Sonntag, 23. November 2014

Einsatzort Vergangenheit: Für immer und immer - Teaser

Die erste Überarbeitung ist abgeschlossen und deshalb gibt es einen kleinen Teaser für euch. Viel Spaß beim Lesen!

»Weißt du eigentlich, wie froh ich bin, dass deine Eltern deinen Brüdern nichts von ihrem Verdacht erzählt haben? Die beiden sind sowieso schon der Meinung, dass ich nicht der richtige für dich bin, aber damit komme ich klar. Aber ich hätte keine Lust, mich mit deinen Brüdern zu prügeln, nur weil sie glauben, dass ich dich ständig in Lebensgefahr bringe.« Stefan und Patrick waren die sprichwörtlichen großen Brüder und in ihren Augen war kein Mann gut genug für mich. Sie hatten mitbekommen, wie sehr ich darunter gelitten hatte, dass mein Exfreund mich betrogen hatte. Danach hatte es kein Mann mehr geschafft, Gnade in ihren Augen zu finden. Da war es ihnen auch egal, dass ich einen Mann gefunden hatte, der mich auf Händen trug und für mich durchs Feuer gehen würde, wenn man es von ihm verlangte. Seit sie von unserer Verlobung erfahren hatten, hatte ich den Eindruck, dass sie ihn noch misstrauischer als zuvor beobachteten. Es verging kein Treffen, bei dem sie nicht versuchten ihm genauer auf den Zahn zu fühlen, in der Hoffnung seine schlechten Seiten zutage zu bringen. Patrick, der schon seit Jahren mit seiner Freundin Anne zusammenlebte und von dem Wort »Heirat« nicht mal wusste, wie man es buchstabierte, verstand nicht, warum Phil mir nach so kurzer Zeit einen Antrag gemacht hatte. In seinen Augen musste etwas faul an der Geschichte sein, wenn ein gut aussehender, offensichtlich wohl betuchter Mann seiner kleinen Schwester nach nur wenigen Monaten den Bund fürs Leben antrug. Es war in der Tat mehr als gut, dass Stefan und Patrick keinen blassen Schimmer davon hatten, in welchen Gefahren ich mich befunden hatte, seitdem ich Phil kannte. 

»Tust du das nicht? Du hast gestern eindrucksvoll bewiesen, dass du es mit zwei gleichzeitig aufnehmen kannst. Da sollten Patrick und Stefan, die Prügeleien nur aus dem Kino kennen, ein gefundenes Fressen für dich sein«, zog ich ihn liebevoll auf. Er bedachte mich mit einem merkwürdigen Blick und schaute zurück auf das sich langsam nähernde Ufer.

»Es tut mir leid, dass ich dich in all das mit hineingezogen habe. Wenn es dir zu viel wird und du um dein Leben fürchtest, dann steht es dir frei, nach unserer Rückkehr wieder in dein altes Leben zurückzukehren«, sagte er mit gepresster Stimme. Nach außen hin, wirkte er völlig gelassen und ruhig, die Hand, die seinen Schwertknauf umklammerte, zitterte allerdings leicht.

»Philemon Berger, zum letzten Mal: Ich liebe dich und werde mit dir bis ans Ende der Welt gehen, egal was passiert! Glaube ja nicht, dass du mich mit so einem billigen Trick loswerden wirst«, flüsterte ich. Die Gefahr, dass jemand genau verstand, worum es in unserer Unterhaltung ging, war relativ gering, doch das Wort Liebe klang auch im Mittelhochdeutschen ähnlich und ich wollte vermeiden, dass jemand die falschen Schlüsse zog. Immerhin trug ich noch die Kleidung eines Knappen und meine Haare saßen fest verknotet unter einer Kappe. Phil drehte sich erneut in meine Richtung und sah mich mit diesem Blick an, der mir die Knie weich werden ließ.

»Ich wollte nur noch mal sicherstellen, dass du das alles aus freiem Willen tust und nicht, weil du dich verpflichtet fühlst«, erwiderte er. Verstohlen blickte ich mich um und vergewisserte mich, dass wir unbeobachtet waren. Dann nahm ich seine Hand in meine, und hielt sie fest. Ernst erwiderte ich seinen Blick.

»Freiwilliger geht es gar nicht und das weißt du! Und jetzt lass uns nach Klaus suchen. Wenn er wirklich so schwer verletzt war, wie er behauptete, dann kann er nicht weit gekommen sein.« Die kleine Fähre hatte inzwischen auf der anderen Seite des Rheins angelegt und wir gingen an Land.

Dienstag, 18. November 2014

Im Überarbeitungswahn oder Wochenrückblick #4

Der vierte Band von "Einsatzort Vergangenheit" ist fertig. Na ja, jedenfalls die Rohfassung. Seit etwas mehr als einer Woche sitze ich Tag für Tag nach der Arbeit noch am Manuskript und überarbeite es. Szenen werden umgeschrieben, Stellen gestrichen, an anderen Stellen kam noch was dazu. Ich habe jetzt knapp 75% geschafft und hoffe, bis zum Wochenende damit fertig zu werden.
Ich blende momentan wirklich alles andere aus und bin ganz auf das Buch fokussiert.
Wenn mich also jemand fragt, was ich in der letzten Woche gemacht habe, dann kann ich guten Gewissens davon berichten, dass ich fleißig gearbeitet habe.

Und weil der vierte Band nicht nur der vierte Band heißen kann, habe ich mich auch schon mal daran gemacht, ein Cover zu basteln und es mit einem Titel zu versehen :-)

Wie es aussieht? Schaut selbst?


Ich bin dieses Mal ein wenig vom Muster der anderen Titel abgewichen. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, wieder etwas zu nehmen, was an einen Lebenslauf beziehungsweise an Reisen erinnert. Jeder Titel, den ich im Kopf durchgegangen bin, war entweder untauglich oder leider schon mehrfach vergeben. So fielen "Einmal Vergangenheit und zurück" aus, "Zurück in die Zukunft" erst recht. Tja und dann habe ich mir überlegt, ob ich es nicht wieder "Einsatzort Vergangenheit" nennen soll und dem Buch dann einen Untertitel verpassen könnte. Das hat mich letztendlich überzeugt und ich glaube, mit "Für immer und immer", genau den richtigen Titel gewählt zu haben.

Wann wird "Für immer und immer" erhältlich sein? Ehrlich gesagt, kann ich keinen Termin nennen. Sobald ich mit der Überarbeitung durch bin, kommt ein zweiter Durchgang. Danach geht es ins Korrektorat und dann ab zu den Testlesern.

Derzeit hoffe ich, dass es im Januar so weit ist. Ich lasse euch den genauen Termin wissen, sobald ich näheres weiß :-)

Samstag, 1. November 2014

Asche auf mein Haupt

Ich gebe es zu, ich war faul in den letzten Wochen. Kein Wochenrückblick, noch nicht mal ein Monatsrückblick. Gar nichts. Es ist nicht so, dass nichts passiert wäre, aber irgendwie war nie der richtige Moment zum Schreiben eines Blogeintrags da. Da inzwischen einige Zeit zwischen meinem letzten Post und diesem lag, verzichte ich auf eine Nacherzählung der letzten Wochen. So spannend war es auch nicht.
Heute ist Allerheiligen. In dem Bundesland, in dem ich wohne, ist heute kein Feiertag und es ist für mich alles wie immer, mit der einzigen Ausnahme, dass ich heute nicht arbeiten muss, da wir Samstag haben. Aber ich wohne im Grenzgebiet ... Was das heißt? Auf der anderen Seite des Rheins ist Mainz und das gehört bekanntermaßen zu Rheinland-Pfalz und dort ist heute Feiertag. Wer glaubt, dass es, weil heute Samstag, weniger voll in den hessischen Läden ist, hat sich aber geschnitten. Gerade eben hörte ich im Radio, dass auf der Ab- und Auffahrt einer Autobahn in der Nähe eines großen Einkaufszentrums und Möbelhauses in Weiterstadt Stau sei. Unglaublich! Leute, die Läden machen am Montag wieder auf! Und wenn man keine Zeit hat, weil man wieder arbeiten muss, man kann nächstes Wochenende auch noch einkaufen gehen. Ich bin mir ganz sicher, dass die Regale dann noch nicht leer sind und sich immer noch Waren dort befinden. Selbst im Supermarkt bei mir um die Ecke muss heute die Schlacht um die Lebensmittel ausgebrochen sein. Irgendwie kann ich darüber nur den Kopf schütteln? Warum machen Leute das? Noch schlimmer ist es vor Weihnachten, Sylvester und Ostern. Da könnte man tatsächlich glauben, dass eine schlimme Hungersnot ausbricht und die Leute Lebensmitteln hamstern müssen. Aber nein, halt! Selbst wenn Heiligabend auf einen Sonntag fällt, sind das nur drei Tage, an denen die Geschäfte geschlossen sind. Durchaus eine Phase, in der man in den heutigen Zeiten des Überflusses auch mal ohne einkaufen überleben kann.
Da ich heute definitiv keine Lust hatte mich in die Menschenmassen zu stürzen, habe ich diesen trüben Herbsttag genutzt, und habe an Band Vier weiter geschrieben.
Denn in den letzten Wochen, in denen hier Funkstille herrschte, war ich nur faul, was die Social Media Sachen anging. Wenn es ums Schreiben ging, war ich eigentlich recht fleißig. Und darum kann ich sagen, dass ich mich in den letzten Szenen des Buches befinde. Na gut, den letzten Szenen der Rohfassung. Ich werde mindestens noch zwei Mal über das Buch gehen, bevor ich sagen kann, dass ich zufrieden bin. Aber ich bin in der Tat nur noch wenige Seiten vom Ende entfernt.
Es ist ein merkwürdiges Gefühl. Auf der einen Seite bin ich froh, dass ich bald damit fertig bin, aber auf der anderen Seite bin ich traurig. Traurig, weil es das Ende von "Einsatzort Vergangenheit" bedeutet. Laura und Phils Geschichte ist dann erzählt und es ist an der Zeit, sie weiterziehen zu lassen. Aber noch ist es ja nicht ganz so weit. Ein wenig wird es noch dauern und solange freue ich mich über die Zeit, die ich mit den beiden verbringen darf.

Ich lasse es euch wissen, wenn der Band fertig ist :-)