erst später waren es Mr. Darcy und seine Schwester, die gut genug für sie waren. Vielleicht hatte es ja auch mit der Entwicklung ihrer Person zu tun, dass sie den Menschen so kritisch gegenüber urteilte, aber ich bin mir nicht so sicher. Zumal ein großer Teil der Personen wirklich äußerst unsympathisch gezeichnet wurden. Was mich zu der Frage führte: Was für ein Mensch war Jane Austen überhaupt? Nehmen wir nur William Lukas zum Beispiel: Er wird als Langweiler und Schwätzer bezeichnet, Mr. Collins ist der Unsympath in Person, die Mutter ist peinlich. Nur die Gardiners kommen noch gut weg. Ist das die viel gelobte Spitzzüngigkeit und der feine Humor, der so gelobt wird? Ich weiß es nicht. Vielleicht fehlte mir auch der intellektuelle Zugang dazu und ich habe einfach alles falsch aufgefasst? Warum kommt das in den Filmen nicht so sehr rüber?

Fakt ist, dass ich es gelesen habe und mich vielleicht in den nächsten zwanzig Jahren mit "Emma" beschäftigen werde :-) Ein weiteres Werk von Jane Austen, dass ich bisher noch nicht gelesen habe. Northanger Abbey und Sinn und Sinnlichkeit habe ich tatsächlich schon gelesen und hat nicht so lange gedauert wie bei Stolz und Vorurteil. Das macht doch fast Hoffnung, dass ich dieses Buch schneller beenden kann.

Mit Jane Austen werde ich mich allerdings in den nächsten Wochen viel genauer beschäftigen und es wird vielleicht nicht nur wegen ihrer Bücher sein ...

Sonntag, 16. März 2014

Einmal Leipzig und zurück

Mann, war das ein Tag! Morgens um kurz nach fünf klingelte der Wecker. Im Grunde genommen war das keine ungewöhnliche Zeit für mich, denn viel später stehe ich die Woche über auch nicht auf. Aber ist es nicht merkwürdig, sobald man für etwas anderes früher aufstehen muss, als die Arbeit ist man morgens viel fitter und wacher? Mir geht es jedenfalls so.

Kaum eine Stunde später saß ich dann auch schon im Zug, der mich nach Frankfurt bringen sollte, wo mein Zug nach Leipzig auf mich wartete. Glücklicherweise handelte es sich auf dem Hin- und Rückweg um eine Direktverbindung, sodass ich keine größeren chaotischen Umsteigaktionen zu erwarten hatte. Ich muss sagen, dass ich, was Fahrten mit dem Zug angeht in letzter Zeit wirklich viel Glück habe und bisher keine Ausfälle oder Verzögerungen zu verzeichnen habe.

Je näher Leipzig rückte, umso aufgeregter wurde ich. Denn immerhin hatte ich dort eine Art Blind Date. Ich habe mich mit meiner Autorenfreundin Laura Newmann getroffen und wir kannten uns zwar bisher nur via Mailkontakt und nicht persönlich. Würden wir uns weiterhin sympathisch sein, wenn wir uns persönlich kennenlernten? Ich kann zwar nicht für Laura sprechen, aber ich hatte super viel Spaß mit ihr und ich freue mich darauf, wenn wir uns das nächste Mal wieder sehen.

Doch kaum auf dem Bahnhof angekommen und Laura getroffen, kam die erste richtige Herausforderung. Wo bitte war die City Line, die uns im Eiltempo zur Messe bringen sollte??? Wir haben wirklich den ganzen Bahnhof nach Hinweisschildern abgesucht, aber es war nichts zu machen. Also haben wir uns mit vielen anderen Menschen in die Straßenbahn gezwängt und sind in aller Ruhe zur Messe gezockelt.

Ich war schon einige Male auf der Frankfurter Buchmesse gewesen, die Leipziger war allerdings eine Premiere für mich. Sie ist zwar um einiges kleiner und nicht so überlaufen wie ihr Frankfurter Pendant, aber ich finde sie irgendwie charmanter.

Die große Eingangshalle der Messe

Leider setzte sich dort auch die Unübersichtlichkeit vom Bahnhof fort. Die Hinweisschilder waren teilweise schwer zu entdecken und die vielen Tablets, die zur Orientierung dienen sollten, waren immer von anderen Messebesuchern in Beschlag genommen. Auch wenn wir einige Male in die falsche Richtung gelaufen sind, sind wir am Ende immer doch da angekommen, wo wir wollten.

Unsere erste Anlaufstelle war natürlich die Verleihung des Indie Autoren Awards. Wir trafen erst kurz vor der Verleihung an und waren total erstaunt darüber, wie dicht das Gedränge vor Ort war. Erst beim zweiten Blick merkten wir, dass der Andrang Roger Willemsen galt, der dort vor der Preisverleihung sprach ... Kaum war er mit seiner Rede fertig, löste sich die Menschenmenge auf und wir konnten einen guten Platz für die Verleihung ergattern. Self-Publisher sind noch immer eine Randgruppe und werden häufig belächelt, aber ich glaube, in ein paar Jahren könnte es anders aussehen.

An dieser Stelle noch einmal meinen Glückwunsch, an die Preisträger. Ich mag vielleicht nicht all ihre Bücher gelesen haben, aber ihr stetiger Einsatz ist bewundernswert.

Die Preisträger der Kategorien Fiction und Non-Fiction

Zusammen haben Laura und ich dann den Rest der Messe erkundet und den ein oder anderen Self-Publisher-Autor und Buchblogger getroffen, mit denen wir uns natürlich auch ein wenig unterhalten haben und austauschten. Auch der Besuch des Stands von Papyrus Autor war ein tolles Erlebnis, nach nur wenigen Minuten dort, habe ich eine ganze Menge mehr über dieses Programm gelernt und freue mich darauf, es bei meinem nächsten Buch einsetzen zu können.

Leider raste die Zeit nur so dahin und ehe wir uns versahen, war es sechs Uhr und die Messe schloss für diesen Tag ihre Pforten. Dieses Mal hatten wir zwar die City-Line gefunden, aber nun kam kein Zug... So kehrten wir wieder um und fuhren mit der Straßenbahn in Richtung Hauptbahnhof. Wo ich alsbald meinen Zug Richtung Frankfurt bestieg und gegen elf Uhr abends ankam. Ein Bild darf ich euch nicht vorenthalten, denn siehe da, andere Messestädte können durchaus Hinweise geben, wie man zur Messe kommt, ohne, dass man den halben Bahnhof durchläuft.

Es geht doch! 

Was nehme ich von diesem Tag mit?


  1. Ich bin so froh, dass ich Laura Newman persönlich kennengelernt habe und freue mich sie als Freundin bezeichnen zu dürfen. @Laura: du verstehst, was ich meine ;-)
  2. Ich muss noch eine ganze Menge Zeit in Visitenkarten, Flyer etc. investieren. Aber der Besuch der Messe war so kurzfristig, dass mir ein wenig die Hände gebunden waren und ich nur semi-professionell an das Vorhaben rangehen konnte. 
  3. Der Austausch mit  anderen Autoren war der Hammer und ich wünschte, wir hätten mehr Zeit zur Verfügung gehabt. 
  4. Ich muss mich noch viel intensiver mit Papyrus Autor auseinandersetzen.
  5. Ich werde auch nach Frankfurt auf die Messe gehen und nächstes Jahr in Leipzig das ganze Wochenende buchen.
  6. Meine Füße tun noch heute weh:-) 




Donnerstag, 13. März 2014

Immer weiter, immer weiter

Wer glaubt, dass ich mich nach der Veröffentlichung von "Endstation Vergangenheit?" auf die faule Haut lege und mich ausruhe, dem sei gesagt, dass er oder sie sich irrt.

Oberste Priorität hat die Erstellung des Taschenbuchs, das habe ich leider bisher ein wenig vor mir hergeschoben. Wer aber einmal ein Buch bei Createspace eingestellt hat, weiß, dass das Ganze sehr aufwendig und nervenaufreibend ist. Die Datei hat man eigentlich recht schnell hochgeladen. Das Problem ist für mich die Erstellung des Covers. Ich bin keine Grafikerin und bin in diesem Fall komplett auf mich selbst und meine mageren Kenntnisse auf diesem Gebiet angewiesen. Irgendwie dauert es immer ewig, bis ich das alles so hinbekommen habe, wie Createspace es vorschreibt. Aber ich habe es schon zwei Mal geschafft, da werde ich es wohl auch noch ein drittes Mal hinbekommen. Ich bin da ziemlich zuversichtlich, dass ich das am Sonntag erledigen werde.

Und warum nicht am Samstag? Ich kann diese Frage förmlich hören. Nun, am Samstag werde ich mich zu nachtschlafender Zeit aufmachen und den Weg zum Bahnhof in Frankfurt antreten. Von dort aus fahre ich dann mit dem Zug nach Leipzig. Leipzig? Da war doch was? Richtig, Buchmesse:-) Ich werde dort nichts ausstellen, wie ich schon einige Male von meinen Kollegen angesprochen wurde. Ich fahre dorthin, weil Laura Newman mich überreden konnte, mich mit ihr dort zu treffen.  Wir werden uns auf alle Fälle die Verleihung des Indie-Awards von Neobooks ansehen. Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit auch den ein oder anderen Autor persönlich kennenzulernen und so ein paar Kontakte zu knüpfen. Was das angeht, bin ich bisher immer etwas zurückhaltend gewesen, aber das soll sich nun ändern. Dass ich dafür erst nach Leipzig fahren muss, wo doch die Frankfurter Buchmesse fast vor meiner Haustüre stattfindet, steht auf einem anderen Blatt.

Doch damit nicht genug. Wer "Endstation Vergangenheit?" gelesen hat, wird feststellen, dass die Geschichte zwar keinen fiesen Cliffhanger hat, aber abgeschlossen ist die Story noch nicht. Es gibt immer noch eine Menge Fragen zu beantworten und die logische Schlussfolgerung daraus ist also, dass es noch einen vierten Teil geben wird. Derzeit bin ich dabei die ganzen Ideen zu sammeln, sie in eine logische Reihenfolge zu bringen, das nötige Material zusammenzutragen und und und. Darüber hinaus darf ich das natürlich das Schreiben nicht vergessen.

Ihr seht also, dass es mir unter keinen Umständen langweilig werden wird, zumal ich ja auch noch einen Vollzeitjob habe, den ich auch nicht vernachlässigen darf.

Ich freue mich erst einmal auf Samstag und was der Tag so bringt. Vielleicht trifft man sich ja dort?

Donnerstag, 27. Februar 2014

Das Warten hat ein Ende

Lange hat es gedauert. Länger, als es mir lieb war. Aber da ich nicht hauptberuflich als Autorin arbeite, sondern einer anderen Arbeit nachgehe und diese einen Großteil meines Tages in Anspruch nimmt, hat das Ganze länger gedauert als ich wollte. Mehr als einmal bin ich am Abend nach einem langen Tag nach Hause gekommen und konnte mich nicht mehr dazu aufraffen, mich noch einmal an den Rechner zu setzen und zu schreiben.

Aber jetzt ist es soweit und "Endstation Vergangenheit?" ist veröffentlicht.



Vorerst nur bei Amazon, aber ich hoffe, dass die Auslieferung an Thalia, Weltbild und Co. in den nächsten Tagen durch Neobooks erfolgt. Und auch an die Freunde des Papierbuchs ist gedacht:-) Das Taschenbuch wird auch in kürzester Zeit via Createspace erscheinen.


Was jetzt kommt? Nun, ich denke, dass ich mich demnächst intensiv mit Band vier beschäftigen werde. Ich habe eine Menge Ideen und diese müssen umgesetzt und in eine Story eingeflochten werden. Es bleibt also spannend

Freitag, 21. Februar 2014

Mein neuer täglicher Begleiter

Wie schon in einem der letzten Posts berichtet, fahre ich derzeit mit der Bahn zur Arbeit. Damit es mir dabei nicht zu langweilig wird, habe ich mir ein kleines 8-Zoll-Tablet zugelegt. Es hat genau die richtige Größe für die Handtasche, wiegt noch nicht mal 400 Gramm und ist hervorragend dazu geeignet, mir die Bahnfahrt zu verkürzen.

Dabei bin ich neue Wege gegangen und habe mich nicht für die Firma mit dem Apfel oder ein Tablet mit Android-Betriebssystem entschieden. Denn mir war eines klar, wenn ich mir so etwas zulege, dann brauche ich etwas, mit dem ich anständig arbeiten kann. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die gut und schnell auf der Touchscreen Tastatur schreiben können, also wollte ich etwas mit Handschrifterkennung. Es gibt zwar einige Apps, die Handschriften erkennen können, aber sind nicht immer und überall einsetzbar. Lange Zeit habe ich mit einem Galaxy Note Tab geliebäugelt, aber für meine Zwecke war es nicht ganz perfekt.  Dann kam die Meldung, dass es Tablets geben wird, die mit Windows 8.1  und Office 2013 ausgestattet sind, und das zu sehr vernünftigen Preisen.

Ab diesem Zeitpunkt wusste ich: Genau so eins will ich. Es hat ziemlich lange gedauert, bis diese Geräte in Deutschland erhältlich waren, aber kurz vor Weihnachten war es dann soweit. Mein kleines Dell Venue 8 Pro war in der Post und ich konnte loslegen.

Was soll ich sagen? Ich bin hellauf begeistert. Ich kann das Gerät wie einen winzigen Laptop nutzen und alle Anwendungen, die auch auf meinem Laptop laufen, dort benutzen. Es ist kein Windows RT drauf, sondern eine vollständige Version, die es mir erlaubt, im Rahmen des Speicherplatzes, alles mögliche zu installieren. Aber das beste ist in meinen Augen die Handschrifterkennung. Denn statt des Touchscreens habe ich dort die Möglichkeit auf Handschrift umzuschalten. Mein Mann behauptet, dass es an meiner klaren Schrift läge, aber bisher hatte ich eine Trefferquote von 99%. Es gibt kein Wort, dass das System nicht erkennt und sei es noch so merkwürdig. So kann ich wesentlich schneller schreiben als mit der kleinen Screentastatur.

Wenn es nun auch noch einen Appstore gäbe, der dem von Apple oder Google nur annähernd nahe käme, wäre ich vollends zufrieden. Das ist einer der Schwachstellen von Windows. Es gibt nicht genug Apps und wenn, sind sie meistens nicht so gut, wie die ihrer Konkurrenzplattformen. Die Kindle-App ist im Vergleich zu den anderen Systemen eine Zumutung. Ich bin überzeugt davon, dass sich in den nächsten Monaten noch einiges tun wird und ich bin gespannt, wie es sich weiterentwickeln wird.

Aber auch so ist dieses kleine Gerät jeden Euro wert und es macht richtig Spaß damit zu arbeiten. Das Gerät ist zwar nicht 3G oder LTE fähig, aber sobald ich mein Handy in einen mobilen Hotspot umgewandelt habe, kann ich auch damit surfen, E-Mails abrufen und die Wettervorhersage prüfen. In meinen Augen ist es, das praktischste Gerät, dass sich unter meinen elektronischen Spielzeugen befindet.
Und so sieht es aus, wenn ich in der S-Bahn sitze und schreibe oder überarbeite.

Ich mag es gar nicht mehr hergeben und freue mich jeden Tag aufs Neue, wenn ich es benutzen kann.


Dienstag, 11. Februar 2014

Ich wäre dann soweit ...

So wie ich mich derzeit fühle, müssen sich werdende Mütter kurz vor der Geburt fühlen. Das Kinderzimmer ist eingerichtet und die ganze Wäsche ist gewaschen. Das einzige was noch fehlt, ist das Kind und darauf kann man nun nur noch warten. 


Mein Baby heißt "Endstation Vergangenheit?" und ist im Korrektorat. Das Kinderzimmer ist das Cover 
und die Wäsche ist mein Klappentext, oder doch umgekehrt? Der vereinbarte Geburtstermin, in meinem Fall, das vereinbarte Ende des Korrektorats ist allerdings erst in einigen Tagen. Es ist wirklich nicht mehr lange, aber mir kommt es merkwürdigerweise ewig vor. 



So sieht es also aus, das Cover zu "Endstation Vergangenheit?" 




Und hier der Klappentext:

Ohne Zeitmaschine in der Vergangenheit gefangen, versucht Laura sich eigenständig aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man ohne Geld und passende Kleidung in einer anderen Zeit landet, wie sie nach kurzer Zeit feststellen muss.  

In der Gegenwart sucht Phil verzweifelt nach einem Weg, wie man Laura ausfindig machen kann. Als wäre das nicht genug, steht er zusätzlich vor der unangenehmen Aufgabe, wie er Lauras Umfeld beibringen soll, dass sie verschwunden ist, ohne preiszugeben, dass seine Freundin eine Zeitreisende ist. 


Durch die Jahrhunderte getrennt, geben Laura und Phil nicht auf, eine Möglichkeit zu finden, wie sie wieder vereint werden können. Dabei liegen ihnen einige Stolpersteine im Weg und mehr als einmal fragen sich die beiden Zeitreisenden, ob die Vergangenheit nicht zur Endstation für Laura wird.




Wie also kann ich das Warten bis dahin überbrücken? Mein abendliches Unterhaltungsprogramm ist auf alle Fälle abwechslungsreicher als in den Zeiten, in denen ich nicht schreibe. Ich habe einige Termine, die mir die Zeit vertreiben. Und dann ist da noch Band Vier ... 

Der will ja auch noch geschrieben werden und wird, nachdem ich mit der Planung und der ersten Recherche fertig bin, begonnen. 

Und trotzdem gilt : Ich wäre soweit, das Buch könnte aus dem Korrektorat kommen.