Sonntag, 11. Dezember 2016

Eine tugendhafte Lady

Lange, lange habe ich von meinem Projekt "Eine tugendhafte Lady" geschrieben. Bereits Anfang September war das Manuskript fertig und ging ins Lektorat.

Jetzt, im Dezember, ist es endlich soweit und kann voller Stolz mein neues Werk, das unter dem Pseudonym Megan Grace erscheint, präsentieren.

Eine tugendhafte Lady 




Seit letztem Freitag ist es bei Amazon online und ich muss gestehen, dass ich vom derzeitigen Erfolg des Ebooks total überwältigt bin. Nach nur zwei Tagen ist es in den Top 100 der gesamten Ebook Charts bei Amazon. Ich gebe zu, dass es nur in den unteren Rängen ist, aber alleine die Tatsache, dass es so schnell so weit gekommen ist, macht mich total happy. 

Worum es geht? 

Er ist ein Spieler und Frauenheld - Sie ist die wohlerzogenste Frau, die die Londoner Gesellschaft je gesehen hat - Eigentlich müssten sie einander hassen - Eigentlich ...

Catherine Brooks ist eine Lady, wie sie im Buche steht und an Tugendhaftigkeit kaum zu überbieten. Jemandem ihren Namen zu nennen, obwohl sie einander nicht vorgestellt wurden, und einem Mann, der keine Handschuhe trägt, die Hand zu reichen, würde ihr nicht einmal im Traum einfallen.
Jonathan Blake, Viscount Hayes, ist ein sorgloser Lebemann, der nur sein Vergnügen kennt und seine Zeit lieber an den Spieltischen der Stadt verbringt, als auf Brautschau zu gehen. Es gibt mehr Gerüchte in Zusammenhang mit seinem Namen, als das Jahr Tage hat. 
Als das Schicksal sie auf immer aneinanderkettet, müssen beide erkennen, dass nicht immer alles ist, wie es scheint und manch einer ein gefährliches Geheimnis verbirgt.


In den nächsten Tagen werde ich bestimmt mal einen kleinen Ausschnitt posten und natürlich auch die Verfügbarkeit des Taschenbuchs verkünden. Denn das stellt sich leider noch ein wenig quer. 

Ich wünsche allen einen schönen restlichen dritten Advent und wer auch der Suche nach einem historischen Liebesroman ist, der mag vielleicht bei meinem Einführungsangebot von 0,99 € zugreifen. Denn lange wird der Preis nicht mehr so bleiben.



Sonntag, 27. November 2016

Was man für 0,99 Cent kaufen kann und selbst das einigen noch zu viel ist

Für 0,99 Euro kann man bei meinem Bäcker drei Kaiserbrötchen kaufen, eine Tafel Schokolade ist oft für 0,99 Euro im Angebot zu haben.  Viel mehr was man für 0,99 Euro kaufen kann, will mir spontan nicht einfallen, vielleicht noch ein Päckchen Kaugummi oder etwas Ähnliches. Ein einfaches Stück Seife könnte so viel kosten. Ich müsste mich wirklich anstrengen, um etwas zu finden, das für diesen geringen Preis zu kaufen ist.

Wirklich??? Ist das alles? Habe ich nicht etwas vergessen? Lasst mich mal überlegen ...

Stimmt, Bücher - Ebooks werden oft für 0,99 Euro angeboten. Für weniger als einen Euro, das ist doch wirklich günstig, oder? Egal welchen Umfang dieses Buch hat, man liest länger als der Verzehr der eingangs erwähnten Brötchen dauert. Und trotzdem gibt es Menschen, die nicht bereit sind, selbst diesen Euro (ich habe großzügig aufgerundet) zu zahlen. Nein, sie holen sich die Bücher lieber kostenlose auf dubiosen Plattformen, riskieren dabei, sich PC Viren und ähnliches einzufangen, anstatt diesen Euro zu zahlen. Dafür gehen sie aber zur amerikanischen Kaffeehauskette und kaufen sich eine dortige Spezialität, die unter drei Euro nicht zu haben ist und trinken diesen in zehn Minuten. Dafür geben sie Geld aus, verschwenden aber keinen Gedanken daran, dass der oder die Autorin, dessen Buch sie sich gerade irgendwo runtergeladen haben, vielleicht auch gerne einmal einen Kaffee bei dieser Kette kaufen möchte. Oder einmal ins Kino oder sogar in den Urlaub fahren will. Nur, wie soll der oder die Autorin das machen, wenn niemand für seine/ihre Arbeit zahlt?
Warum ist man bereit für so vieles zu zahlen, nur für Ebooks und andere digitale Inhalte nicht? Liegt es daran, dass man es nicht in Händen halten kann? Was man nicht physisch erfahren kann, ist somit nichts wert und gibt einem die Berechtigung alles kostenlos zu beziehen? Wenn der oder die Autorin das Buch hätte kostenlos anbieten wollen, hätte er oder sie es getan. Möglichkeiten dazu gibt es genug. Hat er oder sie aber nicht. Aus dem einfachen Grund, dass er oder sie für ihre Arbeit auch gezahlt werden möchte. Ein bisschen unverschämt diese Einstellung, sollen sie doch was richtiges machen, dann bekommen sie auch Geld dafür.

Ein kleines Beispiel: Nehmen wir an, es gibt da eine kleine Weihnachtsgeschichte. Nennen wir sie Keine Küsse unterm Weihnachtsbaum. Es ist wirklich nur eine Kurzgeschichte, aber auch dafür hat die Autorin einige Stunden am Rechner gesessen und diese Geschichte geschrieben. Damit es hübsch aussieht, hat sie ihre liebe Freundin und Kollegin darum gebeten, ihr ein Cover zu erstellen. Da es zu einer Reihe gehört, war es nicht so teuer, aber nicht kostenlos. Die Autorin ist betriebsblind für ihre eigenen Texte  und die enthaltenen Fehler, darum hat sie auch eine Korrektorin engagiert. Die, oh Wunder, nicht kostenlos arbeitet. Somit hat die Autorin bevor das Buch überhaupt auf dem Markt ist einen dreistelligen Betrag investiert. Und den hätte sie eigentlich auch gerne durch die Verkäufe wieder erhalten. Nur wie soll das funktionieren, wenn die Kurzgeschichte, die nicht einmal einen Euro kostet, wenige Tage nach Erscheinen illegal zum kostenlosen Download angeboten wird? Und es mehr als genug Menschen gibt, die das Angebot nutzen? Irgendetwas passt hier doch nicht, findet ihr nicht auch?

Ich schreibe Romane, weil es das ist, was ich schon immer tun wollte. Weil es mir Spaß macht, ich liebe es, mir Geschichten auszudenken und andere damit zu unterhalten. Aber wie jeder andere, der arbeitet und Schreiben ist Arbeit, möchte ich auch dafür bezahlt werden. Ich möchte weiterhin meine Lektorin, Korrektorin und Coverdesignerin zahlen können, ich möchte weiterhin Geschichten veröffentlichen, aber solange es Menschen gibt, die nicht einmal einen Euro ausgeben wollen, weiß ich nicht, wie lange ich das noch tun kann. Wie lange ich es mir noch leisten kann.

Im oben beschriebenen Beispiel handelt es sich um eine von mir verfasste Kurzgeschichte, die als Beispiel für die vielen anderen Bücher dienen soll, die täglich illegal heruntergeladen werden. Von Menschen, die keinen Gedanken daran verschwenden, welchen Schaden sie den Autoren damit zufügen. Egal ob Verlagsautor oder Self-Publisher. (Auch auszuweiten auf die anderen Künstler). Ich weiß, dass ich damit nur die Menschen erreichen werde, die ihre Bücher kaufen und diesen danke ich von ganzem Herzen. Die anderen lesen es vermutlich und zucken mit den Schultern, bevor sie sich wieder einmal ein Buch auf einer dieser Seiten herunterladen.
Ich bin wirklich kein Mensch, der anderen Böses will, aber manchmal wünsche ich mir, dass diese Menschen erfahren, was es heißt, für ihre Arbeit kein Geld zu bekommen. Dass ihr Chef ihnen am Ende des Monats erzählt, dass sie doch arbeiten durften und das ihnen alleine Belohnung genug sein sollte. Wie sich Miete, Lebensmittel und andere Nebenkosten bezahlen lassen, sei doch das Problem der Person selbst. Nur einmal wünsche ich mir das.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen ersten Advent, auch wenn mir gerade nicht mehr so weihnachtlich zumute ist.

Dienstag, 15. November 2016

NaNoWriMo - Halbzeit

In diesem Jahr stelle ich mich ihm zum ersten Mal: Dem NaNoWriMo - 50.000 Worte sind im November zu schreiben. Die Jahre zuvor hatte ich entweder gerade ein Buch beendet oder es passte aus diversen Gründen einfach nicht.
Doch dieses Jahr war die Gelegenheit da und ich dachte mir, warum nicht? Die ersten Tage liefen gar nicht mal schlecht. Das Tagessoll wurde immer erreicht und manchmal ein wenig mehr als verlangt. Aber - und das ist ein großes Aber, ich lag mehr oder weniger zu Hause rum. Mein Bein war/ist nach einer Routine-OP nicht so ganz verheilt, wie der Arzt und ich es sich vorgestellt haben. Bein kaputt, Finger in Ordnung. Somit hatte ich eindeutig einfach mehr Zeit zu schreiben.
Nun gehe ich wieder arbeiten und nach wenigen Tagen merke ich, wie schwierig es wird, diese täglichen 1666 Worte niederzuschreiben. Ich pendle mit dem Auto, da selbst die oft einstündigen Autofahrten (einfach) noch immer kürzer sind als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen. Zwölf Stunden nachdem ich morgens aus dem Haus gegangen, wieder zurückzukommen, ist keine Seltenheit und eher der Normalfall bei mir. Eigentlich könnte ich mich ja dann sofort hinter den Rechner klemmen und schreiben. Eigentlich ... Wenn ich nicht so etwas wie ein Privatleben hätte. Unglaublich aber wahr, mein Mann, der in den meisten Fällen zeitgleich mit mir heimkommt, will dann etwas Zeit mit mir verbringen und auch noch zu Abend essen. So ist es dann meistens acht, bis ich überhaupt anfangen kann zu schreiben - Fernsehen wird echt überbewertet und macht ja auch nur dumm.
Voll motiviert setze ich mich hin und will schreiben. Und dann? Die üblichen Ablenkungen wie Facebook, whatsapp und so lasse ich mal außen vor. (Ich gebe zu, ich lasse mich gerne ablenken) Ich sitze vor dem Rechner, starre den blinkenden Cursor an und brauche ewig um etwas zu schreiben. Das Schlimme daran ist, dass ich eigentlich weiß, was ich schreiben will und was geschehen muss. Nur wollen die Worte einfach nicht mehr aus meinen Fingern in die Tastatur fließen. Ich bin müde und muss mich stark konzentrieren, vernünftige Sätze zu schreiben. Ich quäle mich und weiß nicht, ob das, was ich da gerade fabriziere, überhaupt so in die Geschichte kommen wird. Ist das nicht alles Müll?
Nun könnten einige sagen, dass ich doch dann versuchen sollte, morgens einfach früher aufzustehen, da es mir vielleicht leichter fallen könnte, wenn ich in den Morgenstunden schreibe. Ehrlich? Die Idee war da. Aber da ich im Normalfall schon um kurz vor halb sechs aufstehe, ist die Motivation noch früher aufzustehen, nicht wirklich da. Ich bin keine Lerche und auch keine Eule - ich bin so ein Mittelding - und mein Schlaf ist mir irgendwie wichtig. Abgesehen davon, dass es meinen Mann wecken würde und der kann nun wirklich nichts dafür, dass seine Frau meint, dass sie die 50.000 Worte in einem Monat packt.
Und was ist mit den Wochenenden? Da könnte ich doch mehr schreiben ... Könnte ich, wenn ich nicht voll mit Terminen wäre, allerdings sehe ich in der Tat zu, dass ich mir hier ein wenig Zeit frei schaufele, um das aufzuholen, was ich die Woche über versäumt habe.

Ich will auch gar nicht jammern, sondern einfach nur darüber berichten, wie viel Arbeit diese Challenge ist, wenn man sie mit dem normalen Alltag in Verbindung bringen will.  Dabei habe ich nicht einmal Kinder. Mein ganzer Respekt gilt denen, die sich der Challenge stellen und neben Job, Haushalt und Schreiben auch noch Kinder haben. Hut ab!
Derzeit bin ich zwar voll im Zeitplan und habe ungefähr 25.000 Worte geschafft, also wirklich genau die Hälfte. Aber wenn ich sehe, was in den nächsten Tagen noch so auf mich wartet, weiß ich nicht, ob ich es wirklich packen werde. Ich denke, ich werde in zwei Wochen wieder darüber berichten. Drückt mir die Daumen, dass ich durchhalte.

Dienstag, 8. November 2016

Coverenthüllung "Eine tugenfhafte Lady"


Endlich ist es da: 

Das Cover zu meinem historischen Liebesroman "Eine tugendhafte Lady", den ich unter dem Pseudonym Megan Grace veröffentlichen werden. Laura Newman, die nicht nur unglaublich tolle Romane schreibt, ist auch anderweitig sehr begabt und kreativ und hat dieses tolle Cover entworfen. 

Und damit es nicht nur ein Cover gibt, hier auch der Klappentext zur Geschichte:
Catherine Brooks ist eine Lady, wie sie im Buche steht und an Tugendhaftigkeit kaum zu überbieten. Jemandem ihren Namen zu nennen, obwohl sie einander nicht vorgestellt wurden, und einem Mann, der keine Handschuhe trägt, die Hand zu reichen, würde ihr nicht einmal im Traum einfallen.
Jonathan Blake, Viscount Hayes, ist ein sorgloser Lebemann, der nur sein Vergnügen kennt und seine Zeit lieber an den Spieltischen der Stadt verbringt, als auf Brautschau zu gehen. Es gibt mehr Gerüchte in Zusammenhang mit seinem Namen, als das Jahr Tage hat. Frauen wie Catherine gehören zu denjenigen, um die er normalerweise einen großen Bogen macht, denn sie braucht einen Ehemann und er will seine Freiheit behalten.Als das Schicksal sie auf immer aneinanderkettet, müssen beide erkennen, dass nicht immer alles ist, wie es scheint und manch einer ein gefährliches Geheimnis verbirgt.

Es ist mein erster historischer Liebesroman und nachdem ich jahrelang diese Bücher selbst verschlungen habe, wollte ich meinen ersten eigenen schreiben. Jonathan Blake, der Held des Romans, ist meinen Lesern der "Einsatzort Vergangenheit" Reihe möglicherweise noch aus "Für immer und immer" in Erinnerung. Hier bekommt er seine eigene Geschichte und seine eigene Heldin. Fans von Laura und Phil sei gesagt, dass meine Lieblingszeitreisenden in diesem Buch ebenfalls einen kleinen Auftritt haben. 

Während des Schreibens an diesem Roman haben es zwei Charaktere geschafft, sich derart in den Vordergrund zu drängen und ihre eigenen Bücher verlangt haben. Das Thema historische Liebesromane ist somit noch lange nicht abgeschlossen.

Erscheinen wird das Buch voraussichtlich Mitte Dezember und ich kann es kaum abwarten, bis es soweit ist :-D

Samstag, 29. Oktober 2016

Wer hat an der Uhr gedreht?

Heute Nacht werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt und die Winterzeit kehrt ein. Und ist stelle mir die Frage: Wo ist der Sommer hin? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Zeit nur so an mir vorbei gerast ist und wenn man mich fragt, was ich die letzten Wochen so gemacht habe, kann ich eigentlich nur mit einem Schulterzucken antworten.
Aber stimmt das? Überleg, grübel, ha! Nein, ich war eigentlich in den letzten Monaten ziemlich fleißig und kann sogar mit Ergebnissen aufwarten :-)

Ich habe eine winzig kleine Weihnachtsgeschichte geschrieben, die in das Einsatzort Vergangenheit Universum gehört und "Keine Küsse unterm Weihnachtsbaum" heißt. Sobald das Cover fertig ist, geht die Geschichte online. Es ist eine Kurzgeschichte, die ich eigentlich nur zum Spaß geschrieben hatte, die mir aber so viel Spaß bereitet hat, dass ich sie ein wenig ausarbeitet habe und nun als kleines Weihnachtsplätzchen anbiete.

Mein historischer Liebesroman "Eine tugendhafte Lady" ist fertig und hat bereits das Lektorat durchlaufen. Derzeit lesen die Testleser die Geschichte und dann geht es ins Korrektorat und Mitte Dezember ist es soweit. Ein Cover kann ich leider auch noch nicht anbieten, aber auch das ist beauftragt und sollte in Kürze fertig sein.

Und dann habe ich gelesen ... Sehr viel gelesen! Was? Nun seit einigen Jahren hat sich bei mir ein Trend eingeschlichen, den ich schlicht und einfach auf meine Tätigkeit als Autorin zurückführe. Nicht nur, dass ich häufiger Fachbücher als früher lese, auch die Auswahl der Romane hat etwas damit zu tun. So habe ich während der Entstehung von "Eine tugendhafte Lady" eine Menge Bücher zum Thema Regency, Jane Austen etc. gelesen, aber genauso viele historische Liebesromane. Ein wirklich großes Opfer ;-)

Nun, da ich erst einmal eine Pause mache, was die historischen Liebesromane angeht und mich dem sechsten Band von "Einsatzort Vergangenheit" mit dem Titel "Unschuldig" zugewandt habe, befinde ich mich in einer neuen Epoche. Dieses Mal geht es ins New York der 1880er Jahre und was soll ich sagen? Ich bin so fasziniert von dieser Zeit, dass ich nicht aufhören kann, zu lesen und Bilder anzusehen. Dabei gibt es eine derartige Fülle an Material, dass es mich manchmal erschlägt und ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Nie zuvor habe ich so viel Bildmaterial gefunden wie bei diesem Buch. Es ist manchmal als wäre ich wirklich dort gewesen. Neben einigen historischen Krimis, die genau in dieser Zeit und Stadt spielen, lese ich natürlich auch Geschichtsbücher. Denn es ist eine Sache, ob ich ein fiktives Werk lese oder ein Sachbuch, das mit ordentlichen Quellen aufwarten kann. Eines davon hat mich so sehr begeistert, dass ich es einfach vorstellen muss. Selten habe ich ein Buch gefunden, in dem alle Themen, die mich in Bezug auf meine Recherche brauche, abgedeckt wurden wie dieses:


The Gilded Age in New York, 1870 - 1910


Es beleuchtet das Leben dieser Zeit bis ins kleinste Detail und die Bilder, teilweise in Farbe, tun ihr übriges dazu. Wer sich also für diese Zeit interessiert und einigermaßen gut Englisch spricht, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen.
Natürlich ist es nicht das einzige Buch, das mir als Wissensquelle dient, aber es ist eines der besten.


Vielleicht zum Abschluss noch ein paar Worte zu Unschuldig. Es ist der sechste Band der Reihe und wer glaubt, dass mir die Ideen zu Laura und Phil ausgehen, der irrt. Am Anfang zierte sich das Buch etwas und ich fragte mich, wie es sein konnte, dass ich plötzlich so Schwierigkeiten mit Figuren hatte, die mich seit einiger Zeit begleiten und die ich eigentlich bis ins kleinste Detail kennen sollte. Ich habe regelrecht gekämpft mit den ersten Seiten und das, wo ich genau wusste, wo die Geschichte hingehen soll und was passieren muss. Die Seiten sind geschrieben, aber ich weiß jetzt schon, dass sie so niemals im fertigen Buch auftauchen werden. Warum ich aber trotzdem zufrieden bin, sie geschrieben zu haben? Es hat mir etwas über die Art und Weise, wie ich schreibe verraten und mir sehr weitergeholfen. So sehr, dass ich mir alles gemerkt habe und vielleicht ein eigenes Konzept zum Schreiben von Romanen damit entwickeln werde. Denn ich glaube nicht, dass ich die Einzige bin, die manchmal vor diesem Problem steht. Aber dazu ein nächstes Mal mehr.

Montag, 5. September 2016

Schreibklausur - Oder zehn Tage Wahnsinn - Teil 2

Die Hälfte meiner sogenannten Schreibklausur ist um und ich gehe voll darin auf. Ist es eigentlich noch eine wirkliche Klausur oder einfach eine kleine Schreibzeit? Mhm, seht selbst ...

Tag 6:
Ich will länger schlafen, doch der Wecker klingelt unerbittlich um halb sieben. Was meckere ich eigentlich? Ich darf eine Stunde später aufstehen als sonst. Aber heute will ich länger im Bett bleiben. Ich habe Urlaub! Aber mein Mann nicht und der muss irgendwann im Büro auftauchen. Da ich nicht zu den Menschen gehöre, die einfach weiterschlafen können, wenn der Wecker des anderen klingelt, stehe ich natürlich auch auf. Ein Blick auf meinen Fitnesstracker sagt mir, dass ich letzte Nacht sieben Stunden geschlafen habe. Sieben Stunden? Wann habe ich das letzte Mal gehabt? In den letzten Monaten kaum. Ich kann mich kaum daran erinnern, dass ich überhaupt mal mehr als fünf oder sechs Stunden geschlafen habe. Ich bin am Ende und merke, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Urlaub, um zu arbeiten. Ich bin entspannter und habe so viel mehr geschafft als sonst neben der Arbeit.
Ja, ich habe es geschafft und bin fertig mit der Überarbeitung von "Eine tugendhafte Lady". Ich habe regelrecht gekeult und nicht mehr rechts oder links geschaut. Am Ende weiß ich nicht mehr wie ich heiße, aber irgendwie bin ich total geflashed, dass ich fertig bin. Dafür ich der Sport heute ausgefallen ... Ich schiebe es auf die Überarbeitung.
Ach so, wir haben noch immer Sommer und auf der Terrasse kann es ganz schön heiß werden, trotz Markise.

Tag 7:
Hilfe, was mache ich heute nur? Die Überarbeitungen meiner Weihnachtsgeschichte und "Eine tugendhafte Lady" sind abgeschlossen und ich habe noch immer frei ...
Wie heißt es so schön? Nach dem Buch ist vor dem Buch. Es ist ja nicht so, dass ich aufhören will zu schreiben. Nein, gewiss nicht. Ich habe so viele Ideen in meiner Schublade, dass ich eigentlich gar nicht weiß, was ich zuerst machen soll. Oder eigentlich doch. Schon im letzten Herbst habe ich bei der Überarbeitung von "Mission Glasschuh" diesen Eureka-Moment gehabt und die Idee zu Band 6 - "Unschuldig" war geboren. Ich wusste ziemlich schnell wohin es gehen und was geschehen soll.
Die Frage, was ich heute mache, ist damit beantwortet. Ich starte ein neues Patchwork Projekt und starre erst einmal auf den Bildschirm. Wie war das? Ich wollte nach Schneeflocken-Methode schreiben?
Klassische Recherche - Mit Büchern
Bis Satz vier der ersten Ebene bin ich gekommen und dann hakt es. Hallo? Es hakt? Was kann daran so schwer sein, fünf Sätze, die in groben Zügen den Plot zusammenfassen zu schreiben. Wie ich feststelle, schwerer als gedacht. Denn was passiert in Akt 5? Reicht es, wenn ich schreibe, das Finale? Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das wirklich aussagekräftig ist. Mit ein paar mehr Worten steht nun der fünfte Satz fest. (Nein, ich werde nicht verraten, was da steht und das Ende der Geschichte verraten)
Bevor ich anfange ins Detail zu plotten, beschließe ich, ein paar der Rechercheelemente, die ich in den letzten Monaten gesammelt habe, nach Patchwork zu übertragen. Leider, leider ist das mühseliger als gedacht und ich muss fast alle Bilder aus den Onlineartikeln manuell übertragen. Das ist nicht im Sinne des Erfinders und ich weiß nicht, ob ich die Recherche wirklich weiter über Patchwork nutzen will. Aber das muss ich nicht heute entscheiden.
Während der Recherche entdeckte ich einen Namen, den man sich merken muss und ich weiß, dass er eine Rolle spielen wird. So langsam nimmt die Story ihre Form an und ich bin aufgeregt wie immer beim Beginn eines neuen Projekts.
Am Abend habe ich die Macht über den Fernseher, sprich mein Mann ist nicht da. Ich beschließe, dass es der ideale Zeitpunkt ist, um einen kleinen Outlander Marathon einzulegen. Die Arbeiten am Manuskript haben es mir nicht erlaubt, so nebenbei mal eine Folge zu schauen, zumal mein Göttergatte kein Fan der Serie ist und ich meistens nur schauen kann, wenn ich alleine bin. Drei Stunden später bin ich fast am Ende der Staffel zwei angekommen. Nur noch zwei Folgen fehlen.
Ich muss nicht erwähnen, dass der Nachbar wieder pünktlich anfängt zu grillen ...


Tag 8:
Damit ich nicht zur Eremitin verkomme, verordne ich mir ein Frühstück mit meiner besten Freundin. Natürlich ist es mit einem Frühstück nicht getan und wir bummeln noch eine Weile durch Wiesbaden. Wie immer, wenn ich mit ihr unterwegs bin, wird es teuer. Kann mir jemand erklären, was es damit auf sich hat, dass man in Gesellschaft von anderen mehr Geld ausgibt, als wenn man alleine ist?
Am Nachmittag setze ich mich bei bestem Wetter auf die Terrasse und grüble. Ich weiß, worum es in Band sechs gehen wird und ich weiß eigentlich auch, wie was passieren soll. Nur ein Problem habe ich, mir fehlt ein wichtiges Puzzleteil. Solange ich das nicht gefunden habe, kann ich eigentlich vergessen meine Geschichte genau zu planen. Denn es ist das Grundelement und solange das nicht zu 100 % steht, ist alles andere nur Spielerei. Ich werfe also das Schreibprogramm an und denke mir, versuch doch einfach mal das Mindmappen. Ich fange also mit einem Begriff an und schaue, wo es mich hinführt. Es dauert nur wenige Begriffe und der Rest fügt sich von selbst ein. Ich bin aufgeregt, ja, das kann funktionieren. Jetzt muss ich das Ganze nur noch ausarbeiten und in die Geschichte einarbeiten, sodass es rund wird.
Der Nachbar grillt natürlich wieder, aber dieses Mal schmeißt er den Grill noch später an und um viertel vor elf wabert der mir mittlerweile vertraute Geruch zu uns herüber.

Tag 9:


Es ist Samstag und ich habe beschlossen, dass wir Wochenende haben. Mit allem drum und dran. Ich will nicht den ganzen Tag am Rechner sitzen und schreiben, recherchieren oder sonstwas tun. Mein Mann und ich machen uns auf nach Rüsselsheim, wo an diesem Wochenende die Mainland-Games stattfinden. Es sind die größten Highland Games außerhalb Schottlands und da sie nur wenige Kilometer von uns entfernt stattfinden, nutzen wir die Gelegenheit, um es uns anzusehen. Es ist heiß (Überraschung, was ;-)) und wir brauchen ewig, bis wir einen Parkplatz finden. Die Games finden am Mainufer statt und ich bin überrascht, wie viele Menschen teilnehmen. Nicht als Zuschauer, sondern als Teams. Während im Hintergrund das Orchester Dudelsackmusik zum Besten gibt, schlendern wir zu den einzelnen Wettbewerben. Baumstammwerfen oder Gewichthochwerfen sind nur ein paar der Disziplinen, in denen gegeneinander angetreten wird. Für einen kleinen Moment glaube ich, wieder in Schottland zu sein. Wobei es dort doch noch ein paar andere Wettbewerbe gab und es noch ein bisschen größer war als in Rüsselsheim. So ganz ohne Hintergedanken bin ich nicht dorthin gegangen. In meinem Kopf hat sich die Idee zu einer modernen Highland-Reihe festgesetzt, die ich im nächsten Jahr schreiben will. Die Highland-Games sollen darin eine kleine Rolle spielen und wer mich kennt, weiß, dass ich gerne recherchiere ... Also doch irgendwie Arbeit :-) Wir verlassen nach ein paar Stunden das Festgelände wieder, da wir an dem Tag noch einiges zu erledigen haben und abends mit Freunden verabredet sind.
So bekomme ich gar nicht mit, wann der Nachbar grillt. Schade aber auch ...

Tag 10:
Sonntag, ja ich weiß, eigentlich wollte ich ja schreiben oder besser gesagt recherchieren. Zählt der Ausflug auf die Marksburg als Recherchereise? An diesem Tag haben sich ein paar engagierte Mitglieder der Deutschen Burgenvereinigung e.V. historische Kostüme angelegt und stehen den Fragen der Besucher Rede und Antwort zum Leben im Spätmittelalter. Es war ganz gut gemacht, wobei mir persönlich ein wenig etwas gefehlt hat. So gab es zum Beispiel keine Musik oder es wurde keinen Mahlzeiten aufgetischt, die man hätte beobachten können. Es war schön zu sehen, wie im großen Kamin gekocht wurde, wie man geschossen hat, wie gerechnet wurde oder wie man gesponnen hat, aber diese Kleinigkeiten hätten das Erlebnis noch runder gemacht. Trotzdem war es ein schöner Ausflug, von dem ich ohne eine neue Idee zu einem Buch nach Hause gekommen bin. Zum Glück muss ich sagen, denn die Liste der Bücher, die ich noch schreiben will, ist lang.
Zuhause wird dann wieder ein wenig an Band 6 gearbeitet, ich recherchiere und plane. Ich tauche ein in die Welt des 19. Jahrhunderts und stelle fest, dass ich vielleicht doch mal wieder nach New York möchte. Vielleicht im nächsten Jahr ...
Mein Mitbringsel von der Burg- Kitschig, aber schön :-D
Was den Nachbarn angeht, so hat er an diesem Abend keine Lust zu grillen, denn es ist kalt geworden und hat den ganzen Tag geregnet. Irgendwie vermisse ich etwas :-D




Tag 11:
Huch, hieß es nicht, dass ich 10 Tage hatte? Dann ist dieser Montag also mein Bonustag und ich muss erst morgen wieder arbeiten gehen. Ich schicke meine Weihnachtsgeschichte an meine Korrektorin und bereite auch die Datei für "Die tugendhafte Lady" so weit vor, dass ich sie in den nächsten Tagen hinterher senden kann. Ein paar kleine Änderungen werden noch vorgenommen. Wie immer bin ich mir unsicher, was andere sagen, wenn sie die Geschichte lesen. Was ist, wenn sie nur mir gefällt und meine Lektorin sie zerrupft? Was, wenn die Testleser sagen, dass sie sie gar nicht mochten? Es sind die gleichen Zweifel, die mich bei jeder Geschichte überkommen. Ich glaube, jeder der schreibt, kennt diese Zweifel. Da hilft nur eins, weitermachen. Gar nicht erst lange grübeln und sich der neuen Geschichte verschreiben ...

Was haben mir diese Tage gebracht? Zum einen hatte ich die Zeit endlich einmal am Stück an einem Manuskript zu arbeiten und nicht nur ein paar Stunden zur Verfügung zu haben, die mir am Abend zur Verfügung stehen. Doch dafür habe ich wertvolle Urlaubstage geopfert, Tage die eigentlich meiner Entspannung und Erholung dienen sollten. Sicherlich habe ich auch einiges für mich getan, doch so wirklich frei hatte ich nicht. Vielleicht werde ich das beim nächsten Mal anders machen, vielleicht fahre ich wirklich weg. Ein Ortswechsel kann Wunder vollbringen. Aber das alles wird erst im nächsten Jahr sein, dann wenn das nächste Buch fertig werden muss. 

Donnerstag, 1. September 2016

Schreibklausur oder 10 Tage Wahnsinn / Teil I

Die Beendigung von "Eine tugendhafte Lady" steht bevor und ich habe nur noch wenige Tage, bis das Buch in Lektorat muss. Was also liegt näher, als sich Schreiburlaub zu nehmen, damit ich von morgens bis abends am Manuskript arbeiten kann? Die zwei, vielleicht drei Stunden, die ich nach Feierabend Zeit habe, reichen einfach nicht aus. Zumal einige Baustellen mich länger unterwegs sein lassen, als mir lieb ist.
Lange, lange habe ich überlegt, ob ich nur freimachen oder wie bei anderen gesehen wegfahren soll. Es hätte durchaus seinen Reiz gehabt, irgendwohin zu fahren und mich nur auf das Manuskript kümmern zu können. In meiner Fantasie hatte ich die klassischen Bilder von Schriftstellerin am Meer und so weiter.  Die Muse, die Inspiration. Ich habe mich lange Spaziergänge machen sehen. Spaziergänge? Ich muss arbeiten und was mache ich, wenn das Wetter schlecht ist?
Nein, ich bleibe zu Hause und arbeite von da aus. 

Tag 1: 


Am Freitagmorgen geht es los. Das Finale des Buchs steht bevor und ich weiß, dass mich nur noch wenige Seiten vom Happy End treffen. Ich bin hochkonzentriert, arbeite mich in die Geschichte, bis ja bis, mein Mann um viertel vor vier erklärt, dass er Feierabend macht. Entsetzt schaue ich auf die Uhr, viertel vor vier? Er kommt normalerweise nie vor sechs heim, auch freitags nicht. Im Gegensatz zu mir, muss er auch nicht durch das halbe Rhein-Main-Gebiet pendeln und ist zehn Minuten später zu Hause (und das mit dem Fahrrad, irgendwie bin ich neidisch, was das angeht) Der erste Tag ist offiziell beendet, da wir abends noch verabredet sind.

Tag 2:
Der beste Ventilator ever - Kaninchen bewachen mich
Es ist Samstag und der Tag soll der heißeste des Jahres werden. Die Fenster sind noch weit geöffnet, um wenigstens so viel kühle Luft wie möglich hereinzulassen, bevor die Hitze zuschlägt. Ich habe Kopfschmerzen. Kommen die vom Wein auf dem Weinmarkt? Wohl kaum, denn es war über mehrere Stunden verteilt etwas mehr als eine halbe Flasche - Weißwein, leicht, versteht sich. Aber was mich nicht umbringt ... Ähm nein. Ich sitze da und starre auf den Bildschirm. Wie heißt das Wort, das ich gerade schreiben wollte? Wie buchstabiert man Ägypten? Die Nachbarn rufen an. Ob wir kurz auf ihren Sohn aufpassen können. Wie war das noch mal? Ich wollte wegfahren? Das nächste Mal mache ich das - bestimmt. Großen Dank an den besten Ehemann, dass er das für mich übernommen hat. Ich bin gerade mitten in einer hochdramatischen Szene und kann an nichts anderes denken. Es ist immer noch heiß, aber Ventilatoren sind Zaubergeräte!
Abends als es kühler wird, machen wir die Fenster und Türen auf. Das ist okay, bis der Nachbar wieder anfängt zu grillen. Es ist viertel nach zehn und er grillt. Der Geruch von Grillanzünder aus Plastik schwebt zu mir, der später nur vom Geruch des Grillguts übertüncht wird. Nein, lecker riecht es nicht.
Irgendwie lässt mich die Geschichte nicht los und am Abend kann ich nicht aufhören zu schreiben. Das Ende ist erreicht und ich kann nicht aufhören.  Nur der Epilog fehlt noch. Es ist eins, als mir die Augen fast zufallen. Morgen ist auch noch ein Tag.

Tag 3:
Sonntag! Wir sind zum Kaffeetrinken bei meiner Schwester eingeladen. Um vier. Bis dahin bin ich fertig. Ich klemme mich hinter meinen Rechner und haue in die Tasten. Irgendwie ziert sich der Epilog noch ein wenig und ich brauche länger als ich gedacht habe. Doch dann, kurz bevor ich fast zwangsweise unter die Dusche beordert werde, um mich fertig zu machen, schreibe ich die magischen vier Worte unter das Buch. Ich fühle mich großartig und könnte die Welt aus den Angeln heben.
Es ist heiß und der Nachbar grillt um viertel nach zehn wieder ... 

Tag 4:
Montag. Es geht los mit der Überarbeitung. Wenn ich ehrlich bin, dann ist es keine richtige Überarbeitung im herkömmlichen Sinn. Denn während ich noch nach der richtigen Auslegung des Finales gesucht habe, habe ich schon einige Zeit vorher angefangen, das bisher geschriebene zu überarbeiten. Hey, ich habe Urlaub, kommt mir der Gedanke. Warum tust du nix für dich? Es ist Zeit für eine Sporteinheit. Eine Stunde, ich fürchte mich jetzt schon vor dem Muskelkater, der mich am nächsten Tag bestimmt überkommen wird. Ich habe monatelang kein bisschen Sport gemacht, das wird sich rächen, ich bin mir sicher. 
Habe ich erwähnt, dass es immer noch heiß ist? Beste Woche überhaupt, abgesehen vom Nachbarn, der was macht? Richtig, um kurz nach zehn mit dem Grillen anfängt.

Tag 5: 
Ich fange an Hedda, die Microsoft Stimme, zu hassen. Denn ich lasse mir das Buch vorlesen. Schnell merke ich, wo ein Wort fehlt oder die falsche Zeit gewählt wurde. Das ist toll und habe es bisher nur bei Patchwork gesehen. Doch nach zehn Stunden Dauerbeschallung durch diese monotone Stimme fange ich an zu verzweifeln und werde immer verwirrter. Habe ich jetzt wirklich selbständig geschrieben, wo nur ein selbst stehen sollte? Ich schaue und stelle fest, dass Hedda auch nur ein Teil eines Computerprogramms ist und darum nur so gut, wie derjenige, der es programmiert hat. Natürlich habe ich selbst geschrieben. Notiz an mich selbst: Ich sollte wieder Geschichten mit deutschklingenden Namen schreiben, denn Hedda ist durch und durch deutsch und spricht auch alles so aus, gerade die Eigennamen. Wobei sie auch melancholisch oder Vergnügen auf eigene Art und Weise betänt. Manchmal muss ich rätseln, was sie gerade gesagt hat. 
Ach so, es ist immer noch heiß. Trotz Terrasse entscheide ich mich meinen Laptop (Tablet) zu schnappen und an den Altrhein zu gehen, um dort zu arbeiten. Bewegung und so weiter ... Der erwartete Muskelkater ist nur ein kleines Miezekätzchen geworden. Habe ich was falsch gemacht? Normalerweise kann ich bei dem Programm drei Tage nicht laufen, wenn ich es nach langer Zeit mal wieder aufnehme. Egal, ich will mich nicht beschweren.
Am Altrhein ist es richtig heiß und keine der Bänke befindet sich im Schatten oder aber die Sohne wandert, bis ich wieder in der Sonne sitze. Schade, ich kehre also nach einer Stunde wieder zurück, bevor ich anfange zu zerfließen. 
Ich denke, das mit dem grillenden Nachbarn muss ich nicht näher ausführen. Es ist die Wahrheit, jeden Abend und immer so, dass der Geruch ins Schlafzimmer zieht, wo wir die Fenster zum Lüften aufgemacht haben. Könnte es morgen Abend bitte, bitte regnen? Nur damit er nicht grillen kann?

Tag 5 ist zu Ende und mit ihm die Hälfte meines Urlaubs. Ich merke, dass ich süchtig bin. Süchtig nach dem Schreiben, nach den Ideen, den Worten, die zu "Papier" gebracht werden wollen. Mein Tag kann nicht lange genug sein, weil es so viel zu tun gibt. Wie kann ich am Ende wieder in den Büroalltag zurückkehren? Ich sehe schwere Zeiten auf mich zukommen. Aber noch habe ich fünf Tage vor mir. Aber von denen berichte ich beim nächsten Mal.