Samstag, 29. August 2015

Krise umschifft

Wie schon beim letzten Mal berichtet, hatte ich bei "Einsatzort Vergangenheit: Mission Glasschuh" einen Punkt erreicht, an dem ich erkannt habe, dass nicht alles so läuft, wie ich das gerne gehabt hätte. Ich habe mir wochenlang, bevor ich überhaupt an den Punkt des Finales kam, den Kopf zerbrochen, wie es über die Bühne gehen soll. Jedes Mal wenn ich eine Idee hatte, wurde sie ziemlich schnell wieder verworfen. Es gab immer wieder einen Punkt, an dem ich feststellte, dass das so nicht funktioniert. 

Wie also da wieder rauskommen, ohne das bisher geschriebene komplett umzuschreiben? Immerhin will ich, dass das Buch im Winter 2015 erscheint und nicht erst Winter 2016 ... Was habe ich also getan? Das, was ich immer tue, wenn ich komplizierte Szenen oder Handlungsabläufe vor mir habe. Ich setzte mich zu einem Brainstorming mit meinem MindMap Programm hin und fange an, meine Ideen niederzuschreiben.

Das Ergebnis sieht dann so aus: 

Zugegeben, es schaut ziemlich bunt und chaotisch aus, aber das wirkt nur auf Außenstehende so. Es hilft mir, mehr als alles andere, meine Gedanken zu ordnen und diverse Szenarien durchzuspielen. Am Ende ist alles ganz klar. Der gezeigte Ausschnitt ist übrigens aus "Einsatzort Vergangenheit: Für immer und immer". Die Mindmap für das Finale des fünften Bands ist um einiges größer und umfangreicher, als die hier gezeigte. Aber ich wollte das Ende nicht vorab verraten, darum muss diese alte Szene dran glauben ;-) 
Die wenigen Stunden, die ich in die Ausarbeitung des Finales investiert habe, waren Gold wert. Mit fast erschreckender Geschwindigkeit konnte ich das Ende schreiben und kann stolz verkünden, dass die Rohfassung vor ein paar Tagen fertig wurde. (Ein kleiner Jubelschrei kann an dieser Stelle nicht unterdrückt werden)

Jetzt werden bestimmt einige fragen, warum ich das nicht immer so mache, wenn es mir so hilft. Um ehrlich zu sein, habe ich keine wirklich Antwort auf diese Frage. Vielleicht ist ein bisschen so, wie bei den Personen, die bei Kopfschmerzen einfach keine Tablette nehmen, weil sie der Meinung sind, das es auch so weggeht. Dabei wissen sie, dass eine kleine weiße Tablette den Schmerz in kürzester Zeit beseitigen kann. Ich denke, so ungefähr verhält es sich bei mir. Ich weiß, dass es besser wäre, aber ich versuche es trotzdem immer wieder auf die alte Art und Weise. Aber wie schon beim letzten Mal erwähnt, die nächsten Bücher werden mit Schneeflocke geplant und dann sollten solche Hänger nicht mehr passieren :-) 

Wer sich übrigens für das Programm interessiert, das ich nutze: Es nennt sich Knowledge Base Builder von InfoRapid und ist als App für Windows und Android verfügbar. Es gibt zwar auch eine kostenfreie Version, aber diese ist recht begrenzt. Die Bezahlvariante kostet zwischen drei und fünf Euro, also weniger, als ein Kaffee bei einer bekannten amerikanischen Kaffeekette. Es mag bestimmt andere Programme geben, die vielleicht mehr bieten oder dem ein oder anderem besser liegen, für mich ist es die beste Lösung. Was aber nicht heißt, dass ich nicht offen für andere Ideen bin ... 


Mittwoch, 12. August 2015

Mit Schneeflocke wäre das nicht passiert!

Mit Schneeflocke wäre das nicht passiert, heißt der heutige Blog in Anlehnung an eine Werbung aus meiner Kindheit. Ich bilde mir ein, es war Tilly, die ihren Kundinnen erklärt hat, dass mit Palmolive Spülmittel die Hände nicht spröde werden können. Doch über Spülmittel möchte ich heute gar nicht schreiben, sondern eigentlich mal wieder über das Thema Roman plotten.

Während ich mein, derzeit auf Eis liegendes Projekt "Liebe - Klappe, die zweite" komplett nach der Schneeflockenmethode geplant habe und zum ersten Mal seit ich meine Romane schreibe,  eine Geschichte habe, die von vorne bis hinten durchgeplant ist, habe ich das bei "Mission Glasschuh" nicht getan. Warum nicht, werden sich einige fragen. 
Nun dafür gibt es zwei Gründe: Erstens kannte ich die Schneeflockenmethode noch nicht, als ich mit dem neuesten Band von "Einsatzort Vergangenheit" anfing. Denn die von Randy Ingermanson entwickelte Methode zur Planung eines Romans ist mir erst in diesem  Frühjahr über den Weg gelaufen, die Idee zu Band 5 war schon viel früher da. Als ich dann die Schneeflocke kannte und mich entschieden habe, erst einmal "Mission Glasschuh" vorzuziehen, war ich am Überlegen, ob ich diesen Band nicht vielleicht doch nach der Snowflakemethode schreiben soll. Allerdings und das ist der zweite Grund, war ich zu diesem Zeitpunkt schon an einem Punkt angelangt, an dem die Geschichte schon im Gange war. Hinzu kommt, dass ich dachte, dass ich mir nicht die ganzen Gedanken über die Charaktere, ihre Beweggründe, ihre Ziele etc. machen muss, weil Laura und Phil mich schon seit einigen Jahren begleiten und ich sie in- und auswendig kenne. 
Mhm, das stimmt schon, aber was ist mit den anderen Figuren? Die, die dieses Mal zum ersten Mal auftauchen, was treibt sie an??? Tja und das ist der Punkt, an dem ich merke, dass ich beim sechsten Band (Ja, eine Idee ist vorhanden!) mit der Schneeflockenmethode arbeiten werde. Egal, ob ich weiß, dass "Versuchs mal mit Gemütlichkeit" Lauras Handyklingelton ist oder nicht. 

Denn nun bin ich im Finale von "Mission Glasschuh" angelangt und seit Wochen zerbreche ich mir den Kopf wie es über die Bühne gehen soll. Denn ich bin so eine Art Pantser, jemand, der eine grobe Richtung hat, was passieren soll, aber nicht ins kleinste Detail plant, sondern sich von der Geschichte treiben lässt. Oh, es mir ist schon klar, dass Person X das tun muss, damit Person Z, etwas anderes tut. Die Frage ist nur, wieso sollten sie es überhaupt tun? Was ist ihr Ziel? So habe ich mir die ganze Zeit eine Verbindung zwischen zwei Nebenfiguren ausgedacht, die nun im Finale stört. Es ist keine große Sache und ändert den Plot auch nicht großartig, aber es wirft mich ein wenig zurück und das nervt. Denn eigentlich ist das Finale keine große Sache mehr und trotzdem sitze ich nun da und versuche am Ende alle Fäden zusammenlaufen zu lassen und entdecke plötzlich ein großes Loch ... 

Und darum kann ich heute sagen: Mit Schneeflocke wäre das nicht passiert! Sollte ich beim nächsten Roman trotz dieser Planung scheitern, dann muss ich mir wohl eine neue Methode aussuchen, die mich dazu bringt, einen Roman schneller zu schreiben :-) 

Sonntag, 9. August 2015

"Mission Glasschuh" - Appetithäppchen

Bei den sommerlichen Temperaturen, die Deutschland gerade im Griff haben, gestalten sich die Arbeiten an "Mission Glasschuh" teils schwierig. Es handelt sich dabei nicht nur um eine Version von Aschenputtel, nein, ich habe das ganze Setting in Gegenwart und auch in der Vergangenheit in die Vorweihnachtszeit verlegt. 
Was das bedeutet? Schnee, Weihnachtsmärkte, Glühwein, Weihnachtslieder und Kälte beherrschen meine Gedanken. Nun könnte man sagen, dass das sicherlich abkühlend wirken kann, aber glaubt mir, es ist nicht einfach, sich bei knapp 40°C vorzustellen, dass die Welt in der ich mich gedanklich bewege, von Schnee und Eis überzogen ist. Hinzu kommt, dass ich beim Schreiben ziemlich oft Musik höre, um mich in eine entsprechende Stimmung zu bringen. Das geht gut, solange ich klassische Musik, der Epoche entsprechend höre oder Liebeslieder, wenn ich eine romantische Szene schreibe, aber Weihnachtslieder im August? Sollte irgendjemand aus meiner Familie dies hier lesen, würde er sagen: "Ja, und? Das hat sie als Kind auch schon gemacht!" und das stimmt, aber da war ich vier oder fünf und wusste es nicht besser. Heute aber weiß ich, dass es für alles eine Zeit gibt und Weihnachtslieder im Sommer gehören eigentlich nicht dazu ... Aber was tut man nicht alles für die Kunst? Also bin ich tapfer, höre mich durch meine weihnachtliche Playlist und schreibe von Mistelzweigen und Schlittschuhlaufen. 

Wer übrigens nach dem Lesen der ersten Zeilen von "Mission Glasschuh" das Gefühl verspürt, sich das Lied anzuhören, das darin erwähnt wird, möchte ich darauf hinweisen, dass ich nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann ;-) 

»Last Christmas I gave you my heart ...«, dröhnte mir der ewige Weihnachtsklassiker blechern aus den Lautsprechern des überhitzten Kaufhauses entgegen. Genervt verdrehte ich die Augen. Ich konnte es nicht mehr hören. Gefühlt seit Ende September wurde man mit diesem Lied malträtiert und es gab kein Entrinnen. Hinzu kamen die Weihnachtsmänner aus Schokolade und den anderen sogenannten weihnachtlichen Süßigkeiten, die mit dem Ende der Sommerferien in die Regale der Supermärkte eingezogen waren. Noch nie in meinem Leben hatte ich im Oktober den Wunsch verspürt mir einen Adventskalender zuzulegen, aus Angst, dass es bis zum ersten Dezember keinen mehr geben könnte. Es würde garantiert auch nicht in diesem Jahr passieren. Egal wohin man schaute, Weihnachten war allgegenwärtig und man konnte dem Fest der Liebe nicht entkommen. Ob es die mit blinkenden Weihnachtsmützen bekleideten Gruppen waren, die den Weihnachtsmarkt überfielen, die grellen Dekorationen, die ganze Häuserfronten überzogen und die Straßen taghell erleuchteten oder die Straßenmusikanten, die an jeder Ecke mehr oder weniger erfolgreich versuchten Weihnachtslieder zum Besten zu geben. Weihnachten war überall und nie zuvor hatte ich die Schnauze so gestrichen voll, wie in diesem Jahr. 
Dabei hatte ich eigentlich keinerlei Grund eine derartige Abneigung gegen Weihnachten zu verspüren. Nein, wirklich nicht und trotzdem merkte ich, wie sich mein Unmut gegen den Kommerz, den Lärm und die bunten Lichter vergrößerte und ich nur den Wunsch verspürte, nach Hause zurückzukehren. Wobei mich der Gedanke an die vermutlich leere und dunkle Wohnung keineswegs glücklich stimmte. Ich überlegte, ob ich meinen für den Abend angesetzten Einkaufsbummel abbrechen und heimfahren sollte, oder ob ich in den sauren Apfel biss, und endlich alle Geschenke für meine Lieben besorgte. In Gedanken ging ich meinen Terminkalender durch und entschied, dass dieser Tag einer der letzten Gelegenheiten war, meine Einkäufe zu erledigen. Mein Kalender  war voll gestopft mit allen möglichen Verabredungen, Elternabenden und anderen weihnachtlichen Pflichtveranstaltungen. Wenn ich an diesem Abend nicht einkaufen ging, würden an Heiligabend mir wichtige Menschen mit langen Gesichtern dastehen, da ich keine Geschenke für sie hatte. Basteln fiel aus, dafür hatte ich noch weniger Zeit. Notgedrungen stürzte ich mich in das Getümmel der vorweihnachtlichen Innenstadt. Ich kämpfte mich durch Menschenmassen, stand geduldig in langen Kassenschlangen, ignorierte rüde Vordrängler und lauschte in jedem zweiten Geschäft der sanften Stimme von George Michael, der vom letzten Weihnachtsfest sang.

Einige Stunden später und mit Dutzenden Tüten beladen kehrte ich nach Hause zurück. Wie erwartet lag die Wohnung komplett im Dunkeln und nichts wies auf Phils Anwesenheit hin. Soviel zum Thema, dass Phil heute Abend einmal früher heimkommen würde. Achtlos ließ ich die Geschenke im Flur stehen und schlurfte frustriert in die Küche. Dort öffnete ich den mannshohen Kühlschrank und starrte unschlüssig hinein. Nichts darin lachte mich an und mit einem lauten Knall schloss ich die Tür wieder. Mein Blick fiel auf die große Schneemannkeksdose und ich seufzte laut. Was soll’s, dachte ich. Die Kekse waren nur mit den besten Zutaten gebacken und konnten durchaus ein vollwertiges Abendessen ersetzen. Ich schnappte mir die Dose und ging zurück ins Wohnzimmer, wo ich mich zusammen mit den Keksen und einem Glas Rotwein auf der Couch niederließ. Gedankenverloren knabberte ich an einem Vanillekipferl und fragte mich, warum um alles in der Welt, ich mich so verloren fühlte. 

Samstag, 8. August 2015

Einsatzort Vergangenheit: Mission Glasschuh

Ja, es war lange still hier. Aber war ich deswegen untätig? Nein, ganz im Gegenteil. Das Resultat ist eine fast fertige neue Story um Laura und Phil. Das Finale steht kurz bevor und dieses Mal habe ich völlig neue Wege eingeschlagen. Statt mir ein historisches Ereignis herauszusuchen, das ich in den Mittelpunkt meiner Geschichte stelle, handelt dieser Band von einem erfundenen Ort und der Variation einer bekannten Erzählung.

Ich glaube, nach einem Blick auf das Cover ist es  wohl ziemlich offensichtlich, um welche bekannte Erzählung es sich handelt ;-)


Erscheinen soll der Roman Ende November/ Anfang Dezember, da er nicht nur märchenhaft, sondern auch sehr weihnachtlich wird. In den nächsten Tagen wird es bestimmt auch mal einen kleinen Ausschnitt geben ...