Sonntag, 11. Dezember 2016

Eine tugendhafte Lady

Lange, lange habe ich von meinem Projekt "Eine tugendhafte Lady" geschrieben. Bereits Anfang September war das Manuskript fertig und ging ins Lektorat.

Jetzt, im Dezember, ist es endlich soweit und kann voller Stolz mein neues Werk, das unter dem Pseudonym Megan Grace erscheint, präsentieren.

Eine tugendhafte Lady 




Seit letztem Freitag ist es bei Amazon online und ich muss gestehen, dass ich vom derzeitigen Erfolg des Ebooks total überwältigt bin. Nach nur zwei Tagen ist es in den Top 100 der gesamten Ebook Charts bei Amazon. Ich gebe zu, dass es nur in den unteren Rängen ist, aber alleine die Tatsache, dass es so schnell so weit gekommen ist, macht mich total happy. 

Worum es geht? 

Er ist ein Spieler und Frauenheld - Sie ist die wohlerzogenste Frau, die die Londoner Gesellschaft je gesehen hat - Eigentlich müssten sie einander hassen - Eigentlich ...

Catherine Brooks ist eine Lady, wie sie im Buche steht und an Tugendhaftigkeit kaum zu überbieten. Jemandem ihren Namen zu nennen, obwohl sie einander nicht vorgestellt wurden, und einem Mann, der keine Handschuhe trägt, die Hand zu reichen, würde ihr nicht einmal im Traum einfallen.
Jonathan Blake, Viscount Hayes, ist ein sorgloser Lebemann, der nur sein Vergnügen kennt und seine Zeit lieber an den Spieltischen der Stadt verbringt, als auf Brautschau zu gehen. Es gibt mehr Gerüchte in Zusammenhang mit seinem Namen, als das Jahr Tage hat. 
Als das Schicksal sie auf immer aneinanderkettet, müssen beide erkennen, dass nicht immer alles ist, wie es scheint und manch einer ein gefährliches Geheimnis verbirgt.


In den nächsten Tagen werde ich bestimmt mal einen kleinen Ausschnitt posten und natürlich auch die Verfügbarkeit des Taschenbuchs verkünden. Denn das stellt sich leider noch ein wenig quer. 

Ich wünsche allen einen schönen restlichen dritten Advent und wer auch der Suche nach einem historischen Liebesroman ist, der mag vielleicht bei meinem Einführungsangebot von 0,99 € zugreifen. Denn lange wird der Preis nicht mehr so bleiben.



Sonntag, 27. November 2016

Was man für 0,99 Cent kaufen kann und selbst das einigen noch zu viel ist

Für 0,99 Euro kann man bei meinem Bäcker drei Kaiserbrötchen kaufen, eine Tafel Schokolade ist oft für 0,99 Euro im Angebot zu haben.  Viel mehr was man für 0,99 Euro kaufen kann, will mir spontan nicht einfallen, vielleicht noch ein Päckchen Kaugummi oder etwas Ähnliches. Ein einfaches Stück Seife könnte so viel kosten. Ich müsste mich wirklich anstrengen, um etwas zu finden, das für diesen geringen Preis zu kaufen ist.

Wirklich??? Ist das alles? Habe ich nicht etwas vergessen? Lasst mich mal überlegen ...

Stimmt, Bücher - Ebooks werden oft für 0,99 Euro angeboten. Für weniger als einen Euro, das ist doch wirklich günstig, oder? Egal welchen Umfang dieses Buch hat, man liest länger als der Verzehr der eingangs erwähnten Brötchen dauert. Und trotzdem gibt es Menschen, die nicht bereit sind, selbst diesen Euro (ich habe großzügig aufgerundet) zu zahlen. Nein, sie holen sich die Bücher lieber kostenlose auf dubiosen Plattformen, riskieren dabei, sich PC Viren und ähnliches einzufangen, anstatt diesen Euro zu zahlen. Dafür gehen sie aber zur amerikanischen Kaffeehauskette und kaufen sich eine dortige Spezialität, die unter drei Euro nicht zu haben ist und trinken diesen in zehn Minuten. Dafür geben sie Geld aus, verschwenden aber keinen Gedanken daran, dass der oder die Autorin, dessen Buch sie sich gerade irgendwo runtergeladen haben, vielleicht auch gerne einmal einen Kaffee bei dieser Kette kaufen möchte. Oder einmal ins Kino oder sogar in den Urlaub fahren will. Nur, wie soll der oder die Autorin das machen, wenn niemand für seine/ihre Arbeit zahlt?
Warum ist man bereit für so vieles zu zahlen, nur für Ebooks und andere digitale Inhalte nicht? Liegt es daran, dass man es nicht in Händen halten kann? Was man nicht physisch erfahren kann, ist somit nichts wert und gibt einem die Berechtigung alles kostenlos zu beziehen? Wenn der oder die Autorin das Buch hätte kostenlos anbieten wollen, hätte er oder sie es getan. Möglichkeiten dazu gibt es genug. Hat er oder sie aber nicht. Aus dem einfachen Grund, dass er oder sie für ihre Arbeit auch gezahlt werden möchte. Ein bisschen unverschämt diese Einstellung, sollen sie doch was richtiges machen, dann bekommen sie auch Geld dafür.

Ein kleines Beispiel: Nehmen wir an, es gibt da eine kleine Weihnachtsgeschichte. Nennen wir sie Keine Küsse unterm Weihnachtsbaum. Es ist wirklich nur eine Kurzgeschichte, aber auch dafür hat die Autorin einige Stunden am Rechner gesessen und diese Geschichte geschrieben. Damit es hübsch aussieht, hat sie ihre liebe Freundin und Kollegin darum gebeten, ihr ein Cover zu erstellen. Da es zu einer Reihe gehört, war es nicht so teuer, aber nicht kostenlos. Die Autorin ist betriebsblind für ihre eigenen Texte  und die enthaltenen Fehler, darum hat sie auch eine Korrektorin engagiert. Die, oh Wunder, nicht kostenlos arbeitet. Somit hat die Autorin bevor das Buch überhaupt auf dem Markt ist einen dreistelligen Betrag investiert. Und den hätte sie eigentlich auch gerne durch die Verkäufe wieder erhalten. Nur wie soll das funktionieren, wenn die Kurzgeschichte, die nicht einmal einen Euro kostet, wenige Tage nach Erscheinen illegal zum kostenlosen Download angeboten wird? Und es mehr als genug Menschen gibt, die das Angebot nutzen? Irgendetwas passt hier doch nicht, findet ihr nicht auch?

Ich schreibe Romane, weil es das ist, was ich schon immer tun wollte. Weil es mir Spaß macht, ich liebe es, mir Geschichten auszudenken und andere damit zu unterhalten. Aber wie jeder andere, der arbeitet und Schreiben ist Arbeit, möchte ich auch dafür bezahlt werden. Ich möchte weiterhin meine Lektorin, Korrektorin und Coverdesignerin zahlen können, ich möchte weiterhin Geschichten veröffentlichen, aber solange es Menschen gibt, die nicht einmal einen Euro ausgeben wollen, weiß ich nicht, wie lange ich das noch tun kann. Wie lange ich es mir noch leisten kann.

Im oben beschriebenen Beispiel handelt es sich um eine von mir verfasste Kurzgeschichte, die als Beispiel für die vielen anderen Bücher dienen soll, die täglich illegal heruntergeladen werden. Von Menschen, die keinen Gedanken daran verschwenden, welchen Schaden sie den Autoren damit zufügen. Egal ob Verlagsautor oder Self-Publisher. (Auch auszuweiten auf die anderen Künstler). Ich weiß, dass ich damit nur die Menschen erreichen werde, die ihre Bücher kaufen und diesen danke ich von ganzem Herzen. Die anderen lesen es vermutlich und zucken mit den Schultern, bevor sie sich wieder einmal ein Buch auf einer dieser Seiten herunterladen.
Ich bin wirklich kein Mensch, der anderen Böses will, aber manchmal wünsche ich mir, dass diese Menschen erfahren, was es heißt, für ihre Arbeit kein Geld zu bekommen. Dass ihr Chef ihnen am Ende des Monats erzählt, dass sie doch arbeiten durften und das ihnen alleine Belohnung genug sein sollte. Wie sich Miete, Lebensmittel und andere Nebenkosten bezahlen lassen, sei doch das Problem der Person selbst. Nur einmal wünsche ich mir das.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen ersten Advent, auch wenn mir gerade nicht mehr so weihnachtlich zumute ist.

Dienstag, 15. November 2016

NaNoWriMo - Halbzeit

In diesem Jahr stelle ich mich ihm zum ersten Mal: Dem NaNoWriMo - 50.000 Worte sind im November zu schreiben. Die Jahre zuvor hatte ich entweder gerade ein Buch beendet oder es passte aus diversen Gründen einfach nicht.
Doch dieses Jahr war die Gelegenheit da und ich dachte mir, warum nicht? Die ersten Tage liefen gar nicht mal schlecht. Das Tagessoll wurde immer erreicht und manchmal ein wenig mehr als verlangt. Aber - und das ist ein großes Aber, ich lag mehr oder weniger zu Hause rum. Mein Bein war/ist nach einer Routine-OP nicht so ganz verheilt, wie der Arzt und ich es sich vorgestellt haben. Bein kaputt, Finger in Ordnung. Somit hatte ich eindeutig einfach mehr Zeit zu schreiben.
Nun gehe ich wieder arbeiten und nach wenigen Tagen merke ich, wie schwierig es wird, diese täglichen 1666 Worte niederzuschreiben. Ich pendle mit dem Auto, da selbst die oft einstündigen Autofahrten (einfach) noch immer kürzer sind als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen. Zwölf Stunden nachdem ich morgens aus dem Haus gegangen, wieder zurückzukommen, ist keine Seltenheit und eher der Normalfall bei mir. Eigentlich könnte ich mich ja dann sofort hinter den Rechner klemmen und schreiben. Eigentlich ... Wenn ich nicht so etwas wie ein Privatleben hätte. Unglaublich aber wahr, mein Mann, der in den meisten Fällen zeitgleich mit mir heimkommt, will dann etwas Zeit mit mir verbringen und auch noch zu Abend essen. So ist es dann meistens acht, bis ich überhaupt anfangen kann zu schreiben - Fernsehen wird echt überbewertet und macht ja auch nur dumm.
Voll motiviert setze ich mich hin und will schreiben. Und dann? Die üblichen Ablenkungen wie Facebook, whatsapp und so lasse ich mal außen vor. (Ich gebe zu, ich lasse mich gerne ablenken) Ich sitze vor dem Rechner, starre den blinkenden Cursor an und brauche ewig um etwas zu schreiben. Das Schlimme daran ist, dass ich eigentlich weiß, was ich schreiben will und was geschehen muss. Nur wollen die Worte einfach nicht mehr aus meinen Fingern in die Tastatur fließen. Ich bin müde und muss mich stark konzentrieren, vernünftige Sätze zu schreiben. Ich quäle mich und weiß nicht, ob das, was ich da gerade fabriziere, überhaupt so in die Geschichte kommen wird. Ist das nicht alles Müll?
Nun könnten einige sagen, dass ich doch dann versuchen sollte, morgens einfach früher aufzustehen, da es mir vielleicht leichter fallen könnte, wenn ich in den Morgenstunden schreibe. Ehrlich? Die Idee war da. Aber da ich im Normalfall schon um kurz vor halb sechs aufstehe, ist die Motivation noch früher aufzustehen, nicht wirklich da. Ich bin keine Lerche und auch keine Eule - ich bin so ein Mittelding - und mein Schlaf ist mir irgendwie wichtig. Abgesehen davon, dass es meinen Mann wecken würde und der kann nun wirklich nichts dafür, dass seine Frau meint, dass sie die 50.000 Worte in einem Monat packt.
Und was ist mit den Wochenenden? Da könnte ich doch mehr schreiben ... Könnte ich, wenn ich nicht voll mit Terminen wäre, allerdings sehe ich in der Tat zu, dass ich mir hier ein wenig Zeit frei schaufele, um das aufzuholen, was ich die Woche über versäumt habe.

Ich will auch gar nicht jammern, sondern einfach nur darüber berichten, wie viel Arbeit diese Challenge ist, wenn man sie mit dem normalen Alltag in Verbindung bringen will.  Dabei habe ich nicht einmal Kinder. Mein ganzer Respekt gilt denen, die sich der Challenge stellen und neben Job, Haushalt und Schreiben auch noch Kinder haben. Hut ab!
Derzeit bin ich zwar voll im Zeitplan und habe ungefähr 25.000 Worte geschafft, also wirklich genau die Hälfte. Aber wenn ich sehe, was in den nächsten Tagen noch so auf mich wartet, weiß ich nicht, ob ich es wirklich packen werde. Ich denke, ich werde in zwei Wochen wieder darüber berichten. Drückt mir die Daumen, dass ich durchhalte.

Dienstag, 8. November 2016

Coverenthüllung "Eine tugenfhafte Lady"


Endlich ist es da: 

Das Cover zu meinem historischen Liebesroman "Eine tugendhafte Lady", den ich unter dem Pseudonym Megan Grace veröffentlichen werden. Laura Newman, die nicht nur unglaublich tolle Romane schreibt, ist auch anderweitig sehr begabt und kreativ und hat dieses tolle Cover entworfen. 

Und damit es nicht nur ein Cover gibt, hier auch der Klappentext zur Geschichte:
Catherine Brooks ist eine Lady, wie sie im Buche steht und an Tugendhaftigkeit kaum zu überbieten. Jemandem ihren Namen zu nennen, obwohl sie einander nicht vorgestellt wurden, und einem Mann, der keine Handschuhe trägt, die Hand zu reichen, würde ihr nicht einmal im Traum einfallen.
Jonathan Blake, Viscount Hayes, ist ein sorgloser Lebemann, der nur sein Vergnügen kennt und seine Zeit lieber an den Spieltischen der Stadt verbringt, als auf Brautschau zu gehen. Es gibt mehr Gerüchte in Zusammenhang mit seinem Namen, als das Jahr Tage hat. Frauen wie Catherine gehören zu denjenigen, um die er normalerweise einen großen Bogen macht, denn sie braucht einen Ehemann und er will seine Freiheit behalten.Als das Schicksal sie auf immer aneinanderkettet, müssen beide erkennen, dass nicht immer alles ist, wie es scheint und manch einer ein gefährliches Geheimnis verbirgt.

Es ist mein erster historischer Liebesroman und nachdem ich jahrelang diese Bücher selbst verschlungen habe, wollte ich meinen ersten eigenen schreiben. Jonathan Blake, der Held des Romans, ist meinen Lesern der "Einsatzort Vergangenheit" Reihe möglicherweise noch aus "Für immer und immer" in Erinnerung. Hier bekommt er seine eigene Geschichte und seine eigene Heldin. Fans von Laura und Phil sei gesagt, dass meine Lieblingszeitreisenden in diesem Buch ebenfalls einen kleinen Auftritt haben. 

Während des Schreibens an diesem Roman haben es zwei Charaktere geschafft, sich derart in den Vordergrund zu drängen und ihre eigenen Bücher verlangt haben. Das Thema historische Liebesromane ist somit noch lange nicht abgeschlossen.

Erscheinen wird das Buch voraussichtlich Mitte Dezember und ich kann es kaum abwarten, bis es soweit ist :-D

Samstag, 29. Oktober 2016

Wer hat an der Uhr gedreht?

Heute Nacht werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt und die Winterzeit kehrt ein. Und ist stelle mir die Frage: Wo ist der Sommer hin? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Zeit nur so an mir vorbei gerast ist und wenn man mich fragt, was ich die letzten Wochen so gemacht habe, kann ich eigentlich nur mit einem Schulterzucken antworten.
Aber stimmt das? Überleg, grübel, ha! Nein, ich war eigentlich in den letzten Monaten ziemlich fleißig und kann sogar mit Ergebnissen aufwarten :-)

Ich habe eine winzig kleine Weihnachtsgeschichte geschrieben, die in das Einsatzort Vergangenheit Universum gehört und "Keine Küsse unterm Weihnachtsbaum" heißt. Sobald das Cover fertig ist, geht die Geschichte online. Es ist eine Kurzgeschichte, die ich eigentlich nur zum Spaß geschrieben hatte, die mir aber so viel Spaß bereitet hat, dass ich sie ein wenig ausarbeitet habe und nun als kleines Weihnachtsplätzchen anbiete.

Mein historischer Liebesroman "Eine tugendhafte Lady" ist fertig und hat bereits das Lektorat durchlaufen. Derzeit lesen die Testleser die Geschichte und dann geht es ins Korrektorat und Mitte Dezember ist es soweit. Ein Cover kann ich leider auch noch nicht anbieten, aber auch das ist beauftragt und sollte in Kürze fertig sein.

Und dann habe ich gelesen ... Sehr viel gelesen! Was? Nun seit einigen Jahren hat sich bei mir ein Trend eingeschlichen, den ich schlicht und einfach auf meine Tätigkeit als Autorin zurückführe. Nicht nur, dass ich häufiger Fachbücher als früher lese, auch die Auswahl der Romane hat etwas damit zu tun. So habe ich während der Entstehung von "Eine tugendhafte Lady" eine Menge Bücher zum Thema Regency, Jane Austen etc. gelesen, aber genauso viele historische Liebesromane. Ein wirklich großes Opfer ;-)

Nun, da ich erst einmal eine Pause mache, was die historischen Liebesromane angeht und mich dem sechsten Band von "Einsatzort Vergangenheit" mit dem Titel "Unschuldig" zugewandt habe, befinde ich mich in einer neuen Epoche. Dieses Mal geht es ins New York der 1880er Jahre und was soll ich sagen? Ich bin so fasziniert von dieser Zeit, dass ich nicht aufhören kann, zu lesen und Bilder anzusehen. Dabei gibt es eine derartige Fülle an Material, dass es mich manchmal erschlägt und ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Nie zuvor habe ich so viel Bildmaterial gefunden wie bei diesem Buch. Es ist manchmal als wäre ich wirklich dort gewesen. Neben einigen historischen Krimis, die genau in dieser Zeit und Stadt spielen, lese ich natürlich auch Geschichtsbücher. Denn es ist eine Sache, ob ich ein fiktives Werk lese oder ein Sachbuch, das mit ordentlichen Quellen aufwarten kann. Eines davon hat mich so sehr begeistert, dass ich es einfach vorstellen muss. Selten habe ich ein Buch gefunden, in dem alle Themen, die mich in Bezug auf meine Recherche brauche, abgedeckt wurden wie dieses:


The Gilded Age in New York, 1870 - 1910


Es beleuchtet das Leben dieser Zeit bis ins kleinste Detail und die Bilder, teilweise in Farbe, tun ihr übriges dazu. Wer sich also für diese Zeit interessiert und einigermaßen gut Englisch spricht, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen.
Natürlich ist es nicht das einzige Buch, das mir als Wissensquelle dient, aber es ist eines der besten.


Vielleicht zum Abschluss noch ein paar Worte zu Unschuldig. Es ist der sechste Band der Reihe und wer glaubt, dass mir die Ideen zu Laura und Phil ausgehen, der irrt. Am Anfang zierte sich das Buch etwas und ich fragte mich, wie es sein konnte, dass ich plötzlich so Schwierigkeiten mit Figuren hatte, die mich seit einiger Zeit begleiten und die ich eigentlich bis ins kleinste Detail kennen sollte. Ich habe regelrecht gekämpft mit den ersten Seiten und das, wo ich genau wusste, wo die Geschichte hingehen soll und was passieren muss. Die Seiten sind geschrieben, aber ich weiß jetzt schon, dass sie so niemals im fertigen Buch auftauchen werden. Warum ich aber trotzdem zufrieden bin, sie geschrieben zu haben? Es hat mir etwas über die Art und Weise, wie ich schreibe verraten und mir sehr weitergeholfen. So sehr, dass ich mir alles gemerkt habe und vielleicht ein eigenes Konzept zum Schreiben von Romanen damit entwickeln werde. Denn ich glaube nicht, dass ich die Einzige bin, die manchmal vor diesem Problem steht. Aber dazu ein nächstes Mal mehr.

Montag, 5. September 2016

Schreibklausur - Oder zehn Tage Wahnsinn - Teil 2

Die Hälfte meiner sogenannten Schreibklausur ist um und ich gehe voll darin auf. Ist es eigentlich noch eine wirkliche Klausur oder einfach eine kleine Schreibzeit? Mhm, seht selbst ...

Tag 6:
Ich will länger schlafen, doch der Wecker klingelt unerbittlich um halb sieben. Was meckere ich eigentlich? Ich darf eine Stunde später aufstehen als sonst. Aber heute will ich länger im Bett bleiben. Ich habe Urlaub! Aber mein Mann nicht und der muss irgendwann im Büro auftauchen. Da ich nicht zu den Menschen gehöre, die einfach weiterschlafen können, wenn der Wecker des anderen klingelt, stehe ich natürlich auch auf. Ein Blick auf meinen Fitnesstracker sagt mir, dass ich letzte Nacht sieben Stunden geschlafen habe. Sieben Stunden? Wann habe ich das letzte Mal gehabt? In den letzten Monaten kaum. Ich kann mich kaum daran erinnern, dass ich überhaupt mal mehr als fünf oder sechs Stunden geschlafen habe. Ich bin am Ende und merke, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Urlaub, um zu arbeiten. Ich bin entspannter und habe so viel mehr geschafft als sonst neben der Arbeit.
Ja, ich habe es geschafft und bin fertig mit der Überarbeitung von "Eine tugendhafte Lady". Ich habe regelrecht gekeult und nicht mehr rechts oder links geschaut. Am Ende weiß ich nicht mehr wie ich heiße, aber irgendwie bin ich total geflashed, dass ich fertig bin. Dafür ich der Sport heute ausgefallen ... Ich schiebe es auf die Überarbeitung.
Ach so, wir haben noch immer Sommer und auf der Terrasse kann es ganz schön heiß werden, trotz Markise.

Tag 7:
Hilfe, was mache ich heute nur? Die Überarbeitungen meiner Weihnachtsgeschichte und "Eine tugendhafte Lady" sind abgeschlossen und ich habe noch immer frei ...
Wie heißt es so schön? Nach dem Buch ist vor dem Buch. Es ist ja nicht so, dass ich aufhören will zu schreiben. Nein, gewiss nicht. Ich habe so viele Ideen in meiner Schublade, dass ich eigentlich gar nicht weiß, was ich zuerst machen soll. Oder eigentlich doch. Schon im letzten Herbst habe ich bei der Überarbeitung von "Mission Glasschuh" diesen Eureka-Moment gehabt und die Idee zu Band 6 - "Unschuldig" war geboren. Ich wusste ziemlich schnell wohin es gehen und was geschehen soll.
Die Frage, was ich heute mache, ist damit beantwortet. Ich starte ein neues Patchwork Projekt und starre erst einmal auf den Bildschirm. Wie war das? Ich wollte nach Schneeflocken-Methode schreiben?
Klassische Recherche - Mit Büchern
Bis Satz vier der ersten Ebene bin ich gekommen und dann hakt es. Hallo? Es hakt? Was kann daran so schwer sein, fünf Sätze, die in groben Zügen den Plot zusammenfassen zu schreiben. Wie ich feststelle, schwerer als gedacht. Denn was passiert in Akt 5? Reicht es, wenn ich schreibe, das Finale? Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das wirklich aussagekräftig ist. Mit ein paar mehr Worten steht nun der fünfte Satz fest. (Nein, ich werde nicht verraten, was da steht und das Ende der Geschichte verraten)
Bevor ich anfange ins Detail zu plotten, beschließe ich, ein paar der Rechercheelemente, die ich in den letzten Monaten gesammelt habe, nach Patchwork zu übertragen. Leider, leider ist das mühseliger als gedacht und ich muss fast alle Bilder aus den Onlineartikeln manuell übertragen. Das ist nicht im Sinne des Erfinders und ich weiß nicht, ob ich die Recherche wirklich weiter über Patchwork nutzen will. Aber das muss ich nicht heute entscheiden.
Während der Recherche entdeckte ich einen Namen, den man sich merken muss und ich weiß, dass er eine Rolle spielen wird. So langsam nimmt die Story ihre Form an und ich bin aufgeregt wie immer beim Beginn eines neuen Projekts.
Am Abend habe ich die Macht über den Fernseher, sprich mein Mann ist nicht da. Ich beschließe, dass es der ideale Zeitpunkt ist, um einen kleinen Outlander Marathon einzulegen. Die Arbeiten am Manuskript haben es mir nicht erlaubt, so nebenbei mal eine Folge zu schauen, zumal mein Göttergatte kein Fan der Serie ist und ich meistens nur schauen kann, wenn ich alleine bin. Drei Stunden später bin ich fast am Ende der Staffel zwei angekommen. Nur noch zwei Folgen fehlen.
Ich muss nicht erwähnen, dass der Nachbar wieder pünktlich anfängt zu grillen ...


Tag 8:
Damit ich nicht zur Eremitin verkomme, verordne ich mir ein Frühstück mit meiner besten Freundin. Natürlich ist es mit einem Frühstück nicht getan und wir bummeln noch eine Weile durch Wiesbaden. Wie immer, wenn ich mit ihr unterwegs bin, wird es teuer. Kann mir jemand erklären, was es damit auf sich hat, dass man in Gesellschaft von anderen mehr Geld ausgibt, als wenn man alleine ist?
Am Nachmittag setze ich mich bei bestem Wetter auf die Terrasse und grüble. Ich weiß, worum es in Band sechs gehen wird und ich weiß eigentlich auch, wie was passieren soll. Nur ein Problem habe ich, mir fehlt ein wichtiges Puzzleteil. Solange ich das nicht gefunden habe, kann ich eigentlich vergessen meine Geschichte genau zu planen. Denn es ist das Grundelement und solange das nicht zu 100 % steht, ist alles andere nur Spielerei. Ich werfe also das Schreibprogramm an und denke mir, versuch doch einfach mal das Mindmappen. Ich fange also mit einem Begriff an und schaue, wo es mich hinführt. Es dauert nur wenige Begriffe und der Rest fügt sich von selbst ein. Ich bin aufgeregt, ja, das kann funktionieren. Jetzt muss ich das Ganze nur noch ausarbeiten und in die Geschichte einarbeiten, sodass es rund wird.
Der Nachbar grillt natürlich wieder, aber dieses Mal schmeißt er den Grill noch später an und um viertel vor elf wabert der mir mittlerweile vertraute Geruch zu uns herüber.

Tag 9:


Es ist Samstag und ich habe beschlossen, dass wir Wochenende haben. Mit allem drum und dran. Ich will nicht den ganzen Tag am Rechner sitzen und schreiben, recherchieren oder sonstwas tun. Mein Mann und ich machen uns auf nach Rüsselsheim, wo an diesem Wochenende die Mainland-Games stattfinden. Es sind die größten Highland Games außerhalb Schottlands und da sie nur wenige Kilometer von uns entfernt stattfinden, nutzen wir die Gelegenheit, um es uns anzusehen. Es ist heiß (Überraschung, was ;-)) und wir brauchen ewig, bis wir einen Parkplatz finden. Die Games finden am Mainufer statt und ich bin überrascht, wie viele Menschen teilnehmen. Nicht als Zuschauer, sondern als Teams. Während im Hintergrund das Orchester Dudelsackmusik zum Besten gibt, schlendern wir zu den einzelnen Wettbewerben. Baumstammwerfen oder Gewichthochwerfen sind nur ein paar der Disziplinen, in denen gegeneinander angetreten wird. Für einen kleinen Moment glaube ich, wieder in Schottland zu sein. Wobei es dort doch noch ein paar andere Wettbewerbe gab und es noch ein bisschen größer war als in Rüsselsheim. So ganz ohne Hintergedanken bin ich nicht dorthin gegangen. In meinem Kopf hat sich die Idee zu einer modernen Highland-Reihe festgesetzt, die ich im nächsten Jahr schreiben will. Die Highland-Games sollen darin eine kleine Rolle spielen und wer mich kennt, weiß, dass ich gerne recherchiere ... Also doch irgendwie Arbeit :-) Wir verlassen nach ein paar Stunden das Festgelände wieder, da wir an dem Tag noch einiges zu erledigen haben und abends mit Freunden verabredet sind.
So bekomme ich gar nicht mit, wann der Nachbar grillt. Schade aber auch ...

Tag 10:
Sonntag, ja ich weiß, eigentlich wollte ich ja schreiben oder besser gesagt recherchieren. Zählt der Ausflug auf die Marksburg als Recherchereise? An diesem Tag haben sich ein paar engagierte Mitglieder der Deutschen Burgenvereinigung e.V. historische Kostüme angelegt und stehen den Fragen der Besucher Rede und Antwort zum Leben im Spätmittelalter. Es war ganz gut gemacht, wobei mir persönlich ein wenig etwas gefehlt hat. So gab es zum Beispiel keine Musik oder es wurde keinen Mahlzeiten aufgetischt, die man hätte beobachten können. Es war schön zu sehen, wie im großen Kamin gekocht wurde, wie man geschossen hat, wie gerechnet wurde oder wie man gesponnen hat, aber diese Kleinigkeiten hätten das Erlebnis noch runder gemacht. Trotzdem war es ein schöner Ausflug, von dem ich ohne eine neue Idee zu einem Buch nach Hause gekommen bin. Zum Glück muss ich sagen, denn die Liste der Bücher, die ich noch schreiben will, ist lang.
Zuhause wird dann wieder ein wenig an Band 6 gearbeitet, ich recherchiere und plane. Ich tauche ein in die Welt des 19. Jahrhunderts und stelle fest, dass ich vielleicht doch mal wieder nach New York möchte. Vielleicht im nächsten Jahr ...
Mein Mitbringsel von der Burg- Kitschig, aber schön :-D
Was den Nachbarn angeht, so hat er an diesem Abend keine Lust zu grillen, denn es ist kalt geworden und hat den ganzen Tag geregnet. Irgendwie vermisse ich etwas :-D




Tag 11:
Huch, hieß es nicht, dass ich 10 Tage hatte? Dann ist dieser Montag also mein Bonustag und ich muss erst morgen wieder arbeiten gehen. Ich schicke meine Weihnachtsgeschichte an meine Korrektorin und bereite auch die Datei für "Die tugendhafte Lady" so weit vor, dass ich sie in den nächsten Tagen hinterher senden kann. Ein paar kleine Änderungen werden noch vorgenommen. Wie immer bin ich mir unsicher, was andere sagen, wenn sie die Geschichte lesen. Was ist, wenn sie nur mir gefällt und meine Lektorin sie zerrupft? Was, wenn die Testleser sagen, dass sie sie gar nicht mochten? Es sind die gleichen Zweifel, die mich bei jeder Geschichte überkommen. Ich glaube, jeder der schreibt, kennt diese Zweifel. Da hilft nur eins, weitermachen. Gar nicht erst lange grübeln und sich der neuen Geschichte verschreiben ...

Was haben mir diese Tage gebracht? Zum einen hatte ich die Zeit endlich einmal am Stück an einem Manuskript zu arbeiten und nicht nur ein paar Stunden zur Verfügung zu haben, die mir am Abend zur Verfügung stehen. Doch dafür habe ich wertvolle Urlaubstage geopfert, Tage die eigentlich meiner Entspannung und Erholung dienen sollten. Sicherlich habe ich auch einiges für mich getan, doch so wirklich frei hatte ich nicht. Vielleicht werde ich das beim nächsten Mal anders machen, vielleicht fahre ich wirklich weg. Ein Ortswechsel kann Wunder vollbringen. Aber das alles wird erst im nächsten Jahr sein, dann wenn das nächste Buch fertig werden muss. 

Donnerstag, 1. September 2016

Schreibklausur oder 10 Tage Wahnsinn / Teil I

Die Beendigung von "Eine tugendhafte Lady" steht bevor und ich habe nur noch wenige Tage, bis das Buch in Lektorat muss. Was also liegt näher, als sich Schreiburlaub zu nehmen, damit ich von morgens bis abends am Manuskript arbeiten kann? Die zwei, vielleicht drei Stunden, die ich nach Feierabend Zeit habe, reichen einfach nicht aus. Zumal einige Baustellen mich länger unterwegs sein lassen, als mir lieb ist.
Lange, lange habe ich überlegt, ob ich nur freimachen oder wie bei anderen gesehen wegfahren soll. Es hätte durchaus seinen Reiz gehabt, irgendwohin zu fahren und mich nur auf das Manuskript kümmern zu können. In meiner Fantasie hatte ich die klassischen Bilder von Schriftstellerin am Meer und so weiter.  Die Muse, die Inspiration. Ich habe mich lange Spaziergänge machen sehen. Spaziergänge? Ich muss arbeiten und was mache ich, wenn das Wetter schlecht ist?
Nein, ich bleibe zu Hause und arbeite von da aus. 

Tag 1: 


Am Freitagmorgen geht es los. Das Finale des Buchs steht bevor und ich weiß, dass mich nur noch wenige Seiten vom Happy End treffen. Ich bin hochkonzentriert, arbeite mich in die Geschichte, bis ja bis, mein Mann um viertel vor vier erklärt, dass er Feierabend macht. Entsetzt schaue ich auf die Uhr, viertel vor vier? Er kommt normalerweise nie vor sechs heim, auch freitags nicht. Im Gegensatz zu mir, muss er auch nicht durch das halbe Rhein-Main-Gebiet pendeln und ist zehn Minuten später zu Hause (und das mit dem Fahrrad, irgendwie bin ich neidisch, was das angeht) Der erste Tag ist offiziell beendet, da wir abends noch verabredet sind.

Tag 2:
Der beste Ventilator ever - Kaninchen bewachen mich
Es ist Samstag und der Tag soll der heißeste des Jahres werden. Die Fenster sind noch weit geöffnet, um wenigstens so viel kühle Luft wie möglich hereinzulassen, bevor die Hitze zuschlägt. Ich habe Kopfschmerzen. Kommen die vom Wein auf dem Weinmarkt? Wohl kaum, denn es war über mehrere Stunden verteilt etwas mehr als eine halbe Flasche - Weißwein, leicht, versteht sich. Aber was mich nicht umbringt ... Ähm nein. Ich sitze da und starre auf den Bildschirm. Wie heißt das Wort, das ich gerade schreiben wollte? Wie buchstabiert man Ägypten? Die Nachbarn rufen an. Ob wir kurz auf ihren Sohn aufpassen können. Wie war das noch mal? Ich wollte wegfahren? Das nächste Mal mache ich das - bestimmt. Großen Dank an den besten Ehemann, dass er das für mich übernommen hat. Ich bin gerade mitten in einer hochdramatischen Szene und kann an nichts anderes denken. Es ist immer noch heiß, aber Ventilatoren sind Zaubergeräte!
Abends als es kühler wird, machen wir die Fenster und Türen auf. Das ist okay, bis der Nachbar wieder anfängt zu grillen. Es ist viertel nach zehn und er grillt. Der Geruch von Grillanzünder aus Plastik schwebt zu mir, der später nur vom Geruch des Grillguts übertüncht wird. Nein, lecker riecht es nicht.
Irgendwie lässt mich die Geschichte nicht los und am Abend kann ich nicht aufhören zu schreiben. Das Ende ist erreicht und ich kann nicht aufhören.  Nur der Epilog fehlt noch. Es ist eins, als mir die Augen fast zufallen. Morgen ist auch noch ein Tag.

Tag 3:
Sonntag! Wir sind zum Kaffeetrinken bei meiner Schwester eingeladen. Um vier. Bis dahin bin ich fertig. Ich klemme mich hinter meinen Rechner und haue in die Tasten. Irgendwie ziert sich der Epilog noch ein wenig und ich brauche länger als ich gedacht habe. Doch dann, kurz bevor ich fast zwangsweise unter die Dusche beordert werde, um mich fertig zu machen, schreibe ich die magischen vier Worte unter das Buch. Ich fühle mich großartig und könnte die Welt aus den Angeln heben.
Es ist heiß und der Nachbar grillt um viertel nach zehn wieder ... 

Tag 4:
Montag. Es geht los mit der Überarbeitung. Wenn ich ehrlich bin, dann ist es keine richtige Überarbeitung im herkömmlichen Sinn. Denn während ich noch nach der richtigen Auslegung des Finales gesucht habe, habe ich schon einige Zeit vorher angefangen, das bisher geschriebene zu überarbeiten. Hey, ich habe Urlaub, kommt mir der Gedanke. Warum tust du nix für dich? Es ist Zeit für eine Sporteinheit. Eine Stunde, ich fürchte mich jetzt schon vor dem Muskelkater, der mich am nächsten Tag bestimmt überkommen wird. Ich habe monatelang kein bisschen Sport gemacht, das wird sich rächen, ich bin mir sicher. 
Habe ich erwähnt, dass es immer noch heiß ist? Beste Woche überhaupt, abgesehen vom Nachbarn, der was macht? Richtig, um kurz nach zehn mit dem Grillen anfängt.

Tag 5: 
Ich fange an Hedda, die Microsoft Stimme, zu hassen. Denn ich lasse mir das Buch vorlesen. Schnell merke ich, wo ein Wort fehlt oder die falsche Zeit gewählt wurde. Das ist toll und habe es bisher nur bei Patchwork gesehen. Doch nach zehn Stunden Dauerbeschallung durch diese monotone Stimme fange ich an zu verzweifeln und werde immer verwirrter. Habe ich jetzt wirklich selbständig geschrieben, wo nur ein selbst stehen sollte? Ich schaue und stelle fest, dass Hedda auch nur ein Teil eines Computerprogramms ist und darum nur so gut, wie derjenige, der es programmiert hat. Natürlich habe ich selbst geschrieben. Notiz an mich selbst: Ich sollte wieder Geschichten mit deutschklingenden Namen schreiben, denn Hedda ist durch und durch deutsch und spricht auch alles so aus, gerade die Eigennamen. Wobei sie auch melancholisch oder Vergnügen auf eigene Art und Weise betänt. Manchmal muss ich rätseln, was sie gerade gesagt hat. 
Ach so, es ist immer noch heiß. Trotz Terrasse entscheide ich mich meinen Laptop (Tablet) zu schnappen und an den Altrhein zu gehen, um dort zu arbeiten. Bewegung und so weiter ... Der erwartete Muskelkater ist nur ein kleines Miezekätzchen geworden. Habe ich was falsch gemacht? Normalerweise kann ich bei dem Programm drei Tage nicht laufen, wenn ich es nach langer Zeit mal wieder aufnehme. Egal, ich will mich nicht beschweren.
Am Altrhein ist es richtig heiß und keine der Bänke befindet sich im Schatten oder aber die Sohne wandert, bis ich wieder in der Sonne sitze. Schade, ich kehre also nach einer Stunde wieder zurück, bevor ich anfange zu zerfließen. 
Ich denke, das mit dem grillenden Nachbarn muss ich nicht näher ausführen. Es ist die Wahrheit, jeden Abend und immer so, dass der Geruch ins Schlafzimmer zieht, wo wir die Fenster zum Lüften aufgemacht haben. Könnte es morgen Abend bitte, bitte regnen? Nur damit er nicht grillen kann?

Tag 5 ist zu Ende und mit ihm die Hälfte meines Urlaubs. Ich merke, dass ich süchtig bin. Süchtig nach dem Schreiben, nach den Ideen, den Worten, die zu "Papier" gebracht werden wollen. Mein Tag kann nicht lange genug sein, weil es so viel zu tun gibt. Wie kann ich am Ende wieder in den Büroalltag zurückkehren? Ich sehe schwere Zeiten auf mich zukommen. Aber noch habe ich fünf Tage vor mir. Aber von denen berichte ich beim nächsten Mal.



Mittwoch, 6. Juli 2016

Im neuen Design

Wie unschwer am Header des Blogs zu erkennen ist, erscheinen meine Bücher der Einsatzort-Vergangenheit-Reihe im neuen Design. Meine liebe Freundin und Autorenkollegin Laura Newman hat sie erstellt und ich finde, sie sind einfach wundervoll geworden.
Doch ich habe sie nicht aus Lust und Laune neu designen lassen, sondern mit den neuen Covern geht auch eine weitere Änderung einher.
Band Eins der Reihe wurde komplett überarbeitet, lektoriert und ist seit Anfang der Woche bei Amazon erhältlich. Leider sind die Coveränderungen auf der Webseite noch nicht durch, aber ich hoffe, dass es in ein paar Tagen der Fall sein wird.

Warum habe ich Band eins überarbeitet? Nun, das ist gar nicht mal so einfach, aber ich will es versuchen. Während es immer noch eines meiner liebsten Bände ist, ist es auch mein erstes Buch, dass ich je geschrieben habe. Während ich mich im Laufe der Jahre, so glaube ich jedenfalls, weiterentwickelt habe, so ist dieses Buch auf dem gleichen Stand geblieben. Versteht mich nicht falsch, noch immer mag ich die erste Version, aber ich wusste, dass da noch ein bisschen mehr geht. Vor allen Dingen fehlte mir Phils Sichtweise, die ab Band Drei einfach dazugehört und auf die ich nicht mehr verzichten will. Sie gibt der Geschichte einen tieferen Einblick und man versteht vielleicht das ein oder andere besser.
Aus diesem Grund habe ich zu Beginn des Jahres damit begonnen, das Buch zu überarbeiten. Als ich fertig war, war ich zuerst ein wenig überrascht, denn ich dachte, dass ich eigentlich ziemlich viel umgeschrieben und gestrichen hätte, nur um festzustellen, dass ich am Ende 60.000 Worte mehr hatte, als in der Ursprungsfassung.

Die Änderungen bedeuten jedoch nicht, dass die nachfolgenden Bände nicht mehr darauf aufbauen. Ich war sorgsam darauf bedacht, dass alle Handlungen, die für die folgenden Bücher von Bedeutung sind, nicht zu ändern. Lediglich Band zwei wird noch einige Änderungen erfahren und um Phils Sichtweise ergänzt und angepasst, aber erneut so, dass die Handlung unverändert bleibt.

Ich bin gespannt, wie die neue Version ankommt und bin fast so aufgeregt, als hätte ich ein komplett neues Buch herausgebracht.

Samstag, 26. März 2016

Projektarbeit - Patchwork Part II

In einem meiner letzten Posts habe ich über meine Neuentdeckung "Patchwork-Autorenprogramm" berichtet und versprochen, dass ich zukünftig ein wenig mehr darüber berichte.
Warum ich es bisher nicht getan habe? Nun, zu erst einmal musste ich mich in das Programm einarbeiten, da es nicht unbedingt selbsterklärend ist. Doch mithilfe des beigefügten Handbuchs, das mit jedem Update verbessert und übersichtlicher wird und der Videos Youtube - Patchwork Autorenprogramm habe ich mich recht gut eingefunden.

Da ich zwischenzeitlich mit der Neufassung von "Einsatzort Vergangenheit" (Band 1) beschäftigt war und ich festgestellt habe, dass ein bestehendes Projekt dieser Größe und Umfang nicht unbedingt dafür geeignet ist, sich komplett  in das Programm einzufinden. Ich sage nicht, dass es nicht möglich ist, nur musste ich nach einiger Zeit feststellen, dass es für mich leider nicht funktionierte. Wobei ich in dieser Zeit einige Dinge zu schätzen gelernt habe, die ich bei anderen Programmen schwerlich vermisse, aber dazu später.

Nun ist die Neufassung von Band eins abgeschlossen und ich kann mich neuen Projekten widmen. Es handelt sich um das Buch "Eine tugendhafte Lady", das die Geschichte des Frauenhelds Jonathan Blake aus Band vier (Für immer und immer) erzählt.
In einem früheren Post hatte ich geschrieben, dass ich zukünftig wieder meine Bücher nach der Schneeflockenmethode planen werde, um nicht an einer Stelle festzustellen, dass die Geschichte nicht so funktioniert, wie ich es mir vorstelle und am Ende wieder gezwungen bin, umzuschreiben.
Umso größer war meine Freude als mit dem letzten Update von Patchwork eine genaue Anleitung gegeben wurde, wie man die Schneeflockenmethode in das Programm integriert. Bisher habe ich das nämlich über das von Randy Ingermanson (dem Erfinder der Methode) erstellte Programm getan. Das ist nicht verkehrt, aber es bedeutet natürlich wieder ein weiteres Programm. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Martin Danesch für die Integration der Schneeflocke :-) Ich bin begeistert.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich das Buch dieses Mal ein wenig anders angefangen habe.
Auch wenn Patchwork und andere Programme die Möglichkeit bieten eine Mindmap zu erstellen, muss ich gestehen, dass es eine nette und unterstützende Idee ist, aber nicht im vollen Umfang einer Mindmap zu nutzen ist. Jedenfalls nicht für die Konzeptarbeit, die ich im Sinne hatte. Darum habe ich nach einem Mindmap Programm gesucht, dass auf allen Plattformen, die ich nutze verfügbar ist und über Cloudsynchronisation verfügbar ist. Fündig geworden bin ich bei SimpleMinds Mindmap. Es ist eines der wenigen Programme, die ich kenne und die einen finanziell nicht in den Ruin treiben, das genau das bietet, was ich gesucht habe: Einfaches Verschieben, Ändern, Anpassen an einen anderen Unterpunkt etc. Die Integration von Webseiten funktioniert hervorragend und ist eine Unterstützung zur Recherche.
Denn dieses Mal fing ich mit den Personen des Buches an. Wäre ich jemand, der mit Stift und Papier arbeitet, hätte ich vermutlich mit Dutzenden von Karteikarten gearbeitet, aber wer mich kennt, weiß, dass ich das gerne auf elektronischem Wege erledige. Bei der Menge an Personen, die in der Geschichte vorkommen werden und auch wenn sie nur eine kleine Rolle spielen, so ist das nur schwer in den von den Schreibprogrammen zur Verfügung gestellten Kreativboards oder Denkbrettern darzustellen.
Ich fing also mit den Personen an, in welcher Verbindung sie zueinander stehen, welche Motivationen sie für ihr Handeln haben und welche Auswirkungen das hat. Mit Hilfe dieser Mindmap war schon ein großer Schritt der Vorarbeit geleistet und die Geschichte entfaltet sich fast von alleine vor meinen Augen.
Was kommt jetzt? Nun jetzt fange ich damit an, die Figuren in Patchwork zu übertragen, damit ich mir während des Schreibens nicht ständig die Frage stellen muss, wie heißt der Cousin Catherines noch einmal? Oder wie sehen Jonathans Schwestern aus? Denn das ist eines der schönen Sachen an diesem Programm. In der Mitte des Fensters schreibt man, während der linke und rechte Teil einem zur Unterstützung in Sachen Recherche, Figuren, Requisite etc. dienen. So kann ich alle Figuren einblenden, während ich schreibe und diese nie aus den Augen verlieren. Dabei handelt es sich hierbei nur um einen kleinen Teil der Figurendatenbank, der einem einen kurzen Überblick über die Figuren gibt. Im Hintergrund kann und sollte man, zumindest für die wichtigsten Figuren, Datenblätter anlegen und sich mit seinen Charakteren vertraut machen. (Schneeflocke lässt grüßen)
Ich denke, dass ich heute  einige Zeit damit beschäftigt sein werde, bis alle Figuren übertragen sind. Danach kommt die Ausarbeitung des Plots via Schneeflockenmethode, die ich übrigens über das integrierte Kreatviboard vornehmen werde. Denn und das hat mir bisher in anderen Programmen gefehlt, wenn ich einmal alles in alle einzelnen Szenen heruntergebrochen habe, kann ich mit einem Mausklick eine Szene erstellen und habe an der rechten Seite meine Zusammenfassung dessen, was in dieser Szene passieren soll. Selbstverständlich geht das auch ohne nach der Schneeflockenmethode zu arbeiten und ich finde dies einen großen Pluspunkt des Programms. Ich mag es gerne simpel und wenn man erst einmal weiß, wie man es anstellt, ist Patchwork ein sehr mächtiges Tool, das einem beim Schreiben tatkräftigt unterstützen kann.
Es ist mehr als ein Schreibprogramm, denn wenn ich nur das wollte könnte ich einfach mit Word weiterschreiben. Aber da ich Recherche, Figuren, etc. darin unterbringen will, ist Patchwork das Programm meiner Wahl.

Demnächst gibt es bestimmt wieder einen Bericht von mir, wenn ich mich wieder tiefer in die Materie eingearbeitet habe und das Programm noch besser verstehe. Derzeit fühle ich mich noch wie ein Grundschüler, der noch viel lernen kann :-)

Freitag, 25. März 2016

Leipziger Buchmesse 2016 - Ein kleiner Rückblick

Bald eine Woche ist es her, dass ich von der Leipziger Buchmesse zurück bin und noch immer bin ich dabei die gesammelten Eindrücke zu verarbeiten. Es waren wunderschöne Tage und ich weiß jetzt schon, dass ich 2017 wieder dorthin fahren werde, denn die Leipziger Buchmesse ist um einiges schöner als die Frankfurter.  

Zugfahrten fördern die Kreativität 
Mit Laura Newman
Woran liegt es? Mhm, zum einen daran, dass es in der ganzen Innenstadt an den Abenden der Messe überall Lesungen gibt. Ich selbst war bei zwei Lesungen, einmal bei Claudia Winter, die aus ihrem wundervollen Roman "Aprikosenküsse" gelesen hat. Ein Buch, das ich im letzten Jahr gelesen habe und es so toll fand, dass ich es eigentlich jedem in meinem Freundeskreis empfohlen habe. Seit der Frankfurter Buchmesse kenne ich Claudia auch persönlich. sie ist eine so liebe und sympathische Person, dass ich sie gleich in mein Herz geschlossen habe. Wer das Buch noch nicht kennt und gerne unterhaltsame, kluge Liebesromane liest, der sollte das schnellstens nachholen. 
Mit Emma Wagner
Ein kleines Highlight, neben der Lesung, war die Tatsache, dass ich mich kurz mit Lucinda Riley unterhalten durfte, die ebenso von Claudias Buch begeistert ist wie ich und die Lesung an diesem Abend eingeleitet hat. 
Die andere Lesung war die Häppchenlesung der Indie-Autoren, bei der Marah Woolf, Poppy J. Anderson, Hannah Siebern, Eileen Janket, Miranda J. Fox, Anna Winter und meine liebe Freundin Laura Newman kurze Ausschnitte aus ihren aktuellen oder bald erscheinenden Romanen vorgelesen haben. Es war ein sehr vergnüglicher Abend, was nicht zuletzt an unserer Begleitung, der unvergleichlichen und süßen Jil Aimée und ihrem Mann gelegen hat. Ich hoffe, dass wir das in Frankfurt wiederholen können :-)  

Mit Mila Summers
Messehalle 
Die Tage waren mit Stadtbesichtigung und Messebesuchen gefüllt, wobei mir meine Erkältung fast einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte, sodass ich den Messesamstag mehr oder weniger nur widerwillig hinter mich gebracht habe. Meine Füße taten weh und meine Nase lief noch immer. Ich war absolut erschlagen, sodass ich tatsächlich um neun Uhr abends im Bett lag und fast zehn Stunden geschlafen habe. Doch ich habe so viele nette Menschen in diesen Tagen getroffen, Autoren wie Leser, dass es das alles wert war. In Leipzig hat man im Gegensatz zu Frankurt auch mal die Gelegenheit sich in einer halbwegs ruhige Ecke zu verziehen, einen Kaffee zu trinken und abschalten. In Frankfurt ist das eher schwierig, vor allem, wenn man sich mit jemandem treffen will.  
Leider habe ich keine Bilder der unzähligen Cosplayer, die mit ihren phantasievollen Kostümen der Messe einen bunten Anstrich geben. Aber ich glaube, dieses Gewusel, die vielen Stimmen und die Atmosphäre kann kaum ein Bild wiedergeben. Es war ein Fest für die Augen und ich bin immer wieder beeindruckt, wie viel Arbeit und wie viel Liebe zum Detail die Cosplayer in ihre Outfits stecken. 

Stadtbesichtigung
Leipzig 1822
Da ich nie zuvor länger als einen Tag in Leipzig war, stand dieses Mal auch eine Stadtbesichtigung auf dem Programm und ich muss sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat. Unser Hotel lag sehr zentral und in wenigen Minuten hatten wir zu Fuß eine Vielzahl der Sehenswürdigkeiten erreicht. Besonders gut gefallen hat mir, wer hätte es gedacht ;-), das Museum für Stadtgeschichte. Ich liebe es mir alte Stadtansichten anzusehen oder noch besser Modelle einer alten Stadt. Ich hätte mir stundenlang das Leipzig des Jahres 1822  und die Vergleiche zur heutigen Zeit ansehen können. Auch die musikalische Bedeutung der Stadt war mir nach dem Besuch des Museums um einiges bewusster, dass Bach Kantor der Thomaskirche war, gehört fast zur Allgemeinbildung, aber dass doch so viele bekannte Komponisten in Verbindung zu dieser Stadt stehen, war mir bisher nicht bekannt.
Auch  der Besuch der Zweigestelle des Hauses für Geschichte war lohnenswert und ich habe einiges über die Zeit in der ehemaligen DDR gelernt, das mir zwar irgendwie bekannt war, aber doch nicht so präsent.
Sonntagsfrühstück
Das Highlight des Sonntags war unser Frühstück, das wir mit einem kleinen Glas Sekt eingeläutet haben, bevor wir unsere Koffer gepackt haben und den Weg zum Bahnhof angetreten haben.
Ich war fast ein wenig traurig wieder abzureisen, aber ich weiß ja, dass ich im nächsten Jahr wieder dabei sein werde und freue mich schon jetzt darauf :-)

Samstag, 20. Februar 2016

Sinnkrise

Eigentlich hatte ich schon früher einen neuen Blogpost verfassen wollen, doch dann kam es zu einem Zwischenfall, der mich dazu gebracht hat, mich noch weiter in mein Schneckenhaus zu verziehen.
Schon vor einigen Jahren hatte der sogenannte Platzhalter-Skandal die Self-Publisher-Szene erschüttert. Es ging damals um eine Autorin, die auf ziemlich dreiste Art aus den Texten einer anderen, sehr erfolgreichen, Autorin kopiert und in ihr Buch eingefügt hatte. Das Buch wurde zum Erfolg und dann kam es, wie es kommen musste, jemand erinnerte sich an das andere Buch und die plagiierten Textstellen fielen auf. Die Ausrede, sie hätte es als Platzhalter genutzt und vergessen, die Stellen umzuschreiben, war mehr als weit hergeholt und ich glaube bis heute nicht daran, dass es ein Versehen war. Ein Aufschrei ging damals durch die Bücherlandschaft und mit einem Schlag schauten sie alle wieder auf die Indie-Autoren herab. Alles, was gute Indie-Autoren aufgebaut hatten, geriet in Vergessenheit und der Argwohn, dass das wohl nur Leute sein konnten, deren Manuskripte einfach zu schlecht waren, um veröffentlicht werden zu können, war wieder da.

Doch wie bei jedem anderen Skandal, wuchs auch hier das Gras wieder über die Sache und keiner dachte mehr daran. Tja, bis der nächste Skandal kam und dieses Mal gleich eine Spur heftiger.
Dieses Mal handelte es sich nicht mehr um kopierte Textstellen, sondern um ganze Romanhefte, die abgeschrieben und als eigene Werke herausgebracht wurden. Die hervorgebrachten Erklärungen klangen erstaunlicherweise einigermaßen glaubwürdig, jedenfalls solange es sich nur um ein Buch handelte. Doch innerhalb kürzester Zeit waren aus einem Buch drei abgeschriebene geworden und die Autorin hat die Werke aus dem Verkauf genommen. Weitere sechs Bücher sind bei Amazon verschwunden, auch wenn ich hierzu noch nicht gelesen habe, dass diese ebenfalls abgeschrieben worden sind. Unter dem Hashtag #ichbinmeinegeschichte haben sich andere Autoren zigfach von ihrer Erklärung distanziert und hoffentlich ihren Lesern verständlich machen können, das nicht alle über einen Kamm zu scheren sind.

Kaum hatte man das verkraftet, kam nach wenigen Tagen die nächste Meldung, dass eine weitere Autorin plagiiert hatte. Dieses Mal einen Manga, der pikanterweise, im gleichen Verlag wie einige Werke der Autorin, erschienen war. Ich habe mittlerweile den Überblick verloren, da es mich einfach nur deprimiert, aber ich glaube, auch hier sind es bereits drei Werke, die wenn vielleicht nicht komplett abgeschrieben, dennoch nicht auf eigenständigen Geschichten und Ideen der Autorin basieren.
Diese Vorkommnisse haben mich lange nachdenken und wirklich daran zweifeln lassen, ob ich weiterschreiben soll. Ich weiß nicht, welche Beweggründe die Autorinnen dazu gebracht haben, fremde Werke als eigene auszugeben - Abgabedruck, der Wunsch nach Erfolg und Anerkennung? Ich weiß es nicht, aber es macht mich traurig zu sehen, dass es vielen Lesern anscheinend egal ist und die Werke der Damen, die noch im Handel erhältlich sind, sich weiterhin gut verkaufen. Auf der Facebookseite einer der Autorinnen gab es sogar Leser, die tatsächlich geschrieben haben, dass das doch alles nicht so schlimm sei und jeder einmal Fehler machte. Da wurde mir ziemlich anders zumute und ich fragte mich, in welcher Welt wir leben. Da hat eine Autorin gestanden, dass sie Bücher anderer als ihre eigenen Werke ausgegeben hat und die Leser verzeihen ihr das, ohne es zu hinterfragen? Hallo? Sie hat nicht falsch geparkt oder versehentlich ein Buch zu spät in der Bücherei zurückgegeben. Das sind Fehler, die man vergeben kann, aber doch nicht das Abschreiben von fremden Texten. Hier geht um Betrug und zwar am Leser!
Als ich das gelesen habe, habe ich mich gefragt, ob es den Lesern wirklich egal ist, Hauptsache, sie bekommen eine gute Geschichte geliefert? Warum setze ich mich also hin und denke mir eine eigene Geschichte aus, schreibe monatelang daran und versuche meinen Charakteren Leben einzuhauchen, wenn es doch eigentlich ausreichen würde, etwas bereits Dagewesenes für meine Zwecke umzuarbeiten? Immerhin sind die anderen damit ja ziemlich erfolgreich gewesen. Warum also sollte ich mich weiter anstrengen?

Es hat einiges an Nachdenken gebraucht, bis ich die Antwort darauf gefunden habe und sie ist eigentlich ziemlich einfach: Ich lasse den Druck nicht zu. Ich bin in der überaus glücklichen Lage, nicht darauf angewiesen zu sein, mit meinen Büchern meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Ich habe einen Vollzeitjob, mit dem ich über die Runden komme. Ich würde ihn vermutlich auch nicht aufgeben, wenn ich komplett unabhängig wäre. Ich mag zwar oft über meinen Fahrtweg und die ständigen Staus meckern, aber so komme ich wenigstens ab und an unter Leute. Und ich habe tolle Kollegen, die ich nicht missen mag.

Mein nächstes Buch muss kein Bestseller werden und ich muss nicht im Rampenlicht stehen. Natürlich hofft man das immer, wer etwas anderes behauptet, sagt nicht die Wahrheit und sollte es passieren, dann freue ich mich, aber setze nicht Himmel und Hölle in Bewegung, dass es so bleibt. Ich gebe zu, dass auch ich ständig auf der Suche bin, meinen Output zu vergrößern, und bemühe, mich zu verbessern, aber ich möchte keine Maschine werden, sondern weiterhin meinen Spaß dabei haben. Ich schreibe, weil mein Kopf voller Geschichten ist und ich diese erzählen will und wenn es ein Jahr braucht, bis das nächste Buch erscheint. Dann ist es so, auch wenn jedes Buch zum Selbstmarketing von Autoren zu etwas anderem rät. Ich will meine Leser unterhalten, vielleicht verliere ich einige auf dem Weg zum nächsten Buch, aber das nehme ich eher in Kauf, als dass ich mir den Druck mache, ständig etwas Neues liefern zu müssen. Ich nehme das Schreiben durchaus und sehe es auch als zweiten Job an, aber es darf niemals so weit kommen, dass ich irgendwann nicht mehr weiter weiß und so etwas Unverzeihliches tue und bei anderen klaue. Ich glaube, dann würde ich lieber aufhören und wehmütig an die Zeiten denken, in denen ich noch Ideen hatte. Doch derzeit besteht keinerlei Gefahr. Mein Notizbuch ist voll mit den unterschiedlichsten Ideen für neue Geschichten. Geschichten, die ich alle noch schreiben möchte und hoffentlich auch werde.

Ach und noch etwas, nur weil es Menschen gibt, die anscheinend skrupellos sind und alles für den Erfolg tun, heißt das nicht, dass alle anderen auch so sind. Ich kenne eine Menge toller Autorinnen und Autoren, die ebenso viel Herzblut in ihre Romane stecken wie ich. Sie sind genauso schockiert über die Ereignisse der letzten Woche und haben das, wie oben erwähnt mit #ichbinmeinegeschichte deutlich zum Ausdruck gemacht.

Übrigens ist das Plagiieren von bekannten Ideen und Geschichten kein Phänomen unserer Zeit, denn auch Shakespeares Romeo und Julia weist eine verblüffende Ähnlichkeit mit Ovids Geschichte Pyramus und Thisbe auf. Und nicht nur das, in seinem Sommernachtstraum bringt die Story erneut unter und parodiert sie auch noch. Das nenne ich dann richtig dreist:-)

Samstag, 2. Januar 2016

Ein etwas verspäteter Jahresrückblick und ein kleiner Ausblick auf 2016

Ende 2014 hatte ich einen kleinen Ausblick auf das gegeben, was ich für das Jahr 2015 vorhabe. Heute nutze ich die Gelegenheit zu prüfen, was ich geschafft habe, und was nicht ... Mal schauen, was dabei rauskommt :-) 
  • Die Veröffentlichung von "Für immer und immer" stand ganz weit oben. Leider verzögerte sich diese bis in den März hinein, da meine Korrektorin zwischenzeitlich erkrankt war. Aber das Buch wurde veröffentlicht!
  • Zwei Bücher waren für das Jahr geplant ... Mhm, das ist nicht so ganz einfach zu beantworten ... Der Kurzroman, den ich damals erwähnt habe, entpuppte sich nicht als solcher, sondern als "Mission Glasschuh", einen vollständigen Roman mit über 120.000 Worten. Darum hat es mit den zwei Büchern nicht so ganz funktioniert. Aber das zweite Buch von dem ich geschrieben hatte, ist "Liebe - Klappe, die zweite" und das erste Drittel ist bereits vollendet. Außerdem und das stand bis August nicht auf meiner Agenda, kam dann noch meine Arbeit an der Anthologie "Schneegestöber" hinzu. Dabei handelte es sich nur um eine Kurzgeschichte, die Laura und Phil als Protagonisten hatte. Mit "Ein Winternachtstraum" habe ich zum ersten Mal eine Kurzgeschichte geschrieben und festgestellt, wie anders als Romanschreiben dies ist. Man muss sich knapp fassen, etwas, das mir nicht unbedingt leicht fällt und trotzdem eine richtige Geschichte zu Papier bringen. Ich hatte spontan zwei Ideen im Kopf, von der es eine in die Anthologie geschafft hat. Und was ist mit der anderen??? Nun, da diese komplett von mir durchgeplottet war, und ich sie zu schade fand, um nur als Idee zu existieren, habe ich angefangen diese Geschichte zu schreiben. Was heißt hier angefangen? Es sind nur noch wenige Seiten, die ich zu schreiben habe. Immerhin ist es eine Kurzgeschichte, und kein vollständiger Roman. Wann ich es veröffentliche? Es ist eine weihnachtliche Geschichte, also wird diese noch bis nächstes Jahr im November warten müssen.
  • Ich wollte mindestens zwölf Bücher in diesem Jahr lesen, um meinen SuB abzubauen. Fangen wir mal so an: Ich habe so um die 25 Bücher dieses Jahr gelesen. Das ist okay, könnte aber noch mehr werden, zumal keine wirklich dicken Wälzer dabei waren. Früher habe ich ein Buch mit 1000 Seiten innerhalb von zwei bis drei Tagen gelesen. Aber glaubt ihr wirklich, dass ich mir nur 25 neue Bücher gekauft habe? Nein? Ich auch nicht. Ich mag lieber nicht schauen, wie viele neu bei mir eingezogen sind. Aber es gibt einfach zu viele Bücher, die mich interessieren und an denen ich nicht vorbeigehen kann. Ich schätze, es werden schon so um die 100 neue Bücher gewesen sein. Manchmal kann ein Kindle Segen und Fluch zugleich sein ... 
  • Ich wollte zu beiden Buchmessen. Leipzig habe ich aus privaten Gründen nicht gepackt, aber in Frankfurt war ich. Es war voll, laut und total chaotisch. Noch immer hinterlässt mich die Messe mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Auf der einen Seite war es schön, die Menschen, die man sonst nur via Facebook und Co. kennt persönlich zu sehen, aber bis man sich endlich mal gefunden hat, vergeht eigentlich viel zu viel Zeit. Noch immer bin ich mir nicht sicher, ob ich 2016 auch nach Leipzig möchte.
  • Tja, der Self-Publisher Day in Münster. Den hatte ich irgendwie aus den Augen verloren und so war ich nicht da. Wirklich schade, zumal ich Münster wirklich gerne mal gesehen hätte. Vielleicht kann man auch einfach so einen Ausflug in diese Stadt machen.
  • Und nun kommen wir ein wenig zu meinem wunden Punkt des Jahres: Der Urlaub. Ich kann mich nicht beschweren, immerhin war ich eine Woche am Bodensee, ein paar Tage in Verona
    Carmina Burana in der Arena
    Die Arena in Verona

    und für kurze Zeit im Wellnessurlaub im Harz. Klingt gut, oder? Ist es auch, nur ein Urlaub fehlt in dieser Aufzählung und zwar der nach Schottland. Der war ja geplant und fiel wegen eines Bänderrisses meines Manns und dem damit verbundenen Gipsfuß aus. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und wir werden die Reise im Frühsommer 2016 nachholen. Drückt uns die Daumen, das nichts dazwischenkommt!!!  
So, das war das Jahr 2015 und ein paar Ausblicken auf 2015. Was das Schreiben angeht, habe ich da noch eine verrückte Idee, an der ich auch schon nebenbei arbeite, die aber nicht wirklich von Bedeutung ist. Was will ich sonst noch schreiben?
Neben "Liebe - Klappe, die zweite", steht bei mir der sechste Band von "Einsatzort Vergangenheit" auf der Agenda, der den Arbeitstitel "Unschuldig" trägt. Bisher ist noch kein Wort geschrieben, der Plot ist nur ein Grundgerüst und was die Recherche angeht, stapeln sich hier bereits die Bücher. Denn dieser Band braucht viel Hintergrundwissen. Ich freue mich schon richtig darauf, in neue Welten abzutauchen und etwas über das New York des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu erfahren. 
Und dann ist da noch der historische Liebesroman, der in der Regencyzeit angesiedelt ist und Jonathan Blake, dem Schwerenöter aus "Für immer und immer" zum Helden hat. 

Wann ich das alles schaffe? Ich habe doch gerade 5000 Words Per Hour gelesen und wenn ich die Ratschläge alle befolge, sollte ich in der Lage sein, alles zu schaffen ;-) 
Außerdem habe ich ja noch mein neues Lieblingsprogramm "Patchwork" mit dessen Hilfe das Schreiben zum Kinderspiel wird. 

Also alles kein Problem, vielleicht wird mein Mann ein wenig meckern, dass ich zu wenig Zeit für ihn habe, meine Familie und Freunde werden sich Bilder von mir hinstellen müssen, damit sie wissen, wie ich aussehe :-) 

Nein, ich will es nicht übertreiben, und auch nicht vergessen, dass mein Leben nicht nur aus Schreiben besteht, sondern auch andere Dinge tun. Wie Bücher lesen, mal wieder ins Kino oder Theater gehen, mit Freunden essen und Urlaub machen. Denn sonst verliere ich irgendwann den Spaß am Schreiben und es fühlt sich wie jeder andere Job an, und verliert das Spaßige. 

In diesem Sinne: Ein frohes, neues Jahr und viel Erfolg euch allen!