Sonntag, 6. September 2015

Life is a B...

Ich gebe es zu, es gab schon einmal Zeiten, in denen es mir besser ging. Ganz eindeutig. Momentan scheine ich nur mieses Karma zu haben und egal, was ich anfasse, es verwandelt sich statt in Gold in Pech. Was hätte ich im Angebot? 
  • Einige traurige Entwicklungen innerhalb der Familie und engem Freundeskreis. Von Trennungen hin zu sehr schweren Erkrankungen.
  • Ein Auto, das eigentlich nur zum TÜV sollte und eine extrem teure Reparatur nach sich zog. 
  • Ein Urlaub nach Schottland, ein jahrelang gehegter Traum , der in allerletzter Minute abgesagt werden musste, weil mein Mann es vorgezogen hat, sich den Fuß in Gips legen zu lassen ... 
Gerade nach dem letzten Ereignis dachte ich, dass das echt nicht wahr sein kann und fragte mich verzweifelt, ob ich nur noch Pech habe. Die Trauer und die Wut, dass ich meinen lang ersehnten Urlaub absagen musste, waren riesig. Es wäre mein erster längerer Urlaub am Stück gewesen und ich hatte mich darauf gefreut, wie ein Kind auf Weihnachten. (Ich habe den Urlaub komplett abgesagt und werde ganz normal arbeiten gehen) Ich war also eigentlich fertig mit der Welt und hatte eine Stinkwut auf alles und jeden. 

Wirklich happy bin ich noch immer nicht, aber ein kleiner Zeitungsartikel hat mir klar gemacht, dass ich sie echt nicht mehr alle habe. Ich rege mich über ausgefallenen Urlaub und einige hundert Euro auf? Ich glaube, jeder dieser armen Menschen, die derzeit, unter oft unwürdigen Bedingungen, zu Massen ihre Heimat verlassen, weil sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, wäre froh, meine Probleme sein eigen zu nennen, wenn es bedeutete, dass sie in Sicherheit wären. Ich weiß, dass ich morgen aufstehen werde und nicht wegen vermeintlich falscher religiösen oder politischen Überzeugungen verfolgte werde. Mein Leben oder das meiner Nächsten ist nicht wegen Unruhen, Kriegen oder Glaubenskämpfen in Gefahr. Was diese Menschen auf sich nehmen, um einen Neuanfang zu wagen, verlangt Respekt. Niemand verlässt freiwillig seine Heimat, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Erst wenn es unerträglich wird und man um Leib und Leben fürchten muss, verlassen Menschen ihre Heimat und lassen fast alles zurück, in der Hoffnung ein neues Leben anfangen zu können. Ein Leben, in dem sie nicht mehr mit der Angst leben müssen, dass der nächste Tag zugleich ihr letzter sein könnte. 
Wenn ich dann Berichte aus anderen Teilen meines Landes sehe, schäme ich mich zutiefst für die Ignoranz dieser Menschen. Es ist noch nicht so lange her, da lebten sie selbst in einer Diktatur und mehr als einer hat in dieser Zeit die Flucht gewagt. Wurden sie damals abgewiesen und verjagt? Ich war damals noch recht jung und Politik so gar nicht mein Ding, aber ich kann mich daran erinnern, dass keiner an der Grenze angepöbelt und beschimpft wurde. Das sollten sich vielleicht einige meiner Landsleute noch einmal in Erinnerung rufen. Ich könnte noch einiges zu diesem Thema anmerken, aber ich will es nicht überreizen.

Wie gesagt, ich war schon einmal glücklicher und es gibt immer noch Dinge, die mir schwere Sorgen machen, aber ein ausgefallener Urlaub? Nein, der sollte nicht dazu gehören. Den kann man nachholen ...