Samstag, 20. Oktober 2012

Wehe, wenn sie losgelassen ...

Ich weiß nicht, was über mich gekommen ist, als ich diese Szene geschrieben habe, aber ich muss zugeben, dass ich unheimlich viel Spaß dabei hatte. Eine ganz liebe Freundin fragte mich mal, ob ich nicht manchmal vor Lachen vor dem Laptop säße. Ja, das tue ich und bei dem folgenden Ausschnitt habe ich mehr als schmunzelnd vor dem Bildschirm gesessen. 

Laura verbringt einen  lustigen Abend mit ihren Freundinnen, der mehr als feucht-fröhlich ist. Leicht angeheitert verlässt sie das Lokal und möchte nach Hause. Was nun folgt gehört mit zu meinen Lieblingsszenen des zweiten Bands, ich hoffe er gefällt euch auch. Natürlich gibt es nur einen kleinen Ausschnitt, ich will ja nicht alles vorweg nehmen:-) 

Wie immer gilt: Kommentare, Feedback etc. sind herzlich willkommen! 


Es dauerte nicht lange und ich stand alleine auf der Straße. Die Kälte schien sich in meinem ganzen Körper auszubreiten und durch meine dünnen Schuhsohlen spürte ich, wie meine Füße langsam zu Eis wurden. Und warum wankte alles um mich herum? Ich hatte wohl mehr getrunken, als gut für mich war und das rächte sich jetzt. Nur mit Mühe konnte ich mich noch auf den Beinen halten.
   »Hat dir denn niemand gesagt, wann Schluss ist?« Ich versuchte herumzuwirbeln, doch irgendwie schienen meine Füße schon am Boden festgefroren zu sein und nur im letzten Moment konnte ich mich davon abhalten hinzufallen.
   »Nein, meine Gouvernante war heute Abend nicht dabei!«, antwortete ich Phil, der neben mir auf dem Gehweg stand. Belustigt musterte er mich von oben bis unten.
   »Bist du sicher, dass du sicher nach Hause kommst? Du scheinst etwas viel getrunken zu haben.« Sein Gesichtsausdruck wechselte von belustigt zu besorgt.
   »Keine Angst, ich finde den Weg nach Hause und schau, mein Taxi ist auch schon da.« Ich hob meinen Arm, um dem Taxifahrer zu signalisieren, dass ich mit ihm fahren wollte, dabei verlor ich mein Gleichgewicht und rutschte zur Seite aus. Phil reagierte blitzschnell und fing mich auf, bevor ich den nasskalten Asphalt küsste. Mit starken Armen umfing er mich und hielt mich fest. Für einen kurzen Augenblick genoss ich seine Nähe und wollte nichts lieber tun, als den Rest des Abends in seinen Armen zu liegen. 
   »Und du glaubst alleine sicher nach Heim zu kommen? Nix da, ich fahre mit dir!«, flüsterte er mir in mein Ohr, sein warmer Atem prickelte auf meiner Haut. Ich wollte protestieren, doch er hatte mich schon wieder aufgerichtet und stützte mich auf dem Weg zur Autotür. Wir stiegen ein und Phil nannte dem Fahrer meine Adresse. Ich ergab mich in mein Schicksal und ließ mich in die Sitze plumpsen.
»Muss man dir eigentlich alles sagen? Wie wäre es, wenn du dich anschnallst?« Dabei schaute er mich so drollig an, dass ich kichern musste.
   »Was bist du heute aber fürsorglich«, spottete ich, beeilte mich aber nach dem Gurt zu suchen und versuchte mich anzuschnallen. Wann hatten die eigentlich die Verschlüsse kleiner gemacht? Ich konnte machen, was ich wollte, aber ich schaffte es nicht, den Gurt einrasten zu lassen.
   »Komm, lass mich machen!« Er beugte sich zu mir hinüber und in weniger als einer Sekunde hatte er das geschafft, woran ich zuvor gescheitert war.
   »Du bist echt gut darin!« Und grinste ihn dabei wie ein Honigkuchenpferd an. Er schüttelte den Kopf, doch ich konnte erkennen, dass er auch schmunzelte.
   »Dass ich den Tag erleben darf, an dem du mal betrunken bist. Ich dachte immer, dass du dich zurückhalten kannst. Und kaum gehst du mal an einem Abend mit deinen Freundinnen aus, lässt du die Sau raus. Aber du bist niedlich, wenn du etwas über den Durst getrunken hast.«
   »Ich bin nicht niedlich! Ich bin eine erwachsene Frau, die auch mal einen Drachen erschlägt, hast du gesagt und das ist nicht niedlich!«
  »Das ist verdammt niedlich. Warum wolltest du vorhin nicht, dass wir bei euch am Tisch sitzen?«, wurde er plötzlich wieder ernst. Musste er mir solche Fragen in diesem Zustand stellen. Ich konnte mit Mühe und Not noch meinen Namen sagen und er wollte tiefschürfende Gespräche mit mir führen.

Fortsetzung folgt:-)