Sonntag, 28. Oktober 2012

Eine Wissenschaft für sich

Mein Laptop ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, ich schreibe meine Bücher darauf, diese Posts, bearbeite Bilder und so weiter und so fort. Dass der Laptop viel genutzt wird, hat man ihm inzwischen auch angesehen. Die Tasten, die am Meisten benutzt wurden, sind im Laufe der Zeit glatt geworden, es fehlte eine Taste, die hatte beim Staubwischen einfach nachgegeben und auch die ein oder andere Taste wollte nur mit viel Nachdruck arbeiten. Bei jedem Hochfahren saß ich mit angehaltenem Atem davor, schickte noch ein oder zwei Stoßgebete los und hoffte, dass das Gerät mich nicht ausgerechnet jetzt im Stich lässt. Zwar gehöre ich zu den Menschen, die relativ regelmäßig Sicherungen auf einer externen Festplatte erstellen und trotzdem kann ich mir nichts Schlimmeres vorstellen als der Tag an dem der PC nicht mehr hochfährt und ich nicht weiterschreiben kann.

Schon seit Wochen war ich deshalb auf der Suche nach einem neuem Gerät und ich kann euch sagen, dass es wirklich eine Wissenschaft für sich war. Ich hatte einige Ansprüche an den Neuen und die Suche gestaltete sich äußerst schwierig.

Mein Hauptaugenmerkmal war selbstverständlich die Tastatur. Wer so viel schreibt, wie ich muss mit der Tastatur umgehen können und darauf schreiben können und sich nicht darüber ärgern, dass man schon wieder daneben getippt hat. Ich habe mein eigenes Schreibsystem entwickelt, das etwas von dem abweicht, wie man es in Schulen und Ausbildung beigebracht bekommt. Aber ich komme prima damit zurecht und schreibe damit fast ebenso schnell, wie mit der 10-Finger-Methode. Am Anfang hatte ich wirklich mit einem Laptop der Apfelmarke geliebäugelt und war ernsthaft am Überlegen mir ein solches Gerät zuzulegen. Jedenfalls bis zu dem Moment, in dem ich das erste Mal vor der Tastatur stand und diese ausprobierte. Ging gar nicht, ich habe bei fast jedem Buchstaben daneben gehauen, weil meiner Ansicht nach die Abstände zu groß sind. Da half das tolle Display auch nicht.

Und hier kommen wir schon zum nächsten Punkt: Das Display! Denn das sollte matt sein, also auch wieder ein k.o. Kriterium für den Apfel. Und wisst ihr eigentlich, wie schwer es ist ein mattes Display zu bekommen? Es gibt da draußen gerade mal eine Handvoll Hersteller, die so etwas überhaupt noch anbieten und wenn man dann mal einen Laptop gefunden hat, der so einen Bildschirm hat, dann passte der Rest nicht.

Denn außer einer guten Tastatur, einem matten Display, das aber auch eine gute Auflösung hat, wollte ich auch noch genug Arbeitsspeicher, einen schnelleren Prozessor, gute Boxen und eigentlich auch einen Bluray Brenner/Player. All diese Dinge unter einen Hut zu bekommen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, denn dass ich dafür nicht extra einen Kredit aufnehmen wollte, war auch Grundvoraussetzung.

Wenn es um solche Dinge geht, bin ich immer wieder froh, dass ich im Rhein-Main-Gebiet wohne und die Dichte der Elektronikgeschäfte immens hoch ist. Wenn ich mir vorstelle, dass ich irgendwo auf dem platten Land lebte und ich etliche Kilometer fahren müsste, bis ich bei EINEM Laden bin, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Ich bin einfach ein Stadtkind, mag es auf dem Land noch so idyllisch sein, die nächstgrößere Stadt darf einfach nicht allzu weit von mir entfernt sein. Doch das nur so am Rande.

Aber zurück zur Auswahl: So bin ich denn seit einiger Zeit mit meinem Wunschzettel von A nach B gefahren, habe mich in den Märkten von einem Rechner zum nächsten durchgearbeitet und alle möglichen Tastaturen ausprobiert. Die Verkäufer in den Läden müssen wirklich geglaubt haben, dass ich einen Schuss habe, denn für wen ist bitteschön die Tastatur ein Kaufargument? Interessant war auch zu beobachten, dass mein Mann immer zuerst angesprochen wurde und ich nur als Begleitung angesehen wurde. Es stimmt wohl immer noch, dass viele Männer glauben, dass Frauen keine Ahnung von Technik haben. Liebe Männer, lasst euch gesagt sein: Das trifft nicht auf alle zu, es gibt durchaus Frauen, die etwas von der Materie verstehen und sich nicht gerne für dumm verkaufen lassen. Einer der Verkäufer, den ich gebeten hatte mir einen Laptop zu entsperren, hat tatsächlich geglaubt, dass ich nicht wüsste, wie ich das Gerät unter normalen Umständen zum Laufen bringe. Erst nachdem er das Password für das Gerät eingegeben hatte, hat er wohl eingesehen, dass meine Bitte durchaus berechtigt war. Nein, ich stehe nicht einfach nur zum Spaß vor dem Gerät und schaue es mir an!

Wie dem auch sei, es waren nicht alle so, die meisten waren wirklich nett und zuvorkommend. Und dann kam der Punkt, an dem ich das Gerät gefunden habe, das die meisten meiner Wünsche in sich vereinte. Nur Bluray konnte er nicht liefern, aber das ist auch wirklich kein Beinbruch. Die anderen Punkte waren mir viel wichtiger und nicht nur das, es war auch schon ein Rechner mit Windows 8.

Und somit ist dieser Post der erste längere Text, den ich mit dem neuen Laptop geschrieben habe.
Ging ganz einfach und hat viel Spaß gemacht!

Bis zum nächsten Mal!