Donnerstag, 29. Mai 2014

Planlos?

Manchmal gibt es im Englischen Ausdrücke, die man einfach nicht ins Deutsche übersetzen kann. Oder kennt jemand von Euch den Ausdruck "Pantser"? Nein? Ist auch keine Schande, sondern vermutlich nur denjenigen bekannt, die sich ein wenig näher mit englischen Schreibratgebern auseinander gesetzt haben. Doch was bedeutet es? Es leitet sich ab von "Fly by the seats of your pants" und bedeutet ungefähr: "Schreiben, was einem in den Sinn kommt". Es beschreibt also jemanden, der im Gegensatz zu jemandem, der seinen Roman bis ins kleinste Detail plottet, nur eine ungefähre Ahnung von dem hat, was in seiner Geschichte vorkommen soll.

Welcher Kategorie bin ich eigentlich zuzuordnen? Bisher war ich ganz klar ein Pantser. Ich meine, ich habe "Einsatzort Vergangenheit" angefangen zu schreiben, da war die Geschichte nur zu meiner Unterhaltung gedacht. Erst nachdem sich eins nach dem anderen ineinander fügte und die Story weit über das hinausging, was ich mir vorgestellt habe, wusste ich, dass ich das Buch veröffentlichen möchte. Ich hatte nur einen ungefähren Plan, was alles passieren sollte und die wichtigsten Szenen im Kopf, so zum Beispiel die Szene, in der Laura Phil erschießen soll. Schon früh während des Schreibens war mir klar geworden, dass es diese Stelle geben musste. Wie ich dorthin kommen würde, musste sich erst im Laufe zeigen.
Bei "Zwischenstation Gegenwart" und "Endstation Vergangenheit?" war es im Grunde genommen nicht anders. Ich hatte einige Ideen, die ich unbedingt unterbringen musste und hatte eine ungefähre Marschroute, aber genau geplottet hatte ich nichts. Bisher lief es eigentlich ziemlich gut und ich dachte, dass das weiter so laufen wird. Wirklich? Ganz wirklich?

PUSTEKUCHEN! Ich bin so was von auf die Schnauze gefallen ... Was war passiert? Auch für den vierten Teil meiner Zeitreisegeschichte hatte ich den ungefähren Plan, was geschehen sollte und wie bei den anderen Bänden fing ich an zu schreiben. Wie heißt es in Zeugnissen immer so schön? Sie war stets bemüht und stets bemüht war ich in der Tat. Und das merkte man dem Ganzen ziemlich an. Mit jedem Mal, dass ich mich hingesehen habe, fiel es mir schwerer in die Tasten zu hauen. Es gab genug Tage, an denen ich auch keine Lust mehr hatte, weiterzuschreiben. Ich habe immer mehr im Netz gesurft, mich abgelenkt, bloß nicht weiterschreiben. Ach, ich muss noch hier was nachschauen und dort was überprüfen, nur um dann wieder zwei nur Sätze zu schreiben  .... Irgendwann war ich an einem Punkt angelangt, an dem selbst die Wasserstandsmeldungen bei Hochwasser im Radio mehr Spannung in sich bargen als das, was ich bisher geschrieben hatte.

Ich hatte bisher ungefähr 100 Seiten geschrieben und musste zugeben, dass ein Großteil dessen einfach dämlich war. Also habe ich die Notbremse gezogen und das einzig richtige getan, was man in einem solchen Fall tun kann. Ich habe mich hingesetzt und angefangen das erste Mal seit ich an dieser Reihe schreibe, einen Plot zu entwickeln und zwar von A bis Z. Und siehe da mit einem Mal werden einem ganz andere Dinge klar und man entdeckt die Löcher in seiner Handlung, die ich vorher nur in der Überarbeitung gefunden habe. Das einzige, was ich jetzt noch machen muss, ist die Geschichte zu schreiben. Denn ich habe einfach noch einmal von vorne begonnen. Es tut verdammt weh, wenn man sieht, dass die bisherige Arbeit umsonst war, aber es ging kein Weg dran vorbei. Ich will meinen Lesern eine stimmige, unterhaltsame Geschichte bieten und ich glaube, dass ich jetzt den richtigen Weg gefunden habe.

Das faszinierende an der Sache ist, dass mir das Schreiben seit dem ich den Plot vorgegeben habe, viel leichter fällt. Ich weiß, was ich schreiben will und wann es passieren soll. Ich setze mich also hin und lege los. Und siehe da, es läuft. Ich muss mich teilweise zwingen aufzuhören, so gut läuft es.

Wer jetzt glaubt, dass ich von alleine auf diese Idee gekommen bin, meine Schreiberei etwas besser zu organisieren, der irrt. In einem Anfall von Schreibblockade, dank der Planlosigkeit, habe ich mir einige Schreibratgeber zugelegt. Wer hätte gedacht, dass ein Büchlein für 0,89 € solch einen Eindruck auf mich machen könnte? Wer der englischen Sprache mächtig ist und sich für dieses Thema interessiert, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen: Von 2.000 Worten am Tag zu 10.000. Die 10.000 am Tag schaffe ich selbstverständlich nicht, denn das zielt auf die Autoren ab, die Vollzeit schreiben und nicht wie ich, nur zwei oder drei Stunden Zeit am Tag haben. Doch trotz allem war das Buch ein wichtiger Ratgeber für mich und ich glaube, sollte ich mal wieder feststecken, was rein theoretisch nicht passieren dürfte, werde ich meinen Kindle hervorziehen und das Buch noch einmal lesen :-)

Donnerstag, 8. Mai 2014

Den gebe ich nicht mehr her!

Und damit meine ich ausnahmsweise mal nicht meinen Mann, wobei für ihn selbstverständlich das Gleiche gilt. Nein, heute mache ich mit mal einen Ausflug in die Welt der Küchenwundergeräte.
Nachdem sich in den letzten vier Jahren drei Pürierstäbe bei der geringsten Anstrengung ins Nirwana verabschiedet haben, musste Ersatz her. Da die letzten Geräte bereits Markengeräte waren, stellte sich die Frage, welches Gerät es schafft so etwas Unzerstörbares wie einen Kürbis zu pürieren? Ja, ihr seht, wir stellen hohe Ansprüche an unsere Küchenutensilien. Auf meinen Recherchen welches Gerät wir uns als nächstes aussuchen, bin ich immer wieder über den Zauberstab von ESGE gestolpert. Der Preis für dieses Teil ist jedoch alles andere als zauberhaft, das kann ich euch sagen. Und doch hat es mich nicht losgelassen, darum bin ich vor ein paar Wochen beim Besuch der Rheinland-Pfalz-Ausstellung über meinen Schatten gesprungen und habe das Luxusset mit allem drum und dran gekauft. Man kann den Stab auch übers Netz bei allen möglichen Anbietern kaufen, doch angeblich sind die Modelle, die man auch Messen kauft leistungsstärker. Wie dem auch sei, so ein Gerät muss natürlich ausprobiert werden, ob es denn alles hält, was es verspricht.

Wenn man den Verkäufern auf der Messe Glauben schenken darf, gibt es eigentlich nichts, was dieser Zauberstab nicht kann. Noch bin ich in der Findungsphase und suche nach dem, was man nicht machen  kann.

Bisher habe ich tolle Frischkäsecremes, Waffelteige und einiges anderes ausprobiert. Was soll ich sagen? Es gelingt wirklich alles. Vielleicht ist der Milchschaum nicht so fest, wie ich es gewohnt bin, und für den täglichen Gebrauch werde ich weiterhin meinen elektrischen Milchaufschäumer nutzen. Aber es ist gut zu wissen, dass man das als Alternative nutzen kann, wenn man mehr als drei Gäste hat. Was mich aber absolut begeistert hat, war die Tatsache, mit welcher Leichtigkeit dieses Wunderding der Technik Sahne schlägt. Zum Thema Sahne muss ich sagen, dass die Zubereitung der selbigen zu den dunklen Kapiteln meiner bisherigen Küchengeschichte gehört. Ich weiß nicht warum, aber ich habe es mehr als einmal geschafft Butter statt Sahne zu schlagen. Und wenn es mal keine Butter war, dann eine suppige Sauce, nichts, was dem Wort Schlagsahne nur irgendwie nahe kam. Aber das ist vorbei. Geschichte! Schluss. Punkt. In weniger als einer Minute kann ich auf halber (!) Geschwindigkeit die perfekte Schlagsahne herstellen.

Ebenso fantastisch handhabt der Stab die Herstellung von Puderzucker. Wir hatten kürzlich sonntags zum Kaffee eingeladen und es sollte Waffeln geben. Blöd nur, dass ich nicht nachgeschaut hatte, ob wir noch Puderzucker haben. Dem war natürlich nicht so. Was also tun? Richtig! Mithilfe der Universalmühle und deren ultrascharfen Messern habe ich aus normalen Haushaltszucker innerhalb von kürzester Zeit Puderzucker hergestellt.

Das Gerät mag zwar unverschämt teuer sein, aber ich entdecke jeden Tag Neues, was ich damit machen kann und es mich auf neue Ideen bringt. Heute Abend gab es zum Beispiel eine Art Eis. Es richtiges Eis zu nennen, so weit würde ich nicht gehen. Einfach ein paar tiefgefrorene Früchte (bei mir waren es Heidelbeeren) zusammen mit Joghurt (griechischer Joghurt) mit etwas Zucker und geriebener Vanille in einen Topf gegeben, ein paar Minuten püriert und schon hatte ich einen leckeren Nachtisch gemacht.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass der Stab die Lebensdauer hat, von der viele Nutzer im Internet schwärmen. Zauberstäbe, die über 30 Jahre alt sind, scheinen keine Seltenheit zu sein. Wenn nicht, muss ich diesen Post wohl korrigieren und ihn in "Weg ist er" ändern.