Sonntag, 20. Dezember 2015

Ich bin verliebt :-) oder Patchwork Part I

Keine Sorge, meine neue Liebe gilt keiner Person, sondern einem neuen Programm, das ich mir zugelegt habe. Ich glaube, dass ich schon das eine oder andere Mal erwähnt habe, das ich technisch interessiert bin und immer auf der Suche nach Neuem bin. Bei meiner neuesten Kauf handelt es sich um eine weitere Schreibsoftware, die ich heute ein wenig vorstellen mag. 

Während "Einsatzort Vergangenheit" noch mit Word geschrieben wurde, sind die folgenden Bücher alle mit Papyrus Autor geschrieben worden. Ein wirklich hervorragendes Tool für Autoren. Noch immer bin ich begeistert von der Stilanalyse sowie dem integrierten Duden. Wer einmal mit Papyrus geschrieben hat und dann, so wie ich, im täglichen Leben gezwungen ist, mit Office zu arbeiten, wird es jedes Mal schmerzlich vermissen. Wenn es ums Schreiben und die Überarbeitung geht, gibt es so schnell nichts, das Papyrus das Wasser reichen kann und ich möchte es wirklich nicht mehr missen. Die aktuelle Version, Papyrus 8, wurde gerade von mir gekauft und bereits installiert. 
Allerdings gab es doch einiges, was von mir kritisiert wurde und darum habe ich mich mal umgesehen, ob es nicht noch andere Programme für Autoren gibt. Googelt man ein wenig, stellt man schnell fest, dass es einiges gibt, das einem geboten wird. So zum Beispiel Scrivener, ein Programm, das im englischsprachigen Raum wohl eine Art Platzhirsch ist, aber auch oft von deutschsprachigen Autoren genutzt wird. Wer sich einmal intensiv mit dem Programm auseinandersetzt, wird bestimmt die vielen Funktionen entdecken, die es zu bieten hat. Ich bin überzeugt, dass es durchaus Vorteile hat, aber für mich war es einfach nichts, also habe ich weiter gesucht und bin schließlich fündig geworden:
Patchwork heißt mein neues Lieblingsprogramm. Man hat 30 Tage lang Zeit, das Programm auf Herz und Nieren zu testen, und kann danach entscheiden, welche Lizenz man erwerben möchte. Übrigens stehen einem hier alle Funktionen uneingeschränkt zur Verfügung. Nach zwei Wochen war ich überzeugt davon und habe mir die komplette Lizenz mit Duden Korrektor zugelegt. 
Aber warum begeistert mich diese Software so sehr? 

Nun einer der ausschlaggebenden Punkte war die Möglichkeit im Programm eine Mindmap anzulegen. Seit einiger Zeit arbeite ich sehr gerne mit Mindmaps und finde, dass sie eine ausgezeichnete Möglichkeit für das Plotten einer Szene oder auch Romans sind. Wie gigantisch diese sich hier jedoch in ein Projekt umsetzen lassen, übertrifft jedoch alles, was ich bisher gesehen habe. 
Doch erst einmal zurück zum Anfang. Und der hat es in sich. Ich muss zugeben, öffnet man das Programm zum ersten Mal, fühlt man sich ein wenig erschlagen. Man wird vor so viele Möglichkeiten gestellt, dass man gar nicht weiß, was man machen soll und hier kommt der nächste Pluspunkt von Patchwork. Ruft man die Hilfe auf, öffnet sich die Hilfe zum jeweiligen Programmpunkt. So zum Beispiel im Kreativboard oder im Text. Man kommt relativ schnell zur gesuchten Info, und kann zügig weiterarbeiten. Wer eher der visuelle Typ ist, kann sich auch auf youtube die entsprechenden Tutorials ansehen. Nach jedem Video, dass ich mir bisher angesehen habe, bin ich jedes Mal ein Stück begeisterter von diesem Programm. Bisher bin ich noch in den Anfängen und für die Einarbeitung habe ich mir ein kleines Projekt ausgesucht, an dem ich mich nach Lust und Laune austoben und testen kann, was man damit alles anstellen kann. Da dieses Projekt Laura und Phil aus "Einsatzort Vergangenheit" als Protagonisten hat, werde ich einiges, was ich hier lerne und nutze, auch in den nächsten Band mit übernehmen können. 

Ich könnte jetzt hier stundenlang über das Programm schreiben, aber bevor das hier ein Roman wird, werde ich in den nächsten Blogeinträgen immer wieder etwas Neues vorstellen. 
Ich glaube, dass ich dann mal es etwas über das Kreativboard schreibe. Ich weiß, dass es das bei Papyrus jetzt auch gibt, aber ich bin noch nicht dahintergekommen, ob es sich derart in das Projekt integrieren lässt, wie bei Patchwork. (Meine Hausaufgabe fürs nächste Mal :-))

(Und nein, ich bekomme kein Geld dafür, dass ich von diesem Programm schwärme, ich tue es, weil ich wirklich ziemlich begeistert bin.)

Dienstag, 8. Dezember 2015

Besser Schreiben lernen

Wer glaubt, dass Schreiben ein Talent ist, das man einfach so aus dem Ärmel schüttelt, und so drauf loslegen kann, der irrt. Sicherlich gehört zum Schreiben ein gewisses Talent, und eine große Portion Vorstellungskraft. Und Durchhaltevermögen. Aber vor allen Dingen ist es viel Arbeit. Arbeit an sich selbst und am Schreibstil.

Vor vier Jahren habe ich angefangen zu schreiben, aus einer Laune der Natur heraus. Herausgekommen ist dabei »Einsatzort Vergangenheit«, der Anfang meiner Zeitreiseserie. Wenn ich das Buch heute in die Hand nehme und darüber lese, zucke ich an einigen Stellen immer wieder zusammen, und frage mich, ob ich wirklich die Person war, die dieses Buch geschrieben hat. Vergleiche ich es mit »Mission Glasschuh«, dem neuesten Buch der Reihe, dann stelle ich fest, dass ich mich weiterentwickelt habe.
Das hat natürlich mit der Übung zu tun, mit jedem Wort, das man schreibt, mit jedem Buch, das man liest, ändert man sich. Man probiert Neues aus, testet, merkt sich, was andere gut machen und versucht es für sich umzusetzen. Leider kam ich in den letzten Jahren nicht unbedingt dazu so viel zu schreiben, wie ich Ideen habe, aber trotz allem kann ich die Veränderung in meinem Stil feststellen.

Doch so ganz von alleine ändert sich der Schreibstil nicht. Wer sich mit dem Thema Schreiben beschäftigt, stellt schnell fest, dass es immer wieder etwas gibt, was man verbessern kann. Wie gesagt, man schüttelt keinen perfekten Roman aus dem Handgelenk ... Viele Schreibcoaches oder Schriftsteller geben einem den Rat zu Workshops zu gehen. Tja, wenn da die Sache mit der Zeit nicht wäre. Hätte mein Tag vielleicht mehr als 24 Stunden, und würde ich davon nicht elf bis zwölf Stunden mit Arbeit und pendeln verbringen, könnte das möglicherweise etwas werden, aber so ist es einfach nicht machbar. Ich bin nicht nur Autorin, ich habe auch noch einen Mann, Freunde und Familie, die mich doch ab und an zu Gesicht bekommen wollen.
Wenn Workshops ausfallen, was bleibt also übrig?
Richtig: Schreibratgeber! Schaut man sich bei Amazon ein wenig um, stellt man fest, dass es unzählige dieser Ratgeber gibt. Schreibblockaden, wie man mehr schreibt, wie man plottet, etc. Ich habe in früheren Posts schon auf den ein oder anderen Ratgeber hingewiesen, der mich wirklich weitergebracht hat. Ich erwähne hier nur mal wieder die Schneeflocke :-)
Merkwürdigerweise zieht es mich bei den Ratgebern immer wieder zu den englischsprachigen Büchern hin. Vielleicht liegt es daran, dass es im englischsprachigen Raum üblich ist, solche Ratgeber zu verlegen, und Conventions und Workshops eine längere Tradition als im deutschsprachigen Raum haben. Schon vor 20 Jahren habe ich in amerikanischen Läden Bücher zum Schreiben entdeckt, in einer deutschen Buchhandlung sucht man vergebens danach.

Eines meiner letzten Bücher, die ich in der letzten Zeit dazu gelesen habe, war: Self Editing for Fiction Writers und ich muss sagen, dieses Buch war jeden Cent wert.
Schon beim lesen juckte es mich in den Fingern, meine Bücher zu nehmen, und sie alle noch einmal zu überarbeiten. Es ist nicht so, dass die beiden Autoren das Rad neu erfinden. Man liest bei ihnen Dinge, die man zuvor auch bei anderen gelesen hat, was aber den Unterschied macht, ist die Art und Weise, wie sie es präsentieren. An Beispielen und wie sie überarbeitet aussehen. Während des Lesens habe ich mehrfach dabei ertappt, wie ich meine eigenen Schwachstellen entdeckt habe und mich gefragt habe, wie ich das bisher immer übersehen konnte. Was das genau ist, werde ich jetzt nicht schreiben, aber vielleicht fällt es dem ein oder anderen bei meinen nächsten Büchern auf, dass sich etwas geändert hat.
Dieses Buch hat mir in den letzten Wochen die Augen geöffnet und ich habe mehr gelernt, als ich vorm Kauf gedacht habe. Eigentlich sollte es auf Deutsch übersetzt werden, damit jeder Autor oder darüber nachdenkt es es zu werden, lesen kann. Es gehört eindeutig zu den besten Ratgebern, die ich je zum Thema Schreiben gelesen habe.

So begeistert ich auch bin, es gibt ein oder zwei Sachen, die ich nicht übernehmen kann und werde. Der Ratgeber empfiehlt unter anderem, dass man bei Dialogen  immer »sagte er« oder »sagte sie« etc. schreiben soll, oder  es ganz einfach komplett weglässt. Der Leser soll aus dem Dialog herauslesen, wie die Stimmung ist und nicht durch den Autor in die entsprechende Richtung hingewiesen werden. Sorry, hier muss ich widersprechen!
Gut, ich habe verstanden, dass man nicht immer erklären muss, wie jemand spricht, und dass man dem Leser mit einfachen Tricks verständlich machen kann, wer gerade das Wort hat, aber ich werde niemals meine gesamten Dialoge mit »Sagte« schmücken. Nein!
Warum nicht? Das ist fix erklärt: Es geht mir auf die Nerven. Als bestes Beispiel kann ich ein Hörbuch aufführen, bei dem ich irgendwann kurz davor war, es nicht weiterzuhören, einfach weil immer nur gesagt wurde, obwohl die Geschichte in Ordnung war. Mein Mann hört gerade ein Buch, bei dem es ähnlich ist. Sobald ich nur in der Nähe bin und es mitbekomme, flüchte ich wieder. Es langweilt mich und ich stelle fest, dass es mich vom Buch ablenkt, weil ich nur darauf warte, dass ich »sagte« höre.
Ich glaube, das ist der Grund, warum mich »Pride and Prejudice« als Buch nicht so sehr fesseln konnte. Nach dem zehnten Mal »Cried« and »Said« war es genug.
Nein, in meinem Büchern werden die Sprecher weiterhin flüstern, raunen, rufen, fragen. Ich will eine breite Palette an Emotionen bieten, vielleicht würde ich anders schreiben, wenn mein nächster Roman ein Thriller wäre, aber solange ich einen Liebesroman schreibe, darf ich Gefühle beschreiben und ich glaube, dass mir die Leser das nicht allzu übel nehmen.

Das nächste Buch, das ich übrigens zum Thema Schreiben lesen werde, ist folgendes: 5,000 Words Per Hour: Write Faster, Write Smarter.  Ich glaube zwar nicht ganz an die 5000 Worte in der Stunde, aber wenn es ein paar mehr werden als jetzt, bin ich gewiss nicht traurig :-)

Sonntag, 6. Dezember 2015

Die schonungslose Wahrheit über Weihnachtsmärkte!

Sind wir ehrlich: Weihnachtsmärkte nerven! Egal, wie groß oder klein sie sind, sie sind in jedem Fall immer hoffnungslos überfüllt. Da entwickelt sich das Vorhaben "Glühwein kaufen" zu einer der zwölf Arbeiten des Herkules.
So läuft das bei mir immer ab: Ich dränge sich vorsichtig an den dicht an dicht stehenden Menschen vorbei, immer darauf bedacht, niemanden anzurempeln. Ich will ja vermeiden, dass ich mit Glühwein bekleckert werde, weil ich mal wieder vergessen habe, die alte Jacke anzuziehen und stattdessen wieder die gute Lieblingsjacke trage.
Habe ich es dann unbeschadet zur Theke geschafft, meine Bestellung aufgegeben, geht es nun zurück zur wartenden Gruppe. Nur, dieses Mal bin ich genauso beladen, wie die anderen. Also versuche ich nicht nur etwas von unserem Glühwein zu verschütten, sondern auch noch den anderen leicht angeheiterten Weihnachtsmarktbesuchern auszuweichen. Schwupps, da hat einer den Arm ausgefahren und ich mache eine Vollbremsung. Der Glühwein schwappt gefährlich nahe an den Becherrand. Ich halte die Luft an und stelle erleichtert fest, dass es gerade noch einmal so gut gegangen ist. Endlich habe ich es geschafft, und mir meinen Weg zur Gruppe gebahnt. Wir stoßen glücklich mit unseren Tassen an, nur um dann festzustellen, dass der Glühwein entweder zu heiß ist, um ihn zu trinken oder er aber ziemlich sauer oder aber auch pappsüß ist. Schlimmstenfalls kommt es zu einer Kombination aus eins und zwei oder eins und drei. Macht ja nix, warten wir noch ein bisschen, der Glühwein kann ja noch ein wenig abkühlen, während wir uns lebhaft unterhalten und dabei Verrenkungen wie beim Limbotanz durchführen, da sich jemand vollbeladen mit heißen Getränken an uns vorbei drängt. Das fiese an Glühwein ist jedoch, dass man ihn heiß trinken muss! Gibt man ihm die Chance abzukühlen, dann wird er sehr schnell lauwarm und der Geschmack geht vollkommen flöten. Aber gut, auf zum nächsten Stand, da schmeckt es bestimmt besser.

Doch zuvor machen wir noch einen Zwischenstopp an einem der vielen Fressstände. Bratwurst im Brötchen geht immer. Das finde nicht nur ich, sondern auch die anderen, die dort anstehen. Was folgt, ist ein Szenario, das dem vom Glühweinkauf ähnelt. Nur muss man dieses Mal auf Ketchup und Senf aufpassen, die haben auch eine gewisse Tendenz sich zu verselbständigen. Wenn das Brötchen nicht vom Vortag ist, dann ist in der Regel die Wurst auch okay,

Wir werden mit lauter Weihnachtsmusik beschallt und Unterhaltungen sind nur noch auf einem Niveau möglich, dass jemand, der unsere Sprache nicht spricht, glauben muss, wir streiten uns. Tun wir aber gar nicht, wir sprechen nur gerade über die Ereignisse der letzten Wochen oder sogar Monate, weil man sich ja eine lange Zeit nicht mehr gesehen hat.

Nach dem zweiten Glühwein bummelt man an den vielen Ständen vorbei, die ihre Waren anbieten und hält an, um etwas zu kaufen, weil man etwas entdeckt hat, das man schon immer haben wollte, nur um sich dann zu Hause zu fragen, wie man nur vergessen konnte, dass man genau dieses Teil bereits im Vorjahr gekauft, und im Jahr davor auch.

Wer sich jetzt fragt, warum ich überhaupt noch auf Weihnachtsmärkte gehe, dem sei gesagt, dass ich es liebe und gar nicht anders haben will.

Gibt es etwas Schöneres als sich einem Weihnachtsmarkt zu nähern, und den Duft von gebrannten Mandeln und anderen Leckereien zu schnuppern? Alleine dieser Geruch, der Verheißungen verspricht, die einen an die Kindheit erinnern. Als Weihnachten noch das Fest der Geheimnisse und des Zaubers war.
Wer mag nicht gemeinsam mit Freunden und Bekannten zusammenstehen, zu plaudern und festzustellen, dass der Glühwein bei diesem Stand im letzten Jahr schon nicht so dolle war?
Wer hat keine Freude daran, sich die vielen Stände anzusehen und sich etwas zu kaufen, was man eigentlich nicht braucht, aber so schön ist, dass man nicht widerstehen kann?
Wenn die Musik, die man das ganze Jahr über nicht gehört wird, durch die Lautsprecher dringt, oder aber sogar direkt von einer Kapelle gespielt wird, die Nacht hereinbricht und alles im Lichterglanz erstrahlt, die Luft nach Bratwurst vermischt mit Zucker und Vanille riecht, dann bin ich glücklich. Dann grinse ich selig vor mich hin. So muss es sein und nicht anders.

Hier treffe ich Menschen, die Freude am Leben haben und glücklich sind. Hier setzen wir ein Zeichen gegen den Hass. Und der kann immer nur mit Liebe bekämpft werden!

Wer mich also sucht, ich bin auf dem nächsten Weihnachtsmarkt :-)

Einen frohen Nikolaus und einen schönen zweiten Advent wünsche ich euch!