Sonntag, 27. November 2016

Was man für 0,99 Cent kaufen kann und selbst das einigen noch zu viel ist

Für 0,99 Euro kann man bei meinem Bäcker drei Kaiserbrötchen kaufen, eine Tafel Schokolade ist oft für 0,99 Euro im Angebot zu haben.  Viel mehr was man für 0,99 Euro kaufen kann, will mir spontan nicht einfallen, vielleicht noch ein Päckchen Kaugummi oder etwas Ähnliches. Ein einfaches Stück Seife könnte so viel kosten. Ich müsste mich wirklich anstrengen, um etwas zu finden, das für diesen geringen Preis zu kaufen ist.

Wirklich??? Ist das alles? Habe ich nicht etwas vergessen? Lasst mich mal überlegen ...

Stimmt, Bücher - Ebooks werden oft für 0,99 Euro angeboten. Für weniger als einen Euro, das ist doch wirklich günstig, oder? Egal welchen Umfang dieses Buch hat, man liest länger als der Verzehr der eingangs erwähnten Brötchen dauert. Und trotzdem gibt es Menschen, die nicht bereit sind, selbst diesen Euro (ich habe großzügig aufgerundet) zu zahlen. Nein, sie holen sich die Bücher lieber kostenlose auf dubiosen Plattformen, riskieren dabei, sich PC Viren und ähnliches einzufangen, anstatt diesen Euro zu zahlen. Dafür gehen sie aber zur amerikanischen Kaffeehauskette und kaufen sich eine dortige Spezialität, die unter drei Euro nicht zu haben ist und trinken diesen in zehn Minuten. Dafür geben sie Geld aus, verschwenden aber keinen Gedanken daran, dass der oder die Autorin, dessen Buch sie sich gerade irgendwo runtergeladen haben, vielleicht auch gerne einmal einen Kaffee bei dieser Kette kaufen möchte. Oder einmal ins Kino oder sogar in den Urlaub fahren will. Nur, wie soll der oder die Autorin das machen, wenn niemand für seine/ihre Arbeit zahlt?
Warum ist man bereit für so vieles zu zahlen, nur für Ebooks und andere digitale Inhalte nicht? Liegt es daran, dass man es nicht in Händen halten kann? Was man nicht physisch erfahren kann, ist somit nichts wert und gibt einem die Berechtigung alles kostenlos zu beziehen? Wenn der oder die Autorin das Buch hätte kostenlos anbieten wollen, hätte er oder sie es getan. Möglichkeiten dazu gibt es genug. Hat er oder sie aber nicht. Aus dem einfachen Grund, dass er oder sie für ihre Arbeit auch gezahlt werden möchte. Ein bisschen unverschämt diese Einstellung, sollen sie doch was richtiges machen, dann bekommen sie auch Geld dafür.

Ein kleines Beispiel: Nehmen wir an, es gibt da eine kleine Weihnachtsgeschichte. Nennen wir sie Keine Küsse unterm Weihnachtsbaum. Es ist wirklich nur eine Kurzgeschichte, aber auch dafür hat die Autorin einige Stunden am Rechner gesessen und diese Geschichte geschrieben. Damit es hübsch aussieht, hat sie ihre liebe Freundin und Kollegin darum gebeten, ihr ein Cover zu erstellen. Da es zu einer Reihe gehört, war es nicht so teuer, aber nicht kostenlos. Die Autorin ist betriebsblind für ihre eigenen Texte  und die enthaltenen Fehler, darum hat sie auch eine Korrektorin engagiert. Die, oh Wunder, nicht kostenlos arbeitet. Somit hat die Autorin bevor das Buch überhaupt auf dem Markt ist einen dreistelligen Betrag investiert. Und den hätte sie eigentlich auch gerne durch die Verkäufe wieder erhalten. Nur wie soll das funktionieren, wenn die Kurzgeschichte, die nicht einmal einen Euro kostet, wenige Tage nach Erscheinen illegal zum kostenlosen Download angeboten wird? Und es mehr als genug Menschen gibt, die das Angebot nutzen? Irgendetwas passt hier doch nicht, findet ihr nicht auch?

Ich schreibe Romane, weil es das ist, was ich schon immer tun wollte. Weil es mir Spaß macht, ich liebe es, mir Geschichten auszudenken und andere damit zu unterhalten. Aber wie jeder andere, der arbeitet und Schreiben ist Arbeit, möchte ich auch dafür bezahlt werden. Ich möchte weiterhin meine Lektorin, Korrektorin und Coverdesignerin zahlen können, ich möchte weiterhin Geschichten veröffentlichen, aber solange es Menschen gibt, die nicht einmal einen Euro ausgeben wollen, weiß ich nicht, wie lange ich das noch tun kann. Wie lange ich es mir noch leisten kann.

Im oben beschriebenen Beispiel handelt es sich um eine von mir verfasste Kurzgeschichte, die als Beispiel für die vielen anderen Bücher dienen soll, die täglich illegal heruntergeladen werden. Von Menschen, die keinen Gedanken daran verschwenden, welchen Schaden sie den Autoren damit zufügen. Egal ob Verlagsautor oder Self-Publisher. (Auch auszuweiten auf die anderen Künstler). Ich weiß, dass ich damit nur die Menschen erreichen werde, die ihre Bücher kaufen und diesen danke ich von ganzem Herzen. Die anderen lesen es vermutlich und zucken mit den Schultern, bevor sie sich wieder einmal ein Buch auf einer dieser Seiten herunterladen.
Ich bin wirklich kein Mensch, der anderen Böses will, aber manchmal wünsche ich mir, dass diese Menschen erfahren, was es heißt, für ihre Arbeit kein Geld zu bekommen. Dass ihr Chef ihnen am Ende des Monats erzählt, dass sie doch arbeiten durften und das ihnen alleine Belohnung genug sein sollte. Wie sich Miete, Lebensmittel und andere Nebenkosten bezahlen lassen, sei doch das Problem der Person selbst. Nur einmal wünsche ich mir das.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen ersten Advent, auch wenn mir gerade nicht mehr so weihnachtlich zumute ist.

Dienstag, 15. November 2016

NaNoWriMo - Halbzeit

In diesem Jahr stelle ich mich ihm zum ersten Mal: Dem NaNoWriMo - 50.000 Worte sind im November zu schreiben. Die Jahre zuvor hatte ich entweder gerade ein Buch beendet oder es passte aus diversen Gründen einfach nicht.
Doch dieses Jahr war die Gelegenheit da und ich dachte mir, warum nicht? Die ersten Tage liefen gar nicht mal schlecht. Das Tagessoll wurde immer erreicht und manchmal ein wenig mehr als verlangt. Aber - und das ist ein großes Aber, ich lag mehr oder weniger zu Hause rum. Mein Bein war/ist nach einer Routine-OP nicht so ganz verheilt, wie der Arzt und ich es sich vorgestellt haben. Bein kaputt, Finger in Ordnung. Somit hatte ich eindeutig einfach mehr Zeit zu schreiben.
Nun gehe ich wieder arbeiten und nach wenigen Tagen merke ich, wie schwierig es wird, diese täglichen 1666 Worte niederzuschreiben. Ich pendle mit dem Auto, da selbst die oft einstündigen Autofahrten (einfach) noch immer kürzer sind als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen. Zwölf Stunden nachdem ich morgens aus dem Haus gegangen, wieder zurückzukommen, ist keine Seltenheit und eher der Normalfall bei mir. Eigentlich könnte ich mich ja dann sofort hinter den Rechner klemmen und schreiben. Eigentlich ... Wenn ich nicht so etwas wie ein Privatleben hätte. Unglaublich aber wahr, mein Mann, der in den meisten Fällen zeitgleich mit mir heimkommt, will dann etwas Zeit mit mir verbringen und auch noch zu Abend essen. So ist es dann meistens acht, bis ich überhaupt anfangen kann zu schreiben - Fernsehen wird echt überbewertet und macht ja auch nur dumm.
Voll motiviert setze ich mich hin und will schreiben. Und dann? Die üblichen Ablenkungen wie Facebook, whatsapp und so lasse ich mal außen vor. (Ich gebe zu, ich lasse mich gerne ablenken) Ich sitze vor dem Rechner, starre den blinkenden Cursor an und brauche ewig um etwas zu schreiben. Das Schlimme daran ist, dass ich eigentlich weiß, was ich schreiben will und was geschehen muss. Nur wollen die Worte einfach nicht mehr aus meinen Fingern in die Tastatur fließen. Ich bin müde und muss mich stark konzentrieren, vernünftige Sätze zu schreiben. Ich quäle mich und weiß nicht, ob das, was ich da gerade fabriziere, überhaupt so in die Geschichte kommen wird. Ist das nicht alles Müll?
Nun könnten einige sagen, dass ich doch dann versuchen sollte, morgens einfach früher aufzustehen, da es mir vielleicht leichter fallen könnte, wenn ich in den Morgenstunden schreibe. Ehrlich? Die Idee war da. Aber da ich im Normalfall schon um kurz vor halb sechs aufstehe, ist die Motivation noch früher aufzustehen, nicht wirklich da. Ich bin keine Lerche und auch keine Eule - ich bin so ein Mittelding - und mein Schlaf ist mir irgendwie wichtig. Abgesehen davon, dass es meinen Mann wecken würde und der kann nun wirklich nichts dafür, dass seine Frau meint, dass sie die 50.000 Worte in einem Monat packt.
Und was ist mit den Wochenenden? Da könnte ich doch mehr schreiben ... Könnte ich, wenn ich nicht voll mit Terminen wäre, allerdings sehe ich in der Tat zu, dass ich mir hier ein wenig Zeit frei schaufele, um das aufzuholen, was ich die Woche über versäumt habe.

Ich will auch gar nicht jammern, sondern einfach nur darüber berichten, wie viel Arbeit diese Challenge ist, wenn man sie mit dem normalen Alltag in Verbindung bringen will.  Dabei habe ich nicht einmal Kinder. Mein ganzer Respekt gilt denen, die sich der Challenge stellen und neben Job, Haushalt und Schreiben auch noch Kinder haben. Hut ab!
Derzeit bin ich zwar voll im Zeitplan und habe ungefähr 25.000 Worte geschafft, also wirklich genau die Hälfte. Aber wenn ich sehe, was in den nächsten Tagen noch so auf mich wartet, weiß ich nicht, ob ich es wirklich packen werde. Ich denke, ich werde in zwei Wochen wieder darüber berichten. Drückt mir die Daumen, dass ich durchhalte.

Dienstag, 8. November 2016

Coverenthüllung "Eine tugenfhafte Lady"


Endlich ist es da: 

Das Cover zu meinem historischen Liebesroman "Eine tugendhafte Lady", den ich unter dem Pseudonym Megan Grace veröffentlichen werden. Laura Newman, die nicht nur unglaublich tolle Romane schreibt, ist auch anderweitig sehr begabt und kreativ und hat dieses tolle Cover entworfen. 

Und damit es nicht nur ein Cover gibt, hier auch der Klappentext zur Geschichte:
Catherine Brooks ist eine Lady, wie sie im Buche steht und an Tugendhaftigkeit kaum zu überbieten. Jemandem ihren Namen zu nennen, obwohl sie einander nicht vorgestellt wurden, und einem Mann, der keine Handschuhe trägt, die Hand zu reichen, würde ihr nicht einmal im Traum einfallen.
Jonathan Blake, Viscount Hayes, ist ein sorgloser Lebemann, der nur sein Vergnügen kennt und seine Zeit lieber an den Spieltischen der Stadt verbringt, als auf Brautschau zu gehen. Es gibt mehr Gerüchte in Zusammenhang mit seinem Namen, als das Jahr Tage hat. Frauen wie Catherine gehören zu denjenigen, um die er normalerweise einen großen Bogen macht, denn sie braucht einen Ehemann und er will seine Freiheit behalten.Als das Schicksal sie auf immer aneinanderkettet, müssen beide erkennen, dass nicht immer alles ist, wie es scheint und manch einer ein gefährliches Geheimnis verbirgt.

Es ist mein erster historischer Liebesroman und nachdem ich jahrelang diese Bücher selbst verschlungen habe, wollte ich meinen ersten eigenen schreiben. Jonathan Blake, der Held des Romans, ist meinen Lesern der "Einsatzort Vergangenheit" Reihe möglicherweise noch aus "Für immer und immer" in Erinnerung. Hier bekommt er seine eigene Geschichte und seine eigene Heldin. Fans von Laura und Phil sei gesagt, dass meine Lieblingszeitreisenden in diesem Buch ebenfalls einen kleinen Auftritt haben. 

Während des Schreibens an diesem Roman haben es zwei Charaktere geschafft, sich derart in den Vordergrund zu drängen und ihre eigenen Bücher verlangt haben. Das Thema historische Liebesromane ist somit noch lange nicht abgeschlossen.

Erscheinen wird das Buch voraussichtlich Mitte Dezember und ich kann es kaum abwarten, bis es soweit ist :-D