Sonntag, 20. Dezember 2015

Ich bin verliebt :-) oder Patchwork Part I

Keine Sorge, meine neue Liebe gilt keiner Person, sondern einem neuen Programm, das ich mir zugelegt habe. Ich glaube, dass ich schon das eine oder andere Mal erwähnt habe, das ich technisch interessiert bin und immer auf der Suche nach Neuem bin. Bei meiner neuesten Kauf handelt es sich um eine weitere Schreibsoftware, die ich heute ein wenig vorstellen mag. 

Während "Einsatzort Vergangenheit" noch mit Word geschrieben wurde, sind die folgenden Bücher alle mit Papyrus Autor geschrieben worden. Ein wirklich hervorragendes Tool für Autoren. Noch immer bin ich begeistert von der Stilanalyse sowie dem integrierten Duden. Wer einmal mit Papyrus geschrieben hat und dann, so wie ich, im täglichen Leben gezwungen ist, mit Office zu arbeiten, wird es jedes Mal schmerzlich vermissen. Wenn es ums Schreiben und die Überarbeitung geht, gibt es so schnell nichts, das Papyrus das Wasser reichen kann und ich möchte es wirklich nicht mehr missen. Die aktuelle Version, Papyrus 8, wurde gerade von mir gekauft und bereits installiert. 
Allerdings gab es doch einiges, was von mir kritisiert wurde und darum habe ich mich mal umgesehen, ob es nicht noch andere Programme für Autoren gibt. Googelt man ein wenig, stellt man schnell fest, dass es einiges gibt, das einem geboten wird. So zum Beispiel Scrivener, ein Programm, das im englischsprachigen Raum wohl eine Art Platzhirsch ist, aber auch oft von deutschsprachigen Autoren genutzt wird. Wer sich einmal intensiv mit dem Programm auseinandersetzt, wird bestimmt die vielen Funktionen entdecken, die es zu bieten hat. Ich bin überzeugt, dass es durchaus Vorteile hat, aber für mich war es einfach nichts, also habe ich weiter gesucht und bin schließlich fündig geworden:
Patchwork heißt mein neues Lieblingsprogramm. Man hat 30 Tage lang Zeit, das Programm auf Herz und Nieren zu testen, und kann danach entscheiden, welche Lizenz man erwerben möchte. Übrigens stehen einem hier alle Funktionen uneingeschränkt zur Verfügung. Nach zwei Wochen war ich überzeugt davon und habe mir die komplette Lizenz mit Duden Korrektor zugelegt. 
Aber warum begeistert mich diese Software so sehr? 

Nun einer der ausschlaggebenden Punkte war die Möglichkeit im Programm eine Mindmap anzulegen. Seit einiger Zeit arbeite ich sehr gerne mit Mindmaps und finde, dass sie eine ausgezeichnete Möglichkeit für das Plotten einer Szene oder auch Romans sind. Wie gigantisch diese sich hier jedoch in ein Projekt umsetzen lassen, übertrifft jedoch alles, was ich bisher gesehen habe. 
Doch erst einmal zurück zum Anfang. Und der hat es in sich. Ich muss zugeben, öffnet man das Programm zum ersten Mal, fühlt man sich ein wenig erschlagen. Man wird vor so viele Möglichkeiten gestellt, dass man gar nicht weiß, was man machen soll und hier kommt der nächste Pluspunkt von Patchwork. Ruft man die Hilfe auf, öffnet sich die Hilfe zum jeweiligen Programmpunkt. So zum Beispiel im Kreativboard oder im Text. Man kommt relativ schnell zur gesuchten Info, und kann zügig weiterarbeiten. Wer eher der visuelle Typ ist, kann sich auch auf youtube die entsprechenden Tutorials ansehen. Nach jedem Video, dass ich mir bisher angesehen habe, bin ich jedes Mal ein Stück begeisterter von diesem Programm. Bisher bin ich noch in den Anfängen und für die Einarbeitung habe ich mir ein kleines Projekt ausgesucht, an dem ich mich nach Lust und Laune austoben und testen kann, was man damit alles anstellen kann. Da dieses Projekt Laura und Phil aus "Einsatzort Vergangenheit" als Protagonisten hat, werde ich einiges, was ich hier lerne und nutze, auch in den nächsten Band mit übernehmen können. 

Ich könnte jetzt hier stundenlang über das Programm schreiben, aber bevor das hier ein Roman wird, werde ich in den nächsten Blogeinträgen immer wieder etwas Neues vorstellen. 
Ich glaube, dass ich dann mal es etwas über das Kreativboard schreibe. Ich weiß, dass es das bei Papyrus jetzt auch gibt, aber ich bin noch nicht dahintergekommen, ob es sich derart in das Projekt integrieren lässt, wie bei Patchwork. (Meine Hausaufgabe fürs nächste Mal :-))

(Und nein, ich bekomme kein Geld dafür, dass ich von diesem Programm schwärme, ich tue es, weil ich wirklich ziemlich begeistert bin.)

Dienstag, 8. Dezember 2015

Besser Schreiben lernen

Wer glaubt, dass Schreiben ein Talent ist, das man einfach so aus dem Ärmel schüttelt, und so drauf loslegen kann, der irrt. Sicherlich gehört zum Schreiben ein gewisses Talent, und eine große Portion Vorstellungskraft. Und Durchhaltevermögen. Aber vor allen Dingen ist es viel Arbeit. Arbeit an sich selbst und am Schreibstil.

Vor vier Jahren habe ich angefangen zu schreiben, aus einer Laune der Natur heraus. Herausgekommen ist dabei »Einsatzort Vergangenheit«, der Anfang meiner Zeitreiseserie. Wenn ich das Buch heute in die Hand nehme und darüber lese, zucke ich an einigen Stellen immer wieder zusammen, und frage mich, ob ich wirklich die Person war, die dieses Buch geschrieben hat. Vergleiche ich es mit »Mission Glasschuh«, dem neuesten Buch der Reihe, dann stelle ich fest, dass ich mich weiterentwickelt habe.
Das hat natürlich mit der Übung zu tun, mit jedem Wort, das man schreibt, mit jedem Buch, das man liest, ändert man sich. Man probiert Neues aus, testet, merkt sich, was andere gut machen und versucht es für sich umzusetzen. Leider kam ich in den letzten Jahren nicht unbedingt dazu so viel zu schreiben, wie ich Ideen habe, aber trotz allem kann ich die Veränderung in meinem Stil feststellen.

Doch so ganz von alleine ändert sich der Schreibstil nicht. Wer sich mit dem Thema Schreiben beschäftigt, stellt schnell fest, dass es immer wieder etwas gibt, was man verbessern kann. Wie gesagt, man schüttelt keinen perfekten Roman aus dem Handgelenk ... Viele Schreibcoaches oder Schriftsteller geben einem den Rat zu Workshops zu gehen. Tja, wenn da die Sache mit der Zeit nicht wäre. Hätte mein Tag vielleicht mehr als 24 Stunden, und würde ich davon nicht elf bis zwölf Stunden mit Arbeit und pendeln verbringen, könnte das möglicherweise etwas werden, aber so ist es einfach nicht machbar. Ich bin nicht nur Autorin, ich habe auch noch einen Mann, Freunde und Familie, die mich doch ab und an zu Gesicht bekommen wollen.
Wenn Workshops ausfallen, was bleibt also übrig?
Richtig: Schreibratgeber! Schaut man sich bei Amazon ein wenig um, stellt man fest, dass es unzählige dieser Ratgeber gibt. Schreibblockaden, wie man mehr schreibt, wie man plottet, etc. Ich habe in früheren Posts schon auf den ein oder anderen Ratgeber hingewiesen, der mich wirklich weitergebracht hat. Ich erwähne hier nur mal wieder die Schneeflocke :-)
Merkwürdigerweise zieht es mich bei den Ratgebern immer wieder zu den englischsprachigen Büchern hin. Vielleicht liegt es daran, dass es im englischsprachigen Raum üblich ist, solche Ratgeber zu verlegen, und Conventions und Workshops eine längere Tradition als im deutschsprachigen Raum haben. Schon vor 20 Jahren habe ich in amerikanischen Läden Bücher zum Schreiben entdeckt, in einer deutschen Buchhandlung sucht man vergebens danach.

Eines meiner letzten Bücher, die ich in der letzten Zeit dazu gelesen habe, war: Self Editing for Fiction Writers und ich muss sagen, dieses Buch war jeden Cent wert.
Schon beim lesen juckte es mich in den Fingern, meine Bücher zu nehmen, und sie alle noch einmal zu überarbeiten. Es ist nicht so, dass die beiden Autoren das Rad neu erfinden. Man liest bei ihnen Dinge, die man zuvor auch bei anderen gelesen hat, was aber den Unterschied macht, ist die Art und Weise, wie sie es präsentieren. An Beispielen und wie sie überarbeitet aussehen. Während des Lesens habe ich mehrfach dabei ertappt, wie ich meine eigenen Schwachstellen entdeckt habe und mich gefragt habe, wie ich das bisher immer übersehen konnte. Was das genau ist, werde ich jetzt nicht schreiben, aber vielleicht fällt es dem ein oder anderen bei meinen nächsten Büchern auf, dass sich etwas geändert hat.
Dieses Buch hat mir in den letzten Wochen die Augen geöffnet und ich habe mehr gelernt, als ich vorm Kauf gedacht habe. Eigentlich sollte es auf Deutsch übersetzt werden, damit jeder Autor oder darüber nachdenkt es es zu werden, lesen kann. Es gehört eindeutig zu den besten Ratgebern, die ich je zum Thema Schreiben gelesen habe.

So begeistert ich auch bin, es gibt ein oder zwei Sachen, die ich nicht übernehmen kann und werde. Der Ratgeber empfiehlt unter anderem, dass man bei Dialogen  immer »sagte er« oder »sagte sie« etc. schreiben soll, oder  es ganz einfach komplett weglässt. Der Leser soll aus dem Dialog herauslesen, wie die Stimmung ist und nicht durch den Autor in die entsprechende Richtung hingewiesen werden. Sorry, hier muss ich widersprechen!
Gut, ich habe verstanden, dass man nicht immer erklären muss, wie jemand spricht, und dass man dem Leser mit einfachen Tricks verständlich machen kann, wer gerade das Wort hat, aber ich werde niemals meine gesamten Dialoge mit »Sagte« schmücken. Nein!
Warum nicht? Das ist fix erklärt: Es geht mir auf die Nerven. Als bestes Beispiel kann ich ein Hörbuch aufführen, bei dem ich irgendwann kurz davor war, es nicht weiterzuhören, einfach weil immer nur gesagt wurde, obwohl die Geschichte in Ordnung war. Mein Mann hört gerade ein Buch, bei dem es ähnlich ist. Sobald ich nur in der Nähe bin und es mitbekomme, flüchte ich wieder. Es langweilt mich und ich stelle fest, dass es mich vom Buch ablenkt, weil ich nur darauf warte, dass ich »sagte« höre.
Ich glaube, das ist der Grund, warum mich »Pride and Prejudice« als Buch nicht so sehr fesseln konnte. Nach dem zehnten Mal »Cried« and »Said« war es genug.
Nein, in meinem Büchern werden die Sprecher weiterhin flüstern, raunen, rufen, fragen. Ich will eine breite Palette an Emotionen bieten, vielleicht würde ich anders schreiben, wenn mein nächster Roman ein Thriller wäre, aber solange ich einen Liebesroman schreibe, darf ich Gefühle beschreiben und ich glaube, dass mir die Leser das nicht allzu übel nehmen.

Das nächste Buch, das ich übrigens zum Thema Schreiben lesen werde, ist folgendes: 5,000 Words Per Hour: Write Faster, Write Smarter.  Ich glaube zwar nicht ganz an die 5000 Worte in der Stunde, aber wenn es ein paar mehr werden als jetzt, bin ich gewiss nicht traurig :-)

Sonntag, 6. Dezember 2015

Die schonungslose Wahrheit über Weihnachtsmärkte!

Sind wir ehrlich: Weihnachtsmärkte nerven! Egal, wie groß oder klein sie sind, sie sind in jedem Fall immer hoffnungslos überfüllt. Da entwickelt sich das Vorhaben "Glühwein kaufen" zu einer der zwölf Arbeiten des Herkules.
So läuft das bei mir immer ab: Ich dränge sich vorsichtig an den dicht an dicht stehenden Menschen vorbei, immer darauf bedacht, niemanden anzurempeln. Ich will ja vermeiden, dass ich mit Glühwein bekleckert werde, weil ich mal wieder vergessen habe, die alte Jacke anzuziehen und stattdessen wieder die gute Lieblingsjacke trage.
Habe ich es dann unbeschadet zur Theke geschafft, meine Bestellung aufgegeben, geht es nun zurück zur wartenden Gruppe. Nur, dieses Mal bin ich genauso beladen, wie die anderen. Also versuche ich nicht nur etwas von unserem Glühwein zu verschütten, sondern auch noch den anderen leicht angeheiterten Weihnachtsmarktbesuchern auszuweichen. Schwupps, da hat einer den Arm ausgefahren und ich mache eine Vollbremsung. Der Glühwein schwappt gefährlich nahe an den Becherrand. Ich halte die Luft an und stelle erleichtert fest, dass es gerade noch einmal so gut gegangen ist. Endlich habe ich es geschafft, und mir meinen Weg zur Gruppe gebahnt. Wir stoßen glücklich mit unseren Tassen an, nur um dann festzustellen, dass der Glühwein entweder zu heiß ist, um ihn zu trinken oder er aber ziemlich sauer oder aber auch pappsüß ist. Schlimmstenfalls kommt es zu einer Kombination aus eins und zwei oder eins und drei. Macht ja nix, warten wir noch ein bisschen, der Glühwein kann ja noch ein wenig abkühlen, während wir uns lebhaft unterhalten und dabei Verrenkungen wie beim Limbotanz durchführen, da sich jemand vollbeladen mit heißen Getränken an uns vorbei drängt. Das fiese an Glühwein ist jedoch, dass man ihn heiß trinken muss! Gibt man ihm die Chance abzukühlen, dann wird er sehr schnell lauwarm und der Geschmack geht vollkommen flöten. Aber gut, auf zum nächsten Stand, da schmeckt es bestimmt besser.

Doch zuvor machen wir noch einen Zwischenstopp an einem der vielen Fressstände. Bratwurst im Brötchen geht immer. Das finde nicht nur ich, sondern auch die anderen, die dort anstehen. Was folgt, ist ein Szenario, das dem vom Glühweinkauf ähnelt. Nur muss man dieses Mal auf Ketchup und Senf aufpassen, die haben auch eine gewisse Tendenz sich zu verselbständigen. Wenn das Brötchen nicht vom Vortag ist, dann ist in der Regel die Wurst auch okay,

Wir werden mit lauter Weihnachtsmusik beschallt und Unterhaltungen sind nur noch auf einem Niveau möglich, dass jemand, der unsere Sprache nicht spricht, glauben muss, wir streiten uns. Tun wir aber gar nicht, wir sprechen nur gerade über die Ereignisse der letzten Wochen oder sogar Monate, weil man sich ja eine lange Zeit nicht mehr gesehen hat.

Nach dem zweiten Glühwein bummelt man an den vielen Ständen vorbei, die ihre Waren anbieten und hält an, um etwas zu kaufen, weil man etwas entdeckt hat, das man schon immer haben wollte, nur um sich dann zu Hause zu fragen, wie man nur vergessen konnte, dass man genau dieses Teil bereits im Vorjahr gekauft, und im Jahr davor auch.

Wer sich jetzt fragt, warum ich überhaupt noch auf Weihnachtsmärkte gehe, dem sei gesagt, dass ich es liebe und gar nicht anders haben will.

Gibt es etwas Schöneres als sich einem Weihnachtsmarkt zu nähern, und den Duft von gebrannten Mandeln und anderen Leckereien zu schnuppern? Alleine dieser Geruch, der Verheißungen verspricht, die einen an die Kindheit erinnern. Als Weihnachten noch das Fest der Geheimnisse und des Zaubers war.
Wer mag nicht gemeinsam mit Freunden und Bekannten zusammenstehen, zu plaudern und festzustellen, dass der Glühwein bei diesem Stand im letzten Jahr schon nicht so dolle war?
Wer hat keine Freude daran, sich die vielen Stände anzusehen und sich etwas zu kaufen, was man eigentlich nicht braucht, aber so schön ist, dass man nicht widerstehen kann?
Wenn die Musik, die man das ganze Jahr über nicht gehört wird, durch die Lautsprecher dringt, oder aber sogar direkt von einer Kapelle gespielt wird, die Nacht hereinbricht und alles im Lichterglanz erstrahlt, die Luft nach Bratwurst vermischt mit Zucker und Vanille riecht, dann bin ich glücklich. Dann grinse ich selig vor mich hin. So muss es sein und nicht anders.

Hier treffe ich Menschen, die Freude am Leben haben und glücklich sind. Hier setzen wir ein Zeichen gegen den Hass. Und der kann immer nur mit Liebe bekämpft werden!

Wer mich also sucht, ich bin auf dem nächsten Weihnachtsmarkt :-)

Einen frohen Nikolaus und einen schönen zweiten Advent wünsche ich euch!


Montag, 30. November 2015

Verschnaufpause

Es ist Montagabend, auf meinem Adventsgesteck brennt das erste Lichtlein und ich trinke einen heißen Tee, genieße die Ruhe. Die letzten Wochen waren unglaublich hektisch und irgendwann einmal habe selbst ich geglaubt, dass meine Tage länger sind als 24 Stunden. Es gab Tage, an denen ich mir gewünscht habe, einen Helikopter zu besitzen, um das Verkehrschaos auf den Straßen umfliegen zu können. Ich war es irgendwann leid, fast drei Stunden am Tag im Auto zu verbringen, nur um zur Arbeit oder nach Hause zu fahren. Nächstes Jahr sollte ich mir wirklich überlegen, meinen Jahresurlaub in die dunkle Novemberzeit zu legen, und so dem Chaos auf den Straßen zu entgehen.


Die Vorbereitungen für die Veröffentlichung von Mission Glasschuh waren zeitintensiv und haben einen Großteil meiner Zeit in Anspruch genommen. Dieses Mal ging glücklicherweise alles mit dem Korrektorat gut und ich musste nicht, wie letztes Mal, um meinen Zeitplan bibbern, oder alles verschieben.

Seit dem 26.11. ist das Buch bei Amazon erhältlich und wie eine ängstliche Mama hoffe ich, dass es mein Baby in der großen, weiten Buchwelt nicht allzu schwer haben wird.


Aber gebe ich mich mit einer Veröffentlichung zufrieden? Eigentlich schon, aber dieses Jahr ist etwas Besonderes. Im Rahmen der Anthologie Schneegestöber habe ich eine Kurzgeschichte mit dem Titel "Ein Winternachtstraum" beigesteuert, die eine Art Prequel zu "Einsatzort Vergangenheit" ist und Laura und Phil auf einer anderen Art und Weise das erste Mal begegnen lässt. Das besondere an dieser Anthologie ist, dass wir auf jegliche Einnahmen verzichten und alle, die an diesem Projekt beteiligt waren, keine Honorare für ihre Arbeit verlangt haben. Die wenigen Kosten, die entstanden sind, wurden von den Autorinnen und Autor aus eigener Tasche gezahlt. 

Jeder Cent, den dieses Projekt einbringt, wird an die Bärenherz-Stiftung in Wiesbaden gespendet. Wer einmal auf der Homepage der Stiftung war, und nach dem Anschauen des Kinospots nicht wenigstens ein Tränchen im Auge hat, dem ist leider auch nicht mehr zu helfen. Genauso wenig, wie denjenigen, die meinten, dass es eine tolle Idee sei, unser Buch auf illegalen Plattformen zum kostenlosen Download anzubieten. Die harte Arbeit von Autoren nicht zu honorieren und der Meinung zu sein, dass Dateien für jeden kostenlos verfügbar sein müssen, ist an sich schon ein Unding. Für viele von uns Self-Publishern ist es ein Teil ihres Einkommens, das diese Piraten einem wegnehmen. Doch wer dann auch noch hingeht, und ein Buch, das für einen guten Zweck ist, kostenlos ins Netz stellt, der hat keine Seele und kein Herz. Jeder Cent zählt, und dank den Spendern und denjenigen, die sich das Buch herunterladen, verringert sich nun die Geldsumme. Ich wünsche wirklich keinem von diesen Menschen, dass eines seiner Kinder einmal in die Lage kommt, in der sich die Kinder befinden, die im Bärenherz-Hospiz leben. Doch sollte es einmal so weit kommen, hoffe ich, dass sie sich daran erinnern, dass sie einmal zu geizig waren 3,99 € auszugeben. 
Mit unserer Spende können wir die Kinder selbstverständlich nicht mehr gesund machen, aber wir können dazu beitragen, dass wir ihnen und ihren Familien den letzten Weg erleichtern. Schade, dass dies hinterrücks sabotiert wurde. 


Doch genug davon. Ich habe meine Meinung kundgetan und weiß, dass es niemanden, der Dateien illegal aus dem Netz abgreift berühren wird. Manche Dinge kann man leider nicht ändern. Stattdessen will ich hier noch einen kurzen Ausschnitt aus der Kurzgeschichte vorstellen:


Eine feste Hand packte mich am Oberarm und zog mich mit sanfter Gewalt zur Seite. Keine Sekunde zu früh, denn der Kutscher ließ seine Peitsche schwingen und ein lauter Knall zerschnitt die Luft. Aufgeschreckt setzte sich das Kutschpferd in Gang und hätte mich über den Haufen gerannt, wenn ich nicht rechtzeitig zur Seite gezogen worden wäre. Zitternd und unter Schock stehend drehte ich mich zu meinem Retter um.
Er war groß, sehr groß, und ich musste meinen Kopf anheben, damit ich sein Gesicht sehen konnte. Bei seinem Anblick stand mein Herz für einen Moment still, nur um dann in doppelter und dreifacher Geschwindigkeit weiterzuschlagen. Er hatte die blauesten Augen, die ich je gesehen hatte. Tiefblaue Seen, die mich besorgt anblickten.
 »Sind Sie in Ordnung? Verstehen Sie mich?«, fragte der Mann, dessen dunkle Stimme einen wohligen Schauer in mir auslöste. Er hatte nicht nur unverschämt blaue Augen, die mich selbst im schummerigen Licht der Gaslampen an einen Sommerhimmel erinnerten, sondern auch ein aufregend attraktives Gesicht. Seine dunkelblonden Haare waren leicht gewellt und hatten genau die richtige Länge, wie ich fand, nicht zu kurz und nicht zu lang. Seine Wangenknochen waren scharf geschnitten und hätten seinem Gesicht etwas Hartes und Unnahbares verliehen, wenn seine Lippen nicht so unglaublich sinnlich gewesen wären. Sie schienen sich zu einem permanenten amüsierten Lächeln verzogen zu haben und ließen ihn gleich viel freundlicher wirken. Seine Nase war gerade und erinnerte mich an die Statue eines griechischen Gottes, die ich irgendwann einmal gesehen hatte. Unauffällig musterte ich den restlichen Körper, und das, was ich unter dem dicken Umhang ausmachen konnte, ließ mich erahnen, dass der Rest von ihm ebenfalls nicht von dieser Welt sein konnte.
In diesem Moment traf mich die Erkenntnis: Ich träumte! 

Wie ihr seht, waren die letzen Wochen ziemlich aufregend und darum verordne ich mir selbst eine kleine Verschnaufpause. Wir haben Adventszeit und die Zeit der Weihnachtsmärkte ist angebrochen. Ich werde die wenigen Wochen bis Heiligabend genießen und mir, zusammen, mit meinem Mann eine schöne Zeit machen. Ich lasse fünf gerade sein und werde mich nicht jeden Abend an den Rechner setzen, um an meinem neuen Projekt weiterzuschreiben. Sollte mich die Muse küssen, dann werde ich selbstverständlich dem Ruf nachgehen :-) Aber ansonsten, wenn mich jemand sucht, der nächste Weihnachtsmarkt ist nicht weit!

Freitag, 13. November 2015

Schreibend Gutes tun – eine Weihnachtsanthologie für den guten Zweck

Schreibend Gutes tun – eine Weihnachtsanthologie für den guten Zweck

Eine Weihnachtsanthologie für den guten Zweck: Sechzehn Autorinnen und Autoren lassen ihre Lieblingscharaktere bereits erfolgreicher Romane und Reihen in einer exklusiven Kurzgeschichte Weihnachten feiern. Der Erlös der Verkäufe wird zu einhundert Prozent zugunsten der Bärenherzstiftung in Wiesbaden gestiftet.


Weihnachtszeit – frisch gebackener Plätzchenduft, liegt in der Luft. Kerzen tanzen und werfen ein heimeliges Licht an die festlich dekorierten Wände. Erinnerungen an unsere Kindheit werden wach. Erinnerungen, die wir auch unseren Kindern weitergeben möchten. Doch was, wenn es das letzte Weihnachtsfest für ein Kind sein könnte?

Erhalten Eltern die Diagnose, dass ihr Kind unheilbar krank ist, zieht es ihnen den Boden unter den Füßen weg. Klinikaufenthalte und die Angst vor dem »Danach« werden zum Alltag. Die Bärenherzstiftung in Wiesbaden begleitet unheilbar kranke Kinder und ihre Familien auf ihrem schweren Weg und ermöglicht ihnen ein liebevolles Nest, das ihnen Geborgenheit, Sicherheit und qualifizierte medizinische Unterstützung bietet. Doch diese besondere Hilfe kostet Geld.

Sechzehn Autoren und Autorinnen haben sich aus diesem Grund um die Herausgeberin Mila Summers zusammengetan. Sie alle haben Weihnachtsgeschichten und Gedichte geschrieben, die am 28.11.2015 exklusiv auf amazon als E-Book und Taschenbuch in einer Anthologie erscheinen werden. Unter dem Titel »Schneegestöber« lassen die Autoren bereits bekannte Charaktere aus ihren erfolgreichen Titeln unterschiedlichster Genre ein Weihnachtsfest der besonderen Art feiern. Die Leser können sich so über ein Wiedersehen mit ihren Lieblingen freuen – und ganz neue Autoren und ihren Schreibstil kennenlernen. Die Kurzgeschichten wurden exklusiv für diese Anthologie geschrieben, deren Erlös zu einhundert Prozent der Bärenherzstiftung in Wiesbaden zugute kommt.


„Schneegestöber“ enthält  Geschichten und Gedichte von folgenden Autoren:
Jil Aimée, Louisa Beele, Andrea Bielfeldt, Laura Gambrinus, Dietmar Hesse, J.R. König, Adele Mann, Isabella Muhr, Sina Müller, Sandra Neumann, Laura Newman, Katja Piel, Rose Snow, Mila Summers, Ava Innings, Emma Wagner

Informationen:

Titel:                            »Schneegestöber – 15 zauberhafte
 Weihnachtsgeschichten und Gedichte«

Herausgeberin:            Mila Summers

Autoren:                       Jil Aimée, Louisa Beele, Andrea Bielfeldt, Laura Gambrinus, Dietmar Hesse,                                       J.R. König, Adele Mann, Isabella Muhr, Sina Müller, Sandra Neumann,                                               Laura Newman, Katja Piel, Rose Snow, Mila Summers, Ava Innings, Emma                                         Wagner

Erscheinungstermin:   28.11.2015

Taschenbuch und e-Book exklusiv bei amazon


Weitere Informationen über die Bärenherzstiftung unter http://www.baerenherz.de

Text by Sina Müller

Mittwoch, 21. Oktober 2015

21.10.2015 Zurück in die Zukunft

Für einen Fan von Zeitreiseromanen und -filmen wie mich führt natürlich kein Weg an der Trilogie mit Michael J. Fox vorbei. Ich habe alle Teile mehrfach gesehen und natürlich stehen die Blurays auch bei mir im Schrank.

Heute ist also der Tag, an dem Marty McFly im zweiten Teil der Serie in der Zukunft ankommt. Allerdings finde ich den zweiten Teil ein wenig konfus und dadurch, dass er zum Teil in der Zukunft spielt, auch nicht mein Favorit. Ich glaube, in einem früheren Post einmal erwähnt zu haben, dass mich ausschließlich Zeitreisen in die Vergangenheit reisen.  Die Zukunft, die Hollywood sich ausgedacht hat, ist für uns in der heutigen Zeit teilweise sehr komisch. Es gibt keine fliegenden Autos oder auch keine Hoverboards. Statt Müll tanken wir unsere Autos noch immer mit Benzin (oder Diesel), Minipizzen, die wir in die Mikrowelle werfen, bleiben genau das: Minipizzen und werden nicht auf magische Art und Weise zur Familienpizza. Eine Szene des Films ist mir noch besonders in Erinnerung und zwar die, in der Zukunfts-Marty seine Kündigung bekommt. Das Gespräch findet via Bildtelefon statt und kommt unserem Skype ziemlich ähnlich, doch dann erhält er seine Kündigung mit dem Fax. Fax? Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal ein Fax benutzt habe, selbst in meinem Büroalltag ist es wie ein Relikt aus alten Zeiten und steht einfach nur noch rum.

Ich glaube, dass niemand, der damals beim Dreh dieses Films dabei war, sich vorstellen konnte, wie schnelllebig unsere Zeit einmal sein würde. Im Entstehungsjahr des Films, 1989, hat vermutlich keiner ahnen können, wie sehr Technik unser Leben einmal beeinflussen würde. Oder hätte sich einer von euch vorstellen können, dass wir irgendwann ständig unsere Telefone mit uns herumtragen und damit auch alle nur denkenswerten Informationen jederzeit abrufen können? Unsere Autos fliegen zwar nicht, aber sie sind intelligenter als wir es uns damals vorstellen konnten und funktionieren teilweise sogar ohne den Fahrer.

Ich mag zwar von Geschichte und Vergangenheit fasziniert sein, so sehr, dass ich mir Zeitreiseromane in die Vergangenheit ausdenke, aber trotzdem finde ich es aufregend in dieser Zeit zu leben. Einer Zeit, in der es vieles zum Staunen gibt und in der es nie langweilig wird. Wenn allerdings heute Abend ein DeLorean vor meiner Tür parken wird und Doc Brown mich fragt, ob ich eine Zeitreise unternehmen möchte, weiß ich, wie meine Antwort ausfallen wird. Eine solche Chance würde sich wohl keiner entgehen lassen, oder doch?

Ich glaube, ich muss nachher den Film einlegen und schauen, wie man sich unsere Welt vor 26 Jahren vorgestellt hat, auch wenn es um die Zukunft geht, aber streng genommen ist es ja meine Gegenwart :-)

Montag, 19. Oktober 2015

Wie ich auszog, die Welt zu erkunden

Wer wie ich Bücher schreibt, dem erzähle ich vermutlich nichts Neues, dass es neben einem spannenden Plot und glaubwürdigen Protagonisten noch etwas anderes gibt, dass zu einem guten Roman gehört.
Was das ist? Das Setting! Ein gutes Setting, das auf den Leser so authentisch wirkt, als habe der Autor jeden Winkel seines Handlungsorts besucht, ist mehr wert als manch einer glauben mag. Dabei ist es unwichtig, ob die Geschichte in der Gegenwart oder, wie zum großen Teil in meinen Romanen, in der Vergangenheit spielt. Wichtig ist, dass man dem Leser glaubhaft vermitteln kann, dass man sich mit dem Ort, den man als Autor in seinem Buch beschreibt, vorstellen kann. 
Gut, man könnte nun hingehen und die eigene Stadt als Handlungsort festlegen. Lebt man in Hamburg, Berlin oder New York oder einer anderen x-beliebigen Großstadt, dann kann das ziemlich von Vorteil sein, denn dann kennt man die Stadt und weiß wovon man berichtet. Man kennt die schönen und die weniger schönen Ecken, weiß wo man seine Protagonisten leben lassen kann und so weiter. Selbstverständlich funktioniert das auch mit anderen Städten, in denen man lebt. 
Aber was ist, wenn man in einem kleinen Dorf lebt und das sich nun einmal nicht für die Geschichte des jungen Mädchens eignet, das aus der Enge des Elternhauses ausbrechen will, um in der großen Stadt zu lernen, auf eigenen Füßen zu stehen? Was macht man dann? Umschreiben? Wohl eher nicht. Da bleibt dann wohl nur noch intensive Recherche übrig. Direkt vor Ort wäre wünschenswert, aber nicht jeder hat Zeit und Mittel eine Reise ins weit entfernte New York zu unternehmen, um vor Ort in Erfahrung zu bringen, auf welchen Straßen der Held und die Heldin spazieren. In Zeiten, in denen es einem Karl May noch möglich war, Western zu schreiben, ohne jemals einen Fuß auf amerikanischen Boden zu setzen, sind vorbei. Wir leben in einer Welt, in der es selbstverständlich geworden ist, sich in ein Flugzeug zu setzen und zu den entferntesten Winkeln der Erde zu fliegen. Sich einfach etwas ausdenken und hoffen, dass es den Lesern nicht auffällt, sind vorbei. Allerdings leben wir in einer Zeit, in der es die wundervolle Erfindung Internet gibt. Nur ein paar Suchbegriffe eingeben und schon hat man alles, was man braucht. 
Wirklich alles? Street View und Google Earth erleichtern einem vieles und ich kann jedem, der vorhat ein Buch zu schreiben, das in einer ihm unbekannten Stadt liegt, sich intensiv mit diesen Seiten zu beschäftigen. Es ist die beste Möglichkeit in den Ort einzutauchen und ihn kennenzulernen. 
Aber ein Setting ist viel mehr als die Beschreibung eines Orts! Wer daran interessiert ist, einen Roman zu schreiben, der sollte auch in Erfahrung bringen, welche Zeitungen in dieser Stadt erscheinen, wie die Sportteams heißen, welche lokale Spezialitäten es gibt und so weiter und so weiter. Fragt eure Facebookfreunde oder Arbeitskollegen, ob sie nicht schon einmal in der Stadt waren, in der euer Buch spielen soll. Es ist manchmal erstaunlich, was dabei zutage kommen kann. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der kann natürlich aufs Internet zugreifen, eine gute Quelle sind übrigens auch Reiseführer. 

Und dann gibt es da noch etwas, das mir persönlich sehr am Herzen liegt. Bitte begeht nicht den Fehler zu glauben, dass es etwas, nur weil es das bei uns gibt auch anderswo so gibt. Wer zum Beispiel einen Weihnachtsroman schreibt, der in den USA spielt, sollte bitte Dinge wie Adventskalender, Adventskränze und Weihnachtsmärkte mit Glühwein weglassen. Denn das sind unsere Weihnachtstraditionen und auch wenn man inzwischen in dem ein oder anderen Supermarkt in den USA Adventskalender kaufen kann, sind sie bei weitem nicht so weit verbreitet, wie bei uns. Wer übrigens glaubt, dass ich mir das aus den Fingern sauge, der irrt. Ich habe einen Roman gelesen, in denen all das oben erwähnte vorkommt und war von einer deutschen Autorin.

Und zum Schluss eine kurze Zusammenfassung, was man tun sollte, damit man ein glaubhaftes Setting erhält:
  • Besuche den Handlungsort, soweit du die Möglichkeit dazu hast
  • Surfe auf Google Earth und tauche in die Welt von Street View ein
  • Lasse Wikipedia zur Startseite deines Browers werden
  • Lese Reiseführer, dieser Rat gilt übrigens im Besonderen, wenn du planst einen historischen Roman zu schreiben, der in der neueren Zeit spielt. Google Books bietet eine Fülle von Schätzen und es gibt Dutzende von historischen Reiseführern, die Hotels und Restaurants nach Klassen auflisten, dir verraten können, wo man Spaziergänge machen kann und was man sich unbedingt ansehen muss
  • Sollte dein Setting in vergangenen Zeiten spielen, besorge dir alte Straßenkarten, durchforste das Netz nach alten Bildern oder Gemälden ab. Eine gute Quelle für Bilder ist übrigens Pinterest. Es gibt unzählige Blogger oder auch Autoren, die sich mit genau deinem Thema befassen und dazu Pinwände mit Artikeln und Fotos erstellt haben 
  • Für historische Romane gilt übrigens im Besonderen, sich mit der Etikette jener Zeit vertraut zu machen, die Speisen und ihre Darreichung in Erfahrung zu bringen und natürlich auch, wie man sich gekleidet hat und welche Frisuren en Vogue waren. 
  • Lerne den Ort kennen: Wie heißen die großen Sportvereine, welche Tageszeitungen gibt, was sind die wichtigsten Feste im Jahr, wo kann man eine schöne Zeit im Freien verbringen etc. 
  • Wenn deine Geschichte im Ausland spielt, bedenke, dass es kulturelle Unterschiede gibt. Das können die unterschiedlichen Essenszeiten sein, oder aber auch, wie Verabredungen ablaufen. 
Ich glaube, ihr wisst, was ich meine. Macht euch euer Setting zu eurem zweiten Zuhause, solange ihr an eurem Roman schreibt. Glaubt mir, es lohnt sich viel Zeit und Energie in die Recherche zu stecken! Eure Leser werden es euch danken. Allerdings bedenkt bitte, dass ihr bei den Beschreibungen nicht wie ein Wikipedia-Artikel daher kommen sollt, sondern immer mal wieder etwas einfließen lassen solltet. Zu viel des Guten und die Leser sind genervt. Es gilt also eine feine Balance zu finden, die die Geschichte lebendig macht, ohne allzu aufdringlich zu erscheinen.

Ach, und noch etwas: Prüft eure Quellen! Findet ihr für eine Kuriosität oder Begebenheit zwei unterschiedliche Quellen, die nicht in direkter Verbindung zueinander stehen, so könnt ihr relativ sicher sein, dass ihr keinen groben Schnitzer macht. 

Sonntag, 18. Oktober 2015

Das Chaos hat einen Namen: Buchmesse Frankfurt

Jedes Jahr im Oktober verwandeln sich die eher etwas tristen Messehallen in Frankfurt in einen Ort der Magie und der Verheißung. Es ist Büchermesse! Was kann es also für einen Bücherjunkie wie mich, der nebenbei selbst noch schreibt, Schöneres geben als die Frankfurter Buchmesse? Mhm, ich muss nicht lang überlegen und mir fallen eine ganze Menge anderer Orte ein ...

Die Messe ist sicherlich ein toller Platz, um Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen oder einfach nur einen gemütlichen Plausch zu halten (Okay, gemütlich sollte ich besser streichen, denn bis auf einen kleinen, fast geheimen Ort gibt es fast nichts, was auf dieser Messe gemütlich ist). Das Problem an der Sache ist nur, wenn man sich nicht zufällig über den Weg läuft, ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit jemanden gezielt zu treffen. Ich rede jetzt nicht von den Meet & Greets und so weiter, die lasse ich mal außen vor. Nein, ich meine, einfach nur mal einen Kaffee mit jemandem zu trinken kann schon zur logistischen Meisterleistung werden. Oh, es gibt genug Orte, an denen man sich Getränke kaufen kann. Nach vier Messetagen kenne ich nun jedes Café und Restaurant in Halle 3 und den dazugehörigen Ebenen. Ist es denn zu viel verlangt, auf die Hallenpläne, die sich fast überall wiederfinden, auch die Namen der Cafés zu verzeichnen? Es gibt nichts frustrierenderes als herauszufinden, dass man sich gerade in Café Lemon befindet, die Person, mit der man aber verabredet ist, in Café Vanille auf der anderen Seite sitzt! Ach, und es wäre toll, wenn man auch die Himmelsrichtungen, die sich oft auf den Ortsbeschreibungen in den Katalogen etc. finden lassen, auch irgendwo sonst finden könnte ...  Die zusätzlichen Hallendurchquerungen wirken sich natürlich positiv auf mein Schrittkonto aus und so kann ich wenigstens stolz verkünden, dass ich keinen Tag unter 12 Kilometern gelaufen bin. Wenigstens etwas und meine Waage bedankt sich ;-)

Während die Fachbesuchertage noch überschaubar sind und man tatsächlich einmal die Gelegenheit bekommt, durch die Hallen zu schlendern und sich ein paar Bücher anzusehen, sich neuen Lesestoff auszusuchen, sind die Publikumstage das krasse Gegenteil. Man schiebt sich mit vielen anderen Menschen durch die engen Gänge und man muss schon fast gewalttätig werden, wenn man aus der Masse ausbrechen will, weil der Stand, den man besuchen möchte, am Rand liegt. Es ist heiß, man bekommt kaum Luft und Gespräche sind fast unmöglich. Sich mit jemanden an diesen Tagen zu verabreden wird zur Glückssache und wenn, trifft man sich eher zufällig. Ich kann jetzt hier nur über die Hallen 3.0 und 3.1 schreiben, die Hallen, in denen ich mich hauptsächlich aufgehalten habe, da hier die meisten Veranstaltungen stattfanden, wie es anderswo aussah, kann ich leider nicht beurteilen. Wenn man aber bedenkt, dass diese Hallen diejenigen sind, in denen Belletristik und Kinderbücher ausgestellt werden, kann man sich schon vorstellen, dass das die am stärksten frequentierten sind. Leider reisen die etwas weiter weg wohnenden Autoren erst kurz vor den Publikumstagen an, sodass man sich auch nur zu diesen Tagen mit ihnen treffen kann. Ein kleiner Teufelskreis.

Die meisten Menschen mit denen ich mich in diesen Tagen unterhalten haben, sind der Auffassung, dass es in Leipzig wesentlich angenehmer zugeht und obwohl ich bisher nur einmal dort war, kann ich dem zustimmen. Es herrscht dort eine andere Stimmung, es wirkt nicht so gehetzt und voll dort. Die Messe ist an allen Tagen für das Publikum geöffnet und ich habe den Eindruck, dass es hier mehr um die Leser als um Fachbesucher geht.

Werde ich deswegen trotzdem nicht mehr nach Frankfurt fahren? Einfach weil es mir zu voll und chaotisch ist? Ich denke nicht, dafür liegt die Messe fast vor meiner Haustür und es wäre eine Schande, wenn ich die Gelegenheit nicht nutzen würde. Denn eines ist klar, die Buchmesse mag chaotisch, voll und hektisch sein, sie gibt einem aber auch die Gelegenheit neue und total liebenswerte Menschen kennenzulernen. Und das ist etwas, auf das ich absolut nicht verzichten möchte! All ihr lieben Menschen, deren Bekanntschaft ich in den letzten Tagen machen durfte, ihr seid es, weswegen ich auf die Messe komme! Es waren tolle Tage mit euch! Vielleicht sieht man sich in Leipzig wieder :-)


Sonntag, 4. Oktober 2015

Mission Glasschuh - Die Überarbeitung

Hatte ich noch vor ein paar Wochen einen kleinen Hänger beim Schreiben des fünften Bands von "Einsatzort Vergangenheit", so war ich nachdem ich den Ausweg gefunden hatte, überraschend schnell fertig. Nur um das noch einmal zu verdeutlichen: In der Regel schaffe ich es ein Buch pro Jahr zu veröffentlichen, mehr Zeit lässt  mir mein normaler Job und Privatleben eigentlich nicht.  In diesem Jahr werden es zwei Bücher sein und keiner der Bände geht mit mehr als 120.000 Worten als Kurzroman durch. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Freunden und Verwandten entschuldigen, dass ich mich in den letzten Wochen so rar gemacht habe, aber irgendwie hat mich dieser Band nicht losgelassen.

Die Rohfassung von "Mission Glasschuh" ist seit Ende August abgeschlossen und da die Veröffentlichung für diesen Band für November geplant ist, habe ich dieses Mal etwas getan, wozu ich bei den anderen Bänden keine Zeit hatte: Ich habe den Text tatsächlich eine Zeit lang liegen gelassen, bevor ich mich an die Überarbeitung gemacht habe. Experten und alte Hasen raten dazu, da man so eine gewisse Distanz zum Text bekommt und man einige Dinge vielleicht anders sieht und sie ändert. Allerdings raten diese einem auch, dass zwischen Rohfassung Wochen, wenn nicht sogar Monate liegen sollen. Nun, so viel Zeit hatte ich dann doch nicht und habe mir nach knapp drei Wochen den Text erneut vorgenommen. War das genug Pause oder doch verfrüht? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass die Überarbeitung dieses Mal etwas anders als sonst war. Mir sind in der Tat Dinge aufgefallen, die mir beim Schreiben nicht in den Sinn kommen wollten, obwohl sie eigentlich naheliegend gewesen wären.

Doch damit nicht genug, dieses Mal wollte ich den Text nicht nur am PC überarbeiten. Ich wollte eine andere Perspektive. Da ich keine Freundin von Ausdrucken bin und auch in meinem Bürojob weitestgehend papierlos arbeite, kam es überhaupt nicht in Frage, den Text auszudrucken. Bei einem früheren Band habe ich versucht  mit Hilfe eines Kindles das Manuskript zu überarbeiten, aber das monochrome Display und die umständliche Möglichkeit Notizen zu machen, haben mich das nicht zu Ende führen lassen.
Darum habe  ich für diesen Band auf meinen kleinen Kindle Fire zurückgegriffen. Und was soll ich sagen? Es ist das perfekte Gerät für Überarbeitungen. Nicht zu groß und nicht zu klein, man kann es überall mitnehmen. Ich habe nicht nur die Möglichkeiten farbige Markierungen vorzunehmen, die mir beim Übertrag auf den PC sagen, was ich ändern muss, nein man kann auch äußerst komfortabel Notizen erfassen. Dabei habe ich  die überragende Sprache-zu-Text-Funktion schätzen gelernt und war positiv überrascht davon, wie genau diese war. Teilweise besser als auf meinen anderen Geräten.
Und so kommt es, dass ich schon heute mit der zweiten Überarbeitung von "Mission Glasschuh" fertig bin und noch ein wenig Zeit zum Verschnaufen habe, bis das Manuskript ins Korrektorat kommt.

Was kommt als Nächstes? Ziemlich viel, denn in meinem Kopf schwirren so viele Ideen, die ich am liebsten alle gleich heute weiterführen würde. Aber wie sagt Scarlet O'Hara am Ende von "Vom Winde verweht" so schön? Morgen, morgen fange ich damit an :-)

Samstag, 12. September 2015

Mission Glasschuh - Teaser Nr. 3

 Während ich über beide Ohren in der Überarbeitung von "Einsatzort Vergangenheit: Mission Glasschuh" steckte, dachte ich mir, dass an der Zeit für einen neuen Ausschnitt ist.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und wer Fehler findet, darf sie gerne behalten, es ist nämlich noch alles unkorrigiert ;-)

»Und was sind deine Pläne für Weihnachten?«, fragte er mich schließlich und ich wollte ihm gerade antworten, als mein Blick auf die große Scheibe eines sehr teuren und sehr exklusiven Restaurants fiel. Ich schaute noch einmal hin und noch ein weiteres Mal, blinzelte einige Mal, nur um sicherzugehen, dass mit meinen Augen alles in Ordnung war. Doch leider war mit ihnen alles bestens. Was nicht bestens war, war das, was ich sah. In unmittelbarer Nähe der Fensterfront saß Phil und er war nicht alleine. Neben ihm saß eine umwerfend gut aussehende Frau, die ihn mit ihren Augen aufzufressen schien. Mit der einen Hand fuhr sie sich durch das lange, glatte und unverschämt glänzende Haar, während sie die andere Hand auf seinen Oberarm legte. Dabei schenkte sie ihm ein aufreizendes Lächeln, das eindeutig eine Einladung zu mehr war. Hatte Phil nicht gesagt, dass er an diesem Abend die Einladung zu einem Essen mit einem Geschäftspartner wahrnehmen musste? Warum hatte er vergessen dabei zu erwähnen, dass dieser Partner so aussah, als wäre sie ständig auf den Covern der Hochglanzzeitschriften zuhause, die Marie so gerne las. Diese Frau war makellos schön und verdammt jung. Mit klopfendem Herzen beobachtete ich, wie Phil zu einer Bemerkung die sie machte, laut auflachte. Was ging hier vor? Phil hatte gewusst, dass ich an diesem Abend einen Elternabend hatte. Hatte er mit Absicht diesen Termin so gelegt und erwartet, dass ich es nicht mitbekam? Simon folgte meinem Blick und sah ebenfalls zum Restaurant. 
»Ist etwas nicht in Ordnung? Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen?«, fragte er besorgt und legte mir eine Hand auf die Schulter. Gewaltsam wandte ich meinem Blick von Phil und der bildhübschen Frau ab und zwang mich dazu meinen Kollegen anzusehen. Ich grinste schief und lachte künstlich auf.
»Ja, sicher. Mir ist nur gerade eingefallen, dass ich heute schon wieder vergessen habe, ein Paket von der Post abzuholen. Heute war die letzte Gelegenheit dazu, morgen wird es zurückgeschickt«, flunkerte ich blitzschnell. Es war erstaunlich, wie gut ich das Lügen in meiner aktiven Zeit als Zeitreisende gelernt hatte. Früher hätte ich gestammelt und gestottert, nun kamen mir diese kleinen Notlügen flüssig über die Lippen und wirkten auch noch glaubhaft. Simon schien mir die Ausrede abzunehmen, und setzte den Weg in Richtung Irish Pub fort.

Ich lag bereits im Bett, als ich hörte, wie Phil leise die Haustür öffnete und auf Zehenspitzen die Wohnung betrat. Simon und ich waren nicht lange im Pub gewesen. Zum einen war ich nach dem langen Tag ziemlich müde und erschöpft und zum anderen wollte mir das Bild von Phil und der mir unbekannten Frau nicht aus dem Kopf gehen. Immer wieder waren meine Gedanken dorthin abgewandert und ich hatte mich gefragt, ob ich mir Sorgen machen sollte. Er hatte mir von einem Geschäftsessen erzählt. Sehr geschäftlich hatte das trotz des Anzugs, den Phil getragen hatte, nicht auf mich gewirkt. Ganz im Gegenteil - es hatte sehr locker und intim ausgesehen. Vielleicht wurden so die großen Geschäfte abgeschlossen, was wusste ich denn schon? Ich war Lehrerin und hatte keine Ahnung von Firmenpolitik. Simon hatte sich alle Mühe gegeben, mich zu unterhalten. Um ihn nicht wissen zu lassen, dass es mir gar nicht so gut ging, hatte ich bei seinen Scherzen laut gelacht und versucht ihm das Gefühl zu geben, dass er der einzige Mann im Raum sei. Ich befürchtete, dass er nun glaubte, dass ich ein wenig mit ihm geflirtet hatte und hoffte, dass er es nicht allzu ernst genommen hatte.

Die Tür zum Schlafzimmer ging auf und Phil kam zu mir ins Bett. Was sollte ich tun? Ihm sagen, dass ich ihn gesehen hatte? Ihm Vorwürfe machen? Was, wenn sie wirklich seine Geschäftspartnerin war? Ich durfte nicht gleich überall Gespenster sehen, nur weil die Frau umwerfend attraktiv gewesen war. Nur weil sie derart gut aussah, stand das nicht gleich im Widerspruch zu ihren anderen Fähigkeiten. Sie war vielleicht eine hervorragende Taktikerin und Strategin, der niemand ein X für ein U vormachen konnte. Sollte dem so sein, hasste ich sie gleich noch viel mehr. 
»Wo warst du heute Abend?«, fragte ich und tat so, als sei nichts geschehen. Er würde mir schon sagen, mit wem er unterwegs gewesen war. Phil beugte sich zu mir und gab mir einen kurzen Kuss. Er roch nach Zahnpasta und frisch geduscht. 
»Du bist noch wach? Es ist ziemlich spät. Ich habe einen sehr langweiligen Abend mit jemandem verbracht, von dem ich hoffe, dass wir seine Firma kaufen können«, sagte er und zog sich im Dunklen aus. Er legte sich auf seine Seite des Bettes und gähnte laut. 

»Ich bin müde, macht es dir was aus, wenn wir morgen weiterreden?«, fuhr er fort. Er gähnte erneut, gab mir einen Kuss und drehte sich von mir weg. Mir wurde heiß und kalt zugleich. Was ging hier vor? Phil kam nach Hause und belog mich, mit wem er den Abend verbracht hatte? Nur schwer wollte sich in dieser Nacht der Schlaf einstellen, und als mir endlich die Augen zufielen, sah ich als Letztes das Bild vor mir, wie die hübsche Brünette, Phil anfasste und ihm ein aufreizendes Lächeln schenkte. 

Sonntag, 6. September 2015

Life is a B...

Ich gebe es zu, es gab schon einmal Zeiten, in denen es mir besser ging. Ganz eindeutig. Momentan scheine ich nur mieses Karma zu haben und egal, was ich anfasse, es verwandelt sich statt in Gold in Pech. Was hätte ich im Angebot? 
  • Einige traurige Entwicklungen innerhalb der Familie und engem Freundeskreis. Von Trennungen hin zu sehr schweren Erkrankungen.
  • Ein Auto, das eigentlich nur zum TÜV sollte und eine extrem teure Reparatur nach sich zog. 
  • Ein Urlaub nach Schottland, ein jahrelang gehegter Traum , der in allerletzter Minute abgesagt werden musste, weil mein Mann es vorgezogen hat, sich den Fuß in Gips legen zu lassen ... 
Gerade nach dem letzten Ereignis dachte ich, dass das echt nicht wahr sein kann und fragte mich verzweifelt, ob ich nur noch Pech habe. Die Trauer und die Wut, dass ich meinen lang ersehnten Urlaub absagen musste, waren riesig. Es wäre mein erster längerer Urlaub am Stück gewesen und ich hatte mich darauf gefreut, wie ein Kind auf Weihnachten. (Ich habe den Urlaub komplett abgesagt und werde ganz normal arbeiten gehen) Ich war also eigentlich fertig mit der Welt und hatte eine Stinkwut auf alles und jeden. 

Wirklich happy bin ich noch immer nicht, aber ein kleiner Zeitungsartikel hat mir klar gemacht, dass ich sie echt nicht mehr alle habe. Ich rege mich über ausgefallenen Urlaub und einige hundert Euro auf? Ich glaube, jeder dieser armen Menschen, die derzeit, unter oft unwürdigen Bedingungen, zu Massen ihre Heimat verlassen, weil sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, wäre froh, meine Probleme sein eigen zu nennen, wenn es bedeutete, dass sie in Sicherheit wären. Ich weiß, dass ich morgen aufstehen werde und nicht wegen vermeintlich falscher religiösen oder politischen Überzeugungen verfolgte werde. Mein Leben oder das meiner Nächsten ist nicht wegen Unruhen, Kriegen oder Glaubenskämpfen in Gefahr. Was diese Menschen auf sich nehmen, um einen Neuanfang zu wagen, verlangt Respekt. Niemand verlässt freiwillig seine Heimat, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Erst wenn es unerträglich wird und man um Leib und Leben fürchten muss, verlassen Menschen ihre Heimat und lassen fast alles zurück, in der Hoffnung ein neues Leben anfangen zu können. Ein Leben, in dem sie nicht mehr mit der Angst leben müssen, dass der nächste Tag zugleich ihr letzter sein könnte. 
Wenn ich dann Berichte aus anderen Teilen meines Landes sehe, schäme ich mich zutiefst für die Ignoranz dieser Menschen. Es ist noch nicht so lange her, da lebten sie selbst in einer Diktatur und mehr als einer hat in dieser Zeit die Flucht gewagt. Wurden sie damals abgewiesen und verjagt? Ich war damals noch recht jung und Politik so gar nicht mein Ding, aber ich kann mich daran erinnern, dass keiner an der Grenze angepöbelt und beschimpft wurde. Das sollten sich vielleicht einige meiner Landsleute noch einmal in Erinnerung rufen. Ich könnte noch einiges zu diesem Thema anmerken, aber ich will es nicht überreizen.

Wie gesagt, ich war schon einmal glücklicher und es gibt immer noch Dinge, die mir schwere Sorgen machen, aber ein ausgefallener Urlaub? Nein, der sollte nicht dazu gehören. Den kann man nachholen ... 

Mittwoch, 2. September 2015

Warum gibt es das bei uns nicht?

Wer meine Bücher kennt, der wird sich vielleicht ein wenig wundern, warum die meisten Zeitreisen Laura und Phil nach England führen. Mag ich Deutschland etwa nicht? Ist es nicht interessant genug? Nein, es ist viel einfacher: Das Recherchematerial für die englischen Zeiten ist um einiges umfangreicher, als das, was es auf dem deutschen Markt gibt.

Schauen wir uns einmal bei den Büchern zu "Einsatzort Vergangenheit" um: Da habe ich das, schon oft erwähnte, The Time Traveller's Guide to Elizabethan England genutzt, um mich in die Zeit Shakespeares und Co. einzulesen. Aber das war beileibe nicht das einzige Buch, das ich genutzt habe. Zu erwähnen sind noch Elizabeth's London: Everyday Life in Elizabethan London oder aber Pleasures and Pastimes in Tudor England und und und ... Die Liste der Bücher, die ich konsultiert habe, ist lang und umfangreich. Aber nicht nur das, es gibt im Internet Dutzende Seiten und Blogs, die sich mit dem Thema Leben und Alltag im Elizabethanischen England und somit auch dem England Shakespeares beschäftigen. Die Quellen sind zahlreich und fast alle Fragen, die sich einem während des Schreibens gestellt haben, wurden dort beantwortet.

Bei "Endstation Vergangenheit?" hatte ich das Glück, dass der größte Teil der Geschichte in meiner Heimatstadt spielt und es mir damit recht leicht fiel, die Materialien zu besorgen, die ich brauchte, wenn es um die Stadt ging. Aber! Genau, ein aber gibt es: Es war nicht einfach Bücher über das Leben in der Zeit zwischen Revolution und Reichsgründung zu finden. Die Suche danach gestaltete sich recht schwer und es gab Tage, an denen ich verzweifelte. Was war ich froh, als ich das Buch  Dienstbare Geister gefunden hatte, das sich mit Dienstboten in Deutschland beschäftigte. Bisher hatte ich mich nämlich mal wieder auf englische Bücher berufen müssen, die es dank "Downton Abbey" zuhauf gibt.
Mit dem anderen Setting in Versailles hatte ich mehr Glück, da gab es einiges an Materialien, die das Leben und die Umstände bei Hofe beschrieben. So zum Beispiel: Die Giftaffäre: Mord, Menschenopfer und Schwarze Messen am Hof Ludwigs XIV oder Hinter den Fassaden von Versailles: Mätressen, Flöhe und Intrigen am Hof des Sonnenkönigs.

Was ich damit sagen will, ist, dass es einfach viel schwerer ist, Materialien über das Alltagsleben der verschiedensten Epochen in Deutschland zu finden. Zuerst dachte, ich, dass ich mir das vielleicht einbilde und einen Tunnelblick habe, aber ein Besuch in einigen Buchladen zeigte mir, dass ich mit meiner Vermutung recht behalten sollte. Geschichtsbücher in Deutschland beschäftigen sich hauptsächlich mit der jüngeren Geschichte, dem dunkelsten Kapitel unseres Landes. Wer etwas über diese Zeit wissen will, wird schnell fündig. Aber darüber hinaus? Vielleicht noch etwas über die Geschichte, die Politik des Kaiserreichs, aber was ist mit dem Alltagsleben? Da wird man wirklich kaum fündig. Es gibt einige Bücher zum Thema "Alltag im Mittelalter", aber ist das alles, was wir zu bieten haben? Warum gibt es keine Bücher, die sich mit dem Leben zu Zeiten der Reformation beschäftigen? Oder in den Jahren des Dreißigjährigen Krieges? Nur damit wir uns nicht falsch verstehen, ich will Bücher zum Alltag, zum Leben der Menschen. Was sie gegessen haben, wie sie sich amüsierten, wie das Familienleben war und so weiter. Nichts über die politischen Umstände, darüber kann ich schnell Informationen finden, das ist keine Herausforderung. Aber der Alltag? Fehlanzeige. Es gibt auch erstaunlich wenige Blogs, die sich mit Deutscher Geschichte befassen und mir Hinweise geben könnten, wo ich sonst noch suchen könnte.
Was ich für Deutschland so verzweifelt suche, gibt es für den englischsprachigen Raum mehr als genug. Die Beispiele, die ich oben genannte habe, belegen das deutlich. Nicht nur das, englische Geschichtsbücher lesen sich um einiges interessanter als deutsche. Sie wissen, trotz des Fachthemas zu unterhalten. Es gibt nur wenige deutsche Autoren, die das können. Besonders erwähnen möchte ich hier: Ritter, Mönch und Bauersleut: Eine unterhaltsame Geschichte des Mittelalters. Eines der wenigen Bücher, die sich eines trockenen Themas derart locker annehmen.

In einem anderen Post habe ich angedeutet, dass ich gerne einen sechsten Band schreiben möchte. Ich habe eine Idee im Kopf, die nicht direkt an einen Ort, nur ein wenig an die Zeit gebunden ist. Wenn es aber darum geht, woher ich das Material für die Recherche bekomme, denke ich, dass es wieder auf ein Setting in einem englischsprachigen Raum hinausläuft. Allerdings schweben mir dieses Mal die USA vor, aber da ich bisher nur eine Grundidee habe, bin ich noch nicht wirklich festgelegt. Vielleicht überlege ich es mir noch einmal anders und wähle einen Einsatzort in Deutschland ...

Es hat also nichts damit zu tun, dass ich meine Heimat ablehne, ganz im Gegenteil: Ich habe mich bewusst dafür entschieden, den Teil, der in der Gegenwart spielt, in Deutschland spielen zu lassen. Auch mein Projekt "Liebe - Klappe, die Zweite" spielt in Deutschland und nicht, im vermeintlich interessanteren Amerika oder England. Aber, wenn es um die Vergangenheit geht, dann wähle ich liebe das Ausland.

Aber ganz hoffnungslos ist die Lage noch nicht. Bei meinem Streifzug durch die Buchhandlungen habe ich folgendes Buch entdeckt: Als Deutschland noch nicht Deutschland war: Eine Reise in die Goethezeit. Ein Anfang? Ich hoffe es :-)

Samstag, 29. August 2015

Krise umschifft

Wie schon beim letzten Mal berichtet, hatte ich bei "Einsatzort Vergangenheit: Mission Glasschuh" einen Punkt erreicht, an dem ich erkannt habe, dass nicht alles so läuft, wie ich das gerne gehabt hätte. Ich habe mir wochenlang, bevor ich überhaupt an den Punkt des Finales kam, den Kopf zerbrochen, wie es über die Bühne gehen soll. Jedes Mal wenn ich eine Idee hatte, wurde sie ziemlich schnell wieder verworfen. Es gab immer wieder einen Punkt, an dem ich feststellte, dass das so nicht funktioniert. 

Wie also da wieder rauskommen, ohne das bisher geschriebene komplett umzuschreiben? Immerhin will ich, dass das Buch im Winter 2015 erscheint und nicht erst Winter 2016 ... Was habe ich also getan? Das, was ich immer tue, wenn ich komplizierte Szenen oder Handlungsabläufe vor mir habe. Ich setzte mich zu einem Brainstorming mit meinem MindMap Programm hin und fange an, meine Ideen niederzuschreiben.

Das Ergebnis sieht dann so aus: 

Zugegeben, es schaut ziemlich bunt und chaotisch aus, aber das wirkt nur auf Außenstehende so. Es hilft mir, mehr als alles andere, meine Gedanken zu ordnen und diverse Szenarien durchzuspielen. Am Ende ist alles ganz klar. Der gezeigte Ausschnitt ist übrigens aus "Einsatzort Vergangenheit: Für immer und immer". Die Mindmap für das Finale des fünften Bands ist um einiges größer und umfangreicher, als die hier gezeigte. Aber ich wollte das Ende nicht vorab verraten, darum muss diese alte Szene dran glauben ;-) 
Die wenigen Stunden, die ich in die Ausarbeitung des Finales investiert habe, waren Gold wert. Mit fast erschreckender Geschwindigkeit konnte ich das Ende schreiben und kann stolz verkünden, dass die Rohfassung vor ein paar Tagen fertig wurde. (Ein kleiner Jubelschrei kann an dieser Stelle nicht unterdrückt werden)

Jetzt werden bestimmt einige fragen, warum ich das nicht immer so mache, wenn es mir so hilft. Um ehrlich zu sein, habe ich keine wirklich Antwort auf diese Frage. Vielleicht ist ein bisschen so, wie bei den Personen, die bei Kopfschmerzen einfach keine Tablette nehmen, weil sie der Meinung sind, das es auch so weggeht. Dabei wissen sie, dass eine kleine weiße Tablette den Schmerz in kürzester Zeit beseitigen kann. Ich denke, so ungefähr verhält es sich bei mir. Ich weiß, dass es besser wäre, aber ich versuche es trotzdem immer wieder auf die alte Art und Weise. Aber wie schon beim letzten Mal erwähnt, die nächsten Bücher werden mit Schneeflocke geplant und dann sollten solche Hänger nicht mehr passieren :-) 

Wer sich übrigens für das Programm interessiert, das ich nutze: Es nennt sich Knowledge Base Builder von InfoRapid und ist als App für Windows und Android verfügbar. Es gibt zwar auch eine kostenfreie Version, aber diese ist recht begrenzt. Die Bezahlvariante kostet zwischen drei und fünf Euro, also weniger, als ein Kaffee bei einer bekannten amerikanischen Kaffeekette. Es mag bestimmt andere Programme geben, die vielleicht mehr bieten oder dem ein oder anderem besser liegen, für mich ist es die beste Lösung. Was aber nicht heißt, dass ich nicht offen für andere Ideen bin ... 


Mittwoch, 12. August 2015

Mit Schneeflocke wäre das nicht passiert!

Mit Schneeflocke wäre das nicht passiert, heißt der heutige Blog in Anlehnung an eine Werbung aus meiner Kindheit. Ich bilde mir ein, es war Tilly, die ihren Kundinnen erklärt hat, dass mit Palmolive Spülmittel die Hände nicht spröde werden können. Doch über Spülmittel möchte ich heute gar nicht schreiben, sondern eigentlich mal wieder über das Thema Roman plotten.

Während ich mein, derzeit auf Eis liegendes Projekt "Liebe - Klappe, die zweite" komplett nach der Schneeflockenmethode geplant habe und zum ersten Mal seit ich meine Romane schreibe,  eine Geschichte habe, die von vorne bis hinten durchgeplant ist, habe ich das bei "Mission Glasschuh" nicht getan. Warum nicht, werden sich einige fragen. 
Nun dafür gibt es zwei Gründe: Erstens kannte ich die Schneeflockenmethode noch nicht, als ich mit dem neuesten Band von "Einsatzort Vergangenheit" anfing. Denn die von Randy Ingermanson entwickelte Methode zur Planung eines Romans ist mir erst in diesem  Frühjahr über den Weg gelaufen, die Idee zu Band 5 war schon viel früher da. Als ich dann die Schneeflocke kannte und mich entschieden habe, erst einmal "Mission Glasschuh" vorzuziehen, war ich am Überlegen, ob ich diesen Band nicht vielleicht doch nach der Snowflakemethode schreiben soll. Allerdings und das ist der zweite Grund, war ich zu diesem Zeitpunkt schon an einem Punkt angelangt, an dem die Geschichte schon im Gange war. Hinzu kommt, dass ich dachte, dass ich mir nicht die ganzen Gedanken über die Charaktere, ihre Beweggründe, ihre Ziele etc. machen muss, weil Laura und Phil mich schon seit einigen Jahren begleiten und ich sie in- und auswendig kenne. 
Mhm, das stimmt schon, aber was ist mit den anderen Figuren? Die, die dieses Mal zum ersten Mal auftauchen, was treibt sie an??? Tja und das ist der Punkt, an dem ich merke, dass ich beim sechsten Band (Ja, eine Idee ist vorhanden!) mit der Schneeflockenmethode arbeiten werde. Egal, ob ich weiß, dass "Versuchs mal mit Gemütlichkeit" Lauras Handyklingelton ist oder nicht. 

Denn nun bin ich im Finale von "Mission Glasschuh" angelangt und seit Wochen zerbreche ich mir den Kopf wie es über die Bühne gehen soll. Denn ich bin so eine Art Pantser, jemand, der eine grobe Richtung hat, was passieren soll, aber nicht ins kleinste Detail plant, sondern sich von der Geschichte treiben lässt. Oh, es mir ist schon klar, dass Person X das tun muss, damit Person Z, etwas anderes tut. Die Frage ist nur, wieso sollten sie es überhaupt tun? Was ist ihr Ziel? So habe ich mir die ganze Zeit eine Verbindung zwischen zwei Nebenfiguren ausgedacht, die nun im Finale stört. Es ist keine große Sache und ändert den Plot auch nicht großartig, aber es wirft mich ein wenig zurück und das nervt. Denn eigentlich ist das Finale keine große Sache mehr und trotzdem sitze ich nun da und versuche am Ende alle Fäden zusammenlaufen zu lassen und entdecke plötzlich ein großes Loch ... 

Und darum kann ich heute sagen: Mit Schneeflocke wäre das nicht passiert! Sollte ich beim nächsten Roman trotz dieser Planung scheitern, dann muss ich mir wohl eine neue Methode aussuchen, die mich dazu bringt, einen Roman schneller zu schreiben :-) 

Sonntag, 9. August 2015

"Mission Glasschuh" - Appetithäppchen

Bei den sommerlichen Temperaturen, die Deutschland gerade im Griff haben, gestalten sich die Arbeiten an "Mission Glasschuh" teils schwierig. Es handelt sich dabei nicht nur um eine Version von Aschenputtel, nein, ich habe das ganze Setting in Gegenwart und auch in der Vergangenheit in die Vorweihnachtszeit verlegt. 
Was das bedeutet? Schnee, Weihnachtsmärkte, Glühwein, Weihnachtslieder und Kälte beherrschen meine Gedanken. Nun könnte man sagen, dass das sicherlich abkühlend wirken kann, aber glaubt mir, es ist nicht einfach, sich bei knapp 40°C vorzustellen, dass die Welt in der ich mich gedanklich bewege, von Schnee und Eis überzogen ist. Hinzu kommt, dass ich beim Schreiben ziemlich oft Musik höre, um mich in eine entsprechende Stimmung zu bringen. Das geht gut, solange ich klassische Musik, der Epoche entsprechend höre oder Liebeslieder, wenn ich eine romantische Szene schreibe, aber Weihnachtslieder im August? Sollte irgendjemand aus meiner Familie dies hier lesen, würde er sagen: "Ja, und? Das hat sie als Kind auch schon gemacht!" und das stimmt, aber da war ich vier oder fünf und wusste es nicht besser. Heute aber weiß ich, dass es für alles eine Zeit gibt und Weihnachtslieder im Sommer gehören eigentlich nicht dazu ... Aber was tut man nicht alles für die Kunst? Also bin ich tapfer, höre mich durch meine weihnachtliche Playlist und schreibe von Mistelzweigen und Schlittschuhlaufen. 

Wer übrigens nach dem Lesen der ersten Zeilen von "Mission Glasschuh" das Gefühl verspürt, sich das Lied anzuhören, das darin erwähnt wird, möchte ich darauf hinweisen, dass ich nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann ;-) 

»Last Christmas I gave you my heart ...«, dröhnte mir der ewige Weihnachtsklassiker blechern aus den Lautsprechern des überhitzten Kaufhauses entgegen. Genervt verdrehte ich die Augen. Ich konnte es nicht mehr hören. Gefühlt seit Ende September wurde man mit diesem Lied malträtiert und es gab kein Entrinnen. Hinzu kamen die Weihnachtsmänner aus Schokolade und den anderen sogenannten weihnachtlichen Süßigkeiten, die mit dem Ende der Sommerferien in die Regale der Supermärkte eingezogen waren. Noch nie in meinem Leben hatte ich im Oktober den Wunsch verspürt mir einen Adventskalender zuzulegen, aus Angst, dass es bis zum ersten Dezember keinen mehr geben könnte. Es würde garantiert auch nicht in diesem Jahr passieren. Egal wohin man schaute, Weihnachten war allgegenwärtig und man konnte dem Fest der Liebe nicht entkommen. Ob es die mit blinkenden Weihnachtsmützen bekleideten Gruppen waren, die den Weihnachtsmarkt überfielen, die grellen Dekorationen, die ganze Häuserfronten überzogen und die Straßen taghell erleuchteten oder die Straßenmusikanten, die an jeder Ecke mehr oder weniger erfolgreich versuchten Weihnachtslieder zum Besten zu geben. Weihnachten war überall und nie zuvor hatte ich die Schnauze so gestrichen voll, wie in diesem Jahr. 
Dabei hatte ich eigentlich keinerlei Grund eine derartige Abneigung gegen Weihnachten zu verspüren. Nein, wirklich nicht und trotzdem merkte ich, wie sich mein Unmut gegen den Kommerz, den Lärm und die bunten Lichter vergrößerte und ich nur den Wunsch verspürte, nach Hause zurückzukehren. Wobei mich der Gedanke an die vermutlich leere und dunkle Wohnung keineswegs glücklich stimmte. Ich überlegte, ob ich meinen für den Abend angesetzten Einkaufsbummel abbrechen und heimfahren sollte, oder ob ich in den sauren Apfel biss, und endlich alle Geschenke für meine Lieben besorgte. In Gedanken ging ich meinen Terminkalender durch und entschied, dass dieser Tag einer der letzten Gelegenheiten war, meine Einkäufe zu erledigen. Mein Kalender  war voll gestopft mit allen möglichen Verabredungen, Elternabenden und anderen weihnachtlichen Pflichtveranstaltungen. Wenn ich an diesem Abend nicht einkaufen ging, würden an Heiligabend mir wichtige Menschen mit langen Gesichtern dastehen, da ich keine Geschenke für sie hatte. Basteln fiel aus, dafür hatte ich noch weniger Zeit. Notgedrungen stürzte ich mich in das Getümmel der vorweihnachtlichen Innenstadt. Ich kämpfte mich durch Menschenmassen, stand geduldig in langen Kassenschlangen, ignorierte rüde Vordrängler und lauschte in jedem zweiten Geschäft der sanften Stimme von George Michael, der vom letzten Weihnachtsfest sang.

Einige Stunden später und mit Dutzenden Tüten beladen kehrte ich nach Hause zurück. Wie erwartet lag die Wohnung komplett im Dunkeln und nichts wies auf Phils Anwesenheit hin. Soviel zum Thema, dass Phil heute Abend einmal früher heimkommen würde. Achtlos ließ ich die Geschenke im Flur stehen und schlurfte frustriert in die Küche. Dort öffnete ich den mannshohen Kühlschrank und starrte unschlüssig hinein. Nichts darin lachte mich an und mit einem lauten Knall schloss ich die Tür wieder. Mein Blick fiel auf die große Schneemannkeksdose und ich seufzte laut. Was soll’s, dachte ich. Die Kekse waren nur mit den besten Zutaten gebacken und konnten durchaus ein vollwertiges Abendessen ersetzen. Ich schnappte mir die Dose und ging zurück ins Wohnzimmer, wo ich mich zusammen mit den Keksen und einem Glas Rotwein auf der Couch niederließ. Gedankenverloren knabberte ich an einem Vanillekipferl und fragte mich, warum um alles in der Welt, ich mich so verloren fühlte. 

Samstag, 8. August 2015

Einsatzort Vergangenheit: Mission Glasschuh

Ja, es war lange still hier. Aber war ich deswegen untätig? Nein, ganz im Gegenteil. Das Resultat ist eine fast fertige neue Story um Laura und Phil. Das Finale steht kurz bevor und dieses Mal habe ich völlig neue Wege eingeschlagen. Statt mir ein historisches Ereignis herauszusuchen, das ich in den Mittelpunkt meiner Geschichte stelle, handelt dieser Band von einem erfundenen Ort und der Variation einer bekannten Erzählung.

Ich glaube, nach einem Blick auf das Cover ist es  wohl ziemlich offensichtlich, um welche bekannte Erzählung es sich handelt ;-)


Erscheinen soll der Roman Ende November/ Anfang Dezember, da er nicht nur märchenhaft, sondern auch sehr weihnachtlich wird. In den nächsten Tagen wird es bestimmt auch mal einen kleinen Ausschnitt geben ...

Freitag, 15. Mai 2015

Zurück zu alten Methoden mit neuen Geräten

Wer mich ein wenig näher kennt, weiß, dass ich ein kleiner Technikjunkie bin. Ich weiß, dass einige noch immer glauben, dass Frauen und Technik nichts miteinander am Hut habe, doch weit gefehlt. Ich kenne genügend Vertreterinnen meines Geschlechts deren Herz beim Gedanken dem nächstgelegenen Elektromarkt des Vertrauen einen Besuch abzustatten, höher schlägt, als bei dem Gedanken einen Schuhladen zu betreten. Wobei auch das durchaus seinen Reiz haben kann ;-)
Gut, ich gehöre nicht zu denen, die mit Begeisterung an alten Radiogeräten rumschrauben, und sie so wieder zum Laufen bringen. Dafür fehlt mir schlicht das Hintergrundwissen, und auch ein wenig das Interesse. Aber wenn es um neue Technik und Geräte gibt, dann bin ich diejenige, die laut "Hier" ruft. In unserem Freundeskreis geht schon der Witz um, dass man sich die IFA und Ähnliches sparen kann. Wenn man wissen möchte, was es Neues am Markt gibt, reicht es aus, uns einen Besuch abzustatten. Man sollte das vielleicht nicht allzu ernst nehmen, aber ein kleines Körnchen Wahrheit steckt schon darin.

Und doch gibt es manchmal Dinge, an denen Technik nicht immer das Maß aller Dinge ist. Notizen oder Ideen festzuhalten, um das Kind beim Namen zu nennen. Ich weiß, dass es hervorragende kleine Helferlein gibt, die das auf elektronischem Wege erledigen können. Ich liebe Microsofts OneNote und experimentiere hin und wieder mit Evernote, aber und eigentlich ist es ein großes ABER, nur solange ich an meinem Rechner sitze und mit Hilfe der Tastatur meine Gedanken aufschreiben kann. Die entsprechenden Tablet- oder Handyapps sind zwar ganz nett, solange man etwas nachschauen möchte, oder unterwegs ein Foto schießt, weil man etwas gesehen hat, an das man sich erinnern möchte. Versucht man allerdings damit einen etwas längeren Text festzuhalten, ist das für mich ein Krampf. Ich habe mir schon Geräte zugelegt, die mit Stylus und Handschrifterkennung arbeiten und ich nicht nur auf die kleinen Tastaturen der Geräte angewiesen bin, doch so ganz zufriedenstellend ist das ganze nicht. Diktieren ist leider auch nicht mein Fall und führt auch nicht immer zum gewünschten Ergebnis. Wenn es wirklich schnell gehen soll, ist die gute alte Handschrift doch das Beste. Es geht einfach unkompliziert und ist überall einsetzbar, vorausgesetzt, man führt einen Stift mit sich.

Nur, was mache ich mit dem Notizen, die ich geschrieben habe? Wie bekomme ich sie auf meinen Rechner, um weiter mit ihnen zu arbeiten. Die Variante die Notizbuchseiten abzufotografieren habe ich versucht und fand das Resultat nicht befriedigend. Es musste doch eine andere Möglichkeit geben, etwas aufs Papier zu bringen und es doch so speichern, dass man damit weiterarbeiten kann. Nach ein wenig Recherche im Internet wurde ich endlich fündig und die Antwort lautet: Livescribe. Hierbei handelt es sich um einen, zugegebenermaßen etwas unförmigen, Kugelschreiber, in dessen Inneren sich eine kleine Kamera versteckt. Während man also seine Notizen niederkritzelt, erfasst die Kamera das Geschriebene und speichert es. Später kann man sich per Bluetooth mit seinem Tablet oder Smartphone verbinden und dank der passenden App, wird das Geschriebene 1:1 dort angezeigt. Doch damit nicht genug: Man kann das Geschriebene in Text umwandeln lassen und nach Bedarf in Evernote oder OneNote exportieren, um es dort weiterzubearbeiten. Ich war erst skeptisch, ob das funktioniert und ob ich es für meine Zwecke überhaupt nutzen kann. Doch die Neugier siegte und ich musste dieses Teil einfach bestellen.

Was soll ich sagen? Ich bin begeistert! Es ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich notiere etwas und nach Übertrag kann ich es später weiter bearbeiten. Ich habe sogar schon kleinere Szenen meines Buchs so geschrieben. Das ist allerdings nicht ganz so einfach und bedarf noch etwas Übung, aber im Grunde genommen ist es die Lösung für mein "Problem".
Allerdings möchte ich nicht verschweigen, dass das ganze kein Schnäppchen ist und auch mit Folgekosten verbunden ist. (Ich habe darum auf neue Sommersachen verzichtet) Denn leider funktioniert der Stift nur mit dem passenden Papier der Firma Livescribe. Hübsche Notizbücher fallen somit leider aus, aber meiner Meinung nach kommt es auf den Inhalt  und nicht auf das Äußere an. Der Stift und das dazugehörige Notizbuch sind seit Neuestem ständige Begleiter in meiner Handtasche und ich stelle fest, dass ich viel häufiger Ideen festhalte, als vorher. Somit hat sich für mich der Kauf gelohnt und meine technikverliebte Seele ist auch glücklich!

Es gibt übrigens noch eine ältere Version des Stifts, die sich auch mit dem Rechner verbindet, denn das tut der mein Modell leider nicht. Ich war kurzfristig versucht, dieses Modell zu bestellen, aber die Kosten für diesen Stift lagen sogar noch etwas höher und wären, wenn man die Variante der Umwandlung von Schrift in Text möchte, noch mit dem Kauf eines weiteren Programms verbunden gewesen. Ich habe dann großzügig darauf verzichtet ...

Freitag, 8. Mai 2015

Bekenntnisse einer Serientäterin

Ich bin eine Wiederholungstäterin, jegliches Leugnen ist zwecklos. 

Serien, ob im Fernsehen oder als Buch werden oft und gerne von mir konsumiert. Castle, Dowton Abbey, Inspector Lewis oder Outlander, sind nur einige der Serien, die regelmäßig über meinen Bildschirm flackern. Von den Inspector Lynley Krimis besitze ich jeden einen einzelnen Band, ob als Taschenbuch, gebundenes Buch oder seit einigen Jahren als eBook ist dabei egal. Von Harry Potter besitze ich selbstverständlich auch alle Bände und nicht zu vergessen die Trotzkopf und Nesthäkchen Bücher aus meiner Kindheit. Ich mag Serien. Ich will sehen, wie die Figuren sich weiterentwickeln, welchen Weg sie einschlagen. Manchmal sind 300 bis 400 Seiten einfach nicht genug und ich will mehr. Ich will nicht für immer Abschied von lieb gewonnenen Charakteren nehmen, sondern wissen, was sie weiterhin erwartet. Jedes neue Buch mit bekannten Figuren ist wie ein Wiedersehen mit alten Freunden. Manchmal muss ich einen Augenblick überlegen, wenn ein wenig Zeit dazwischen lag, was vorher geschehen ist, doch das dauert meistens nicht lange. Dabei gehöre ich nicht zu den Menschen, die alles stehen und liegen lassen, wenn ihre Lieblingsserie läuft. Oft kaufe ich mir Serien erst Jahre nachdem sie ausgestrahlt wurden oder nehme sie auf und es kann dann einige Zeit ins Land gehen, bis ich dazu komme, mir das alles anzusehen. 

Es ist dieses Gefühl der Vertrautheit, dass man weiß, wen man mag und wen nicht. Oder aber auch die Tatsache, dass man sich in den Figuren getäuscht hat. Bis zum letzten Band von Harry Potter hat uns Joanne K. Rowling im Ungewissen gelassen, auf welcher Seite Snape steht. Glaubte man in dem einen Band, dass er auf der Seite der Guten steht, dachte man im nächsten Band vielleicht wieder etwas anderes. Einfach großartig! 

Mit "Einsatzort Vergangenheit" und allen nachfolgenden Bänden bin ich zur aktiven Serientäterin geworden. Es war immer klar, dass nicht nach einem Band Schluss sein konnte. Nachdem ich "Einsatzort Vergangenheit: Für immer und immer" beendet hatte, war ich traurig, dass es vorbei war. Laura, Phil, Richard und alle anderen waren mir ans Herz gewachsen.  Eigentlich war die Geschichte eigentlich auch erzählt. Aber heißt das, dass wirklich Schluss sein musste? Immerhin haben Laura und Phil bis heute keinen Walzer zusammengetanzt. Eine Tatsache, die den Auslöser zu einer neuen Idee gegeben hat und der Frage, was wäre wenn ... Und ehe ich mich versah, war eine neue Geschichte geboren. Sie war einfach da und entwickelte sich immer weiter, je mehr ich darüber nachdachte. Mit einem Mal war mir klar, dass "Einsatzort Vergangenheit: Für immer und immer" nicht der letzte Band der Reihe war. 

Die Reisen gehen weiter und ich bin so aufgeregt und freue mich darauf, wie wenn eine neue Staffel oder ein neues Buch nach einem Cliffhanger weitergeht. 
Alles ist so bekannt und vertraut und doch ist wieder etwas Neues dabei. 

Wie eingangs erwähnt: Ich bin eine Wiederholungstäterin ... 

Sonntag, 19. April 2015

Wochenrückblick #12

Ich weiß momentan wirklich nicht, wo die Zeit bleibt. Sie scheint zu rennen und am Ende eines Tages weiß ich eigentlich nicht, was ich getan habe.

Was gibt es zu berichten?

Der Frühling ist da! Ich wollte das nur noch mal erwähnt haben, nur für den Fall, dass es jemanden gibt, dem das noch nicht aufgefallen ist. Ich mag Frühling. Es ist für mich die schönste Jahreszeit, wenn Tag für Tag mehr Bäume und Sträucher beginnen in den unterschiedlichsten Farben zu blühen und die Natur zu einem bunten Erlebnis machen. Wenn es nach mir ginge, dann könnte es das ganze Jahr über so aussehen, wie jetzt. Es ist wirklich schade, dass die Blütentracht in wenigen Tagen Vergangenheit ist. Das milde Wetter sorgt dafür, dass man mit einem Mal einen ständigen Drang verspürt nach draußen zu gehen und etwas im Freien zu unternehmen. Selbst in der Mittagspause sitzen meine Kollegen und ich im Innenhof des Gebäudes, in dem unsere Firma untergebracht ist und genießen die Sonnenstrahlen. Wer sich fragt, warum wir nicht spazierengehen, dem sei gesagt, dass ich keinen Ort kenne, der weniger zum flanieren einlädt als die Hanauer Landstraße. Ringsherum nur Häuser, ohne ein bisschen grün, dazu untermalt vom Geräusch der Autos und Motorräder, die über die Straße flitzen. Nein, es gibt schönere Orte. Darum bleiben wir lieber faul im Hof sitzen und trinken unseren Kafffee dort.

Aber trotz des guten Wetters schreibe ich natürlich fleißig weiter. Allerdings befinde ich mich derzeit in einer Zwickmühle.
Ich hatte bereits berichtet, dass ich an einer modernen Liebesgeschichte mit dem Titel "Liebe - Klappe, die Zweite" arbeite, aber das es auch noch eine andere Geschichte gibt, an der ich schreibe. Es handelt sich dabei um eine Weihnachtsgeschichte, die mit märchenhaften Elementen verbunden ist. Und obwohl wir Frühling haben und die Temperaturen weit davon entfern sein sollten, so etwas wie Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, habe ich mich in den letzten Tagen immer mehr zu dieser Geschichte hingezogen gefühlt.
Was also mache ich nun?  Ich tue etwas, von dem ich hoffe, dass ich es später einmal nicht bereuen werde. Ich schreibe an beiden Geschichten weiter. Ich habe keine Angst, dass ich die beiden Storys miteinander vermischen werde, dafür unterscheiden sich die beiden doch grundlegend. Ich habe noch nie zuvor an zwei Geschichten gleichzeitig geschrieben und muss mich erst einmal daran gewöhnen. Aber es gibt Tage, an denen ich merke, dass es wohl besser ist, wenn ich mich um die eine anstatt um die andere Geschichte kümmere. Interessanter wird es durch die Tatsache, dass eines der beiden Manuskripte dank Schneeflockenmethode bis ins kleinste Detail geplant ist. Das andere hat nur eine Rahmenhandlung und ein paar Eckpunkte, die passieren müssen. Es ist ein grobes Gerüst, das mir die Richtung vorgibt. Ich bin gespannt darauf, wie es sein wird mit diesen unterschiedlichen Herangehensweisen zu schreiben. Auf alle Fälle kann ich durch dieses Experiment nur lernen und herausfinden, welche Art des Schreibens besser zu mir passt.

Mein Buch der Woche: Und es ist ..... Trommelwirbel: Das Geheimnis von Digmore Park von Sophie Farago. Ich habe "The Book of Life" letzte Woche endlich beendet und mich dieser leichten Regencyromanze zugewandt. Ich mag Liebesromane und historische noch viel mehr. Ja, ich gebe es zu, ich lese diese Bücher und ich fühle mich dabei oftmals besser unterhalten, als bei sogenannter Literatur. Ich könnte darüber noch ewig weiterschreiben, aber das ist heute nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Noch kann ich gar nichts darüber sagen, denn ich habe erst wenige Seiten gelesen. Aber ich habe vor vielen Jahren einmal ein Buch von Sophie Farago gelesen und es gefiel mir außerordentlich gut, sodass ich mich beim Stolpern über diese Neuerscheinung wieder daran erinnert wurde.

Diese Woche möchte ich auch ein Hörbuch empfehlen, das mich durch die letzten Wochen gebracht hatte. Es ist die Jonah Reihe von Rebecca Gablé. Dabei handelt es sich um eine dreiteilige Hörspielreihe. Anfangs war ich skeptisch, ob ich überhaupt so etwas hören mag. Bisher habe ich immer nur Hörbücher mit einem einzigen Erzähler gehört, Hörspiele kannte ich nur aus meiner Kindheit. Ich muss sagen, ich bin begeistert und bin schon fast traurig, dass ich in den nächsten Tagen fertig damit sein werde. Die Autofahrten der letzten Wochen vergingen wie im Flug und ich war in den letzten Tagen fast traurig, dass ich abends nicht im Stau stand, um länger hören zu können. Wer historische Romane mag und nicht davor zurückschreckt, dass man sich auf fast 30 Stunden Hörbuch einlässt, sollte hier zugreifen. So lebendig habe ich noch kein Hörbuch erlebt. Ich bin fast am Überlegen, ob ich mir nicht auf die Hörspielfassung von "Die Säulen der Erde" zulegen soll, nachdem mir dieses Buch so gut gefallen hat.

Und das war es auch schon mit meinem Rückblick :-)

Donnerstag, 9. April 2015

Einsatzort Vergangenheit: Für immer und immer - Das Taschenbuch ist da

Es hat leider etwas länger gedauert, als beabsichtigt. Doch durch die Feiertage und eine verzögerte Auslieferung meines Probeexemplars, wurde die Veröffentlichung des vierten Bands meiner Zeitreiseserie etwas nach hinten verschoben. 
Aber jetzt ist alles gut und ab sofort ist das Taschenbuch bei Amazon erhältlich:

Dienstag, 7. April 2015

Wochenrückblick #11

Die Osterfeiertage waren schuld daran, dass ich nicht zum Wochenende posten konnte. Ein Verwandtenbesuch jagte den nächsten und zwischen Mittagessen, Kaffee trinken und spazieren gehen war kaum Zeit mal ein paar Zeilen zu schreiben. Und es ist auch den Ostertagen geschuldet, dass ich in der letzten Woche kaum ein paar Zeilen an meinem neuen Buch geschrieben habe. Ich war mit Einkaufen und den Vorbereitungen der Mitbringsel zum Osterfest ziemlich beschäftigt, sodass für etwas anderes kaum mehr Zeit blieb. Übrigens bin ich immer wieder erstaunt, mit welchen Hamsterkäufen die Menschen auf diese Feiertage reagieren. Ich selbst musste nur zwei, drei Sachen kaufen, die ich vergessen hatte und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als ich die überquellenden Einkaufswagen der Menschen um mich herum betrachtet habe. Wer isst denn diese ganzen Mengen?  Mit den Inhalten dieser Einkaufswagen hätte man ohne Weiteres ein kleines Dorf komplett verköstigen können und es wären noch Reste übrig geblieben...

Wer übrigens glaubt, dass in den Ferien weniger Verkehr auf den Autobahnen ist, hat sich geschnitten. Dank der Schiersteiner Brücke ist es abends genauso voll und dicht, wie an normalen Tagen. Mit bangem Herzen warte ich ständig auf Neuigkeiten an der Brückenfront und sehne den Tag herbei, an dem endgültig sichersteht, dass die Vollsperrung aufgehoben ist. Noch heute Morgen hieß es im Radio, dass diese Woche entschieden wird, ob und wann die Brücke befahrbar ist. Wenn alles schiefgeht, dann kann es auch sein, dass sich das bis ins nächste Jahr zieht ... Ich mag gar nicht daran denken!

Da letzte Woche außer Sturm "Niklas" und Ostern etwas geschehen ist, komme ich auch gleich auf mein Buch der Woche. Ja, es ist immer noch The Book of Life von Deborah Harkness. Es ist zum einen kein dünnes Buch und zum anderen fehlt mir dieses Mal die Faszination, die mich bei den anderen Büchern ergriffen hatte. Das Buch ist keineswegs schlecht, aber so richtig vom Hocker haut es mich nicht. Ich bin jetzt bei etwas mehr als 70% und hoffe, dass ich das im Laufe der Woche noch zu Ende lese. Mal schauen, was ich mir dann zur Gemüte führe. Die Auswahl meiner ungelesenen Bücher ist riesig und es wird sich bestimmt etwas passendes finden.

Samstag, 28. März 2015

Wochenrückblick #10

Ehrlich gesagt, ist mir diese Woche nicht nach einem großen Rückblick zumute. 

Die Flugzeugkatastrophe des Germanwing Flugs 4U9525 lässt irgendwie alles andere null und nichtig erscheinen. Selbst wenn ich niemanden kenne, der davon direkt betroffen ist, bin ich schockiert, traurig und mir fehlen  die Worte für das, was geschehen ist und kann es immer noch nicht begreifen.

Mein Mitgefühl und Beileid gehört den Familien und Freunden, derjenigen, die bei diesem Absturz ums Leben gekommen sind. 

Ich glaube, mehr Worte sind bei dieser unfassbaren Katastrophe nicht nötig. 

Montag, 23. März 2015

Wochenrückblick #9 oder es wird nicht langweilig

Wieder ist eine Woche vergangen und ich frage mich ernsthaft, ob das wirklich nur sieben Tage waren, oder ob die Zeit doppelt so schnell vergangen ist. 

Ein Thema hat in der letzten Woche meinen Alltag bestimmt und zwar die Einweihung der EZB in Frankfurt. Die Firma, in der ich arbeite, ist nur 600 Meter von der EZB entfernt und liegt in der Hanauer Landstraße. Schon am Dienstagmorgen durfte ich erfahren, welche Ausmaße diese Sperrung rund um die Bank mit sich brachte. Statt der normalen 35 bis 40 Minuten war ich an diesem Morgen 90 Minuten unterwegs. Und das nur, weil EINE Spur, die zur Hanauer Landstraße führt gesperrt hat. Ich fahre wirklich morgens sehr früh los und stand trotzdem schon um zehn nach sieben lange Zeit im Stau. Hatte ich bisher gezweifelt, ob ich mir den Tag der Einweihung freinehmen sollte, hat mir dieses Erlebnis am Morgen gezeigt, dass es wohl so besser ist. Ich bin meinem Arbeitgeber wirklich dankbar, dass er jedem, der freinehmen wollte, die Möglichkeit gegeben hat, dies zu tun. Das ist nicht selbstverständlich und ich weiß das sehr zu schätzen. 
Nach einem entspannten und sehr sonnigen freien Tag durfte ich am Donnerstag noch einmal das Stauspielchen mitmachen, die unfassbaren Ereignisse des Vortags hatten dazu geführt, dass die Sperrung rund um die EZB bestehen blieb. 

Gefühlt habe ich die Hälfte meiner Zeit auf der Autobahn verbracht und habe ein ordentliches Stück an meinem Hörbuch weiterhören können. Hat ja auch etwas für sich :-) 

Was war noch los? Ich habe mich an die Erstellung des Taschenbuchs von "Einsatzort Vergangenheit. Für immer und immer" gewagt. Ich muss gestehen, dass das wohl niemals zu meinen Lieblingsaufgaben gehören wird. Auch dieses Mal habe ich viel Zeit und Geduld investiert. In den nächsten Tagen werde ich das erste Exemplar in den Händen halten und nach genauer Begutachtung werde ich es hoffentlich danach für den Verkauf freigeben können. 

Dann war da natürlich die Arbeit an meinem neuen Projekt und ich muss sagen, dank der Schneeflockenmethode fällt mir die Arbeit an "Liebe - Klappe, die Zweite ziemlich leicht. Ich habe zwar nicht so viel Zeit und doch schaffe ich es in den wenigen Stunden, die mir zur Verfügung stehen, mehr als meine mir verordneten 1000 Worte am Tag zu schreiben. Mit jedem Mal wachsen mir meine beiden Protagonisten Pia und Daniel immer mehr ans Herz und ich freue mich darauf ihre Geschichte niederschreiben zu dürfen. 

Das waren natürlich nicht alle Ereignisse der letzten Woche, aber ich will euch ja nicht mit allen Details langweilen.

Mein Buch der Woche: Es ist immer noch The Book of Life von Deborah Harkness. Leider kam ich in der letzten Woche nur selten zum Lesen, aber ich bin derzeit fast in der Mitte. Das Buch wird mich wohl noch ein wenig begleiten, es sei denn, es wird ab dem nächsten Kapitel soooo spannend, dass ich meinen Kindle nicht mehr aus der Hand legen mag und die Nacht durchlesen muss.